Niedersachsen 19.05.2017

Niedersachsen: „Krebsmedikamente nicht für marktwirtschaftliche Tricksereien missbrauchen!“

Ärztekammer-Präsidentin kritisiert teils exorbitante Preise für Arzneimittel gegen Krebserkrankungen / EU-Kommission prüft plötzliche Preiserhöhungen des Herstellers Aspen Pharma für fünf Wirkstoffe

Hannover - „Die Versorgung von krebskranken Menschen darf nicht zum Spielball für marktwirtschaftliche  Tricksereien werden“, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Am 15. Mai hat die Wettbewerbskommissarin der Europäischen  Union, Margrethe Vestager, eine offizielle Untersuchung gegen den südafrikanischen Hersteller Aspen Pharma wegen des Verdachts auf überhöhte Preise eingeleitet. Es geht um spezifische Präparate zur Behandlung von onkologischen Erkrankungen. Der Konzern hatte seine Preise für die Wirkstoffe Chlorambucil, Melphalan, Mercaptopurin, Tioguanin und Busulfan plötzlich um mehrere hundert Prozent erhöht und in einigen  EU-Ländern damit gedroht, die Mittel vom Markt zu nehmen, um die höheren Preise durchzusetzen. Das  berichtete der "General-Anzeiger" auf seiner Website. In einigen Fällen habe Aspen Pharma das auch bereits umgesetzt. „Wenn diese Präparate tatsächlich zeitweise vom Markt verschwinden, haben Onkologen weniger  Behandlungsoptionen. Diese Tricksereien zu Lasten der Versorgung von Patienten gilt es unbedingt zu verhindern!“, mahnt die Ärztekammerpräsidentin und bekräftigt damit eine Forderung des 119. Deutschen  Ärztetags, welcher sich bereits vor einem Jahr in Hamburg kritisch mit der Arzneimittelpreisbildung im  Spannungsfeld zwischen Patientennutzen und marktwirtschaftlich orientierter Unternehmenskultur auseinander  gesetzt hat.

www.aekn.de