Trotz steigender Nachfrage für eine Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger sinkt die Zahl substituierender Ärztinnen und Ärzte. Immer mehr von ihnen gehen in den Ruhestand; der ärztliche Nachwuchs fehlt. Die Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig, und die Bundesärztekammer haben deshalb die Initiative „Substitutionstherapie – Wege zurück ins Leben“ gestartet, um mehr junge Ärzte für die Substitutionsbehandlung zu gewinnen.

Die Substitutionsbehandlung erleichtert opiatabhängigen Menschen den Weg zurück in ein normales Leben. Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt im Gespräch mit BÄKground über mögliche Ansätze, die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern.

Entscheiden sich Ärztinnen und Ärzte für die Versorgung opioidabhängiger Patientinnen und Patienten, müssen sie eine suchtmedizinische Zusatzweiterbildung absolvieren. Entsprechende Kurse bieten die Landesärztekammern an – basierend auf der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.

Die Delta-Variante des Corona-Virus dominiert mittlerweile das Infektionsgeschehen. Sogenannte Impfdurchbrüche nehmen zu und haben Länder wie die U.S.A und Israel veranlasst, der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung anzubieten. Auch hierzulande werden Nutzen und Risiken einer 3. Impfdosis diskutiert. Die Bundesärztekammer rät dringend, die Expertise der Ständigen Impfkommission als Orientierung für politische Entscheidungen zu betrachten.

Politik & Beruf 07.09.2021

Bye Muster 1: Die eAU kommt

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) startet zum Quartalswechsel am 1. Oktober 2021 – eigentlich. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich vor Kurzem auf eine Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2021 verständigt. Die Übergangsregelung gilt für Arztpraxen, die bis zum Beginn des vierten Quartals 2021 technisch nicht in der Lage sind, eine eAU zu erstellen. Während der Übergangszeit kann das bisherige papierbasierte Verfahren („gelber Schein“, Muster 1) weiter genutzt werden.

Die Ausbildungen der Berufe in der Physiotherapie sollen reformiert und modernisiert werden. In der Debatte darüber hat sich die Bundesärztekammer (BÄK) gegen eine vollständige Akademisierung der Physiotherapie-Ausbildung ausgesprochen. Andernfalls könne das den Zugang zum Beruf der Physiotherapie für viele Schulabgänger erschweren oder gar verhindern. Darauf hat die BÄK in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen des Konsultationsverfahrens zur Vorbereitung eines Referentenentwurfs über die Berufe in der Physiotherapie hingewiesen.

Das Bundesgesundheitsministerium initiiert vom 13. bis 19. September 2021 eine bundesweite Aktionswoche. Unter dem Motto „#HierWirdGeimpft“ sollen die Bürgerinnen und Bürger auf vorhandene Impfangebote aufmerksam gemacht und die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure zu kreativen Impfangeboten vor Ort motiviert werden. Ziel ist, die Impfquote in Deutschland zu erhöhen.

Ärztinnen und Ärzte sind nicht verpflichtet, Suizidhilfe zu leisten, wenngleich die Förderung der Selbsttötung nach dem Strafgesetzbuch nicht mehr strafbar ist. An der „lebens- und gesundheitsorientierten Zielrichtung“ ärztlichen Handelns habe sich nichts geändert, hatte der 124. Deutsche Ärztetag im Mai dieses Jahres seine Entscheidung zur Änderung der „(Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte“ begründet. Die Bundesärztekammer hat Hinweise zum ärztlichen Umgang mit Suizidalität und Todeswünschen veröffentlicht. Diese sollen Ärzte dabei unterstützen, wenn der Wunsch nach „Hilfe zum Suizid“ an sie herangetragen wird.

Künstliche Intelligenz kann in kürzester Zeit enorme Datenmengen verknüpfen und analysieren – schneller, als der Mensch es je können wird. In der Medizin birgt das ein großes Potential, die Patientenversorgung zu verbessern. Zugleich weckt KI aber auch Ängste, ob sie sich negativ auf die Arzt-Patient-Beziehung auswirkt. Die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer hat deshalb die Chancen und Grenzen von KI in der Medizin analysiert.

Die niedergelassene HNO-Ärztin Dr. Regine Held ist neues Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK). Die Abgeordneten des 124. Deutschen Ärztetags wählten die 64-Jährige mit 112 von 223 gültigen Stimmen als weiteres Mitglied im BÄK-Vorstand.

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