Stationäre Versorgung

Mit dem weiter steigenden Durchschnittsalter in Deutschland wächst auch die Relevanz der stationären Versorgung. Die demografische Entwicklung der Bevölkerung in Verbindung mit einer nach wie vor unterentwickelten Prävention führt zu einem wachsenden Behandlungsbedarf. Parallel dazu findet sich im Gesundheitswesen ein erhebliches Wachstums- und Beschäftigungspotenzial im Sinne eines hochrelevanten Wirtschaftsbereichs. Zuletzt betrug der Anteil am Bruttoinlandsprodukt 11,5 Prozent. Mehr als 5,5 Millionen Erwerbstätige sind im weiteren Sinn im Gesundheitswesen aktiv. Mit einem Umsatzvolumen von ca. 100 Milliarden Euro und über 1,5 Million Beschäftigten stellen in diesem Zusammenhang die deutschen Kliniken einen entscheidenden Anteil des Gesundheitswesens dar. In vielen Regionen und Kommunen sind Kliniken zudem der größte regionale Arbeitgeber.

Der Stellenwert der stationären Versorgung für die Sicherung einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung wie auch für den Arbeitsmarkt ist nach wie vor herausragend. Die zukünftige Entwicklung der stationären Versorgung in Deutschland wird darüber hinaus auch einen entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der ärztlichen Berufsausübung und des zukünftigen Arztbildes haben. Die seit 2017/2018 intensivierte Debatte zu einer sektorenübergreifender Neugestaltung des ordnungspolitischen Rahmens der (Notfall-) Versorgung sowie einer grundlegenden Reform der Krankenhausfinanzierung und -versorgung mit dem Beginn der Ausgliederung der (Pflege-) Personalkosten  wird die benannten Rahmenbedingungen zukünftig im Sinne eines Paradigmenwechsels der Finanzierungssystematik deutlich verändern.

Für die Sicherung der Versorgung wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob es gelingen wird, durch eine deutliche bessere Berücksichtigung der Belange der in den Kliniken tätigen Ärztinnen und Ärzte den notwendigen therapeutischen Freiraum zum Wohle der Patientenversorgung ud eine eine wohnortnahe Versorgung in Kooperation zu sichern. Dies umfasst auch den Schutz der unbedingten Weisungsunabhängigkeit in allen medizinischen Belangen von rein ökonomisch orientierten Einflüssen.

Die Unabhängigkeit und der Vertrauensschutz des Arzt-Patienten-Verhältnisses bleiben der Goldstandard auch in Zeiten intensivierter Kooperationen der ambulanten und stationären Strukturen und weiterer Beteiligter sowie einer wachsenden Digitalisierung der stationären Versorgung.