Berlin - Strengere Maßnahmen bei Ausbrüchen der hochinfektiösen Corona-Mutationen hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt gefordert. „Dort, wo Fälle mit hochinfektiösen Mutanten auftreten, muss sehr konsequent gehandelt werden, um die Kontaktketten zu unterbrechen", sagte er der Funke-Mediengruppe (26.01.2021). Dazu müssten Infizierte und ihre Kontaktpersonen unter strenge Quarantäne gestellt werden. Damit diese auch eingehalten werde, müssten die Gesundheitsämter die Auflagen engmaschig kontrollieren. „Sollte es zu einem größeren Ausbruch zum Beispiel in einer Klinik kommen, müssen der Betrieb oder zumindest die entsprechende Station vorübergehend stillgelegt und die Patienten verlegt werden“, betonte Reinhardt. Eine Pendelquarantäne, bei der sich das Personal zweimal täglich zwischen Arbeitsplatz und Privatwohnung hin und herbewegt, sei „keine tatsächliche Quarantäne“. Nur durch gezielte Sequenzierung von...
Berlin - Vor einer Ermüdung der Bevölkerung, die Corona-Eindämmungsmaßnahmen einzuhalten, hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt gewarnt. „Es ist nachvollziehbar, dass die Menschen nach zehn Monaten Pandemie ermüdet sind und die Corona-Schutzmaßnahmen als belastend empfinden“, sagte er der Rheinischen Post (23.01.2021). Die Beschränkungen würden „bei vielen Menschen auch psychosozialen Stress“ verursachen. Wichtig sei deshalb, dass die Politik den Bürgern Perspektiven biete. Dazu gehöre eine klare Kommunikation über die Impfkapazitäten, die in den kommenden Wochen und Monaten bis zum Sommer zunehmen würden. „Wichtig ist außerdem ein transparenteres Verfahren für die Erarbeitung der Anti-Corona-Maßnahmen“, sagte Reinhardt. Die Politik lasse sich zwar von Experten aus der Wissenschaft beraten. Aber die Zusammensetzung dieser Runden wechsele ständig und mitunter sei auch nicht klar, nach welchen Kriterien die...
Berlin - Die von Bund und Länder beschlossene Verlängerung des Lockdowns hält Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt für richtig. Erst wenn sich der Trend rückläufiger Infektionszahlen fortsetze, könne an Lockerungen gedacht werden, sagte er im Interview mit der Passauer Neuen Presse (21.01.2021). Schutzmaßnahmen seien insbesondere für Alten- und Pflegeheime notwendig. „Wir haben zwar eine Teststrategie für diese Einrichtungen. Man muss die Heime aber auch personell in die Lage versetzen, die vorgesehenen Schnelltests bei Bewohnern, Beschäftigten und Besuchern regelmäßig vorzunehmen", betonte Reinhardt. Die Bund-Länder-Beschlüsse zum Einsatz der Bundeswehr und freiwilliger Helfer könnten nun aber eine echte Entlastung sein. Als dringend erforderlich begrüßte der BÄK-Präsident das Vorhaben von Bund und Ländern, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe Konzepte für eine Öffnungsstrategie für die Zeit nach dem Lockdown...
Zu den Bund-Länder-Beschlüssen vom 19.01.2021 erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: Berlin - „Der im Dezember beschlossene harte Lockdown wirkt. Das sehen wir an der allmählich zurückgehenden Zahl der Neuinfektionen und an der sich etwas stabilisierenden Lage auf den Intensivstationen. Die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns kann diese positive Entwicklung weiter verstärken und ist aus ärztlicher Sicht sinnvoll und richtig. Ebenso wichtig ist, dass auch die vereinbarten flankierenden Maßnahmen schnell und umfassend umgesetzt werden. Vor allem müssen wir die Gesundheitsämter durch moderne Technik und ausreichend Personal wieder in die Lage versetzen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Schon in der ersten Welle haben sich Tausende Medizinstudierende für den freiwilligen Einsatz im Öffentlichen Gesundheitsdienst gemeldet. Die Hilfsbereitschaft der angehenden...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt sieht die niedergelassenen Haus- und Fachärzte gut auf Impfungen gegen das Coronavirus in den Praxen vorbereitet. „Wenn wir genügend Impfstoffe haben, dann werden diese sehr schnell in den Praxen verimpft werden können“, sagte Reinhardt dem Berliner Tagesspiegel (18.01.2021). Hierfür sei vor allem der Impfstoff von AstraZeneca interessant, weil dieser wie zum Beispiel die klassischen Grippe-Impfstoffe in den Praxen gelagert werden könne. „Sobald es in Europa eine Zulassung gibt, muss die Produktion dieses Impfstoffes so weit wie möglich nach oben gefahren werden, wie auch die aller anderen zugelassenen Impfstoffe. An dieser Stelle könnte der Hightech-Standort Europa beweisen, wozu er fähig ist“, so Reinhardt. Mit Blick auf die Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung sprach sich Reinhardt für mehr Transparenz bei den Beratungen von Bund und Ländern...
Berlin - Die Ausschreibung für den Herbert-Lewin-Preis 2021 hat begonnen. Mit dem Forschungspreis werden wissenschaftliche Arbeiten über die Aufarbeitung der Geschichte von Ärztinnen und Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus prämiert. Die nunmehr achte Vergabe des Preises wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) getragen. Die Teilnahmebedingungen An der Ausschreibung teilnehmen können Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen. Aber auch Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, Studierende der Zahnmedizin oder Medizin sowie Wissenschaftler an zahnmedizinischen- und medizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten können sich...
Berlin - Die Bundesärztekammer begrüßt grundsätzlich das Vorhaben des Gesetzgebers, die Approbationsordnung für Ärzte an verschiedenen Stellen zu ändern und neue Aspekte in diese aufzunehmen. Viele der diskutierten Themen des Arbeitsentwurfs seien im vorgelegten Referentenwurf zur Änderung der Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte (ÄApprO) konstruktiv umgesetzt und abgeändert worden, hebt sie in ihrer Stellungnahme positiv hervor. So befürwortet die Bundesärztekammer ausdrücklich die Beschreibung des Ausbildungsziels. Dieses werde deutlich stärker ausdifferenziert und viele für das ärztliche Handeln relevante Gesichtspunkte wie palliativmedizinische Versorgung, Nachsorge, Gewährleistung der Patientensicherheit und Fragen des Kinderschutzes werden nach dem Referentenentwurf Eingang in die ÄApprO finden. Das gelte auch für die Allgemeinmedizin und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die umfassend berücksichtigt und...
Berlin - Die beiden Informationsblätter liefern alle wichtigen Informationen zum Nutzen von Antibiotika und erklären, warum diese ihre Wirkung verlieren können. Antibiotika sind wesentlich, um Infektionen durch Bakterien zu behandeln. Aber wenn man diese Medikamente falsch oder zu häufig einsetzt, können Resistenzen entstehen. Dann helfen Antibiotika nicht mehr und Infektionen, die man eigentlich gut behandeln könnte, werden lebensbedrohlich. Vor diesem Hintergrund klären die überarbeiteten Kurzinformationen kompakt und verständlich über Antibiotika auf: Im ersten Informationsblatt "Antibiotika – was Sie wissen sollten" erfahren Interessierte, wann Antibiotika wirksam sind und wann nicht. Neben kurzen Erläuterungen zu Nebenwirkungen enthält das Blatt auch Hinweise zur richtigen Anwendung der Medikamente. Die zweite Kurzinformation "Antibiotika – wenn sie nicht mehr wirken" fokussiert auf die Entstehung von...
Corona-Pandemie 13.01.2021

Reinhardt: Aufklärung statt Impfpflicht

Berlin - Gegen eine Impfpflicht bei Gesundheitspersonal hat sich Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt ausgesprochen. Die Bundesregierung habe wiederholt klargestellt, dass es keine allgemeine Impfpflicht geben werde. „Dass das auch für die Beschäftigten im Gesundheitswesen gilt, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post (13.01.2021). Gerade in der Pflege sei das Personal knapp. Wenn die Corona-Impfung zu einer Voraussetzung für eine Tätigkeit in diesem Bereich gemacht wird, müsse auch geklärt werden, wie die Fachkräfte ersetzt werden, die nicht zu einer Impfung bereit sind. Befragungen unter Ärztinnen und Ärzten zeigten, dass die Impfbereitschaft bereits vor der Zulassung des ersten Impfstoffs bei über 70 Prozent lag. In einigen Krankenhäusern, zum Beispiel im Universitätsklinikum Münster und im Universitätsklinikum Jena, liege sie nach dem Start der Impfungen...
Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) hat das Vorhaben des Gesetzgebers begrüßt, die molekulargenetische Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verbessern. In ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf für eine entsprechende Verordnung merkt die BÄK jedoch an, dass das Ziel der Genomsequenzierung zwar „grob umrissen wird, etwa mit Hinweis auf eine bessere systematische Erforschung hinsichtlich der Eigenschaften der verschiedenen Virusvarianten“. Offen bleibe jedoch, welche „gezielten Maßnahmen“ daraus ableitbar sind. Aus Sicht der Bundesärztekammer sollten die Ziele der Testungen möglichst klar beschrieben sein, da für die Tests öffentliche Gelder verwendet würden. Deshalb regt sie die Formulierung einer bundeseinheitlichen Strategie an, in der gezielte bzw. anlassbezogene und dabei wissenschaftlich begründete Sequenzierungen beschrieben werden. Zudem sollte die Strategie eine anlassunabhängige Surveillance fördern –...