Sachsen 22.01.2018

Organspende: Sächsische Landesärztekammer: Informieren und aufklären

Dresden - Die Zahl der Organspender hat einen Tiefpunkt erreicht. Und jeden Tag sterben in Deutschland drei Patienten, die durch eine Organspende hätten gerettet werden können. Bundesweit warten 10.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. „Daher müssen wir mehr über die Organspende informieren und aufklären, um das lebenswichtige Thema stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken.“, so der  Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Bereits 35 Prozent haben ihren Willen in einem Organspendeausweis dokumentiert.
 
„Jede und jeder von uns kann schon morgen in die Situation kommen, eine Organspende zu benötigen – sei es durch eine Krankheit oder einen Unfall. Deshalb müssen wir irrationale Ängste und Vorurteile abzubauen.“, so Bodendieck. „Jeder Mensch sollte sich bewusst für oder gegen eine Organspende entscheiden. Aber nur wer ausreichend informiert ist, kann eine überlegte Entscheidung treffen“.
 
Die Sächsische Landesärztekammer bietet deshalb jetzt auch allen Schulen und Schülern in Sachsen eine wertfreie und sachliche Information zu diesem schwierigen Thema an. „Denn die Schule ist genau der richtige Ort, um frühzeitig über das Thema Organspende aufzuklären, die Problematik von vielen verschiedenen Seiten zu beleuchten, zu diskutieren und zum Nachdenken anzuregen“, betont der Präsident. Vor allem in den Fächern Biologie, Ethik, Gemeinschaftskunde oder auch im Religionsunterricht lässt sich das Thema fächerverbindend/fächerübergreifend gut unterbringen.
 
Die Kommission „Transplantation” der Sächsischen Landesärztekammer befasst sich mit zahlreichen Fragen der Organspende und -transplantation im Freistaat Sachsen und setzt sich dafür ein, die Bedingungen für eine Organspende und die Organtransplantationen zu verbessern.
 
Von den rund 10.000 Deutschen, die jährlich auf ein Spenderorgan warten, benötigen allein 8.000 eine neue Niere. Im Gegensatz zu den meisten anderen Organen ist hier auch eine Spende zu Lebzeiten möglich. Seit knapp drei Jahren gilt für die Organspende die sogenannte Entscheidungslösung. Sie sieht vor, dass jeder Mensch sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine selbstbestimmte Entscheidung treffen sollte. Diese sollte in einem Organspendeausweis dokumentiert werden.

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