Bundesärztekammer / 2021-01-19T14:59:22+01:00 https://www.bundesaerztekammer.denews-2846.atom Reinhardt: „Hightech-Standort Europa ist bei Impfstoffproduktion gefordert“ 2021-01-18T15:01:11+01:00 2021-01-18T14:59:55+01:00

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt sieht die niedergelassenen Haus- und Fachärzte gut auf Impfungen gegen das Coronavirus in den Praxen vorbereitet. „Wenn wir genügend Impfstoffe haben, dann werden diese sehr schnell in den Praxen verimpft werden können“, sagte Reinhardt dem Berliner Tagesspiegel (18.01.2021). Hierfür sei vor allem der Impfstoff von AstraZeneca interessant, weil dieser wie zum Beispiel die klassischen Grippe-Impfstoffe in den Praxen gelagert werden könne. „Sobald es in Europa eine Zulassung gibt, muss die Produktion dieses Impfstoffes so weit wie möglich nach oben gefahren werden, wie auch die aller anderen zugelassenen Impfstoffe. An dieser Stelle könnte der Hightech-Standort Europa beweisen, wozu er fähig ist“, so Reinhardt.

Mit Blick auf die Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung sprach sich Reinhardt für mehr Transparenz bei den Beratungen von Bund und Ländern sowie eine noch stärkere Einbeziehung des Sachverstandes relevanter wissenschaftlicher Fachrichtungen aus. „Auch wenn es oft sehr schnell gehen muss in einer Krise, wäre das möglich“, betonte Reinhardt. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem interdisziplinären Pandemierat unter Beteiligung von Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Juristen, Ethikern, Soziologen und weiteren Professionen. Einen solches Gremium hätte auch nach der Pandemie noch seine Berechtigung. Es wäre also immer noch Zeit, dieses Instrument zu etablieren.

Insgesamt sieht Reinhardt ein wachsendes Interesse in der Bevölkerung an der Gesundheitspolitik. Dies zeigte sich bereits im letzten Bundestagswahlkampf, als es verstärkt um Verteilungsgerechtigkeit ging. „Solche Debatten sind auch Folgen einer älter werdenden Gesellschaft, in der für immer mehr Menschen das medizinische System eine wichtige Rolle einnimmt. Dieser Trend wird sich fortsetzen, nochmal verstärkt dadurch, dass die Coronakrise allen deutlich gemacht hat, was auf dem Spiel steht“, sagte der BÄK-Präsident. Gleichzeitig werde das Gesundheitssystem in Folge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Einschnitte stärker unter Druck geraten. Reinhardt rechnet deshalb mit Debatten über die Finanzierung und die Finanzierbarkeit von Strukturen im Gesundheitswesen. Diese müssten dann aber auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Krise geführt werden, wie bedeutsam ein gutes Gesundheitswesen für das soziale und wirtschaftliche Leben sei.

https://www.bundesaerztekammer.denews-2845.atom Herbert-Lewin-Preis: Ausschreibung hat begonnen 2021-01-18T13:54:59+01:00 2021-01-18T13:47:54+01:00

Berlin - Die Ausschreibung für den Herbert-Lewin-Preis 2021 hat begonnen. Mit dem Forschungspreis werden wissenschaftliche Arbeiten über die Aufarbeitung der Geschichte von Ärztinnen und Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus prämiert. Die nunmehr achte Vergabe des Preises wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) getragen.

Die Teilnahmebedingungen
An der Ausschreibung teilnehmen können Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen. Aber auch Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, Studierende der Zahnmedizin oder Medizin sowie Wissenschaftler an zahnmedizinischen- und medizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten können sich bewerben. Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann jeweils eine Arbeit einreichen.

Unterlagen für eine Teilnahme
Die Arbeiten müssen in deutscher Sprache verfasst sein und können sowohl in Papierform in 6-facher Ausfertigung als auch in elektronischer Form abgegeben werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Arbeiten, die seit dem 1. Januar 2016 erstellt oder veröffentlicht wurden. Arbeiten, die bereits bei vorherigen Ausschreibungen eingereicht wurden, können nicht erneut berücksichtigt werden. Eingereichte Unterlagen und Arbeiten verbleiben bei der KBV. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Die Bewerbungsanschrift lautet:

Kassenärztliche Bundesvereinigung
Abteilung GIMO
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
E-Mail: gimo@kbv.de

Jury und Preisvergabe
Die Bewertung der eingereichten Arbeiten und die Ermittlung der Preisträger nimmt eine unabhängige Jury vor, deren Mitglieder von den Trägerorganisationen und dem Zentralrat der Juden in Deutschland benannt wurden. Namentlich sind dies: Prof. Dr. med. Volker Hess, Prof. Dr. phil. Robert Jütte, Prof. Dr. phil. Samuel Salzborn, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß und Prof. Dr. med. Leo Latasch. Die Jury tagt nicht öffentlich. Die Entscheidung der Jury ist für alle teilnehmenden Personen verbindlich und kann nicht angefochten werden. Der Herbert-Lewin-Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er kann von der Jury auf mehrere verschiedene Arbeiten aufgeteilt werden. Alle teilnehmenden Personen erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht.

Hintergrund: Herbert Lewin
Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach einem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab dem Jahr 1937 bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln. Nach seiner Befreiung nahm Herbert Lewin seine Arzttätigkeit wieder auf. In den Jahren 1963 bis 1969 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Lewin starb am 21. November 1982 in Wiesbaden (Quelle: www.zentralratderjuden.de).

https://www.bundesaerztekammer.denews-2847.atom Baden-Württemberg: Landeskongress Gesundheit nimmt Folgen und Lehren der Corona-Krise in den Fokus 2021-01-19T12:39:34+01:00 2021-01-18T12:37:00+01:00 Stuttgart - Wie ist die Corona-Lage? Welche Lehren sind aus der Krise zu ziehen? Ist und bleibt das Gesundheitssystem leistungsfähig, um aktuelle sowie künftige Herausforderungen zu meistern? Dies waren zentrale Themen des Landeskongresses Gesundheit Baden-Württemberg, der in diesem Jahr erstmals per digitalem Livestream stattfand.

Stuttgart - Wie ist die Corona-Lage? Welche Lehren sind aus der Krise zu ziehen? Ist und bleibt das Gesundheitssystem leistungsfähig, um aktuelle sowie künftige Herausforderungen zu meistern? Dies waren zentrale Themen des Landeskongresses Gesundheit Baden-Württemberg, der in diesem Jahr erstmals per digitalem Livestream stattfand. Hochkarätige Referenten sowie Vertreter politischer Parteien auf Landesebene bezogen unter anderem Stellung dazu, welche weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geboten sind und wie effektive Gesundheitspolitik vor dem Hintergrund der kommenden Landtagswahlen aussehen muss. Die Kongressteilnehmer konnten ihre Fragen und Diskussionsbeiträge per Chatfunktion einsenden.

„Der Landeskongress Gesundheit ist die zentrale Plattform für alle Akteure im baden-württembergischen Gesundheitswesen, um bereichsübergreifend Erfahrungen auszutauschen, gesundheitspolitische Diskussionen zu führen und Impulse für die Zukunft zu setzen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Das Coronavirus hat es nicht geschafft, diesen Dialog zu verhindern – ein wichtiges Zeichen der Handlungsfähigkeit und Verlässlichkeit unseres Gesundheitswesens.“ Unterstrichen wird die zentrale Bedeutung des Kongresses auch durch die Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Die Kongressreferenten, der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck und der Jurist und ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Ferdinand Kirchhof untersuchten die Pandemiesituation aus ihren jeweiligen Perspektiven heraus. Die Fachexperten gingen unabhängig voneinander davon aus, dass die Gesellschaft sich darauf einstellen müsse, längerfristig mit dem Coronavirus umzugehen. Hinsichtlich zu treffender Maßnahmen sprachen sich die Referenten für passgenaue und auf das jeweilige Infektionsgeschehen vor Ort abgestimmte Einschränkungen aus. Auch gelte es, diese Einschränkungen im Verhältnis zu den gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen zu sehen und sie gegebenenfalls zu modifizieren.

Prof. Streeck forderte von den Verantwortlichen unter anderem mehr Mut dazu, lokale beziehungsweise regionale Maßnahmen-Konzepte auszuprobieren. Darüber hinaus appellierte er, Maßnahmen nicht ausschließlich von Corona-Fallzahlen abhängig zu machen, sondern Meldungen und Warnungen hinsichtlich intensivmedizinischer Kapazitäten in Kliniken in Schutzkonzepte einzubeziehen. Auch forderte er eine zentrale und unabhängige Koordinierung der Forschung zum Coronavirus. Prof. Kirchhof betonte, genauere Untersuchungen zum Infektionsgeschehen seien nötig – beispielsweise sei der Aspekt der ausgeübten Tätigkeit mit einzubeziehen, um mehr Informationen über mögliche Ansteckungsherde zu erhalten. Zudem mahnte er an, beim Aspekt der Mobilität in der Diskussion über neue Maßnahmen nicht ausschließlich in freizeitlicher oder touristischer Dimension zu denken: Studenten müssten langfristig an die Universitäten, Schüler in die Schule, bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern an ihre Arbeitsplätze, um sich voll zu entfalten beziehungsweise effizient wirken zu können.

Beide Experten stellten zudem heraus, dass gesellschaftlich einschneidende Pandemien gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels auch in Zukunft möglich und realistisch seien – was also tun, um vorbereitet zu sein? Diskutiert wurde unter anderem über eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie über die Konzeptionierung eines Stresstests im Gesundheitswesen analog zum sogenannten Banken-Stresstest im Finanzbereich, um mögliche Krisenszenarien besser antizipieren zu können.

Nach den Referenten bekamen Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Parteienlandschaft Gelegenheit, politische Positionen und Projekte zu aktuellen und grundsätzlichen Fragen im Gesundheitswesen zu skizzieren. So stellte die die Landtagsabgeordnete Petra Krebs (Bündnis 90 / Grüne) das Vorhaben heraus, pflegende Angehörige effektiv unterstützen sowie das Thema Gesundheit in alle Bereichen der Landespolitik transportieren zu wollen. Der SPD-Abgeordnete Rainer Hinderer (SPD) sprach vom Ausbau und der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (ÖGD) sowie einer Aufwertung der Gesundheitsberufe. Die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Martin thematisierte ebenfalls einen Ausbau / eine Stärkung der Pflege und stellte Überlegungen vor, das Thema Gesundheit im Rahmen eines eigenen Ministeriums gesellschaftlich zu verankern. Dem FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann ging es unter anderem darum, Baden-Württemberg „pandemie- und demografiefest“ zu machen und die Attraktivität des Landes für die Gesundheitsberufe zu steigern.

„Der Landeskongress Gesundheit ist auch in diesem Jahr seiner Aufgabe gerecht geworden, interdisziplinär zu denken und wichtige Anregungen zu geben“, resümiert Ärztekammerpräsident Dr. Miller. „Dies ist gerade in Zeiten einer Pandemie bemerkenswert.“

www.aerztekammer-bw.de

https://www.bundesaerztekammer.denews-2843.atom BÄK: Theorie und Praxis bei Arztausbildung verzahnen 2021-01-15T12:21:02+01:00 2021-01-15T12:18:52+01:00

Berlin - Die Bundesärztekammer begrüßt grundsätzlich das Vorhaben des Gesetzgebers, die Approbationsordnung für Ärzte an verschiedenen Stellen zu ändern und neue Aspekte in diese aufzunehmen. Viele der diskutierten Themen des Arbeitsentwurfs seien im vorgelegten Referentenwurf zur Änderung der Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte (ÄApprO) konstruktiv umgesetzt und abgeändert worden, hebt sie in ihrer Stellungnahme positiv hervor.

So befürwortet die Bundesärztekammer ausdrücklich die Beschreibung des Ausbildungsziels. Dieses werde deutlich stärker ausdifferenziert und viele für das ärztliche Handeln relevante Gesichtspunkte wie palliativmedizinische Versorgung, Nachsorge, Gewährleistung der Patientensicherheit und Fragen des Kinderschutzes werden nach dem Referentenentwurf Eingang in die ÄApprO finden. Das gelte auch für die Allgemeinmedizin und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die umfassend berücksichtigt und gestärkt werden – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie.

Zudem seien die Möglichkeit digitaler Lehrformate und das longitudinale Aufgreifen des Themas Datennutzung und digitale Anwendung als Ausbildungsinhalt – vor allem durch die verbindliche Verankerung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) als Kerncurriculum des Medizinstudiums – positiv zu betonen.

Ebenso unterstützt wird die Verknüpfung von grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Inhalten während der gesamten Ausbildung im Rahmen eines Z-Curriculums, so die Bundesärztekammer. Damit werde die Maßnahme 14 des Masterplans Medizinstudium 2020 umgesetzt. Eine Verzahnung von theoretischen und klinischen Studieninhalten während der gesamten Ausbildung sei auch deshalb positiv zu bewerten, da damit Teilstudienplätze künftig der Vergangenheit angehören.

Positiv angemerkt wird in der Stellungnahme auch, dass die Wissenschaftlichkeit im Studium im Referentenentwurf der ÄÄpprO unter anderem durch die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit gestärkt werden soll.

Mit Sorge nimmt die Bundesärztekammer allerdings die Ausbildungsverdichtung im Studium zur Kenntnis. So würden die Mindeststunden des patientennahen Unterrichts umfänglich erhöht und neue Veranstaltungen wie der Unterricht an Simulationspatienten verpflichtend eingeführt. Die angedachten Neuerungen im Prüfungsprocedere – vor allem die Parcoursprüfungen – seien organisatorisch, personell und finanziell enorm aufwendig. „Es scheint fraglich, ob hier Aufwand und Nutzen im Verhältnis stehen“, heißt es in der BÄK-Stellungnahme. Insgesamt sollte die Ausbildung inhaltlich nicht überfrachtet werden. Mitunter müssten Inhalte herausgenommen oder gekürzt werden.

Kritisch sieht die Bundesärztekammer auch die detaillierten inhaltlichen Vorgaben im Referentenentwurf. Diese seien vor allem mit Blick auf die dynamische Entwicklung des medizinischen Wissenstandes zu weitreichend formuliert, so die BÄK und weist auf den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) hin, der fortlaufend weiterentwickelt werde und als verbindlich verankertes Kerncurriculum flexibler auf neu erworbene Erkenntnisse der Medizin reagieren könne.

Darüber hinaus merkt die Bundesärztekammer an, dass einige wichtige Aspekte im Referentenentwurf keine Berücksichtigung finden, wie zum Beispiel die Aufwandsentschädigung für die von den Studierenden geleistete Arbeit im Praktischen Jahr (PJ). Diesbezüglich gebe es dringenden Änderungs- bzw. Ergänzungsbedarf.

Die im Referentenentwurf deutlich veränderte Innovationsklausel birgt aus Sicht der Bundesärztekammer Chancen für zukunftsgewandte Konzepte, vor allem für die vertiefte Verzahnung der Studiengänge Human- und Zahnmedizin. Bei der geforderten Verknüpfung von wesentlichen Teilen der jeweiligen Curricula von deutschen und internationalen Universitäten bzw. weiteren Studiengängen sollten Mindeststandards der gemeinsamen Ausbildung verankert werden.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit einer Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung – Approbationsordnung für Ärzte und Ärztinnen (ÄApprO)

https://www.bundesaerztekammer.denews-2842.atom Hessen: „Kein Grund zum Aufatmen“ 2021-01-15T09:20:03+01:00 2021-01-15T09:17:47+01:00 Frankfurt - Die Zahl der hessischen Ärztinnen und Ärzte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: von 38.125 im Januar 2020 auf 38.735 im Januar 2021, wie die Auswertung der Statistik der Landesärztekammer Hessen (Stand: 04.01.2021) zeigt.

Frankfurt - Die Zahl der hessischen Ärztinnen und Ärzte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: von 38.125 im Januar 2020 auf 38.735 im Januar 2021, wie die Auswertung der Statistik der Landesärztekammer Hessen (Stand: 04.01.2021) zeigt. Rund Dreiviertel der Kammermitglieder sind berufstätig: 11.931 arbeiten als Niedergelassene oder Angestellte im ambulanten Bereich  (gegenüber 11.807 im Vorjahr) und 15.288 in der stationären Versorgung (im Vorjahr waren es 15.065). In Behörden und Körperschaften sind 565 Ärztinnen und Ärzte tätig, 3.700 üben eine sonstige ärztliche Tätigkeit aus. Zudem verzeichnet die Kammer erneut einen hohen Anteil von Ärztinnen, die in allen Altersgruppen unter 55 Jahren dominieren (11.592 Ärztinnen gegenüber 9.471 Ärzten).

„Allerdings bieten die leicht gestiegenen Mitgliederzahlen keinen Grund zum Aufatmen“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der hessischen Ärztekammer. Vielmehr müsse die Statistik in den richtigen Kontext gerückt werden. „So beobachten wir seit Jahren einen unaufhaltsamen Rückgang beim ärztlichen Nachwuchs“, so Pinkowski. Während aktuell 4.046 Mitglieder unter 35 bei der Ärztekammer gemeldet sind (zum Vergleich: 2020 waren es noch 5.943), waren es Anfang der 1990er Jahre 5.393 junge Ärztinnen und Ärzten – bei einer damaligen Gesamtzahl von 22.894 Mitgliedern. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass die hessische Bevölkerung seit 1990 um über 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner stark gewachsen sei: von 5.763.310 im Jahre 1990 auf 6.288.080 2019 (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt: „Bevölkerung in Hessen seit 1950“, 2020). „Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft, die aufgrund immer vielfältigerer Krankheitsbilder – Stichwort Komorbidität – immer häufiger ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen muss, bereitet uns diese Entwicklung seit Jahren große Sorge. Auch in der Corona-Pandemie wird einmal mehr deutlich, wie hoch der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in der Patientenversorgung ist“, so der Ärztekammerpräsident.

Der Ärztemangel wird zusätzlich dadurch verschärft, dass immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte vor einer Niederlassung zurückschrecken. Gründe dafür sind das vermeintlich hohe Investitionsrisiko und die von den Krankenkassen erhobenen Regress-Forderungen. Auch sind immer mehr Ärztinnen und Ärzte unter 35 in Teilzeit tätig, um Familie und Beruf besser vereinen zu können. Dies führt wiederum zu fehlender Arztzeit in Kliniken wie Praxen. So ging die Bundesärztekammer (BÄK) 2019 davon aus, dass es 160 bis 200 Studienanfänger bedürfe, um 100 Mediziner, die heute in Vollzeit tätig sind, in Zukunft zu ersetzen. Außerdem steht der Ruhestand der sog. Babyboomer-Generation in den Jahren 2024, 2025 bevor. Schon jetzt sind rund 54% der hessischen Niedergelassenen über 55 Jahre alt.

„Leicht steigende Mitgliederzahlen können den sich zuspitzenden Ärztemangel nicht aufhalten“, resümiert der Ärztekammerpräsident. „Abhilfe schaffen kann hier nur eine entschiedene Erhöhung von Medizinstudienplätzen – so wie von der Landesärztekammer seit Jahren immer wieder gefordert“.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2844.atom Patienteninformation: Zwei aktualisierte Kurzinformationen zum Thema "Antibiotika" veröffentlicht 2021-01-18T12:46:23+01:00 2021-01-14T12:37:00+01:00

Berlin - Die beiden Informationsblätter liefern alle wichtigen Informationen zum Nutzen von Antibiotika und erklären, warum diese ihre Wirkung verlieren können.

Antibiotika sind wesentlich, um Infektionen durch Bakterien zu behandeln. Aber wenn man diese Medikamente falsch oder zu häufig einsetzt, können Resistenzen entstehen. Dann helfen Antibiotika nicht mehr und Infektionen, die man eigentlich gut behandeln könnte, werden lebensbedrohlich. Vor diesem Hintergrund klären die überarbeiteten Kurzinformationen kompakt und verständlich über Antibiotika auf:

Im ersten Informationsblatt "Antibiotika – was Sie wissen sollten" erfahren Interessierte, wann Antibiotika wirksam sind und wann nicht. Neben kurzen Erläuterungen zu Nebenwirkungen enthält das Blatt auch Hinweise zur richtigen Anwendung der Medikamente.

Die zweite Kurzinformation "Antibiotika – wenn sie nicht mehr wirken" fokussiert auf die Entstehung von Resistenzen und informiert, was jeder Einzelne dazu beitragen kann, diese zu verhindern. Lesende erfahren, warum sie bei einer Erkältung nicht sofort ein Antibiotikum erwarten sollten und wie sich unnötige Infektionen vermeiden lassen.

Hintergrund zu den Kurzinformationen

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt die Kurzinformationen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer. Alle Texte beruhen auf dem derzeit besten verfügbaren Wissen und werden nach einer strengen Methodik erstellt. Um die fachliche Korrektheit zu gewährleisten, sucht das ÄZQ regelmäßig nach neuer Evidenz und aktualisiert die Infoblätter.

Im Internet

Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Fachleute können die überarbeiteten Kurzinformationen kostenlos herunterladen, ausdrucken und an Interessierte weitergeben. Die Infoblätter zur "Antibiotika-Behandlung" und "Antibiotika-Resistenzen" sowie Informationen zu über 85 weiteren Themen sind als PDF abrufbar unter:

 

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-2837.atom Reinhardt: Aufklärung statt Impfpflicht 2021-01-13T10:57:52+01:00 2021-01-13T10:56:58+01:00

Berlin - Gegen eine Impfpflicht bei Gesundheitspersonal hat sich Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt ausgesprochen. Die Bundesregierung habe wiederholt klargestellt, dass es keine allgemeine Impfpflicht geben werde. „Dass das auch für die Beschäftigten im Gesundheitswesen gilt, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post (13.01.2021). Gerade in der Pflege sei das Personal knapp. Wenn die Corona-Impfung zu einer Voraussetzung für eine Tätigkeit in diesem Bereich gemacht wird, müsse auch geklärt werden, wie die Fachkräfte ersetzt werden, die nicht zu einer Impfung bereit sind.

Befragungen unter Ärztinnen und Ärzten zeigten, dass die Impfbereitschaft bereits vor der Zulassung des ersten Impfstoffs bei über 70 Prozent lag. In einigen Krankenhäusern, zum Beispiel im Universitätsklinikum Münster und im Universitätsklinikum Jena, liege sie nach dem Start der Impfungen sogar schon bei 80, beziehungsweise 90 Prozent. „Ich gehe davon aus, dass auch in der Pflege die Impfquoten steigen werden, wenn über die Wirkmechanismen der Impfungen aufgeklärt wird. Voraussetzung ist natürlich, dass ausreichend Impfstoff für die Beschäftigten zur Verfügung steht.“

In einem Interview mit Welt-TV (12.01.2021) forderte Reinhardt, auch die Allgemeinbevölkerung verstärkt und laienverständlich über die Wirkung des Impfstoffs aufzuklären. Das werde zu einer zunehmenden Impfbereitschaft beitragen.

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-2841.atom BÄK: Ziele der Corona-Surveillance klar formulieren 2021-01-14T11:24:54+01:00 2021-01-13T10:45:00+01:00

Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) hat das Vorhaben des Gesetzgebers begrüßt, die molekulargenetische Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verbessern. In ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf für eine entsprechende Verordnung merkt die BÄK jedoch an, dass das Ziel der Genomsequenzierung zwar „grob umrissen wird, etwa mit Hinweis auf eine bessere systematische Erforschung hinsichtlich der Eigenschaften der verschiedenen Virusvarianten“. Offen bleibe jedoch, welche „gezielten Maßnahmen“ daraus ableitbar sind.

Aus Sicht der Bundesärztekammer sollten die Ziele der Testungen möglichst klar beschrieben sein, da für die Tests öffentliche Gelder verwendet würden. Deshalb regt sie die Formulierung einer bundeseinheitlichen Strategie an, in der gezielte bzw. anlassbezogene und dabei wissenschaftlich begründete Sequenzierungen beschrieben werden. Zudem sollte die Strategie eine anlassunabhängige Surveillance fördern – im Sinne einer Stichprobe, die Rückschlüsse auf die Verbreitung bestimmter Virusmutanten in der Bevölkerung oder in bestimmten Bevölkerungsgruppen oder Regionen gibt.

Darüber hinaus sollte eine ausreichende Vergütung für die Laboratorien stets sichergestellt sein, auch um einer Beeinflussung der Stichproben durch selektives Testen aufgrund ggf. nicht ausreichender Deckung des Aufwands vorzubeugen.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für eine Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARSCoV-2 (Coronavirus-Surveillanceverordnung – CoronaSurV)

https://www.bundesaerztekammer.denews-2839.atom Hamburg: Virtuelle Diskussion 2021-01-14T10:25:39+01:00 2021-01-13T10:01:00+01:00 Hamburg - Ärztekammerpräsident Dr. Pedram Emami kritisiert die Diskussion über eine Impfpflicht in medizinischen Einrichtungen: „Noch wissen wir nicht sicher, ob Geimpfte das Virus nicht trotzdem weitergeben. Die ersten Daten hierzu erwarten wir in den kommenden Wochen. Bis dahinhandelt es sich um eine virtuelle Diskussion, die nur noch mehr Unruhe in eine ohnehin aufgeheizte Stimmungslagebringt“.

Hamburg - Ärztekammerpräsident Dr. Pedram Emami kritisiert die Diskussion über eine Impfpflicht in medizinischen Einrichtungen: „Noch wissen wir nicht sicher, ob Geimpfte das Virus nicht trotzdem weitergeben. Die ersten Daten hierzu erwarten wir in den kommenden Wochen. Bis dahinhandelt es sich um eine virtuelle Diskussion, die nur noch mehr Unruhe in eine ohnehin aufgeheizte Stimmungslagebringt“. Er fordert, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: „Und das ist, jetzt zügig die Impfempfehlung der STIKO umzusetzen und schnell die Menschen in der vorgesehenen Reihenfolge zu impfen.“

Sollte bald eine Evidenz dafür vorliegen, dass Geimpfte das Virus nicht weitergeben könnten, könnte man durchaus darüber diskutieren, wie mit Beschäftigten in Risikobereichen zu  verfahren wäre. Schließlich ginge es nicht nur um das eigene, sondern vor allem um das Wohl anderer. Soviel Verantwortungsbewusstsein müsse vom  medizinischen Personal zu erwarten sein. Bis dahin aber sei die offensichtlich eher politisch motivierte Debatte überflüssig

www.aekhh.de

https://www.bundesaerztekammer.denews-2838.atom Sachsen-Anhalt: Quereinstieg statt Amtsarztquote 2021-01-14T09:59:07+01:00 2021-01-13T09:56:00+01:00 Magdeburg - Anlässlich der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz der Heilberufe ruft die Ärztekammer Sachsen-Anhalt die Politik auf, sinnvolle Lehren aus der Pandemie zu ziehen. „Der Umgang mit dem COVID-Virus zeigt, wie leistungsfähig unser Gesundheitssystem bereits ist. Es zeigt aber auch seine Schwächen auf. Diese werden oft mit Aktionismus überdeckt und müssen für die Zukunft abgestellt werden“, fordert die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz.

Magdeburg - Anlässlich der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz der Heilberufe ruft die Ärztekammer Sachsen-Anhalt die Politik auf, sinnvolle Lehren aus der Pandemie zu ziehen. „Der Umgang mit dem COVID-Virus zeigt, wie leistungsfähig unser Gesundheitssystem bereits ist. Es zeigt aber auch seine Schwächen auf. Diese werden oft mit Aktionismus überdeckt und müssen für die Zukunft abgestellt werden“, fordert die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz. Und führt ein Beispiel an: „Es zeigt sich, dass insbesondere im Öffentlichen Gesundheitswesen (ÖGW) medizinisches Personal und Ausstattung fehlt. Ein Umstand auf den wir seit Jahren hinweisen und der nun die Gesundheitsämter mehr als nur an ihre Grenzen stoßen lässt. Eine von der Politik angeregte Amtsarztquote analog zur Allgemeinmedizin stellt keine sinnvolle und schnelle Abhilfe dar. Im Gegenteil: Sie verknappt die bestehenden Medizinstudienplätze und bringt frühestens in elf Jahren den ersten Facharzt“.

Hintergrund ist, dass ein Medizinstudium mindestens sechs Jahre dauert und die anschließende Weiterbildung zum Facharzt für ÖGW, auf Grund seiner Komplexität, weitere 5 Jahre in Anspruch nimmt. Daher dauert die Aus- und Weiterbildung mindestens elf Jahre.

Die Ärztekammer schlägt einen anderen Weg vor. Ärzten, die etwa aus gesundheitlichen oder familiären Gründen aus dem Klinik- oder Praxisalltag ausscheiden möchten, will man den Umstieg in das ÖGW vereinfachen und schmackhaft machen. Quereinstieg lautet die Idee, die für die Allgemeinmedizin bereits seit dem Jahr 2012 hervorragend angenommen wird. Ärzte müssen dafür in der patientennahen Versorgung tätig sein. Für den Wechsel werden sie zudem ein Jahr im Gesundheitsamt und einen Monat akutpsychiatrisch in einer Klinik weitergebildet. Zudem ist eine spezielle sechsmonatige Kurs-Weiterbildung zu absolvieren. „Bereits nach gut eineinhalb Jahren kann ein Arzt die Facharztprüfung ablegen. Dies können wir ermöglichen, da wir auf Fachärzte zurückgreifen, die bereits aufgrund ihres Facharztes und späteren Tätigkeit Kompetenzen erlernt haben und im Gegensatz zu einem Studenten nicht bei Null anfangen müssen“, so die Kammerpräsidentin.

Aber noch ein weiterer Grund ist für Dr. Heinemann-Meerz entscheidend „Eine Tätigkeit im Amt können sich Medizinstudenten oft nicht vorstellen. Die Vorzüge und das damit verbundene Interesse kann sich aber im Berufsleben zeigen. Die Berufserfahrung am Patienten ist zudem hilfreich für Entscheidungen, die ein Gesundheitsamt treffen muss. Aus diesen Gründen erachten wir den Quereinstieg als sinnvoller als eine Amtsarztquote im Medizinstudium, die keine zeitnahe Abhilfe und keinen zusätzlichen Studienplatz schafft“.

Für eine schnelle Umsetzung hat die Kammerversammlung im Oktober 2020 den Weg für den Quereinstieg geebnet. Die notwendigen Mindestanforderungen wurden darauf gemeinsam mit den Mitgliedern der Fachkommission ÖGW erarbeitet, die alle in verschiedenen Gesundheitsämtern tätig sind. Der Vorstand der Ärztekammer hat die Mindestanforderungen im November 2020 beschlossen, so dass mit dem Quereinstieg sofort begonnen werden kann.

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