Rheinland-Pfalz06.11.2018

Rheinland-Pfalz: Digitalisierung braucht nicht nur Projekte, sondern auch Kompetenzen und Investitionsmittel

Mainz - Leben ohne Digitalisierung ist nicht mehr vorstellbar. Auch in der Gesundheitsversorgung ist Digitalisierung längst angekommen. Digitale Technologien sorgen inzwischen für mehr Gesundheitskompetenz, mehr Patientensicherheit und auch für einen besseren Zugang zu medizinischen Leistungen – insbesondere in ländlichen Regionen.
 
Digitale Entwicklung erfordert aber auch ein wirksames Sicherheitskonzept. Patienten müssen auf den Schutz ihrer Daten vertrauen können. Und Datenschutz basiert auch auf verantwortungsbewusstem Handeln der Nutzer. Hierfür brauchen Ärzte und Pfleger noch mehr digitale Kompetenzen.
 
Hierüber diskutieren Ärzte, Pflegekräfte und Klinikdirektoren auf der gemeinsamen Fachtagung „Digitalisierung im Gesundheitswesen: zwischen Fortschritt und Stillstand“ in Mainz. Die Tagung ist eine gemeinsame landesweite Veranstaltung des Bundesverbandes Pflegemanagements, des Verbands der Krankenhausdirektoren und der Landesärztekammer, die dieses Jahr bereits zum 20. Mal stattfindet.
 
Digitalisierung ist weit mehr als nur eine technische Entwicklung; es ist ein gesellschaftlicher Prozess. Digitalisierung ist die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts und deshalb sollte sie auch in der Bildung verankert werden. „Wir werden immer mehr digitale Kompetenzen brauchen. Aber trotzdem ist und bleibt der persönliche Kontakt zwischen unseren Patientinnen und Patienten von entscheidender Bedeutung. Er stellt weiterhin den Goldstandard ärztlichen Handelns dar“, erklärt Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis. Mit Fernbehandlung sind schon jetzt viele digitale Kommunikationswege möglich. Die neue, ausschließliche Fernbehandlung bedeutet daher auch keinen Paradigmenwechsel, „sondern öffnet die Tür einen kleinen Spalt in Richtung zukünftiger Digitalisierungsmöglichkeiten“.
 
Auch in den Krankenhäusern spielt die digitalisierte Erhebung und Verarbeitung von Informationen eine wesentliche Rolle. Digitalisierung kann Kommunikationsprozesse zwischen den Leistungserbringern verbessern sowie Effizienzsteigerungen und mögliche Kostensenkungen transparent machen. Inzwischen ist manches Krankenhaus schon auf dem Weg in eine papierlose Zukunft. „Die Hoffnungen und Erwartungen, die mit der Digitalisierung verbunden sind, erscheinen unbegrenzt, und die Digitalisierung wird die Krankenhauswelt weiter verändern“, erklärt Peter Förster, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz/Saarland des Verbandes der Krankenhausdirektoren und Geschäftsführer der Westpfalz-Klinikum GmbH mit Sitz in Kaiserslautern. Doch klar ist aber auch: Eine moderne und sichere IT-Infrastruktur braucht ausreichend Investitionsmittel.
 
Mit Digitalisierung können auch Abläufe in der Pflege optimiert werden. Schon jetzt finden Informations- und Kommunikationstechnologien breite Anwendung in der Pflege. Digitalisierung vereinfacht beispielsweise die Dokumentation und kann somit mehr Zeit für die eigentliche Pflege des Patienten ermöglichen. Auch weiterentwickelte Hilfsmittel können Entlastung bringen. Digitalisierung kann die Personal- und Arbeitsprozesssteuerung verbessern. „Das bringt sowohl psychische als auch physische Entlastung der Pflegenden von Routineaufgaben und bedeutet einen Zugewinn an Flexibilität“, fügt Dr. Markus Mai, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Bundesverband Pflegemanagement, hinzu.

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