Bundesärztekammer / 2019-11-15T11:00:05+01:00 https://www.bundesaerztekammer.denews-2297.atom Vergütung der ärztlichen der Leichenschau neu geregelt 2019-11-15T10:40:25+01:00 2019-11-15T10:38:01+01:00

Berlin - Auf Betreiben der Bundesärztekammer (BÄK) wird die Vergütung der ärztlichen Leichenschau zum 1. Januar 2020 neu geregelt. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums wurde jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Darin ist der Verordnungsgeber langjährigen Forderungen der Ärzteschaft gefolgt.

Für eine eingehende Leichenschau nach landesrechtlichen Bestimmungen können ab 1. Januar 2020 165,77 Euro (2 844 Punkte) berechnet werden, eine vorläufige Leichenschau wird mit 110,51 Euro vergütet. Neben eingehender oder vorläufiger Leichenschau sind zukünftig die Zuschläge F bis H („Unzeitenzuschläge“) berechnungsfähig, bei Entfernungen von mehr als 25 Kilometern tritt anstelle des Wegegeldes die Reiseentschädigung nach § 9 GOÄ. Bei einer Leiche mit unbekannter Identität oder bei besonderen Todesumständen ist ein Erschwerniszuschlag in Höhe von 27,63 Euro vorgesehen. Damit wurden die wesentlichen Forderungen des Deutschen Ärztetages erfüllt.

Schönheitsfehler hat die Verordnung dennoch. So sieht die Ärzteschaft die in der Änderungsverordnung enthaltenen zeitlichen Mindestvorgaben für die Leichenschau kritisch. Die volle Höhe ist berechnungsfähig sofern die eingehende  Leichenschau mindestens 40 Minuten, die vorläufige mindestens 20 Minuten in Anspruch nimmt. Dauert die eingehende Leichenschau 20 bis 40 Minuten, die vorläufige 10 bis 20 Minuten sind lediglich 60% der Gebühr berechnungsfähig.

Die Bundesärztekammer hatte in diesem Zusammenhang mehrfach darauf hingewiesen, dass die in der Kalkulation hinterlegten Zeiten Durchschnittswerte darstellen. Bei dieser mittelwertbezogenen Mischkalkulation ergibt sich bei kürzerer Leistungszeit eine höhere Deckung und bei Erbringung über eine längere Dauer als kalkulatorisch berechnet eine Unterdeckung. Dieser Effekt gleicht sich in der Summe aus. Das in der Verordnung vorgesehene Instrument der geringeren Vergütung bei kürzerer Leistungszeit führt hingegen zum Ungleichgewicht, da eine längere Leistungszeit nicht mehr angemessen ausgeglichen wird. Dieser Argumentation ist der Verordnungsgeber jedoch nicht gefolgt.

Insgesamt wertet die BÄK die Neuregelung der Leichenschau jedoch als eine deutliche Verbesserung. Sie wird dazu beitragen, die andauernden Gebührenrechtsstreitigkeiten und den Unmut von Ärzten über die unangemessenen Vergütungen zu reduzieren.

Die wesentlichen Neuregelungen sowie weiterführende Informationen der Bundesärztekammer entnehmen Sie bitte den beiden Publikationen im aktuellen Heft des Deutschen Ärzteblattes.

Bekanntgabe "Fünfte Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Ärzte"

Begleitartikel "Vergütung der ärztlichen Leichenschau neu geregelt"

 

 

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-2296.atom Ärzte fordern Sofortmaßnahmen von Bund und Ländern 2019-11-14T09:33:10+01:00 2019-11-14T11:00:00+01:00 Berlin - Bis zum Ende dieses Jahrhunderts sind jährlich bis zu fünf zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten, wenn wir mit dem Ausstoß von Treibhausgasen so weitermachen wie bisher. Damit einhergehender Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Dazu zählen unter anderem Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Am stärksten gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Personen, die schwere körperliche Arbeit im Freien verrichten, etwa Bauarbeiter.

Berlin, 14.11.2019 – Bis zum Ende dieses Jahrhunderts sind jährlich bis zu fünf zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten, wenn wir mit dem Ausstoß von Treibhausgasen so weitermachen wie bisher. Damit einhergehender Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Dazu zählen unter anderem Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Am stärksten gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Personen, die schwere körperliche Arbeit im Freien verrichten, etwa Bauarbeiter.

Zu diesen Ergebnissen kommt ein heute veröffentlichter Forschungsbericht der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“. Dieser ist Teil des internationalen Forschungsprojekts „The Lancet Countdown on Health and Climate Change“. Zum ersten Mal wird dieses Jahr auch ein Deutschland-Bericht (Policy Brief) des Lancet Countdown vorgestellt. Kooperationspartner des Projektes sind die Bundesärztekammer, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Helmholtz Zentrum München, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie die Hertie School.

Nach dem Forschungsbericht nimmt auch die Gefährdung durch Infektionskrankheiten aufgrund des Klimawandels zu. Dies betrifft durch Zecken und Mücken übertragbare Infektionen, die es in Teilen Deutschlands schon heute gibt, wie zum Beispiel FSME und Borreliose, aber auch neue Infektionskrankheiten, wie Dengue, Zika und Chikungunya. Dieses Jahr gab es erstmals Mücken-assoziierte West-Nil-Fieber Fälle bei Menschen in Deutschland. Außerdem vermehren sich bei höheren Temperaturen Blaualgen und Vibrio-Bakterien in Seen und in der Ostsee, was beim Baden Gesundheitsprobleme verursachen kann.

„Der Bericht belegt eindrücklich, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels nicht irgendwann in weit entfernten Weltgegenden spürbar werden, sondern hier und heute“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Die Politik müsse geeignete Rahmenbedingungen schaffen, um Risiken für die Gesundheit abzuwenden. So müssten Gesundheitseinrichtungen durch ausreichend Personal und räumliche Ressourcen auf Extremwetterereignisse vorbereitet werden. „Neben einem nationalen Hitzeschutzplan sind konkrete Maßnahmenpläne für Kliniken, Not- und Rettungsdienste sowie Pflegeeinrichtungen zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse notwendig“, betonte Reinhardt.

Prof. Dr. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, untersucht in der NAKO Gesundheitsstudie bei 200.000 Erwachsenen die körperlichen Reaktionen auf extreme Wetterereignisse und wie sie durch den Klimawandel verschärft werden: „Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen von Hitze viel weitreichender sind, als dies gegenwärtig durch Studien dokumentiert ist. Mit Hilfe der NAKO Gesundheitsstudie können wir die Auswirkungen von Hitze auf chronisch kranke Personen, wie zum Beispiel Diabetiker untersuchen.“

Prof. Dr. Sabine Gabrysch, Ärztin und Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Charité und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, betonte die enormen Chancen für unsere Gesundheit durch sogenannte Win-win-Lösungen: „Wenn wir Kohlekraftwerke abschalten und unsere Städte fahrradfreundlicher gestalten und dadurch der Autoverkehr abnimmt, nützt das nicht nur dem Klima. Diese Maßnahmen helfen auch gegen Luftverschmutzung und führen zu mehr Bewegung. Beides ist ein direkter Gewinn für unsere Gesundheit durch weniger Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Vorsorge ist besser als Nachsorge, und die beste Vorsorge bei Klima und Gesundheit ist die rasche Verringerung unseres Ausstoßes von Treibhausgasen.“

Tagung in der Hertie School in Berlin
Nach der Präsentation des Forschungsberichts vor der Bundespressekonferenz in Berlin werden die Ergebnisse am Nachmittag auf einer Tagung in der Hertie School diskutiert. „Das Monitoring dient nicht nur dazu, die Dynamik der Wechselbeziehungen zwischen Gesundheit und Klimawandel abzubilden. Wir wollen auch eine verlässliche Grundlage für politische Entscheidungen liefern“, sagte vor der Tagung Slava Jankin, Professor für „Data Science and Public Policy” an der Berliner Hertie School und als Autor an den Arbeiten des Lancet Countdown beteiligt.

Auch Bundesärztekammer-Vorstandsmitglied PD Dr. Peter Bobbert wird auf der Tagung sprechen. Er betonte im Vorfeld die Notwendigkeit, die Forschung zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Gesundheit des Einzelnen sowie auf die globale Gesundheit zu intensivieren. Bobbert verwies darauf, dass sich im nächsten Jahr der Deutsche Ärztetag intensiv mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels beschäftigen wird.

Die heutige Tagung in der Hertie School ist für Journalistinnen und Journalisten öffentlich (Anmeldung: www.hertie-school.org/en/lancetcountdownreport2019/).

Den Policy Brief für Deutschland sowie den Report 2019 können Sie hier abrufen:

http://www.lancetcountdown.org/resources/
http://www.lancetcountdown.org/2019-report/

 

Statement Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

Statement Prof. Dr. Annette Peters, Helmholtz Zentrum München

The Lancet Countdown on Health and Climate Change: Policy Brief für Deutschland

https://www.bundesaerztekammer.denews-2295.atom Keine Experimente: Moderne Vergütung statt Einheits-Bürokratie 2019-11-13T09:48:16+01:00 2019-11-13T11:00:00+01:00 Berlin - Für eine moderne Vergütung der ambulanten ärztlichen Versorgung soll die von der Bundesregierung berufene wissenschaftliche Kommission bis Ende 2019 Vorschläge unterbreiten. In einer gemeinsamen Erklärung erläutern die Bundesärztekammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen, wie dieses Ziel des Koalitionsvertrages in der Praxis am besten erreicht werden kann:

Berlin - Für eine moderne Vergütung der ambulanten ärztlichen Versorgung soll die von der Bundesregierung berufene wissenschaftliche Kommission bis Ende 2019 Vorschläge unterbreiten. In einer gemeinsamen Erklärung erläutern die Bundesärztekammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen, wie dieses Ziel des Koalitionsvertrages in der Praxis am besten erreicht werden kann:

Jedes Vergütungssystem soll eine gute ärztliche Versorgung ermöglichen. Politisch motivierte Experimente mit einer Einheits-Gebührenordnung würden der Realität der komplexen medizinischen Leistungen und Möglichkeiten nicht gerecht. Sie gingen letztlich auf Kosten der Qualität und damit zu Lasten der Versorgung der Patienten.

Für die von gesetzlich und privat Versicherten gemeinsam in Anspruch genommene medizinische Versorgung in Deutschland bringt es spürbare Vorteile, dass im Hintergrund zwei unterschiedliche ärztliche Vergütungssysteme wirken, die sich sehr gut ergänzen. Durch den Wettbewerb von GKV und PKV erfüllen die Vergütungssysteme eine gegenseitige Korrektivfunktion, was die Versorgung deutlich verbessert. Von diesem Qualitätsgewinn profitieren alle Patienten.

Die Bundesregierung ist deshalb gut beraten, wenn sie dem Leitsatz des Koalitionsvertrags gerecht wird: „Sowohl die ambulante Honorarordnung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (EBM), als auch die Gebührenordnung der Privaten Krankenversicherung (GOÄ) müssen reformiert werden.“

Zur Modernisierung der GOÄ liegt bereits ein umfassendes Konzept vor. Der gemeinsam von Ärzteschaft, PKV und Beihilfe entwickelte Vorschlag umfasst den neuesten Stand der Technik, garantiert eine rasche Integration zukünftiger medizinischer Innovationen und stärkt die „sprechende Medizin“, also die persönliche Zuwendung der Ärzte zu ihren Patienten.

Im Interesse der Patienten sollte auch der „Einheitliche Bewertungsmaßstab“ (EBM) - das Vergütungssystem der GKV - weiterentwickelt werden. Das gilt z.B. für die EBM-typische Quartalsvergütung, wonach viele Behandlungen nur mit einer festen Honorarsumme für das ganze Quartal bezahlt werden, unabhängig von der Häufigkeit der Arztkontakte. Diese Quartalssystematik - und nicht die Privatpatienten - sind eine Ursache für Wartezeiten im System der GKV.

Reformen sowohl innerhalb des Vergütungssystems der GKV als auch des Systems der PKV sind nicht nur möglich, sondern auch geboten. Nicht eine politisch motivierte Vereinheitlichung der Vergütungssysteme, sondern die differenzierte Fortentwicklung von EBM und GOÄ sind notwendig, um unser Gesundheitssystem auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Die guten Fortschritte bei der Entwicklung der neuen GOÄ zeigen, dass dies gelingen kann.

 

Statement Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer
Präsentation „GOÄneu – Sachstand“
Statement Dr. Florian Reuther - Direktor PKV Verband
Statement Prof. Dr. Christian Rolfs - Universität zu Köln
Statement Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer
Statement Dr. Christof Mittmann, Vorstandsvorsitzender des PVS Verband
Memorandum zur Diskussion einer Einheitlichen Gebührenordnung für Ärzte

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-2294.atom Baden-Württemberg: Kassenärztliche Vereinigung und Landesärztekammer fordern Nationale Arzneimittelreserve 2019-11-12T13:35:53+01:00 2019-11-11T12:57:00+01:00 Stuttgart - Die Spitzen der Ärzteschaft in Baden-Württemberg fordern Maßnahmen, um Lieferengpässen bei Arzneimitteln entgegenzuwirken. Der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg Dr. Wolfgang Miller zeigte sich unzufrieden mit der aktuellen Situation. „Es ist nicht zu vermitteln, dass ein Land wie Deutschland nicht in der Lage ist, eine adäquate Versorgung mit Arzneimitteln zu gewährleisten. Die Menschen in Deutschland und die Unternehmen bezahlen einen hohen Beitrag ins Gesundheitssystem, da dürfen sie auch ein entsprechendes Versorgungsniveau erwarten.

Stuttgart - Die Spitzen der Ärzteschaft in Baden-Württemberg fordern Maßnahmen, um Lieferengpässen bei Arzneimitteln entgegenzuwirken.

Der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg Dr. Wolfgang Miller zeigte sich unzufrieden mit der aktuellen Situation. „Es ist nicht zu vermitteln, dass ein Land wie Deutschland nicht in der Lage ist, eine adäquate Versorgung mit Arzneimitteln zu gewährleisten. Die Menschen in Deutschland und die Unternehmen bezahlen einen hohen Beitrag ins Gesundheitssystem, da dürfen sie auch ein entsprechendes Versorgungsniveau erwarten. Uns bereitet es Sorge, dass wir heute in einem so elementaren Bereich von ausländischen Produktions-Standorten abhängig sind. Wir wollen uns nicht ausmalen, was passieren würde, wenn die derzeit zu beobachtenden „Handelskriege“ im Bereich Medikamente z.B. bei Antibiotika und Medikamenten der Krebsbehandlung, in denen eine hohe Importabhängigkeit herrscht ausgetragen würden.“ 

KVBW-Chef Dr. Norbert Metke erinnerte daran, dass das Problem seit Jahren bekannt ist. „Regelmäßig jedes Jahr wird beklagt, dass z.B. Grippeimpfstoffe und jetzt zunehmend Medikamente der Basisversorgung von vielen Patienten nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Als KVBW haben wir das zum Anlass genommen und unsere Mitglieder befragt, wie sie die Situation einschätzen. Und zwar unabhängig von Impfstoffen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Viele Arzneimittel sind nicht ausreichend und zeitgerecht verfügbar, und die Versorgung ist eingeschränkt. Das bezieht sich auf Medikamente aus unterschiedlichen Bereichen, etwa für die Behandlung von Diabetes, Krebserkrankungen, Allergien u-v-a-m.“ Für seinen Stellvertreter Dr. Johannes Fechner ist klar: „Wir brauchen eine sichere Lieferkette mit Arzneimitteln, um die Versorgung der Patienten leisten zu können.“ Und Kammerpräsident Dr. Miller ergänzt: „Neben dem Schutz von Patientinnen und Patienten geht es uns auch um die Stringenz gesundheitspolitischer Entscheidungen: Es käme doch einem Schildbürgerstreich gleich, wenn Deutschland die Impfpflicht einführt, während gleichzeitig die dafür notwendigen Impfstoffe fehlen.“

Die Vorstände fordern daher eine Nationale Arzneimittelreserve, wie sie auch der Arzneimittelexperte der CDU-Bundestagsfraktion Michael Hennrich ins Gespräch gebracht hat. „Die Versorgung mit Arzneimitteln muss endlich als relevant für die Basisversorgung der Bevölkerung anerkannt werden, ähnlich wie Gas oder Erdöl,“ fordert Miller. Fechner betont: „Die Arzneimittelhersteller, die sich zu einem wesentlichen Teil aus den Mitteln des Gesundheitswesens finanzieren, müssen verpflichtet sein, einen bestimmten Kreis an Arzneimitteln für eine bestimmte Zeit für die nationale Versorgung vorzuhalten.“ Die Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung sehen zudem alle am Gesundheitswesen Beteiligten in der Pflicht: „Welche Medikamente in welchem Umfang vorgehalten werden müssen, sollten künftig von Ärztinnen und Ärzten, den Apothekern und der Politik gemeinsam mit Kostenträgern und Pharmaunternehmen festgelegt werden.“

Hintergrund:
Aktuell listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Lieferengpässe bei 274 Humanarzneimitteln (ohne Impfstoffe) auf:
lieferengpass.bfarm.de/ords/f:
 

www.aerztekammer-bw.de

https://www.bundesaerztekammer.denews-2293.atom Hessen: Mit Dr. med. Susanne Johna erste Frau an der Spitze des Marburger Bundes 2019-11-12T09:52:31+01:00 2019-11-11T09:48:00+01:00 Frankfurt - Auf der 136. Versammlung des Marburger Bundes (MB) – des größten deutschen Ärzteverbandes mit freiwilliger Mitgliedschaft – wurde am 9. November in Berlin die hessische Internistin und Präsidiumsmitglied der Landesärztekammer Hessen Dr. med. Susanne Johna zur neuen 1. Vorsitzenden des Verbandes gewählt.

Frankfurt - Auf der 136. Versammlung des Marburger Bundes (MB) – des größten deutschen Ärzteverbandes mit freiwilliger Mitgliedschaft – wurde am 9. November in Berlin die hessische Internistin und Präsidiumsmitglied der Landesärztekammer Hessen Dr. med. Susanne Johna zur neuen 1. Vorsitzenden des Verbandes gewählt.

Im Präsidium der hessischen Ärztekammer engagiert sich die 1965 geborene Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene und Gesundheitsökonomin (EBS), seit 2013. Seit demselben Jahr hat sie auch den Vorsitz des hessischen MB-Landesverbandes inne. Seit 2016 ist Johna zudem Vorstandsmitglied im MB-Bundesverband sowie in der Bundesärztekammer in Berlin.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Oberärztin für Krankenhaushygiene am St. Josefs-Hospital Rheingau in Rüdesheim setzt sich Johna u.a. für die Unabhängigkeit ärztlicher Berufsausübung und gegen die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens ein. In der Bundesärztekammer engagiert sich die 54-Jährige zudem u.a. als Vorsitzende der Ausschüsse „Stationäre Versorgung“ und „Qualitätssicherung“. In der Landesärztekammer hat sie neben ihrer Mitgliedschaft im Ausschuss „Hygiene und Umweltmedizin“ außerdem den Vorsitz im Ausschuss „Stationäre Versorgung“ inne. Auch vertritt sie seit 2012 die hessische Ärztekammer im Landeskrankenhausausschuss.

Nach einem Studium der Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat sich Johna bereits während der Facharztweiterbildung an den Städtischen Kliniken Osnabrück als Assistentensprecherin für verbesserte Rahmenbedingungen in der Weiterbildungsphase und die Aufstellung fester Rotationspläne eingesetzt.

Das Herzensthema ihrer beiden Vorgänger im Bundesvorsitz des MB Frank Ulrich Montgomery und Rudolf Henke – eine Verbesserung der Gehälter und Arbeitsbedingungen der deutschen Krankenhausärzte – ist auch der neuen Vorsitzenden ein zentrales Anliegen: „Wir brennen für unseren Beruf, aber wir lassen uns nicht verheizen“, sagte Johna in ihrer Ansprache zur Wahl.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2292.atom Westfalen-Lippe: Windhorst appelliert: Mit der „Diagnose Behinderung“ verantwortungsbewusst umgehen 2019-11-07T11:39:46+01:00 2019-11-06T11:37:00+01:00 Münster - Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den medizinischen Möglichkeiten von pränatalen Gentests hat sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, anlässlich des diesjährigen Ethikforums der ÄKWL unter dem Titel „Genetische Tests – Nichtinvasive Untersuchungsmethoden zur Feststellung von Trisomie 21“ in Münster ausgesprochen.

Münster - Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den medizinischen Möglichkeiten von pränatalen Gentests hat sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, anlässlich des diesjährigen Ethikforums der ÄKWL unter dem Titel „Genetische Tests – Nichtinvasive Untersuchungsmethoden zur Feststellung von Trisomie 21“ in Münster ausgesprochen. Der medizinische Fortschritt lasse sich weder aufhalten noch geheim halten oder verbieten, so der Kammerpräsident. Wenn die immer weiter voranschreitende Gendiagnostik nichtinvasive, damit schonende Aussagen über den Gesundheitszustand von Neugeborenen ermögliche, würden diese auch zunehmend in Anspruch genommen. „Die Gesellschaft, die Ärzteschaft und auch die individuell Betroffenen müssen sich mit den Ergebnissen dieser Entwicklung auseinandersetzen.“
 
Windhorst: „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Problematik, wie wir zukünftig mit Krankheit und Behinderung umgehen. Jeder Mensch ist in seiner Person einzigartig und unverwechselbar, ob mit oder ohne Behinderung. Am Umgang mit Menschen, die nicht einem gängigen Menschenbild entsprechen, wird der Charakter einer Gesellschaft sichtbar.“ Die Gesellschaft müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit Familien mit einem behinderten Kind auch die notwendigen Hilfsangebote und Unterstützung erhielten. „Die Solidargemeinschaft darf niemanden allein lassen.“
 
Präsident Windhorst warnt in diesem Zusammenhang vor einem Automatismus von vorgeburtlicher Prognose einer Behinderung und Schwangerschaftsabbruch. Es dürfe nicht sein, dass Kinder, die mit einer Behinderung wie Trisomie 21, Mukoviszidose oder Thalassämie zur Welt kommen, in der Gesellschaft als ein vermeidbares Übel angesehen würden. Es dürfe vor allem nicht sein, dass gesellschaftlicher Druck die individuelle Entscheidung der betroffenen Eltern dahingehend beeinflusse.
 
„Bei allem Segen, den die medizinische Forschung in den letzten Jahrzehnten gebracht hat, müssen Menschenwürde und Menschenrechte immer im Focus stehen. Hier brauchen gerade wir Ärztinnen und Ärzte ein hohes Maß an ethischem Bewusstsein, insbesondere denjenigen gegenüber, die nicht unserer gesellschaftlichen Norm entsprechen. In keinem Fall dürfen sich Ärztinnen und Ärzte für die Erschaffung eines Menschen nach Maß instrumentalisieren lassen“, so Windhorst. Vielmehr sei es Aufgabe der Ärzte, ergebnisoffen darüber zu informieren, was eine Behinderung bedeutet, und über mögliche Konsequenzen der vorgeburtlichen genetischen Untersuchung zu beraten. Eine ausführliche Beratung solle daher unbedingt einem Test vorausgehen. Nur so könne verhindert werden, dass die „Diagnose Behinderung“ zu einer Abtreibung führt.
 
Kammerpräsident Windhorst begrüßt die aktuelle Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, den Bluttest auf Trisomie 21 als Kassenleistung in bestimmten Fällen zu bezahlen. Die Frage über die Entscheidung, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen und zu pflegen, dürfe nicht vom Geldbeutel der werdenden Eltern abhängen. „Für mich ist es keine Frage, dass die Krankenkassen den Bluttest auf Trisomie 21 bezahlen müssen. Sonst hätten wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: die einen, die sich den Test leisten können und die anderen, die das eben nicht können.“

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2291.atom Hessen: Hessischer Ärztekammerpräsident fordert erhöhte Fälschungssicherheit von Approbationsurkunden 2019-11-05T10:19:58+01:00 2019-11-05T15:18:00+01:00 Frankfurt - "Jeder falsche Arzt ist eine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit und das Leben von Patienten. Daher müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Dokumente wie die ärztliche Approbationsurkunde weitgehend fälschungssicher sind", erklärt der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski. Dafür seien nicht die Landesärztekammern zuständig, sondern die Approbationsbehörden als verantwortliche Stellen der Länder.

Frankfurt - "Jeder falsche Arzt ist eine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit und das Leben von Patienten. Daher müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Dokumente wie die ärztliche Approbationsurkunde weitgehend fälschungssicher sind", erklärt der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski. Dafür seien nicht die Landesärztekammern zuständig, sondern die Approbationsbehörden als verantwortliche Stellen der Länder. "Die Approbationsurkunde ist kein Dokument der Ärztekammer, sondern wird von der Approbationsbehörde ausgestellt", betont Pinkowski.

 Die Forderung der Deutschen Stiftung Patientenschutz, ein Zentralregister für Approbationen bei der Bundesärztekammer einzurichten, hält der Präsident der Landesärztekammer Hessen nicht für zielführend. "Wir leben in einem föderalen und nicht in einem zentralistischen System. Wenn die Urkunden fälschungssicher sind, ist ein zentrales Register überflüssig." Die von der Landesärztekammer Hessen ausgestellten, mit einem 2d-Barcode versehenen Facharzturkunden wiesen eine hohe Fälschungssicherheit auf und könnten damit als Beispiel für andere Dokumente dienen, macht Pinkowski deutlich.

Approbations- und Facharzturkunden werden der Landesärztekammer Hessen bei Anmeldung eines neuen Kammermitglieds vorgelegt. Dabei fallen in der Regel gefälschte Urkunden auf. Da Zeugnisse jedoch mit Hilfe digitaler Anwendungen immer häufiger so gut gefälscht werden, dass sie - wie bei dem jüngsten Fall einer falschen Ärztin in Fritzlar - von Originalen nicht oder so gut wie nicht unterscheidbar sind, fordert Pinkowski die Bundesländer auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Approbationsurkunden weitgehend fälschungssicher zu machen.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2290.atom Westfalen-Lippe: Spahns Gesetzentwurf tritt Persönlichkeitsrechte mit Füßen - Windhorst: „Daten gehören den Patienten“ 2019-11-04T14:56:04+01:00 2019-11-04T14:52:28+01:00 Münster - In die umfangreiche Kritik an den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Daten der gesetzlich Krankenversicherten ohne deren Einverständnis für Forschungszwecke zu nutzen, reiht sich auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe ein. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst befürchtet eine „Katastrophe für die Patientensicherheit und Patientenautonomie“, sollte das geplante „Digitale-Versorgung-Gesetz“ nicht höchsten Schutz für den selbstbestimmten Umgang mit Patientendaten bieten.

Münster - In die umfangreiche Kritik an den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Daten der gesetzlich Krankenversicherten ohne deren Einverständnis für Forschungszwecke zu nutzen, reiht sich auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe ein. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst befürchtet eine „Katastrophe für die Patientensicherheit und Patientenautonomie“, sollte das geplante „Digitale-Versorgung-Gesetz“ nicht höchsten Schutz für den selbstbestimmten Umgang mit Patientendaten bieten.

Spahns Gesetzesvorlage sieht vor, die persönlichen Daten sowie sämtliche Behandlungsdaten aller Versicherten an den Spitzenverband der Krankenkassen weiterzuleiten, der sie dann wiederum einem beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelten Forschungsdatenzentrum zur Verfügung stellt. Das Gesetz soll am kommenden Donnerstag im Deutschen Bundestag verabschiedet werden.

Windhorst: „Die aus seinem Buch bekannte Einstellung des Bundesgesundheitsministers, Datenschutz sei nur etwas für Gesunde, tritt den Gedanken des Persönlichkeitsschutzes der Patienten mit Füßen. Um es ganz deutlich zu sagen: Die Gesundheitsdaten gehören den Patienten. Ohne Wenn und Aber.“ Eine Weitergabe von Patientendaten dürfe nur mit dem Einverständnis des Patienten und dann lediglich in anonymisierter Form erfolgen. Außerdem müssten die Patienten stets einer Weitergabe ihrer Daten widersprechen können. Alles andere gefährde die Sicherheit der Patienten und deren Autonomie.

„Wenn Gesundheitsdaten nicht mehr geschützt sind und auf sie zugegriffen werden kann, kann sich dies zu einer Katastrophe für den einzelnen Menschen auswachsen, zum Beispiel bei der Sozialversicherung, im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen oder beim Abschluss von Verträgen.“ Gerade der Umgang mit Sozialdaten sei ein höchst sensibles Thema für jeden einzelnen Bürger und müsse dementsprechend geschützt sein vor Eingriffen von außen. Laut Gesetzentwurf soll eine Nutzung der Daten durch Behörden, Forschungseinrichtungen oder Universitätskliniken ermöglicht werden; eine Datennutzung durch die Industrie wird nicht geregelt, aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Windhorst: „Wer den Datenschutz im Gesundheitswesen hintergeht, hintergeht damit auch jede Patientin und jeden Patienten.“

Grundsätzlich heißt Kammerpräsident Dr. Windhorst die Nutzung von Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung gut: „Ihre digitale Auswertung ist ein wichtiger Bestandteil zukünftiger Medizin, in der Forschung lassen sich so Zusammenhänge besser identifizieren und Fortschritte für die Patientenbehandlung erreichen. Diese Chancen dürfen aber nicht zulasten des individuellen Selbstbestimmungsrechtes der Patienten gehen. Patientinnen und Patienten dürfen keine Nachteile aus der bewussten oder unbewussten Offenlegung ihrer Daten erleiden.“

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2289.atom Sachsen: Masern in Deutschland: Sächsische Landesärztekammer weiterhin für Impflicht in Kindergärten und Schulen 2019-11-04T12:42:55+01:00 2019-11-04T12:39:17+01:00 Dresden - Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sinkt von Jahr zu Jahr. Aktuell sind 7.500 Schulanfänger nicht vor Masern geschützt. Ein Herdenschutz ist damit nicht gegeben.

Dresden - Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sinkt von Jahr zu Jahr. Aktuell sind 7.500 Schulanfänger nicht vor Masern geschützt. Ein Herdenschutz ist damit nicht gegeben.

Inzwischen besitzen weniger als die Hälfte der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter, bei den Senioren sogar nur jeder Dritte, einen ausreichenden Impfschutz. Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, appelliert an alle Eltern, ihre Kinder frühzeitig gegen Masern impfen zu lassen. Kleinkinder sollten ab dem 11. Lebensmonat gegen Masern geimpft werden. "Eltern sollten bedenken, dass sie im Fall einer Nichtimpfung nicht nur ihr eigenes Kind gefährden, sondern auch andere Kinder und Erwachsene der Gefahr einer lebensbedrohlichen Ansteckung aussetzen."

Der Deutsche Ärztetag hat auf Vorschlag der Sächsischen Landesärztekammer bereits 2006 die zuständigen Länderministerien aufgefordert, die notwendigen Rechtsbestimmungen zu erlassen, dass in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergärten und Schulen, nur Kinder aufgenommen werden dürfen, die einen vollständigen Impfstatus entsprechend den nach § 20 (3) IfSG von den obersten Landesgesundheitsbehörden öffentlich empfohlenen Schutzimpfung vorweisen können, es sei denn nach ärztlichen bzw. amtsärztlichen Urteil ist eine Impfung bei dem Kind oder Jugendlichen kontraindiziert.

In der Begründung verwies der Deutsche Ärztetag darauf, dass Rechte von Familien mit Kindern auf einen Kindergartenplatz oder einen Platz in einem Gymnasium untrennbar auch mit Pflichten verbunden sind. Dazu gehört unter anderem auch die Prophylaxe von Infektionskrankheiten durch Schutzimpfungen. Notorische Impfgegner lassen ihre Jugendlichen impfen, wenn sie ein Highschooljahr in einem anderen Land absolvieren wollen.

"Wir sollten daher in Deutschland ebenso wie den USA in den jeweiligen Ländergesetzen festlegen: keine altersgerechte Impfung - kein Kindergartenplatz und kein Gymnasienbesuch (no vaccination,no school).", so der Präsident.

Ihren aktuellen Impfstatus können Bürger anhand ihrer Impfdokumente beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt feststellen lassen.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-2288.atom Generalversammlung des Weltärztebundes bestätigt Ablehnung des ärztlich assistierten Suizids 2019-11-01T11:55:46+01:00 2019-11-01T11:54:12+01:00

Berlin - „Ärzte sind dem Leben verpflichtet. Es ist wichtig, dass der Weltärztebund das noch einmal zum Ausdruck gebracht hat.“ So kommentiert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die auf der 70. Generalversammlung des Weltärztebundes (WMA) verabschiedete Deklaration, in der der WMA seine Ablehnung des ärztlich assistierten Suizids und der Euthanasie bekräftigt. Ärzte dürften nicht dazu gezwungen werden, Patienten bei der Selbsttötung zu unterstützen oder Euthanasie durchzuführen.

In einer Dringlichkeitsresolution rief der WMA die Ärztinnen und Ärzte weltweit dazu auf, ihre Rolle im Gesundheitsschutz wahrzunehmen und ein schnelleres Vorgehen der Regierungen gegen den Klimawandel einzufordern. Um dessen lebensbedrohliche Auswirkungen möglichst gering zu halten, müsse bis zum Jahr 2030 das Ziel der Klimaneutralität erreicht sein. Auch der Gesundheitssektor selbst sei angehalten, seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren und die Nachhaltigkeit der Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

Kritik übte der Weltärztebund, der vom 23. bis 26. Oktober in Tiflis tagte, an den bisher angewandten Methoden zur Altersfeststellung bei unbegleiteten Flüchtlingen. Aufgrund der fehlenden Evidenz sollten diese Verfahren nur in Ausnahmesituationen eingesetzt werden. Höchste Priorität müsse dabei die Gesundheit, Sicherheit und Würde der jungen Geflüchteten haben.

Die WMA-Delegierten verabschiedeten darüber hinaus zahlreiche weitere Dokumente, darunter die Deklaration zur Genetik in der Medizin. Darin fordern sie eine umfassende Aufklärung des Patienten im Vorfeld von genetischen Tests sowie höchste Schutzstandards bei der Sammlung, Speicherung und Verwendung genetischer Daten. Eine weitere Stellungnahme beschäftigte sich mit den Herausforderungen und Chancen der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Gesundheitsversorgung. Der Weltärztebund spricht sich hier für eine noch intensivere Auseinandersetzung der Ärzteschaft mit der Thematik aus. Auch müsse der ärztliche Sachverstand stärker in die Entwicklung von KI-Systemen einbezogen werden.

Neuer Präsident des WMA ist Dr. Miguel Roberto Jorge. In seiner Antrittsrede kündigte der Brasilianer an, den Fokus seiner einjährigen Amtszeit auf die Sorge für den Patienten zu legen. Neben fachlicher Exzellenz zeichne einen kompetenten Mediziner auch die Nähe zum Patienten, Empathie und Mitgefühl aus. Der emotionale Aspekt der ärztlichen Tätigkeit käme im Medizinstudium aber häufig zu kurz.

Weitere Informationen über die WMA-Deklaration zu ärztlich assistiertem Suizid und Euthanasie finden Sie hier