Berlin - Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, hat die angekündigten Milliardenhilfen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) als dringend notwendig begrüßt. Die Besetzung der angestrebten 5.000 neuen Stellen könne jedoch nur gelingen, wenn es eine attraktive Bezahlung gebe, sagte Reinhardt im ZDF-Morgenmagazin (09.09.2020). Ärzte erhielten in Gesundheitsämtern etwa ein Drittel weniger als in kommunalen Kliniken. Das könne nicht so bleiben. Reinhardt betonte, dass das zusätzliche Personal auch nach Ende der Corona-Pandemie gebraucht werde. Notwendig seien deshalb nachhaltige Strukturverbesserungen in den Gesundheitsämtern.
Berlin - Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat eine neue – vierte – Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma veröffentlicht. Vertreter aus 25 Fachgesellschaften haben dazu Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie des Asthmaanfalls im Kindes- und Erwachsenenalter erarbeitet. Ebenfalls neu formuliert wurden  Empfehlungen für die Kapitel Asthma in der Schwangerschaft, Asthma mit Arbeitsplatzbezug, Rehabilitation sowie für die komplementäre und alternative Therapie. Ziel der NVL Asthma ist es, die bestmögliche, sektorenübergreifende Versorgung von Patienten mit Asthma zu beschreiben. Das ÄZQ ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Die NVL Asthma ist kostenlos unter www.leitlinien.de abrufbar.
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat davor gewarnt, dass die anstehende Grippesaison den Betrieb an Schulen und Kitas zusätzlich belasten könnte. „Es ist deshalb wichtig, dass möglichst viele Kinder gegen Influenza geimpft werden. Genauso wichtig ist aber auch der Schutz des Personals: Erzieher und Lehrer sollten so umfänglich wie möglich gegen Grippe geimpft werden. Nur so kann das gesamte System Schule geschützt werden“, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Medien-Gruppe (03.09.2020). Zudem könnte eine Grippeimpfung einen positiven Effekt auf das Corona-Risiko haben. „Jede Impfung ist ein Trainingsprogramm für das Immunsystem. Die Grippeschutzimpfung führt zwar nicht zu einer spezifischen Immunisierung gegen das Corona-Virus, kann aber das Immunsystem so stärken, dass eine Infektion harmloser verläuft“, sagte der BÄK-Präsident.
Reproduktionsmedizin 02.09.2020

Belastungen von Kinderwunschpaaren minimieren

Berlin - „Rasanter medizinisch-wissenschaftlicher Fortschritt auf der einen Seite und jahrelanger gesetzgeberischer Stillstand auf der anderen. Das ist das Spannungsfeld, in dem sich die Reproduktionsmedizin seit vielen Jahren bewegt. Es ist höchste Zeit, das 30 Jahre alte Embryonenschutzgesetz an die aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen. Nur so lassen sich unnötige seelische Belastungen von Menschen mit Kinderwunsch vermeiden und gesundheitliche Risiken für werdende Mütter und ihre Kinder minimieren.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der Vorstellung des Memorandums der BÄK „Dreierregel, Eizellspende und Embryonenspende im Fokus“. Reinhardt appellierte an den Gesetzgeber, die in dem Papier enthaltenen Regelungsvorschläge zur Grundlage für eine Überarbeitung des Embryonenschutzgesetzes spätestens in der nächsten Legislaturperiode zu machen.   ...
Berlin - In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützen die Vorstände und Präsidenten von Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung die Forderung des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. nach einem steuerfinanzierten Sonderbonus für Medizinische Fachangestellte (MFA) als besonders belastete und gefährdete Gesundheitsberufe mit Systemrelevanz. Zudem machen sie darauf aufmerksam, dass MFA bislang nicht in der nationalen Teststrategie berücksichtigt werden. Mehr als 400.000 Medizinischen Fachangestellte und mehr als 200.000 Zahnmedizinischen Fachangestellte hätten sich während der ersten Pandemiephase den Herausforderungen gestellt und damit das Gesundheitswesen funktionsfähig gehalten sowie wichtige Versorgungsstrukturen in den Arzt- und Zahnarztpraxen aufrecht erhalten. „Das erklärte Ziel, die Kliniken zu...
Berlin - Gegen eine generelle Maskenpflicht im Schulunterricht hat sich Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, ausgesprochen. Sie sei nur dann sinnvoll, „wenn es sich absolut nicht einrichten lässt, dass man mit Abstand und gut belüftet den Unterricht abhält“, sagte er im Interview mit der Rheinischen Post (15.8.2020). Insbesondere bei heißem Wetter seien die Masken auch eine physische Belastung und hinderlich bei der sozialen Interaktion. „Dabei zählt die Mimik, die ja in maskiertem Zustand nicht zu erkennen ist“, so Reinhardt. Die aktuell diskutierte doppelte Testung von Reiserückkehrern hält Reinhardt für nicht sinnvoll, auch wenn „ein gewisses Restrisiko“ bleibe. „Man sollte es bei dem einmaligen Test belassen. Der Aufwand für einen zweiten Test wäre sehr groß, der Prozentsatz der Menschen, die trotz bereits erfolgter Ansteckung nicht erfasst werden, ist sehr gering. Wir werden leider nicht jede Form...
Berlin - Ehrliche, verständliche und hintergründige Gespräche rund um das Thema Gesundheit – das verspricht der neue Podcast „Sprechende Medizin“ der Bundesärztekammer. Gelegenheitspatient Daniel Finger, nebenbei auch Moderator und Wissenschaftsjournalist, stellt die Fragen. Dr. Klaus Reinhardt, Hausarzt und Präsident der Bundesärztekammer, antwortet. Alle 14 Tage sprechen die beiden über Ärzte und Patienten, Medizin und Politik, Leiden und Linderung, Forschung und Fortschritt. Am 31. Juli geht es im Premieren-Podcast unter anderem um die Frage, warum ökonomisches Denken auch in der Gesundheitsversorgung seinen Platz hat, die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens aber das Patientenwohl gefährdet. „Medizin ist nicht der Versuch, einen Maximalerlös zu produzieren“, stellt Reinhardt klar. Ganz im Gegenteil: Die Renditeerwartungen von Investoren gefährdeten das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis. Pünktlich zum...
Berlin - „Wir brauchen jetzt den entscheidenden Digitalisierungsschub zur weiteren Bekämpfung der Pandemie. In den letzten Monaten sind viele digitale Angebote entwickelt worden, aber es bleiben Schwachstellen. Wir zeigen in unserem Positionspapier Lösungen und Perspektiven für die digitale Transformation der Medizin auf. Diese kann aber nur gelingen, wenn auch die notwendige Infrastruktur aufgebaut und die entsprechenden Ressourcen freigegeben werden.“ Diese Zwischenbilanz zog Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der Vorstellung des Positionspapiers „Digitale Transformation in der Medizin in Pandemiezeiten“. „Wir müssen die Versorgung digitaler denken. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir von einem ungehinderten Informationsfluss entlang des medizinischen Versorgungsprozesses noch weit entfernt sind“, betonte Dr. Peter Bobbert, Co-Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Digitalisierung der...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt rät dringend, auch während der Corona-Pandemie bei unklaren gesundheitlichen Problemen in die Arztpraxis zu kommen. „Wir rechnen mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen für die Patienten, die nicht oder zu spät den Arzt aufsuchen.“ Chronisch Kranke sollten ihre Behandlung nicht unterbrechen. Schlaganfall oder Herzinfarkt seien schwere Erkrankungen, die immer und unverzüglich ärztlich abgeklärt werden müssten, so Reinhardt in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung am Mittwoch (1.7.2020). „Mit großer Sorge“ sieht Reinhardt die erheblich verringerte Inanspruchnahme vieler Praxen auch aus einem weiteren Grund. Viele Arztpraxen gerieten „in eine erhebliche finanzielle Schieflage“, warnte der BÄK-Präsident. Zwar greife in der gesetzlichen Krankenversicherung ein sogenannter „Rettungsschirm“, der 90 Prozent der Vorjahresumsätze aus dem GKV-Bereich garantiere. Das...
Berlin - Zu dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Programm für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Deutschland muss die kommenden sechs Monate nutzen, um mit der Europäischen Union Strategien zur Bewältigung der Pandemie und zur Stärkung der Krisen-Reaktionsfähigkeit auf den Weg zu bringen. Wir brauchen europaweit abgestimmte Meldestrukturen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Wir müssen die jeweiligen Corona-Warn-Apps mit denen der anderen Mitgliedstaaten kompatibel machen. Und wir sollten dringend gemeinsame Konzepte für die Bevorratung, für die Beschaffung und vor allem für die Produktion von Schutzausrüstung, Medikamenten und Impfstoffen erarbeiten. Die Aufgaben für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sind groß. Die deutsche Ärzteschaft wird sich tatkräftig in die Umsetzung geeigneter Maßnahmen einbringen. Die Zuständigkeit für die...