Berlin - Ob die geltenden Corona-Maßnahmen wie erhofft wirken, lässt sich nach Ansicht von Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt erst in etwa einer Woche seriös bewerten. Die Zahlen der Neuinfektionen stabilisierten sich zwar seit einigen Tagen, doch sei die Lage nach wie vor ernst, erläutert Reinhardt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (16.11.2020). Niemand habe einen „Masterplan“, um die Pandemie zu beenden. Die nächsten Schritte sollten anhand des Infektionsgeschehens sachlich und vernünftig diskutiert und abgewogen werden. Derzeit seien noch knapp 7.000 Intensivbetten frei. Steige die Zahl der Intensivpatienten weiter an, könne es nötig werden, Pflegekräfte von anderen Stationen abzuziehen, so Reinhardt. Diese zusätzlichen Kräfte könnten das Personal auf den Intensivstationen entlasten, indem sie nicht-spezialisierte Tätigkeiten übernehmen. Den Einsatz von positiv getesteten symptomfreien Ärzten...
Berlin - Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Lage in Deutschland fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, eine stärkere Unterstützung für die Krankenhäuser. Viele Kliniken in Regionen mit zahlreichen Infektionen hätten bereits jetzt die Belastungsgrenze erreicht, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zudem müssten die Ärzte und Pflegekräfte besser vor Corona-Infektionen geschützt werden. An diesem Montagnachmittag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten erneut über die Pandemielage. Aus Sicht von Reinhardt ist weitere Hilfe für die Kliniken durch Bund und Länder bei der Bewältigung der zweiten Welle zentral. „Die Maßnahmen des Lockdown-light mögen das exponentielle Wachstum der Pandemie in Deutschland bremsen“, so der Ärztepräsident. Für die Sicherstellung der Behandlung der zahlreichen Covid-19-Patienten seien aber mehr personelle...
Berlin - Auf Initiative der Bundesärztekammer hat sich ein ärztlicher Pandemierat aus Vertretern wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gebildet. Schwerpunkt der ersten Sitzung am 10.11.2020 war der fachliche Austausch zur aktuellen pandemischen Situation und den sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeiten. Konkret diskutierten die Mitglieder unter anderem die Definition besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen und die Entwicklung entsprechender Schutzkonzepte, Maßnahmen zur Entlastung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie Möglichkeiten und Grenzen von Corona-Testungen symptomatischer und asymptomatischer Patienten. Weitere Schwerpunkte der Beratungen waren die Möglichkeiten der Vermeidung gesundheitlicher „Kollateraleffekte“ bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sowie die grenzüberschreitende intensivmedizinische Notfallhilfe zur Versorgung von Patienten...
Berlin - Angesichts der aktuellen, dynamischen Pandemie-Lage hält die Bundesärztekammer das geplante dritte Bevölkerungsschutzgesetz für überwiegend angemessen. So sind unter anderem Regelungen zur Vorbereitung der Impfprogramme, der Ausweitung von Laborkapazitäten und Einreisen aus Risikogebieten vorgesehen. Zudem sollen mit dem Gesetz Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz (§ 28a IfSG-neu) vorgenommen werden, die auch die Grund– und persönlichen Freiheitsrechte betreffen. Die Bundesärztekammer merkt an, dass diese besonderen Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus der fortwährenden und transparenten Überprüfung der Verhältnismäßigkeit und Anpassung an die vorherrschende pandemische Lage bedürfen. Kritisch sieht die Bundesärztekammer die geplante Erfassung von Daten im Rahmen der in Aussicht gestellten Corona-Impfungen. In Deutschland sei bereits ein Pharmakovigilanz-System etabliert, an dem unter anderem die...
Berlin - „Die Landesärztekammern sind gut für die nächste Ausbaustufe der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens gerüstet.Bundesweit können Ärztinnen und Ärzte den neuen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) über die Mitgliederportale ihrer Landesärztekammer, beziehungsweise über die Bezirksärztekammern bestellen.“ Das sagt Erik Bodendieck, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK) und Co-Vorsitzender des Digitalisierungs-Ausschusses der BÄK. Um Anwendungen wie Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, den eArztbrief, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das E-Rezept nutzen zu können, brauchen Ärztinnen und Ärzte einen eHBA. Mit der Karte weisen diese gegenüber dem System nach, dass sie tatsächlich Ärztin bzw. Arzt sind. „Der eHBA ist der Türöffner für das digital vernetzte Gesundheitswesen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die neueste Generation des eHBA zu beantragen“,...
Berlin - Der Schutz von Risikogruppen muss in den kommenden Monaten im Fokus der Corona-Maßnahmen stehen. Das hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt im Interview mit dem Westfalen-Blatt (06.11.2020) bekräftigt. Er begrüßt die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste mit Schutzmasken auszustatten. „Eigentlich müsste jeder Arzt einem Patienten ab dem 60. Lebensjahr mit Vorerkrankungen FFP2-Masken verordnen können“, so Reinhardt. An der Verfügbarkeit sollte das nicht scheitern, denn es sei lange absehbar gewesen, dass die FFP2-Masken noch einmal wichtig werden würden. Ein weiteres wichtiges Instrument zur Pandemie-Bewältigung und zur Entlastung der Gesundheitsämter sei die Corona-Warn-App, deren Potential aber nicht ausgeschöpft werde. „Nur 60 Prozent der Personen, die positiv getestet werden, geben das Ergebnis in die Corona-App ein. Wenn es 100 Prozent täten,...
Berlin - Am 03.11.2020 trafen sich in Berlin die Tarifvertragsparteien der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte (AAA) und der Medizinischen Fachangestellten (Verband medizinischer Fachberufe e.V.) zur ersten Tarifrunde. Es wurden die Eckpunkte der Verhandlungen festgelegt sowie Forderungen der MFA-Vertreter*innen und Ange-bote der ärztlichen Seite ausgetauscht. Die Gespräche fanden in einer konstruktiven Atmosphäre statt. Beide Seiten erklärten, dass sie den Spagat zwischen der minimalen Steigerung der Vergütung im vertragsärztlichen Bereich und der Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Arztpraxen, die wichtig und unverzichtbar sind, bewältigen wollen. In der aufgrund der Covid-19-Pandemie aktuell schwierigen Situation herrscht bei beiden Tarifparteien große Enttäuschung und Unzufriedenheit über die oftmals mangelnde Anerkennung der engagierten Arbeit der Beschäftigten in der ambulanten...
Berlin -  Corona hält uns alle in Atem und Kontaktbeschränkungen allein sind noch kein Allheilmittel. Wie können Ältere und Angehörige von Risikogruppen sich am besten schützen? Warum ist es so wichtig wie nie, die Corona-Warn-App zu installieren? Warum brauchen wir dringend einen Pandemie-Beirat? Darüber und über vieles mehr sprechen BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt und Moderator Daniel Finger in der aktuellen Folge des Podcasts "Sprechende Medizin".
Corona-Pandemie 29.10.2020

Notbremse richtig und wichtig

Gemeinsames Statement von BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt sowie den BÄK-Vizepräsidentinnen Dr. Ellen Lundershausen und Dr. Heidrun Gitter zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz vom 28.10.2020: Berlin - „Die gestern von Bund und Ländern gefassten Beschlüsse zur Pandemiebekämpfung sind eine wichtige Notbremse, um den aktuell rasanten Anstieg der Infektionszahlen zu verlangsamen. In der Abwägung zwischen erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen einerseits und gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Aspekten andererseits sind die vorgesehenen Einschränkungen angemessen. Insbesondere ist die Offenhaltung von Kindertagesstätten und Schulen aus infektiologischer Sicht vertretbar und mit Blick auf die körperliche und mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dringend geboten. Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen in den Bundesländern ist darauf zu achten, weitere gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung...
Berlin – „In der Sendung „Markus Lanz“ hatte ich den wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken in Zweifel gezogen. Dies hat zu erheblichen Irritationen geführt, die ich sehr bedauere. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes. Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird. Aus diesen Daten resultiert die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich die gemeinsame Erklärung „Alltagsmasken – sinnvoll zum Eigenschutz und zum Schutz von anderen“ der Präsidentinnen und Präsidenten der Landesärztekammern und Mitgliedern des Vorstands der Bundesärztekammer sowie von Präsidenten und Vorsitzenden medizinischer Fachgesellschaften und Organisationen. Meine Absicht war zu keinem Zeitpunkt, die Gefahren der...