Nordrhein 20.11.2017

Nordrhein: Medizinischer Nutzen muss bei Telematik-Infrastruktur im Vordergrund stehen

Düsseldorf - Medizinische Anwendungen der Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen dürfen nur dann  zur Anwendung kommen, wenn diese zuvor im ärztlichen Versorgungsalltag auf Qualität, Nutzen und  Patientensicherheit geprüft worden sind. Das hat heute die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein  gefordert.

Die rheinischen Ärzte kritisierten den Beschluss der Gesellschafter der Betreibergesellschaft gematik vom 1.September dieses Jahres, nach dem der alleinige Nachweis der technischen Funktionsfähigkeit von Hard-  und Software für künftige Anwendungen durch die Hersteller für die Marktzulassung reicht. Damit stützen sie  die Kritik des Ärztlichen Beirats zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik-Infrastruktur für das  Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen an der Entscheidung der gematik. Ohne adäquate Erprobung und  Evaluation seien potenzielle Fehlinvestitionen in Milliardenhöhe zu befürchten.

Die nordrheinische Kammerversammlung appellierte an die handelnden Akteure in Politik und  Selbstverwaltung, eine geeignete Organisationsstruktur für die Festlegung von Zulassungskriterien zu  definieren und die inhaltliche Erprobung einzelner medizinischer Anwendungen umgehend zu veranlassen. Um  einer Zersplitterung, technischer Inkompatibilität und Kommerzialisierung vorzubeugen, forderte das rheinische  Ärzteparlament die schnelle Umsetzung einer einheitlichen, umfassenden sowie einrichtungs- und  sektorenübergreifen-den elektronischen Patientenakte. „Patientinnen und Patienten sollten frei über die  Nutzung der elektronischen Patientenakte entscheiden können, die Speicherung der Daten muss unter ihrer  vollen Hoheit stehen“, heißt es in einer Entschließung.

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