Bundesärztekammer / 2022-05-19T10:24:16+02:00 https://www.bundesaerztekammer.denews-3484.atom Nordrhein: Ärztekammer Nordrhein fordert Suizidpräventionsgesetz 2022-05-18T08:47:37+02:00 2022-05-17T08:45:00+02:00

Düsseldorf - Die Ärztekammer Nordrhein fordert den Deutschen Bundestag auf, ein Suizidpräventionsgesetz auf den Weg zu bringen, das die Suizidprävention, die Angehörigenbegleitung, die Suizidforschung sowie das Nationale Suizidpräventionsprogramm in Deutschland nachhaltig stärkt.

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr mehr als 9.000 Menschen das Leben. Die Zahl der Suizidversuche liegt geschätzt zehnmal so hoch. Der überwiegende Teil der Suizide findet im Kontext psychischer Erkrankungen statt. Erfahrungswerte aus anderen Ländern deuten darauf hin, dass mit dem Angebot der Suizidassistenz die Suizidrate noch einmal deutlich steigt.

 „Allein die Tatsache, dass es so viele Suizidwünsche gibt, muss als gesellschaftlicher Auftrag verstanden werden, die Suizidprävention zu stärken“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein am Dienstag, 17. Mai in Düsseldorf. „Doch wir Ärztinnen und Ärzte nehmen mit Sorge wahr, dass die aktuellen Debatten mehr davon geprägt werden, wie selbstbestimmtes Sterben ermöglicht werden kann, als davon, wie man Menschen in Krankheit, Einsamkeit und Verzweiflung helfen kann, neue Lebensperspektiven zu finden. Wir müssen uns dringend überlegen, wie wir durch verbesserte Lebensbedingungen etwa durch Armutsbekämpfung, gute Pflege im Alter, bei Krankheit und Behinderung sowie durch ein verlässliches psychosoziales Hilfesystem einen Anstieg der Suizidwünsche vermeiden können“, sagte Henke. „Nur mit einem guten Schutzkonzept können wir verhindern, dass ein gesellschaftliches Klima entsteht, in dem sich schwerkranke, pflegebedürftige oder behinderte Menschen zur Selbsttötung gedrängt fühlen, um niemanden eine Last zu sein.“

„Ärztinnen und Ärzte“, erklärte der Kammerpräsident, „möchten nicht erleben, dass flächendeckend staatlich gut ausfinanzierte Beratungsstellen entstehen, in denen sich Menschen in Not über Fragen der Suizidhilfe beraten lassen können und gleichzeitig Gelder für aufsuchende Hilfen, psychosoziale Beratungsstellen, Hotlines für Betroffene und Angehörige sowie für ausreichende psychotherapeutische und psychiatrische Einrichtungen fehlen, die solche Notlagen im Vorfeld verhindern könnten.“

Die Ärztekammer Nordrhein hat schon auf ihrer Kammerversammlung am 13. März 2021 in einem Beschluss weitreichende Forderungen für die Ausgestaltung eines Suizidpräventionsgesetzes formuliert. Dazu gehörte unter anderem auch die Forderung, durch geeignete Informations- und Aufklärungsangebote ein gesellschaftliches Klima zu fördern, in dem suizidale Menschen über ihre Situation sprechen und Hilfe in Anspruch nehmen können. Auch soll der Gesetzgeber Werbung für Suizid oder Suizidbeihilfe nach Auffassung der Ärzteschaft konsequent verbieten.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3483.atom BÄK-Präsident Reinhardt fordert Alkohol-Werbeverbot 2022-05-16T14:44:19+02:00 2022-05-16T15:00:00+02:00 „Weniger ist besser. Das gilt auch und gerade beim Thema Alkohol. Der Alkoholkonsum fordert Jahr für Jahr rund 74.000 Todesopfer allein in Deutschland. Die politischen Entscheidungsträger dürfen diese traurige Tatsache nicht länger ignorieren. Sie müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Alkoholkonsum zu senken. Wir brauchen ein Werbeverbot für alkoholhaltige Getränke.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der diesjährigen „Aktionswoche Alkohol“.

Berlin – „Weniger ist besser. Das gilt auch und gerade beim Thema Alkohol. Der Alkoholkonsum fordert Jahr für Jahr rund 74.000 Todesopfer allein in Deutschland. Die politischen Entscheidungsträger dürfen diese traurige Tatsache nicht länger ignorieren. Sie müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Alkoholkonsum zu senken. Wir brauchen ein Werbeverbot für alkoholhaltige Getränke.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der diesjährigen „Aktionswoche Alkohol“.   

Obwohl der Alkoholkonsum in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist, gilt Deutschland nach wie vor als Hochkonsumland. Im Durchschnitt trinkt jeder erwachsene Deutsche 10,2 Liter Reinalkohol jährlich. Das liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnittswert von 5,8 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr.

„Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, aber seine Schattenseiten werden leicht vergessen oder verdrängt. Alkoholkonsum ist immer riskant“, warnt BÄK-Präsident Reinhardt. Wer bei sich selbst einen problematischen Umgang mit Alkohol vermute, solle sich umgehend an einen Arzt oder eine Ärztin seines Vertrauens wenden. „In vielen Fällen kann mit ärztlicher Hilfe bereits ein deutlicher Rückgang des Konsums erreicht werden“, so Reinhardt.

Die Aktionswoche Alkohol findet in Deutschland alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr organisieren die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen und das Blaue Kreuz Deutschland die Aktionswoche, die dieses Mal unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser“ den Schwerpunkt auf die Sucht-Selbsthilfe legt.

Weitere Informationen unter www.aktionswoche-alkohol.de.

Podcast-Folge von Sprechende Medizin

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-3482.atom Curricula für Prüfer aktualisiert 2022-05-13T14:11:27+02:00 2022-05-13T14:08:23+02:00 Die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (AKEK) haben die curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs aktualisiert. Ziel war es, die umfangreich novellierten europarechtlichen Vorgaben und ihre nationalen Durchführungsvorschriften abzubilden.

Berlin, 13.05.2022 – Die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (AKEK) haben die curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs aktualisiert. Ziel war es, die umfangreich novellierten europarechtlichen Vorgaben und ihre nationalen Durchführungsvorschriften abzubilden.

So hat sich im Kontext der seit dem 26. Mai 2021 geltenden EU-Verordnung über Medizinprodukte sowie der seit dem 31. Januar 2022 geltenden EU-Verordnung über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln Anpassungsbedarf ergeben. Darüber hinaus findet ab dem 26. Mai 2022 die EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika erstmals Anwendung.

Neben der Aktualisierung der regulatorischen Vorgaben und Verweise wird nun in den curricularen Fortbildungen für eine bessere Übersichtlichkeit und zur Vermeidung von Unsicherheiten nur noch die aktuell geltende Rechtslage dargestellt. Zudem werden - im Ergebnis der in der Pandemie gesammelten Erfahrungen - die Hinweise zur Kursgestaltung im Hinblick auf die Möglichkeit zur Durchführung der Fortbildungsmaßnahmen in virtueller Präsenz aktualisiert.

Um Praxiserfahrungen und weitere fachliche Einschätzungen aus den Fach- und Verkehrskreisen frühzeitig einzubeziehen, wurde im Frühjahr 2022 im Sinne eines transparenteren Arbeitens sowie einer frühzeitigen Information der Fachkreise erstmals eine vierwöchige öffentliche Konsultation durchgeführt. Im Ergebnis dieser Konsultation wurden die konstruktiven Rückmeldungen bei den weiteren Beratungen zur Aktualisierung der curricularen Fortbildungen für den Grundlagen-, Aufbau- und Auffrischungskurs berücksichtigt.

Hintergrund für die Ausarbeitung der curricularen Fortbildungen: Gemäß der EU-Verordnung über klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln, der EU-Verordnung über Medizinprodukte und der EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika müssen die Prüferinnen, Prüfer und weiteren Mitglieder eines Prüfungsteams in klinischen Prüfungen und Leistungsstudien entsprechend qualifiziert sein. Die Ethik-Kommissionen beurteilen die dazu im Rahmen der Antragstellung eingereichten Unterlagen.

Zur weiteren Konkretisierung der erforderlichen Qualifikation und als möglicher Anhaltspunkt für die Anerkennung einzelner Fortbildungsmaßnahmen durch die Ethik-Kommissionen erarbeiten die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. gemeinsam die Curricula.

Curricula für Prüfer

 

https://www.bundesaerztekammer.denews-3481.atom ZEKO legt aktuelle Orientierungshilfe für die ärztliche Praxis vor (Medical futility) 2022-05-13T11:34:22+02:00 2022-05-13T11:32:20+02:00 Angesichts der großen therapeutischen Bandbreite müssen Ärztinnen und Ärzte zunehmend Entscheidungen treffen, ob und wann sie auf den Einsatz von bestimmten medizinischen Maßnahmen verzichten dürfen oder sogar sollten. Auch müssen sie entscheiden, in welchen Fällen diese Überlegungen in das Gespräch mit ihren Patientinnen und Patienten eingebracht werden sollten. Um ihnen für solche Situationen eine Orientierung zu geben, hat die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) die Stellungnahme „Ärztliche Verantwortung an den Grenzen der Sinnhaftigkeit medizinischer Maßnahmen. Zum Umgang mit ‚Futility‘“ erarbeitet.

Berlin, 13.05.2022 – Angesichts der großen therapeutischen Bandbreite müssen Ärztinnen und Ärzte zunehmend Entscheidungen treffen, ob und wann sie auf den Einsatz von bestimmten medizinischen Maßnahmen verzichten dürfen oder sogar sollten. Auch müssen sie entscheiden, in welchen Fällen diese Überlegungen in das Gespräch mit ihren Patientinnen und Patienten eingebracht werden sollten. Um ihnen für solche Situationen eine Orientierung zu geben, hat die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) die Stellungnahme „Ärztliche Verantwortung an den Grenzen der Sinnhaftigkeit medizinischer Maßnahmen. Zum Umgang mit ‚Futility‘“ erarbeitet.

„Die ZEKO möchte eine Orientierungshilfe für solche Situationen vorlegen, in denen sich die Frage nach der Sinnlosigkeit medizinischer Maßnahmen stellt, und insbesondere die dann entstehenden ärztlichen Aufgaben im gemeinsamen Entscheidungsprozess mit ihren Patientinnen und Patienten aufzeigen“ erläutert der ZEKO-Vorsitzende Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz. In der Stellungnahme werden zudem die ethischen und rechtlichen Aspekte dieser Situationen herausgearbeitet und Hinweise für ärztliches Handeln in typischen Konfliktsituationen gegeben. „Die ZEKO möchte mit der Stellungnahme Ärztinnen und Ärzte auch für die verschiedenen Konstellationen von ‚Futility‘ sensibilisieren“, so Taupitz.

„Was ist im medizinischen Kontext unter Sinnlosigkeit („Medical Futility“ oder kurz: „Futility“) zu verstehen und wann ist eine medizinische Maßnahme sinnlos („futile“)? Dies ist trotz einer jahrzehntelangen Diskussion über ‚Futility‘ weiterhin unklar und kontrovers und war der Anlass für das Aufgreifen des Themas“, erklärt Dr. phil. Julia Inthorn, Federführende der zuständigen Arbeitsgruppe der ZEKO.

„Eine Antwort auf die Frage nach ‚Futility‘ in der Medizin berührt verschiedene Aspekte und ist daher sehr komplex“, betont Prof. Dr. jur. Dr. h. c. Volker Lipp, zweiter Federführender der Arbeitsgruppe. Bei näherer Betrachtung werde die Antwort sehr schwierig und die Diskussion darüber sei deshalb noch lange nicht zu Ende. Hier wolle die ZEKO nicht zuletzt der ärztlichen Praxis Orientierung bieten.

Die ZEKO empfiehlt, die ärztliche Abwägung einschließlich der Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit einer individuellen therapeutischen Strategie im Gespräch mit den Patientinnen und Patienten transparent und verständlich zu erläutern. Nur, wenn kein begründeter Zweifel darüber bestehe, dass eine therapeutische Strategie unwirksam oder sogar kontraindiziert sei oder ein sehr ungünstiges Nutzen-Schaden-Verhältnis aufweise, müsse dies nur auf Nachfrage erläutert werden.

Stellungnahme „Ärztliche Verantwortung an den Grenzen der Sinnhaftigkeit medizinischer Maßnahmen. Zum Umgang mit ‚Futility‘“

https://www.bundesaerztekammer.denews-3486.atom Niedersachsen: „Wir brauchen auf alkoholhaltigen Getränken eine explizite Warnung vor den gesundheitlichen Gefahren“ 2022-05-18T08:56:23+02:00 2022-05-13T08:54:00+02:00 Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, fordert zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Alkohol, auf alkoholhaltigen Getränken vor dem gesundheitsschädigenden Potenzial von Alkohol zu warnen.

Hannover - Der Alkoholkonsum ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Dies belegen verschiedene internationale Studien. Auch in Niedersachsen kam es zu mehr tödlichen Verkehrsunfällen und die Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Suchtmitteln nahmen zu. Mehr ärztliche Behandlungen, die auf Alkoholkonsum zurückgehen, verzeichneten ferner die Krankenkassen.

„Angesichts der schier nicht enden wollenden Pandemie, müssen wir dieser Entwicklung wirksame Maßnahmen entgegensetzen“, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. Zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai 2022, ausgerufen von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), macht die Fachärztin für Innere Medizin auf die gesundheitlichen Gefahren durch regelmäßigen Alkoholkonsum aufmerksam: „Aktuelle Studien haben erneut gezeigt, dass bereits ein bis zwei Gläser Wein täglich zu bleibenden Schäden führen“, so Wenker.
Deshalb regt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) an, auf Alkoholprodukten – ähnlich wie bei Tabakerzeugnissen – auf das gesundheitsschädigende Potenzial dieser Getränke hinzuweisen: „Solange Alkohol von den Menschen in erster Linie mit Geselligkeit, Feierstimmung und guter Laune in Verbindung gebracht wird“, sagt Wenker, werde sich am Konsumverhalten der Bevölkerung nichts ändern.

Die ÄKN wird im Rahmen der Aktionswoche Alkohol außerdem am kommenden Montag, 16. Mai 2022, einen Live-Talk zum Thema Sucht-Selbsthilfe senden. Kommunikationschef Thomas Spieker wird um 17.30 Uhr im ÄKN-Studio aus Hannover Jenny Lehnert-Ott, Suchttherapeutin und Leitung der Abteilung Prävention der Fachstelle Sucht und Suchtprävention prisma gGmbH, und Dr. med. Frank Fischer, Leiter der Sucht- und Traumatherapiestation „Teen Spirit Island“ des Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT, begrüßen.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3485.atom Hessen: Landesärztekammer Hessen: Alkoholprävention durch Aufklärung 2022-05-18T08:53:43+02:00 2022-05-13T08:48:00+02:00

Frankfurt - Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2022 blickt die Landesärztekammer Hessen auf 15 Jahre Präventionsbemühungen zurück: Im Sommer 2007 gestartet, sind im Rahmen des Projekts „Hackedicht – Besser geht’s dir ohne!“ bisher mehr als 360 Aktionen mit über 9500 Schülerinnen und Schülern an hessischen Schulen veranstaltet worden. In einer Telefonsprechstunde für die Presse am 16. Mai von 13:00 bis 14:30 Uhr beantwortet Dr. med. Siegmund Drexler, Drogen- und Suchtbeauftragter der Landesärztekammer Hessen, unter Tel. 069 97672 777 Fragen zur Suchtprävention.

Mit rund 1,6 Millionen abhängigen Bürgerinnen und Bürgern ist Alkoholabhängigkeit noch immer ein ernstzunehmendes Problem. Kinder und Jugendliche sind beim ersten Alkoholkonsum durchschnittlich 13 Jahre alt und erleben ihren ersten Rausch mit 14 Jahren.  Zwar ist die Zahl der wegen exzessivem Alkoholkonsum behandelten Kinder und Jugendlichen  zwischen 10 und 15 Jahren  2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent zurückgegangen, wie eine Studie der DAK-Gesundheit zeigt. Doch raten Experten und Expertinnen zu einer vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse. Der Rückgang der Zahlen könne unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass  es in der Corona-Pandemie weniger  Gelegenheiten zum gemeinsamen Alkoholkonsum gegeben habe.

„Wichtig ist, mit den Präventionsbemühungen nicht nachzulassen und Kinder und Jugendliche weiterhin über die Risiken des Alkoholkonsums aufzuklären“, betont der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski. „Das Aufklärungsprojekt der Landesärztekammer „Hackedicht – Besser geht’s dir ohne“ leistet einen ärztlichen Beitrag zur Alkoholprävention bei Jugendlichen. Dabei stehen Information und Austausch mit den Jugendlichen ohne erhobenen Zeigefinger im Vordergrund.“   

Im Rahmen des Projektes vermittelt die Landesärztekammer Ärztinnen und Ärzte, die in Abstimmung mit den Fach- und Beratungslehrern im Unterricht, bei Projekttagen, auf  Informationsveranstaltungen und auf Elternabenden über Alkohol und seine Folgen aufklären. Sie diskutieren mit den Schülern, beantworten ihre Fragen und weisen auf Hilfsangebote hin. Ergänzt werden die Informationsveranstaltungen durch anschauliche Übungen.
 
Mit dem Einsatz von Rauschbrillen wird in unterschiedlichen und an die Altersstufen angepassten Szenarien die eingeschränkte Sehfähigkeit unter Alkoholeinfluss demonstriert.  Außerdem stellt die Landesärztekammer, neben einem Informationsflyer und Fragebögen für Jugendliche, Materialien sowie einen Mustervortrag für die beteiligten Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung.

Wie die Evaluierung zeigt, stoßen die Veranstaltungen bei Schülern und Schülerinnen durchweg auf positive Resonanz. Das bestätigen auch teilnehmende Lehrerinnen und  Lehrer: Man habe den Eindruck, dass die Aufklärungsaktion in den Klassen einen nachhaltigen Eindruck hinterlasse.   

„Die Vernetzung aller Beteiligten ist langfristiges Ziel des Projekts“, erklärt Pinkowski. „Um Jugendliche vor den Gefahren des Alkohols zu schützen, ist die Zusammenarbeit von Ärzten, Lehrern, Eltern und Fachstellen unerlässlich.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Landesärztekammer Hessen:
https://www.laekh.de/presse/aktionen-projekte/hackedicht-alkoholpraevention

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3490.atom Brandenburg: Regierungskommission Krankenhaus: Vertreter der Fläche beteiligen! 2022-05-18T09:05:04+02:00 2022-05-12T09:04:00+02:00

Potsdam - Grundsätzlich positiv sieht der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, endlich eine umfassende Krankenhausreform anzugehen.

In diesem Sinne sei auch die Einrichtung einer „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ zu begrüßen. Als unverständlich beurteilte das Gremium allerdings die Tatsache, dass dieser Kommission – zumindest bisher – keinerlei Vertreter der stationären und ambulanten Flächenversorgung mit ihrer spezifischen Kenntnis der Situation in ländlichen Krankenhausstrukturen und Versorgungsanforderungen angehören sollen. Dies steht in deutlichem Widerspruch zur Verteilung der Bevölkerung in Deutschland. Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung lebt nicht in Großstädten, sondern in ländlich und kleinstädtisch geprägten Gebieten Deutschlands.

Besonders in Flächenländern wie Brandenburg muss aber die stationäre Versorgung am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden, betonte der Kammervorstand. Die zuverlässige und erreichbare Versorgung mit stationären medizinischen Leistungen sei ein hohes Gut. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe belegt, wie unverzichtbar eine Krankenhausplanung sei, die sich am Bedarf der Bevölkerung orientiere. Dazu gehöre es, überall in Deutschland eine hochwertige Versorgung sicherzustellen. Darüber hinaus seien die Kliniken elementar wichtig, um die Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zu Fachärzten und damit die Gewährleistung des ärztlichen Nachwuchses sicherzustellen. Auch die gegenwärtigen, berechtigten Diskussionen über die Wiederherstellung eines ausreichenden Zivilschutzes der Bevölkerung zeigen, dass eine stationäre Flächenversorgung unverzichtbar ist.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3488.atom Berlin: Gesundheitsprävention bei Kindern stärken: Schuleingangsuntersuchungen müssen wieder regelmäßig stattfinden 2022-05-18T08:59:49+02:00 2022-05-12T08:58:00+02:00 Die Gesundheitsämter müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Schuleingangsuntersuchungen wieder regelmäßig durchführen. Das fordert die Ärztekammer Berlin. Zudem sollen Kita-Reihenuntersuchungen verpflichtend eingeführt werden, um gesundheitliche Probleme bei Kindern frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Berlin - „Gesundheitsförderung und Prävention fangen bei den Kleinsten an. Doch in der Coronakrise ist genau das ins Hintertreffen geraten“, erklärt PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Aufgrund der Mehrbelastung der Gesundheitsämter durch die COVID-19-Pandemie waren viele der jährlich 30.000 Schuleingangsuntersuchungen ausgefallen. Die Ärztekammer Berlin fordert daher, den Öffentlichen Gesundheitsdienst personell und finanziell so auszustatten, dass er seinem gesetzlichen Auftrag nachkommen und die Untersuchungen wieder regelmäßig und den Standards entsprechen durchführen kann. Zudem sollten die ausgefallenen Untersuchungen so schnell wie möglich nachgeholt werden. Beschlossen wurden die Forderungen auf der 21. Delegiertenversammlung der Ärztekammer am 11. Mai 2022.

„Besonders für Kinder aus in sozial schwierigen Verhältnissen lebenden Familien ist es problematisch, wenn Schuleingangsuntersuchungen nicht stattfinden“, betont Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Die Termine dienen dazu, die körperliche, geistige, soziale und emotionale Entwicklung des angehenden Schulkindes zu untersuchen und zu prüfen, ob das Kind den Anforderungen des Schulalltags aus medizinischer Sicht gewachsen ist. Stellt sich heraus, dass das Kind Unterstützung benötigt, werden geeignete Maßnahmen in die Wege geleitet.

Mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat die Ärztekammer Berlin bereits wiederholt Gespräche zu den ausgefallenen Schuleingangsuntersuchungen geführt und ihre Unterstützung angeboten. Zudem fordert sie, die bisher freiwilligen Kita-Reihenuntersuchungen ebenfalls verpflichtend einzuführen. Nur so können gesundheitliche und psychosoziale Probleme bei Kindern rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.  

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3487.atom Berlin: Obdachlosigkeit: Medizinische und hygienische Versorgung verbessern! 2022-05-18T08:58:35+02:00 2022-05-12T08:56:00+02:00 Obdachlose Menschen erhalten oft nicht die notwendige medizinische Versorgung. Zu den häufigsten Gründen gehört deren schwierige hygienische Situation. Die Ärztekammer Berlin fordert den Senat dazu auf, die medizinische und hygienische Versorgung obdachloser Menschen zu verbessern.

Berlin - „Medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht. Dies wird jedoch nicht jedem Menschen in Deutschland in ausreichendem Maß gewährt“, kritisiert PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Insbesondere obdachlose Menschen haben oft Schwierigkeiten, die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten.

„Oft ist es die Scham aufgrund mangelnder Hygiene, die Betroffene davon abhält, notwendige medizinische Hilfe zu suchen“, erläutert Bobbert. Aber auch für das medizinische Personal bedeutet der hygienische Zustand mancher Patient:innen eine Herausforderung. Gleichzeitig kann mangelnde Hygiene zu Erkrankungen führen oder diese verschlimmern, beispielsweise bei Hauterkrankungen oder Wundinfektionen.

Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin fordert mit einem Beschluss den Berliner Senat daher auf, seine Anstrengungen zu verstärken, eine adäquate medizinische und hygienische Versorgung von obdachlosen Menschen zu gewährleisten. Auf ihrer Versammlung am 11. Mai 2022 haben die Delegierten folgende konkrete Forderungen beschlossen:

  1. Konkret als erster Schritt zu realisieren, ist die Schaffung von mindestens zwei Hygienestationen für Obdachlose, in denen beispielsweise Behandlungen bei Läusebefall oder anderen parasitären Erkrankungen durchgeführt werden.
  2. Sicherstellung von ausreichenden medizinischen und hygienischen Bedingungen in den Obdachlosenunterkünften.
  3. Verstärkte Bemühungen, Obdachlose in feste Unterkünfte zu vermitteln.

„Die Situation von Obdachlosen muss so verbessert werden, dass sie ohne Scham und ohne die Sorge, abgewiesen zu werden, eine gute ärztliche Behandlung erhalten können“, betont Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Derzeit werden Obdachlose zum großen Teil in spendenfinanzierten Ambulanzen und von ehrenamtlichen Mitarbeitenden versorgt. „So sehr wir die Arbeit dieser engagierten Kolleg:innen schätzen, kann dies jedoch nicht die Lösung sein, auf der wir uns ausruhen“, so Bobbert. Die Ärztekammer Berlin fordert daher, den Öffentlichen Gesundheitsdienst personell und finanziell so zu stärken, dass ehrenamtliche Strukturen entlastet werden und Gesundheitsämter ihren sozialkompensatorischen Auftrag wahrnehmen können.

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https://www.bundesaerztekammer.denews-3478.atom Baden-Württemberg: Landesärztekammer: Alkohol in der Schwangerschaft absolutes No-Go 2022-05-11T13:10:58+02:00 2022-05-11T13:08:36+02:00

Stuttgart - Schwangere, die Alkohol trinken, setzen ungeborene Kinder erheblichen Gesundheitsrisiken aus. Und auch bei Neugeborenen kann über die Muttermilch zugeführter Alkohol zu Schädigungen führen. Darauf macht die Landesärztekammer Baden-Württemberg anlässlich der bundesweiten „Aktionswoche Alkohol“ vom 14. bis zum 22. Mai aufmerksam, die unter anderem über Risiken des Alkoholkonsums aufklärt, Vor-Ort-Aktionen sichtbar macht und Betroffenen Hilfestellung gibt. „Alkohol ist während der gesamten Schwangerschaft und auch für stillende Mütter ein absolutes No-Go. Das Kind trinkt dabei unweigerlich mit. Kein Mensch würde Kindern Alkohol zu trinken geben“, warnt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Daher lautet die eiserne Regel in dieser Zeit: Null Alkohol.“

In der Schwangerschaft sind Mutter und Kind über die Nabelschnur verbunden. Für viele Gefahren aus dem Mutterkörper, einige Krankheiten etwa, ist die Plazenta eine wirkungsvolle Schranke. Alkoholmoleküle können sie jedoch ungebremst passieren. Die Folge: Im Blut des Kindes herrscht schnell die gleiche Alkoholkonzentration wie im Blut der Mutter, sodass die schädlichen Substanzen das Ungeborene ungebremst erreichen. Während die Alkoholwirkung im Körper der Mutter nach wenigen Stunden nachlässt, bleibt der Alkohol im Körper des Kindes, entfaltet seine giftige Wirkung und kann so für eine ganze Reihe von späteren Beeinträchtigungen des Kindes verantwortlich sein. Darunter fallen körperliche Schädigungen, geistige Behinderungen, Wachstumsstörungen, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Sprach-, Lern- und Wahrnehmungsprobleme sowie verminderte Intelligenz.

Rechnerisch kommen im Südwesten laut Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg jährlich rund 1.100 Neugeborene mit sogenannten Fetalen-Alkoholspektrum-Störungen (FASD) zur Welt. „Das sind schlimme Störungen – und vor allem völlig unnötig“, so Dr. Miller.

Auch in der Stillzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass Alkoholkonsum der Mutter durchaus zum Problem werden und die motorische und geistige Entwicklung des Kindes, seinen Schlafrhythmus und sein Wachstum beeinträchtigen kann. Das Problem: Beim Alkohol gibt es wie bei so vielen Giftstoffen keine unbedenkliche und risikofreie „Minimaldosis“. Ärztlich ist daher anzuraten, auch hier auf Nummer sicher zu gehen, keine Kompromisse zu machen und Verantwortung zu übernehmen.

Besonders schlimm dran sind Neugeborene alkoholabhängiger Mütter, denn sie müssen in ihren ersten Lebenstagen einen „kalten Entzug“ durchmachen. Häufig liegen sie deshalb nur apathisch da und zittern. Alkohol wird bei Babys zehnmal langsamer abgebaut als bei der Mutter. Fälle, in denen Kinder mit bis zu vier Promille im Blut geboren wurden, sind daher leider keine Seltenheit und bedeuten einen ungeheuer harten Start ins Leben, ganz zu schweigen von potenziellen Schädigungen, die sich gegebenenfalls erst später bemerkbar machen.

„Alkoholkonsum birgt enorme Gefahren für die Kleinsten unter uns, unter Umständen leiden sie lebenslang darunter – und das völlig unverschuldet“, stellt der Kammerpräsident fest. Die Betroffenen hätten mit starken Belastungen zu kämpfen und müssten häufig umfangreichen ärztlichen Beistand in Anspruch nehmen, um Leid so gut es eben geht zu mindern. Umso wichtiger sei es daher, es gar nicht erst entstehen zu lassen und als Mutter durch Alkoholabstinenz Verantwortung zu übernehmen. Auch der Partner könne hier eine aktive Rolle übernehmen, indem er Solidarität zeige und ebenfalls auf Alkoholkonsum während der Zeit der Schwangerschaft und des Stillens verzichte. Die Landesärztekammer weist zudem darauf hin, dass Alkohol nicht nur im Glas, sondern auch anderweitig „versteckt“ vorkommen kann, beispielsweise in Süßigkeiten, in Soßen oder in Backwaren.

Der Präventionsgedanke, der hinter der „Aktionswoche Alkohol“ steht, wird von der Südwest-Ärzteschaft in aller Deutlichkeit mitgetragen. So ist Prävention einer der wichtigsten Bausteine, um Alkoholschädigungen bei Kindern bestmöglich zu vermeiden. Gynäkologen klären beispielsweise werdende Mütter bei Schwangerschaftsuntersuchungen über diesbezügliche Risiken und Komplikationen auf. Darüber hinaus sind auf breiterer Präventionsbasis viele weitere Ärztinnen und Ärzte beispielsweise aus der Allgemeinmedizin oder aus dem Kinder- und Jugendbereich aktiv, um Erwachsenen und Heranwachsenden in Aufklärungsgesprächen generell das richtige Gefühl für den Umgang mit Alkohol zu vermitteln und auf diese Weise gesundheitlichen Schäden vorzubeugen. Auch die Ärztekammer nimmt seit jeher Sucht- und Missbrauchsgefahren unter anderem des Alkohols durch Fachveranstaltungen, durch Bereitstellen von Informationen und durch Verankerung des Themas in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung in den Fokus.

www.aerztekammer-bw.de