Gesundheitsförderung an Schulen

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VII-10) fasst der 109. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 109. Deutsche Ärztetag spricht sich dafür aus, dass Gesundheitsförderung in allen Bundesländern ein obligates Element der schulischen Bildung wird. Ärzte sind bereit, an der inhaltlichen Ausgestaltung mitzuwirken und den Schulunterricht in diesen Themenfeldern mitzugestalten. Schulen sollen zudem als bedeutsamer Lebensbereich von Kindern und Jugendlichen so gesundheitsförderlich wie möglich gestaltet werden.

Begründung:

Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und von Schuleingangsuntersuchungen weisen für die letzten Jahre bei Kindern und Jugendlichen eine deutliche Gewichtszunahme und Bewegungsmangel aus. Hieraus resultiert mittel- und langfristig die Gefahr einer massiven Zunahme relevanter chronischer Krankheitsbilder. Dabei sind Kinder und Jugendliche aus armen Familien von diesen Entwicklungen im besonderen Maße betroffen. Ohne präventive Erfolge muss in Zukunft mit einem massiven Anstieg von Diabetes-Erkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie auch des Stütz- und Bewegungsapparates gerechnet werden, verbunden mit anwachsenden Behandlungskosten, verlorener Lebensqualität und eingebüßten Lebensjahren.

Schulische Gesundheitsförderung stellt einen wirksamen präventiven Ansatz dar, weil sie an einem zentralen Lebensbereich von Kindern und Jugendlichen ansetzt und darüber auch Zugangsmöglichkeiten zu besonders belasteten Bevölkerungsgruppen schafft. Die Ärztekammer Nordrhein hat bereits 1995 mit dem Aufbau des ärztlich begleiteten Programms "Gesund macht Schule" begonnen, in einigen anderen Landesärztekammern bestehen vergleichbare Programme. Ärzte zeigen damit ihre Bereitschaft, sich in der Gesundheitsförderung zu engagieren und aktiv an der Änderung des Gesundheitsverhaltens von Kindern und Jugendlichen mitzuwirken.