Berlin - Die Bundesärztekammer sieht die Entwicklung der gesetzlichen Vorgaben zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement kritisch. Der bürokratische Aufwand stehe in keinem Verhältnis mehr zum potenziellen Nutzen für die Patientenversorgung. Die immensen (Dokumentations-)Anforderungen hätten sich zu einem Selbstzweck entwickelt, bei dem der Fokus nicht auf dem eigentlichen Ziel der Qualitätsverbesserung liege, sondern vor allem auf der externen Kontrolle, heißt es in dem aktuellen Memorandum der BÄK „Qualitätssicherung/Qualitätsmanagement 2020 aus ärztlicher Sicht – Mehrwert für die Patientenversorgung“. Die externe Qualitätssicherung habe einen Weg eingeschlagen, der dem Grundgedanken der Qualitätsförderung zuwiderlaufe. Sie verfehle damit ihr Ziel, zur Gewährleistung von Qualität und Sicherheit der Versorgung von Patientinnen und Patienten beizutragen. Die ohnehin knappen personellen Ressourcen in den Arztpraxen...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat davor gewarnt, dass die anstehende Grippesaison den Betrieb an Schulen und Kitas zusätzlich belasten könnte. „Es ist deshalb wichtig, dass möglichst viele Kinder gegen Influenza geimpft werden. Genauso wichtig ist aber auch der Schutz des Personals: Erzieher und Lehrer sollten so umfänglich wie möglich gegen Grippe geimpft werden. Nur so kann das gesamte System Schule geschützt werden“, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Medien-Gruppe (03.09.2020). Zudem könnte eine Grippeimpfung einen positiven Effekt auf das Corona-Risiko haben. „Jede Impfung ist ein Trainingsprogramm für das Immunsystem. Die Grippeschutzimpfung führt zwar nicht zu einer spezifischen Immunisierung gegen das Corona-Virus, kann aber das Immunsystem so stärken, dass eine Infektion harmloser verläuft“, sagte der BÄK-Präsident.
Reproduktionsmedizin 02.09.2020

Belastungen von Kinderwunschpaaren minimieren

Berlin - „Rasanter medizinisch-wissenschaftlicher Fortschritt auf der einen Seite und jahrelanger gesetzgeberischer Stillstand auf der anderen. Das ist das Spannungsfeld, in dem sich die Reproduktionsmedizin seit vielen Jahren bewegt. Es ist höchste Zeit, das 30 Jahre alte Embryonenschutzgesetz an die aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen. Nur so lassen sich unnötige seelische Belastungen von Menschen mit Kinderwunsch vermeiden und gesundheitliche Risiken für werdende Mütter und ihre Kinder minimieren.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der Vorstellung des Memorandums der BÄK „Dreierregel, Eizellspende und Embryonenspende im Fokus“. Reinhardt appellierte an den Gesetzgeber, die in dem Papier enthaltenen Regelungsvorschläge zur Grundlage für eine Überarbeitung des Embryonenschutzgesetzes spätestens in der nächsten Legislaturperiode zu machen.   ...
Berlin - Die Bundesärztekammer hat der medisign GmbH die Zulassung für die Ausgabe des elektronischen Heilberufsausweises der Generation 2 (eHBA G2) ausgesprochen. Damit haben nun alle vier Anbieter, die eine Zulassung beantragt haben, das Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Neben der medisign GmbH sind dies T-Systems, SHC Stolle & Heinz Consultants GmbH & Co.KG und D-Trust GmbH. Der elektronische Heilberufsausweis der zweiten Generation ist die persönliche Zugangskarte der Ärztinnen und Ärzte in die digitale Welt der Gesundheitsversorgung. Er besitzt alle notwendigen Funktionalitäten zur elektronischen Authentifizierung, Signatur und Verschlüsselung sowie zusätzlich eine kontaktlose Schnittstelle (NFC). Über die „qualifizierte elektronischen Signatur“ (QES) des HBA können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel elektronische Arztbriefe, elektronische Rezepte, digitale Laborüberweisungen oder Notfalldaten...
Berlin - Wie gut hat das Gesundheitswesen die Corona-Krise bisher gemeistert? Wie ist es für die Zukunft aufgestellt? Und was können wir aus der Krise lernen? Darum geht es in der aktuellen Ausgabe von „Sprechende Medizin“, dem Podcast mit Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. „Das Gesundheitssystem hat sich in der Corona-Pandemie bislang sehr gut geschlagen.“ So lautet die Zwischenbilanz des BÄK-Präsidenten knapp ein halbes Jahr nach Ausrufung der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Deutschland in den vergangenen Jahren – vielen anderslautenden Forderungen zum Trotz – an einer starken ambulanten hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung sowie einer flächendeckenden Krankenhausversorgung festgehalten hat. „Wenn wir die Sparvorschläge manches selbsternannten Experten umgesetzt hätten, wäre das vielleicht nicht so gewesen“, sagt Reinhardt in dem Podcast. ...
Bund-Länder-Konferenz 28.08.2020

Reinhardt: Föderalen Flickenteppich vermeiden

Berlin - „Dass die Bundesländer ihre Pandemiepolitik wenigsten in einigen Bereichen wieder stärker angleichen wollen, ist gut und richtig. Bei allem Verständnis für regionale Besonderheiten dürfen wir es mit unterschiedlichen Vorgaben nicht übertreiben. Sonst droht ein föderaler Flickenteppich, der die Menschen verwirrt.“ So kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt  im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur die aktuellen Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Politik (28.09.2020).   Es trage auch nicht zur Akzeptanz der Präventionsmaßnahmen bei, dass sich Meldestrukturen und Quarantänebestimmungen der Gesundheitsämter teilweise sogar von Kommune zu Kommune unterschieden. „Wir brauchen bundesweit viel stärker aufeinander abgestimmte und konzertierte Entscheidungs- und Informationsstrukturen im öffentlichen Gesundheitsdienst.“ Außerdem müsse die Aufgabenverteilung klar geregelt werden. „Die Amtsärzte...
Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt die im Referentenentwurf des Versorgungsverbesserungsgesetzes vorgesehene frühere Einbeziehung der Kinder- und Jugendmedizin in die pauschale Förderung für ländliche Krankenhäuser. Dem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sollen Kinderkrankenhäuser und kinder- und jugendmedizinische Fachabteilungen bereits ab dem Jahr 2021 von den Fördermöglichkeiten profitieren können. „Angesichts der bestehenden Probleme und Herausforderungen bei der gesundheitlichen Versorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bedarf es jedoch im nächsten Schritt eines umfassenden Versorgungs- und Finanzierungskonzeptes“, fordert die BÄK in einer Stellungnahme zu dem Gesetzesentwurf. Darüber hinaus seien auch entsprechende rechtliche Vorgaben notwendig, um Versorgungslücken zu schließen und eine flächendeckende Versorgung vorhalten zu können. Als „grundsätzlich positiv“ bewertet...
Berlin - In der Diskussion um die Corona-Teststrategie hat sich Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt für einen Umstieg auf Schnelltests ausgesprochen. „Ich bin sehr dafür, dass wir von den PCR-Tests wegkommen, die sehr lange dauern und bei denen die Patienten später noch mal aufwendig kontaktiert werden müssen“, sagte er im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel (27.08.2020). Die Schnelltests seien zwar nicht ganz so exakt, dafür aber in der Handhabung praktikabler. Im kommenden Herbst erwartet der BÄK-Präsident aufgrund der Erkältungswelle eine schwierige Situation in den Arztpraxen. „Ich rate zur Trennung der Sprechstundenzeiten für Atemwegserkrankte und für andere Patienten“, sagte Reinhardt. „Aus meiner Sicht sollten Reihentestungen und Screenings auch systematisch aus den Praxen herausgehalten und auf spezielle Testzentren konzentriert werden.“ Reinhardt bekräftigte seine Forderung nach einer besseren...
Berlin - Die Bundesärztekammer unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, mit dem MTA-Reformgesetz die Ausbildung von vier medizinisch-technischen Assistenzberufen zu reformieren und das Schulgeld für die Auszubildenen abzuschaffen. In dem Gesetzentwurf werden die gemeinsamen Ausbildungsziele beschrieben und mit den charakteristischen Aufgaben und Fähigkeiten der jeweiligen Berufsgruppe (Laboranalytik, Radiologie, Funktionsdiagnostik und Veterinärmedizin) präzisiert. Da noch keine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vorliege, mit der die im Referentenentwurf beschriebenen Mindestanforderungen konkretisiert werden sollen, sei jedoch eine abschließende Bewertung der im Referentenentwurf beschriebenen Ausbildungsziele derzeit nicht möglich, merkt die BÄK in ihrer Stellungnahme zu dem Entwurf des MTA-Reformgesetzes an. Aus ihrer Sicht sind die den technischen Assistenzberufen vorbehaltenen Tätigkeiten grundsätzlich im...
Berlin - „Die Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern leisten in der Corona-Pandemie trotz chronischer Unterbesetzung und unzureichender Ausrüstung Herausragendes. Die kommunalen Arbeitgeber sollten endlich damit aufhören, sie als Ärzte zweiter Klasse zu behandeln, indem sie ihnen einen eigenen Tarifvertrag verweigern. Damit würdigen sie nicht nur die Arbeit der Amtsärztinnen und -ärzte in Deutschland herab. Sie konterkarieren den von Bund und Ländern geschlossenen Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), der die personelle und strukturelle Förderung der Gesundheitsämter zum Ziel hat.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt vor den morgigen Gesprächen von Bund und Ländern über die weitere Pandemie-Politik in Deutschland. Zuvor hatte der Vorstand der Bundesärztekammer in einer Resolution gefordert, die Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in den Tarifvertrag für...