Sachsen-Anhalt 06.11.2017

Position der Ärzteschaft: Eckpunkte der zukünftigen ärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt

Magdeburg - Die Zukunft der ärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt war zentrales Thema der heutigen Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Im Beisein des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Prof. Dr. Armin Willingmann, wurde deutlich, wie viele Faktoren auf die heutige und zukünftige ärztliche Versorgung Einfluss nehmen. „Die ärztliche Versorgung unserer Bevölkerung muss zukunftssicher gestaltet werden. Neben einer Reform des Medizinstudiums, die jedoch keine zeitnahe Auswirkung auf die Versorgungssituation haben wird, muss ein Ende der Ökonomisierung, Budgetierung und Bürokratisierung im Gesundheitswesen Mittelpunkt der zukünftigen Aufgaben sein“, fasst Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die Besprechung der Kammerversammlung zusammen.

In einer Resolution hat die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ihre Ergebnisse der Debatte beschlossen. Dabei werden alle Verantwortlichen aufgefordert, die ärztliche Versorgung in Stadt und Land zukunftssicher zu realisieren. Sie begrüßt die im „Masterplan Medizinstudium 2020“ vorgesehene Reform des Medizinstudiums als einen wichtigen Schritt zu einem modernen Medizinstudium. Dabei soll die Lehre an der Vermittlung arztbezogener Fähigkeiten ausgerichtet werden und die Arzt-Patientenkommunikation, sowie die Inhalte der ambulanten Versorgung einen größeren Stellenwert einnehmen.

Um auch in Zukunft eine wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung sicherzustellen, fordert die Ärzteschaft, die zeitnahe Einführung der im Masterplan 2020 vorgeschlagenen Novellierungen ein. Die Universitäten sollten dafür in die Lage versetzt werden, bei der Zulassung zum Medizinstudium Kriterien zu berücksichtigen, die die ärztliche Nachwuchsgewinnung für Sachsen-Anhalt nachhaltig verbessern. Hierzu gehören zwei wesentliche Forderungen:

  1. Die Anzahl der Studienplätze in der Humanmedizin muss angemessen erhöht werden.
  2. Es müssen Zulassungskriterien angewendet werden, die die ärztliche Nachwuchsgewinnung für eine flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung in Sachsen-Anhalt in den Fokus stellen.

In den Auswahlverfahren müssen neben den Schulnoten auch berufsrelevante und soziale Kompetenzen des Studienbewerbers berücksichtigt werden. Im Verlauf des Studiums muss den Studierenden frühzeitig ein intensiver Kontakt zu Gesundheitseinrichtungen im eigenen Bundesland ermöglicht werden.

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