Ärztliches Peer Review – der Ursprung ärztlicher Qualitätssicherung

Das Ärztliche Peer Review als Instrument der freiwilligen Qualitätssicherung besinnt sich zurück auf den Ursprung der Qualitätssicherung der Patientenversorgung. Dabei treten ärztliche und pflegerische Kollegen in einen gemeinsamen kollegialen Dialog und diskutieren medizinische Handlungsabläufe vor Ort – ganz ohne Kontrollgedanken oder Sanktionierung! Die auf Freiwilligkeit beruhende Methode zur Förderung von Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung verknüpft somit Qualitätsförderung mit dem Konzept des lebenslangen Lernens. Damit bietet das Peer Review neben Audits, Visitationen, Konferenzen oder Qualitätszirkeln eine Alternative im Qualitätswettbewerb.

Mit dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer ist 2011 ein Standardwerk erschienen, welches die Methodik von  Peer-Review-Verfahren und die Qualifizierung für Peers beschreibt (seit 2013 in 2. Auflage). Nach diesem Curriculum werden Ärztinnen und  Ärzte, die beim Peer Review ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei der Qualitätsentwicklung unterstützen, geschult. Zur weiteren Förderung des Verfahrens und als Implementierungshilfe hat die Bundesärztekammer in 2014 ihr Curriculum um einen Leitfaden Ärztliches Peer Review ergänzt.

Die schnelle Verbreitung und hohe Akzeptanz des Peer-Review-Verfahrens in der Ärzteschaft ist vor allem auf seinen lösungsorientierten Ansatz und das unmittelbare Feedback vor Ort zurückzuführen. Bestätigt wird dies durch die zahlreichen positiven Rückmeldungen aus den Peer-Schulungen  und aus den Einrichtungen, die bereits an einem Peer Review teilgenommen haben. Das Verfahren ist dazu geeignet, Qualität und Sicherheit zu verbessern,  die innerärztliche Vernetzung, Kommunikation und Kooperation zu fördern und damit zu einem Kulturwandel im Gesundheitswesen beizutragen.