Mit einem einfachen Satz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf dem 124. Deutschen Ärztetag ein wichtiges Signal zu den drohenden Sanktionen bei nicht fristgerechter Ausstattung mit Komponenten der elektronischen Patientenakte gesendet: „Da, wo es objektiv nicht geleistet werden kann, soll es auch keine Sanktionen geben“. Bei der Eröffnungsveranstaltung diskutierte er mit Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt – moderiert von Deutschlandfunk-Moderator Jürgen Zurheide – unter anderem über die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung.

124. Deutscher Ärztetag 15.06.2021

Online-Ärztetag – zwei Tage geballte Medienpräsenz

Der 124. Deutschen Ärztetag war ein Novum – in vielerlei Hinsicht: Verkürzt auf zwei Tage kamen die 250 Abgeordneten aus 17 Landesärztekammern ausschließlich virtuell zusammen. Ursprünglich sollte das Ärzteparlament in Rostock tagen, doch musste die Veranstaltung schließlich pandemiebedingt online stattfinden – und es funktionierte reibungslos. Wer befürchtet hatte, ein digitaler Ärztetag werde „der Arbeit der Delegierten nicht gerecht und intensive Diskussionen kämen nicht zustande, sah sich eines Besseren belehrt“, fasste das Deutsche Ärzteblatt zusammen.

Poltik & Beruf 15.06.2021

Weiterbildung: Kompetenzen im Fokus

„Das neue Weiterbildungssystem ist ein lebendiges und lernendes System“. Das betonten Prof. Dr. Henrik Herrmann, Co-Vorsitzender der Ständigen Konferenz (StäKo) „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, und Dr. Johannes Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und ebenfalls StäKo-Vorsitzender, auf dem 124. Deutschen Ärztetag. In einem neuen Dialog-Format präsentierten sie die Neuerungen der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) 2018, die offen und flexibel gestaltet ist. Auch beschloss der Ärztetag erste Änderungen und Anpassungen.

Wer in Deutschland als Ärztin oder Arzt tätig sein will, benötigt eine Approbation. Geregelt sind die Voraussetzungen dafür – inklusive der Vorgaben für das Medizinstudium – in der aktuell gültigen Approbationsordnung aus dem Jahr 2002. Für die dringend erforderliche Reform der ärztlichen Ausbildung hatte die Bundesregierung im November 2020 einen entsprechenden Referentenentwurf vorgelegt; die Finalisierung der Kabinettsvorlage aber verzögert sich. Der Bundesrat diskutiert die finanziellen Folgen der Reform. Bundesärztekammer und 124. Deutsche Ärztetag halten eine zügige Umsetzung der Reform noch in dieser Legislaturperiode für dringend geboten, um das Medizinstudium zu...

Als weitere klinische Facharztkompetenz im Gebiet Innere Medizin wird die Facharzt-Weiterbildung „Innere Medizin und Infektiologie“ neu in die (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) 2018 eingeführt. Das hat der 124. Deutsche Ärztetag beschlossen.

Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt ausdrücklich die Konzepte für eine patientengerechte Reform der Notfallversorgung, die sich an den Bedarfen und Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichten. Maßgeblich dabei sei, die Menschen gezielt zu informieren, „an wen sie sich bei einem medizinischen Notfall oder einem akuten Behandlungsbedarf wenden können“, und klare und verständliche Strukturen zu schaffen, betont die BÄK in ihrer Stellungnahme zu Anträgen der Bundestagsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur Notfallversorgung aus den Jahren 2018 und 2019. Eine Anhörung zu den Anträgen fand am 9. Juni 2021 vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestags statt.

Ob im Testzentrum oder zuhause: Durch regelmäßiges Testen mit Antigen-Schnelltests bestehen gute Chancen, Corona-Infektionen nachzuweisen. Zwar stellen diese lediglich Momentaufnahmen dar, sie können aber einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten. Zu dieser Einschätzung kommt die Arbeitsgruppe „Teststrategie“ des Ärztlichen Pandemierats der Bundesärztekammer in einem aktuellen Statement.

Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland sind zu dick: 15,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen sind übergewichtig; 5,9 Prozent von ihnen sogar adipös. Mit Sorge blickt die Bundesärztekammer (BÄK) auf diese Entwicklung und mahnt in ihrem aktuellen Positionspapier zur Prävention des kindlichen Übergewichts nachdrücklich entsprechende Prävention- und Reduktionsmaßnahmen an.

Gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe und dem Verband Medizinischer Fachberufe will die Bundesärztekammer Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV/Aids abbauen. Ein Infofilm soll Praxisteams unterstützen, damit Patientinnen und Patienten mit HIV/Aids eine gute und vertrauensvolle Behandlung bekommen.

„[Ärztinnen und Ärzte] dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten“: Drei Stunden lang diskutierte der 124. Deutsche Ärztetag über diesen Satz im Paragrafen 16 der „(Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte“. Schließlich beschloss das Ärzteparlament, den Satz unter Berücksichtigung der in dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020 dargelegten Gründe zu streichen.

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