Westfalen-Lippe 20.04.2017

Westfalen-Lippe: Windhorst: Fehlende Qualitätssicherung bei Heilpraktikern gefährdet die Patientensicherheit

Münster - „Heilpraktiker sind ganz bestimmt nicht die Lösung der bestehenden Versorgungsprobleme. Im  Gegenteil: Sie können eine Gefahr für die Patientensicherheit sein.“ Dies erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, vor dem Hintergrund von Medienberichten über einen Heilpraktiker in  Bayern, der wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor Gericht steht. Die aktuelle stern-Reportage zeige  deutlich die Gesetzeslücken bei der Tätigkeit von Heilpraktikern auf, „die ohne umfassende Ausbildung am und  mit den kranken Menschen machen können, was sie wollen. Da sie medizinische Standards nicht kennen,  setzen sie sich über Leitlinien und wissenschaftliche Standards hinweg und gefährden damit die Patienten.“

Im Gegensatz dazu stehe die fundierte medizinische Qualifikation, beginnend mit dem Medizinstudium, der  anschließenden Weiterbildung zum Facharzt sowie der späteren regelmäßigen Fortbildung, zu der die Ärzte  verpflichtet seien. Hinzu komme laut Windhorst die Qualitätssicherung durch verschiedene Institutionen und die Ärzteschaft selbst. Damit werde gewährleistet, dass die Patienten stets mit dem aktuellen medizinischen  Wissen behandelt und die hohen Standards in der Medizin gewahrt würden.

„Wir tun dies alles im Sinne der Versorgung der Patienten“, so Windhorst. „Man könnte aber meinen, dass  Heilpraktiker Narrenfreiheit genießen. Das geht dann oft auf Kosten der kranken Menschen.“ Wer Heilpraktiker  als Ersatz für ärztliche Versorgung verstehe, gehe ein hohes Risiko ein, „möglicherweise bis hin zum Tod“, so  der Kammerpräsident. Windhorst fordert vom Gesetzgeber entsprechende gesetzliche Regelungen, „um die  Versorgung von Patienten nicht in Scharlatanerie ausarten zu lassen“. Dies sei man den kranken Menschen  schuldig. „Wir haben eine große Verantwortung für die Patienten. Die Ärzteschaft ist sich dieser Verantwortung  bewusst und handelt auch danach.“

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