FAQ rund um den elektronischen Arztausweis

Stand: 28.09.2018

1. Was ist der elektronische Arztausweis?

Der elektronische Arztausweis ist eine personenbezogene Chipkarte im Scheckkarten-Format. Er dient neben seiner klassischen Funktion als Sichtausweis auch als Instrument, das seinem Inhaber die Zugehörigkeit zum Beruf „Arzt“ in der digitalen Welt attestiert. Dies ist notwendig, da der Gesetzgeber vorgegeben hat, dass ein Zugriff auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) grundsätzlich nur durch Berechtigte erfolgen darf. Je nach Anwendung sind dies z. B. Ärzte oder Apotheker. Daher müssen diese Berechtigten mit einem entsprechenden elektronischen Ausweis ausgestattet sein. Im Vergleich zu allen anderen elektronischen Heilberufsausweisen (z. B. für Apotheker, Rettungsassistenten) verfügt der elektronische Arztausweis über die umfassendsten Zugriffsrechte.

2. Welche Funktionen besitzt der eArztausweis?

Der elektronische Arztausweis (eArztausweis) besitzt fünf Grundfunktionen:

  • Wie sein klassischer Vorgänger – der Arztausweis in Papier – dient er als Sichtausweis (bspw. um sich in einer Apotheke als Arzt auszuweisen).
  • Mit ihm ist es möglich, sich in der elektronischen Welt auszuweisen (z. B. bei Portalen von Kammern, Arztnetzen). Bisherige relativ unsichere Anmeldeverfahren wie „username/password“ können ersetzt und auf ein höheres Sicherheitsniveau angehoben werden.
  • Der Inhaber kann mit dem eArztausweis eine elektronische Unterschrift erstellen. Diese sogenannte qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist der händischen Unterschrift in der Papierwelt gleichgestellt. Mit ihr können elektronische Arztbriefe für Kollegen oder auch elektronische Abrechnungsunterlagen für die Kassenärztliche Vereinigung rechtssicher elektronisch unterschrieben werden.
  • Der elektronische Arztausweis ist in der Lage bspw. medizinische Daten sicher zu ver- und entschlüsseln. Damit steigt das Datenschutzniveau bei der Übertragung personenbezogener medizinischer Daten deutlich.
  • Mit dem elektronischen Arztausweis kann auf die medizinischen Daten zugegriffen werden, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind. Dies bezieht sich absehbar auf die Anwendungen „Notfalldaten“ und „Medikationsplan“. Der elektronische Arztausweis ist auch für den Zugriff auf die spätere elektronische Patientenakte essentiell.
3. Für welche Anwendungen brauche ich heute oder in naher Zukunft den eArztausweis?

Diese Übersicht der Funktionen zeigt, dass der elektronische Arztausweis zukünftig integraler Bestandteil der ärztlichen Berufsausübung werden wird. Teilweise bieten Praxisverwaltungssysteme bereits heute die Möglichkeit, die quartalsweisen Sammelabrechnungen ausgewählter Kassenärztlichen Vereinigungen oder auch der Privatärztlichen Verrechnungsstellen zu signieren.

Zudem benötigen Sie den eArztausweis zur rechtssicheren sogenannten qualifizierten elektronischen Signatur (QES) von

  • elektronischen Arztbriefen,
  • Zweitbefunden im Rahmen teleradiologischer Konsile sowie
  • digitalen Laborüberweisungen.

Darüber hinaus existieren erste weitere digitale Anwendungen in der vertragsärztlichen Versorgung, in denen i.d.R. die qualifizierte elektronische Signatur (QES) des elektronischen Arztausweises genutzt wird.

Zukünftig benötigen Sie den elektronischen Arztausweis, sofern Sie eine der folgenden Anwendungen nutzen möchten und diese in ihrem System verfügbar sind:

Anwendung

Genutzte Funktion des eArztausweises

Gesetzlich geplanter Einführungstermin

Notfalldaten der eGK

Zugriff auf die Daten der eGK des Patienten, Signatur des Notfalldatensatzes

ab 01.01.2018

elektronischer Medikationsplan der eGK

Zugriff auf die Daten der eGK des Patienten

ab 01.01.2018

ePatientenakte unter Verfügungs-gewalt des Patienten

Authentifikation und Verschlüsselung

ab 01.01.2019

(In der ersten Realisierungsstufe erfolgt der Zugriff auf Basis des Praxisausweis)

Aber auch jenseits des Gesundheitswesens bieten sich weitere Einsatzmöglichkeiten an. Der elektronische Arztausweis ist mit seiner qualifizierten elektronischen Signatur nutzbar, um beliebige rechtsgültige Verträge zu kontrahieren.

Quellen:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__291a.html

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/291g.html (teleradiologisches Konsil)

http://www.kbv.de/media/sp/Praxisinformation_Labor_berweisung_digital.pdf (Digitale Laborüberweisungen)

4. Welche Aufgaben hat die Ärztekammer bei der Herausgabe der elektronischen Arztausweise?

Kernaufgabe der Ärztekammer bei der Herausgabe der elektronischen Arztausweise ist die Bestätigung der Arzteigenschaft des antragstellenden Arztes. Einige Kammern bieten zusätzlich die Möglichkeit der gesetzeskonformen Identifizierung des antragstellenden Arztes durch Kammermitarbeiter an (KammerIdent-Verfahren).

Ihre Ärztekammer ist auf Grund der Heilberufe- und Kammergesetze der Länder für die Herausgabe der eArztausweise zuständig. Die notwendige technische Infrastruktur die als Grundlage für die eArztausweise dient, wird jedoch von Dienstleistern betrieben. Diese so genannten Vertrauensdiensteanbieter, die gemeinschaftlich von allen deutschen Ärztekammern zugelassen werden müssen, produzieren die Ausweise und betreiben die technische Infrastruktur für die Möglichkeit der Onlineprüfung der elektronischen Signaturen sowie die notwendigen Sperrdienste, die relevant sind, sobald eine Karte verloren geht oder die Approbation entzogen wird.

Zurzeit stellt ein Anbieter – die Fa. Medisign GmbH – elektronische Arztausweise her. Drei weitere Anbieter – die Bundesdruckerei, ATOS und T-Systems – bemühen sich ebenfalls zugelassen zu werden (Stand 09.09.2018).

5. Brauche ich den elektronischen Arztausweis? Ich bin bereits Teilnehmer des KV-SafeNet, brauche ich dennoch den elektronischen Arztausweis?

Für die Nutzung der unter 3. genannten Anwendungen (eArztbrief, Teleradiologisches Konsil, Digitale Laborüberweisung) im KV-SafeNet ist der elektronische Arztausweis bereits heute notwendig. Die weiteren, unter 3. genannte Anwendungen kommen in Zukunft.

Verweis auf Antwort zur Frage: 3

6. Ist mein Papierausweis noch gültig, wenn ich den elektronischen Arztausweis habe?

Bitte informieren Sie sich hier bei Ihrer zuständigen Ärztekammer.

7. Welche meiner Daten werden auf dem elektronischen Arztausweis gespeichert?

In den so genannten Zertifikaten auf dem elektronischen Arztausweis werden lediglich die folgenden personenbezogenen Daten gespeichert:

  • Vorname
  • Nachname
  • Akadem. Grad/Titel
  • Berufsgruppe „Ärztin/Arzt“
  • Telematik-ID (eindeutige Nummer des Karteninhabers in der Telematik-infrastruktur)
  • Optional: E-Mail-Adresse

Zusätzlich werden die folgenden personenbezogenen Daten optisch auf die Kartenrückseite gedruckt:

  • EFN (Einheitliche Fortbildungsnummer)
  • Ausweisnummer (wird auch im Chip als so genannte ICCSN gespeichert)

Weiterhin wird dem Vertrauensdiensteanbieter die sogenannte bundeseinheitliche Arztnummer übermittelt. Diese dient der sicheren und kammerübergreifenden Verwaltung der Ausweise zwischen den Ärztekammern und den Anbietern. Diese Nummer wird nicht im elektronischen Arztausweis gespeichert oder aufgedruckt.

Im Rahmen des Beantragungsprozesses erhebt der Anbieter weitere Daten, wie Geburtsdatum und -Ort sowie die (Melde-) Adresse und Daten des vorgelegten amtlichen Ausweisdokumentes zum Zwecke der sicheren Identifikation des antragstellenden Arztes. Diese Daten dienen der zweifelsfreien Zuordnung des Antragstellers zwischen Anbieter und zuständiger Ärztekammer.

8. Ich möchte den elektronischen Arztausweis jetzt beantragen. Was muss ich tun?

Bitte informieren Sie sich hier bei Ihrer zuständigen Ärztekammer.

9. Warum kann meine Kammer mir meinen elektronischen Arztausweis nicht einfach zusenden? Für ein Bankkonto mit Kreditkarte kann ich mich bequem von zu Hause per VideoIdent identifizieren lassen. Warum geht das nicht beim elektronischen Arztausweis? Warum kann die Ärztekammer nicht einfach gegenüber dem Vertrauensdiensteanbieter bestätigen, dass ich Arzt bin. Schließlich bin ich in der Kammer registriert. Warum muss ich mich selbst identifizieren lassen?

Da der elektronische Arztausweis in der Online-Welt weitreichende Einsatzmöglichkeiten (z. B. rechtsicherer Abschluss von Verträgen) hat, ist die Ausgabe der elektronischen Arztausweise mit deutlich höheren Sicherheitsmaßnahmen verbunden als die Ausgabe der bisherigen Papier-Ausweise. Hinsichtlich der qualifizierten elektronischen Signatur unterliegt der elektronische Arztausweis den strengen Anforderungen der EU-Verordnung eIDAS, dem Vertrauensdienstegesetz sowie hinsichtlich der Zugriffsmöglichkeit auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte zusätzlich den Anforderungen aus dem § 291a des SGB V.

Daher ist insbesondere eine sichere und gesetzeskonforme Identifizierung des antragstellenden Arztes Voraussetzung für den Erhalt eines elektronischen Arztausweises. Diese sichere Identifikation ist die Grundlage der Verknüpfung Ihrer realen und Ihrer virtuellen Identität. Die sichere und korrekte Ausführung der Identifikation verhindert einen Identitätsdiebstahl und somit den Missbrauch Ihrer Identifikation in der Online-Welt.

Im Rahmen der vom Gesetzgeber geforderten sicheren Identifikation müssen Sie sich persönlich mittels Ihres amtlichen Ausweisdokuments ausweisen und im Beisein des Identifizierers unterschreiben.

Allerdings bieten die verschiedenen Anbieter auch eigene Identifizierungsverfahren an, in denen teilweise auf Basis einer für ein Bankkonto bereits in der Vergangenheit erfolgten Identifizierung zurückgegriffen wird. In diesen Fällen, z. B. bei der Medisign GmbH mit dem BankIdent-Verfahren, müssen Sie nicht erneut identifiziert werden.

10. Wieviel Fördergeld erhalte ich für den elektronischen Arztbrief?

Der Gesetzgeber hat mit dem E-Health-Gesetz die Grundlage geschaffen, dass der Versand elektronischer Arztbriefe (eArztbriefe) in der vertragsärztlichen Versorgung gefördert wird, wenn die eArztbriefe mittels des eArztausweises qualifiziert elektronisch signiert werden.

Das Nähere zur Förderung regelt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Benehmen mit dem GKV-Spitzenverband -Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-SV) im Rahmen einer Richtlinie.

Die KBV und der GKV-SV haben eine hälftige Förderung der Kosten des elektronischen Arztausweises vereinbart. D.h. im Zeitraum 01.01.2018 – 30.06. 2019 wird jeder eArztbrief mit 55 Cent (28 Cent für den Sender und 27 Cent für den Empfänger) gefördert.

Quellen:

http://www.kbv.de/html/earztbrief.php

http://www.kbv.de/media/sp/Anlage_32_TI_Vereinbarung.pdf

11. Wird der elektronische Arztausweis finanziell gefördert? Warum ist der elektronische Arztausweis kostenpflichtig? Warum und bei wem fallen Kosten für den elektronischen Arztausweis an?

Gemäß der „Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Telematikinfrastruktur gemäß § 291a Absatz 7 Satz 5 SGB V sowie zur Abbildung nutzungsbezogener Zuschläge gemäß § 291a Absatz 7b Satz 3 SGB V vom 14. Dezember 2017*“ zwischen KBV und GKV-SV wird der elektronische Arztausweis mit 11,63 € je Quartal gefördert.

Quelle: http://www.kbv.de/media/sp/Anlage_32_TI_Vereinbarung.pdf

Die Kosten für den elektronischen Arztausweis entstehen zuvorderst und insbesondere aus den Anforderungen des Gesetzgebers, dass der elektronische Arztausweis eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) enthalten soll. Diese QES wird lediglich von wenigen zugelassenen Anbietern angeboten, die auf Grund der gesetzlichen Anforderungen hohe technische Hürden und Prüfungen absolvieren müssen. Auch die Identifikation des antragstellenden Arztes gemäß den gesetzlichen Anforderungen sowie die Bereitstellung der so genannten Public-Key-Infrastruktur, über welche ausgestellte Signaturen über 30 Jahre auf Gültigkeit geprüft werden können, sind mit hohen Kosten verbunden.

Siehe auch Frage: 13

12. Sind die Kosten für den elektronischer Arztausweis steuerlich absetzbar?

Die Absetzfähigkeit der Kosten für den elektronischen Arztausweis ist vergleichbar mit den IT-Kosten für das Praxisverwaltungssystem. Im Detail kann Ihnen aber nur Ihr Steuerberater Auskunft geben.

13. In der Schweiz ist die Health Professional Card in den Mitgliedsbeiträgen der Ärzteorganisation enthalten, warum nicht auch in Deutschland?

Siehe auch Frage: 10

Eine vergleichbare Regelung hätte die Folge, dass alle Ärzte über Ihren Mitgliedsbeitrag dafür bezahlen würden, auch wenn sie den Ausweis für Ihre Tätigkeit nicht benötigen.

14. Mit welchen Gesamtkosten muss ich rechnen, um meinen Patienten ab 2018 die Nutzung der Telematikanwendungen anbieten zu können?

Die Gesamtkosten setzen sich aus einer Reihe ganz verschiedener Kosten zusammen, die sich final erst bestimmen lassen, wenn die Preisfindung der unterschiedlichen Industrieunternehmen am Markt sowie die Verhandlungen mit den Kostenträgern – zur Erstattung der initialen telematikbedingten Kosten für die neuen Komponenten (Kartenterminals, Konnektoren) – abgeschlossen sind.

Siehe auch Fragen: 10,12

15. Wie lange ist der elektronische Arztausweis gültig?

Die so genannten elektronischen Zertifikate des elektronischen Arztausweises sind maximal 5 Jahre gültig. Abhängig von den verwendeten kryptographischen Algorithmen kann diese Gültigkeitsdauer in Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auch verkürzt werden.

Innerhalb der Vertragslaufzeit sorgt Ihr Anbieter bei Bedarf für den automatischen Austausch Ihres Ausweises. Über die so genannte Telematik-ID (Eindeutige Identifikationsnummer in der Telematik) ist sichergestellt, dass Zugriffsrechte, die beispielsweise für eine elektronische Patientenakte von Ihren Patienten für Ihren alten Ausweis ausgesprochen worden sind, auch für Ihren neuen Ausweis erhalten bleiben. Heutige Anwendungen nutzen die Telematik-ID noch nicht.

16. Mir sind die technischen Fachbegriffe rundum die Telematikinfrastruktur noch fremd. Wo finde ich ein Glossar?

… Telematikinfrastruktur, Konnektor, Trust Service Provider (TSP), Zertifikate, (eHealth-)Kartenterminal, Kommunikation für Leistungserbringer (KOM-LE), Secure Module Card Typ B (SMC-B)…

https://fachportal.gematik.de/fileadmin/user_upload/fachportal/files/Spezifikationen/Methodische_Festlegungen/gemGlossar_V400.pdf

17. Wie sieht der elektronische Arztausweis aus?

18. Funktioniert der elektronische Arztausweis mit meiner Praxissoftware? Welche Softwarekomponenten brauche ich für den Betrieb des elektronischen Arztausweises? Welche Hardwarekomponenten brauche ich für den Betrieb des elektronischen Arztausweises?

Dies hängt von ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) ab. Bitte wenden Sie sich an Ihren PVS-Anbieter.

19. Kann ich mit dem elektronischen Arztausweis bei meiner KV online abrechnen?

Diese Information kann Ihnen Ihre zuständige Kassenärztliche Vereinigung geben.

20. Ich habe gehört, der elektronische Arztausweis ist nicht kompatibel mit der eGK. Stimmt das?

Dies trifft auf einige Karten zu. Da die elektronischen Gesundheitskarten außer dem Versichertenstammdatenabgleich noch keine Anwendungen unterstützen, fällt dies auch nicht ins Gewicht.

Der Anbieter Medisign hat aber zugesichert, dass noch vorhandene Vorläuferkarten, die zu aktuelleren eGKs inkompatibel sind, bei Bedarf ausgetauscht werden.

21. Kann ich anstelle des elektronischen Arztausweises auch eine günstigere Standard-Signaturkarte verwenden? Ich habe schon den neuen Personalausweis mit digitaler Signatur, kann ich diesen anstelle des elektronischen Arztausweises verwenden?

Für die unter 3. aufgeführten Anwendungen benötigen Sie einen elektronischen Arztausweis. Eine Standard-Signatur-Karte ist dafür nicht einsetzbar.

22. Ich habe weitere Fragen, an wen kann ich mich wenden?

Siehe Frage: 33

23. Ich bin Laborarzt, Pathologe, …Bekomme ich für meine Laborberichte, Befunde… auch die eArztbrief-Förderung?

Siehe Frage: 10

24. Wie lange dauert es von Antragstellung bis zur Lieferung des eArztausweises?

Ca. 15 bis 20 Werktage. Ihr Ansprechpartner für Rückfragen ist in erster Linie der jeweilige Anbieter.

25. Warum muss ich für meine Identifizierung in der Ärztekammer (per KammerIdent) einen Termin vereinbaren?

Bitte informieren Sie sich hier bei Ihrer zuständigen Ärztekammer.

26. Kann ich mich bei meinem nächsten Besuch in der Ärztekammer schon einmal identifizieren lassen und den Antrag dann später stellen?

Bitte informieren Sie sich hier bei Ihrer zuständigen Ärztekammer.

27. Wer bietet einen elektronischen eArztausweis an?

Auf der Website Ihrer Ärztekammer können Sie eine aktuelle Übersicht der zugelassenen Anbieter von eArztausweisen einsehen.

28. Sollte ich das vom Anbieter angebotene Ausstattungspaket für Software und Kartenlesegerät nehmen, oder welches Kartenlesegerät ist am besten?

Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an den Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems.

29. Gibt es eine Möglichkeit, einen Reserveausweis zu bestellen?

Nein, es besteht nicht die Möglichkeit einen Reserveausweis zu beantragen. Aber es besteht die Möglichkeit (kostenpflichtig) mehrere gültige elektronische Arztausweise inne zu haben. Die genaue Anzahl entscheidet die zuständige Ärztekammer.

30. Kann ich mehrere gültige elektronische Arztausweise gleichzeitig haben?

Es besteht die Möglichkeit (kostenpflichtig) mehrere gültige elektronische Arztausweise inne zu haben. Die genaue Anzahl entscheidet die zuständige Ärztekammer.

31. Muss ich bei der Antragstellung meine EFN angeben?

Nein. Die korrekte EFN (einheitliche Fortbildungsnummer) wird durch Ihre zuständige Ärztekammer an den Anbieter übermittelt und von diesem optisch auf die Rückseite der Karte gedruckt.

Siehe auch Frage: 7

32. Wieso muss ich bei der Antragstellung meine E-Mailadresse angeben?

Eine E-Mail-Adresse wird im Rahmen des Antragsprozesses an zwei Stellen abgefragt. Einerseits fordert der Anbieter eine E-Mail-Adresse um Ihnen Informationen über die Abarbeitung des Antragsprozesses übermitteln zu können und andererseits können Sie eine E-Mail-Adresse angeben, die direkt in die Zertifikate aufgenommen wird. Hiermit können Sie dann – auch außerhalb der Telematikinfrastruktur – verschlüsselte E-Mails senden und empfangen (Stichwort: S/MIME-fähiger E-Mail-Software). Sie können an beiden Stellen dieselbe E-Mail-Adresse verwenden.

Siehe Frage: 50

33. Ich habe technische Probleme bei der Nutzung des elektronischen Arztausweises. Wo bekomme ich Hilfe?

Bitte wenden Sie sich an Ihren Dienstleister für das Praxisverwaltungssystem bzw. ihren Dienstleister für die Telematikinfrastruktur (Konnektor, Kartenterminals, Karten) in ihrer Praxis.

34. Ich habe meine PIN vergessen. Was muss ich tun?

Nach dreimaliger Falscheingabe der PIN wird die Karte gesperrt. Kurz vor oder nach der Lieferung des Ausweises haben Sie mit getrennter Post einen PIN-Brief erhalten. Dieser enthält für jede Anwendung eine so genannte Transport-PIN, die Sie im Rahmen der „Karteninbetriebnahme“ in individuelle PINs geändert haben. Die neuen individuellen PINs sollten Sie auf den originalen PIN-Briefen notieren und sicher verwahren.

Weiterhin enthält der PIN-Brief aber auch für jede Anwendung eine so genannte PUK (Personal Unblocking Key). Zum Entsperren der gesperrten Karte benötigen Sie diese PUK. Falls Sie die PIN nicht mehr wissen, können Sie mit der zugehörigen PUK auch eine neue PIN vergeben. Aus Sicherheitsgründen kann eine PUK nur insgesamt zehnmal eingegeben werden. Dabei wird nicht zwischen richtiger und falscher PUK-Eingabe unterschieden. Die PUK kann nicht geändert werden. Sollten Sie die PUK zehnmal verwendet haben, so ist eine weitere Entsperrung einer zugehörigen, blockierten PIN nicht mehr möglich. Sie benötigen in diesem Fall einen neuen Ausweis.

35. Ich kenne mich mit der Praxis der Erstellung und Prüfung digitaler Signaturen noch nicht aus. Wo bekomme ich Hilfe?

Die praktische Nutzung (Erzeugung und Prüfung) digitaler Signaturen kann nicht pauschal beantwortet werden und ist abhängig von der eingesetzten Software. Da im Gesundheitswesen die verschiedenen Anwendungen in der Regel direkt im Praxisverwaltungssystem / Primärsystem umgesetzt werden, kann Ihnen zur praktischen Nutzung der Anbieter dieser Systeme oder Ihr Dienstleister Auskunft geben.

36. Ich kenne mich mit der Praxis der Ver- und Entschlüsselung noch nicht aus. Wo bekomme ich Hilfe?

Siehe Frage: 35

37. Die Gültigkeit meines elektronischen Arztausweises endet bald, worauf muss ich achten?

In der Regel sollte sich der Anbieter (Stichwort: Vertragsverlängerung) bzw. Ihre zuständige Ärztekammer an Sie wenden und Sie auf das Auslaufen Ihres Ausweises hinweisen. Eine Vertragsverlängerung hat den Vorteil, dass Sie keinen neuen Antragsprozess durchlaufen müssen und sich auch keiner erneuten Identifizierung unterziehen müssen. Auf Grund der Anforderungen aus der europäischen eIDAS-Verordnung, der rechtlichen Grundlage elektronischer Signaturen, sind diese Identifizierungen nämlich spezifisch für einen Anbieter und lassen sich nicht auf einen anderen Anbieter übertragen. Sie können sich aber auch in einem Zeitraum von 3 Monaten vor Auslaufen der Gültigkeit direkt an Ihren bisherigen Anbieter wenden und einen so genannten Folgeantrag stellen. Bei dieser Beantragungsart bekommen Sie einen vollwertigen neuen Ausweis, ohne erneute Identifizierung.

38. Muss ich mich jedes Mal neu persönlich identifizieren lassen, wenn die Gültigkeit des elektronischen Arztausweises endet und ich nur eine neue Karte benötige?

Siehe Frage: 37

39. Ich habe den elektronischen Arztausweis verloren, was muss ich tun?

Bitte melden Sie dies umgehend bei Ihrem Anbieter. Jeder Anbieter betreibt hierfür eine Sperrhotline. Dort müssen Sie das Sperrkennwort angeben, welches Sie bei der Beantragung angegeben haben und welches in Ihren Antragskopien enthalten ist. Der Ausweis wird dann irreversibel gesperrt. Ein einmal gesperrter Ausweis lässt sich nicht wieder reaktivieren, d. h. Sie müssen ihn durch einen neuen ersetzen. Der Anbieter gibt Ihnen dabei Informationen, wie Sie am einfachsten an einen neuen Ausweis gelangen.

40. Ich bin umgezogen. Bleibt der elektronische Arztausweis gültig?

Der Ausweis ist weiterhin gültig.

41. Ich gehe ins Ausland. Kann ich den elektronischen Arztausweis auch im Ausland verwenden?

Der elektronische Arztausweis wird beim Abgang eines Kammermitgliedes ins Ausland nicht gesperrt. Die Nutzung und Akzeptanz der qualifizierten elektronischen Signatur ist über die eIDAS-Verordnung europaweit einheitlich geregelt, sodass zumindest die Signaturfunktion uneingeschränkt auch im europäischen Ausland nutzbar ist. Ob und welche sonstigen Anwendungen Sie im Ausland nutzen können, ist abhängig vom jeweiligen Land.

42. Kann ich die Verwendung des elektronischen Arztausweises an meine Mitarbeiter / Kollegen delegieren?

Die verschiedenen Anwendungen des elektronischen Arztausweises sind durch zwei unterschiedliche, mindestens 6-stellige PINs geschützt. Eine für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) sowie eine für die restlichen Funktionen (Verschlüsseln, Authentisieren, Zugriff auf eGK-Daten). Diese PINs können aber auch gleich gesetzt werden.

Das Vertrauensdienstegesetz fordert die alleinige Kontrolle des Ausweisinhabers über den Ausweis. D.h. mindestens die Nutzung der QES-Anwendung sollten Sie nicht durch Dritte ermöglichen, da Ihnen hiermit ein (finanzieller) Schaden, auch Jahre später, durch den unberechtigten Abschluss rechtsgültiger Verträge in Ihrem Namen entstehen kann.

Ihre Praxisangestellten haben Zugriff auf die Funktionen des so genannten Praxisausweises, auch „Institutionskarte“ oder „SMC-B“ genannt. Diese Karte ist direkt dem Konnektor zugeordnet und ermöglicht – abgesehen von der qualifizierten elektronischen Signatur – identische Funktionen für Ihre Angestellten, damit Sie Ihren Ausweis nicht weitergeben müssen.

43. Ich bin ein Nicht-EU-Bürger und die Deutsche Post verweigert mir die Identifikation mit meinem elektronischen Aufenthaltstitel (eAT). Was kann ich tun?

Sofern Ihre Landesärztekammer das so genannte KammerIdent-Verfahren unterstützt sollten Sie anstelle des PostIdent-Verfahrens das KammerIdent-Verfahren bei der Antragstellung auswählen. Die Landesärztekammern akzeptieren den eAT als Ausweisdokument.

Falls Ihre zuständige Landesärztekammer das KammerIdent-Verfahren nicht anbietet, wenden Sie sich für diese Fälle an den Anbieter Ihrer Wahl, welcher Ihnen ein alternatives Identifikationsverfahren anbieten wird. Ggf. wird dann das so genannte NotarIdent-Verfahren angewendet oder der Anbieter übernimmt selbst die Identifikation durch eigenes Personal.

Nähere Informationen erhalten Sie vom jeweiligen Anbieter.

44. Benötige ich den elektronischen Arztausweis als Vertragsarzt und ab wann?

Siehe Frage: 3

45. Benötige ich den elektronischen Arztausweis als Krankenhausarzt und ab wann?

Unter anderem für die Nutzung der Anwendung Notfalldatenmanagement wird ein elektronischer Arztausweis zwingend benötigt. Das Notfalldatenmanagement auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird lt. eHealth-Gesetz ab 2018 zur Verfügung stehen. Ob und wie Krankenhausbetreiber diese gesetzliche Anforderung umsetzen erfragen Sie bitte beim Krankenhausbetreiber.

Siehe Frage: 3

46. Benötige ich den elektronischen Arztausweis als Arzt im Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen oder in sonstigen Rettungs‐ und Notdiensten und ab wann?

Siehe Fragen: 3,45

47. Benötige ich den elektronischen Arztausweis als Honorararzt, der in unterschiedlichen Praxen und Krankenhäusern tätig ist?

Siehe Fragen: 3,45

48. Was gilt für Krankenhausärzte, die eine Tätigkeit im ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung ausüben? Ist dafür ein elektronischer Arztausweis perspektivisch explizit notwendig und wenn ja, ab welchem Zeitpunkt? Zu welchem Zeitpunkt ist mit genauen Bestimmungen für Kliniken und Rettungsstellen zu rechnen?

Siehe Fragen: 3,45

49. Benötige ich den elektronischen Arztausweis als Privatarzt?

Nein, nicht zwingend.

50. Wie kann ich als Privatarzt eArztbriefe sicher elektronisch verschicken?

Mit Hilfe des elektronischen Arztausweises und einer sicheren Internet-Anwendung (S/MIME-fähiger E-Mail-Software) ist es möglich, elektronische Arztbriefe von Arzt zu Arzt sicher und Ende-zu-Ende-verschlüsselt zu verschicken.

51. Wo erhalte ich Beratung zu Themen rund um den elektronischen Arztausweis (Ansprechpartner)?

Diese Informationen erhalten sie bei Ihrer Ärztekammer.

52. Was ist das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen?

Als „Sicheres Netz der KVen“ wird die Online-Infrastruktur des KV-Systems bezeichnet. Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter https://www.kbv.de/html/14098.php oder bei Ihrer KV.

53. Welche Unterschiede würden für mich in der Nutzung bestehen, wenn die Arztbriefschreibung über KV‐Connect, KV‐Safenet oder KV‐Flexnet erfolgt?

Als „Sicheres Netz der KVen“ wird die Online-Infrastruktur des KV-Systems bezeichnet. Hierfür existieren u.a. zwei Zugangswege. Einerseits das KV-SafeNet, hierbei wird ein VPN (Virtual Private Network) mit Hilfe eines in Hardware gesicherten kryptographischen Schlüssels aufgebaut. Weiterhin existiert als Zugangsweg zum sicheren Netz der KVen das so genannte KV-FlexNet. Hierbei wird ebenfalls ein VPN aufgebaut, aber die kryptographischen Schlüssel sind durch Software abgesichert. Mit dem Begriff KV-Connect werden die Anwendungen im Sicheren Netz der KVen umfasst.
Für die Nutzung der Anwendung „elektronischer Arztbrief“ sollte die Art und Weise des Zugangs zum Sicheren Netz der KVen keine Rolle spielen. Die elektronischen Arztbriefe sollten zur Absicherung der Integrität und Authentizität sowie zur Wahrung der Rechtssicherheit mit Hilfe des elektronischen Arztausweises elektronisch signiert sein.

Quelle:
https://www.kv-telematik.de/praxen-und-krankenhaeuser/sicheres-netz-der-kven/

54. Was ist grundsätzlich für den Erhalt der Förderung der eArztbriefschreibung notwendig?

Entsprechend dem E-Health-Gesetz ist die Förderung bei Nutzung der elektronischen Arztbriefe an die qualifizierte elektronische Signatur, z. B. des elektronischen Arztausweises, gebunden.

Siehe auch Frage: 55

55. Wie funktioniert die Abrechnung der elektronischen Arztbriefschreibung gegenüber meiner KV? Welches sind die notwendigen Voraussetzungen?

Siehe Frage: 10

Die Abrechnung der elektronischen Arztbriefschreibung erfolgt im Rahmen der quartalsweisen KV-Abrechnung. (Nähere Informationen finden Sie dort: https://www.kbv.de/html/earztbrief.php)

Im Folgenden sollen die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Förderung und die sich daraus möglicherweise ergebenden Fragen adressiert werden.

Grundsätzlich sollte dem antragstellenden Arzt bewusst sein, dass der Besitz eines eArztausweises nur eine der Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Förderung ist. Aus Sicht des Arztes sind noch folgende weitere Voraussetzungen zu erfüllen:

Notwendige Voraussetzung

Ansprechpartner

Fragen Arzt an Ansprechpartner

Das Praxisverwaltungssystems muss in der Lage sein, eArztbriefe zu versenden und zu empfangen

PVS-Anbieter des Arztes

o PVS-Modul für eArztbrief und / oder eSignatur
o Signaturanwendungskomponente
o geeignetes Kartenterminal

Die Praxis muss an ein entsprechendes Kommunikationsnetz angeschlossen sein, um versenden und empfangen zu können.

zuständige KV und der PVS-Anbieter

Nötig ist:

  • Anschluss für KV-Safenet bzw. KV-FlexNet
  • oder: Anschluss an die Telematikinfrastruktur
56. Was mache ich, wenn meine Kammer meine Daten an den Anbieter gesendet hat, ich aber von der Antragstellung Abstand nehmen möchte?

Die Übertragung der Antragsdaten an den Anbieter (die so genannte Vorbefüllung) stellt noch keine Beantragung eines elektronischen Arztausweises dar. Erst sofern Sie die Antragsunterlagen ausgedruckt, unterschrieben und sich identifizieren lassen haben, läuft das eigentliche Antragsverfahren.

Wenn Sie keinen eArztausweis beantragen wollen, müssen Sie nichts unternehmen. Die ggf. von der Kammer übertragenen (vorbefüllten) Daten werden entsprechend der Regelungen zum Datenschutz automatisch nach festgelegten Fristen im Antragsportal des Anbieters automatisch gelöscht, sofern Sie nicht darauf zugreifen und die Beantragung beenden.

57. Wann muss ich den elektronischen Arztausweis sperren lassen und was muss ich dafür tun?

Sie müssen den elektronischen Arztausweis sperren lassen, wenn Sie „keine alleinige Kontrolle“ mehr über die Karte haben, wie es im Gesetz heißt. Dies wird der Fall sein, wenn Sie die Karte verloren haben. Bitte wenden Sie sich an die Sperrhotline Ihres Anbieters, alternativ ist der Anbieter ggf. auch an die bundesweit einheitliche Sperrhotline 116 116 angeschlossen. Mit der Beantragung wird i.d.R. ein Sperrkennwort vereinbart, welches Sie für die Sperrung nutzen.

Wenden Sie sich im Falle des Verlustes nicht an Ihre Ärztekammer, diese ist nicht berechtigt im Falle des Verlustes Ihre Karte zu sperren. Die Ärztekammer sperrt Ihren eArztausweis lediglich im Falle des Approbationsentzuges.

58. Was tue ich bei Diebstahl/Verlust meines elektronischen Arztausweises?

Siehe auch Frage: 57

59. Derzeit verschickt meine Praxisassistentin/MFA meine Arztbriefe? Muss ich dies zukünftig beim elektronischen Versand selbst erledigen oder kann meine Praxisassistentin/MFA dies mit meinen Arztausweis für mich übernehmen?

Die Erzeugung der qualifizierten elektronischen Signatur eines elektronischen Arztbriefes entspricht der handschriftlichen Unterschrift eines papiergebundenen Arztbriefes. Die elektronische Unterschrift müssen Sie selber durchführen. Der eigentliche Versand eines von Ihnen unterschriebenen Dokumentes kann auch zukünftig delegiert werden.

60. Ich habe gehört, dass ich eine Vielzahl von elektronischen Unterschriften auch auf einmal leisten kann? Wie funktioniert dies und worauf muss ich dabei achten?

Durch die sog. Stapelsignatur erhalten Anwender des elektronischen Arztausweises die Möglichkeit, dutzende Dokumente nach einmaliger PIN-Eingabe elektronisch zu unterzeichnen. Tlw. gelten speziellere Anforderungen an die Absicherung der so genannten Stapelsignatur. Diese Anforderungen sind beschrieben in den Handbüchern zu Ihrer Software, die die Signaturerzeugung steuert.

61. Ersetzt eine Signaturanwendungskomponente den elektronischen Arztausweis?

Nein. Eine Signaturanwendungskomponente (SAK) ist eine Software. Diese steuert die kryptographischen Operationen für z. B. die Signaturerstellung durch die Karte bzw. die Verifizierung der Signatur. Auch das PIN-Management übernimmt die Software. D.h. die Software ersetzt die Karte nicht! Der so genannte eHealth-Konnektor (nicht der VSDM-Konnektor!) wird eine Signaturanwendungskomponente beinhalten.

62. Kann ein Arzt bei einer Doppelmitgliedschaft bei der Zahn- und Ärztekammer 2 eArztausweise beantragen?

Dem Arzt, der gleichzeitig Mitglied bei der Zahnärztekammer und bei der Ärztekammer ist, ist die Möglichkeit gegeben, eArztausweise bei seiner Zahnärztekammer und bei seiner Ärztekammer zu beantragen. Ein Anwendungsszenario bei dem er beide eArztausweise benötigt ist uns nicht bekannt. Beide eArztausweise haben dieselben Berechtigungen, d. h. es besteht kein Unterschied zwischen den eArztausweisen. Aus unserer Sicht spricht also nichts dagegen, dass Ihr Mitgliedsarzt einen weiteren eArztausweis bei Ihnen beantragt. Vielleicht ist es an der Stelle ratsam, dem Arzt auf die doppelten Kosten ohne Mehrwert aufmerksam zu machen.

63. Was muss ich bei der Anlage eines Medikationsplans / Notfalldatensatzes beachten?

Für die Nutzung des Notfalldatensatzes benötigen Sie ab 01.01.2018 einen eArztausweis. Ebenso ist der eArztausweis notwendig, um auf den elektronischen Medikationsplan auf der eGK des Patienten oder auf dessen zukünftige elektronische Patientenakte zuzugreifen.

64. Kann der Patient die von mir angelegten Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte ändern?

Nein, der Patient kann keine von Ihnen angelegten Daten löschen. Er kann allerdings die Einwilligung in die Nutzung einer Anwendung jederzeit widerrufen. Infolgedessen werden alle Daten der Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte gelöscht. Ansonsten hat der Patient nur Leserechte, für die auf der elektronischen Gesundheitskarte abgelegten Informationen.

65. Was genau versteht man unter der ab dem 01.01.2019 vorgesehenen elektronischen Patientenakte? Sollen die medizinischen Daten auf der eGK (zwischen‐)gespeichert werden? Oder liegen die Daten auf einem anderen Server als dem des Arztes? Kann der Patient über die Daten frei verfügen, d. h. diese auch jederzeit einsehen?

Die detaillierte Ausgestaltung der elektronischen Patientenakte ist noch offen. Bis zum Ende des Jahres 2018 muss die gematik allerdings die spezifikatorischen Vorleistungen abgeschlossen haben.

66. Warum funktioniert mein eArztausweis von medisign (G0 Karte) nicht im Zusammenspiel mit meinem Kartenleser und dem Konnektor von der compugroup?

Die heute in den Praxen installierten VSDM-Konnektoren unterstützen nicht das sogenannte PIN-Handling, insbesondere hinsichtlich der Kartenaktivierung der Vorläufer-HBA von Medisign (G0-Karten). Diese Funktionalität wird erst mit dem QES-fähigen eHealth-Konnektor Einzug nehmen, da auch erst mit diesem Typ die entsprechenden Anwendungen (NFDM bspw.) kommen, die eine QES erfordern.

Die Spezifikationen dieses Produkttyps des Konnektors werden seitens der gematik im QIII / 2018 final veröffentlicht. Mit einem entsprechenden Funktionsupdate für den Konnektor ist voraussichtlich nicht vor dem QII / 2019 zu rechnen.
Ungünstig an dieser Situation ist insbesondere, dass eine Förderung heute für die Bestellung von elektronischen Heilberufsausweisen ausgelobt wird und die Karten auch in einem definierten Zeitfenster aktiviert werden müssen (Empfangs- und Aktivierungsbestätigung). Gleichzeitig die VSDM-Konnektoren diese Funktionalität aber nicht besitzen und die entsprechenden Anwendungen auch noch nicht bereitstehen.

Seitens Medisign wurden den Ärzten Informationen geliefert, wie bspw. mittels der noch vorhandenen (alten) Kartenterminals die Karten trotzdem in Betrieb genommen werden können, damit gegenüber dem Anbieter die Inbetriebnahme auch in dem erforderlichen Zeitfenster bestätigt werden kann. Dies ist lediglich ein Workaround. Wir gehen davon aus, dass der Konnektor in der oben genannten eHealth-Version die Kartenaktivierung unterstützt.