News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Berlin - Geschafft! Nach sechs Jahren harter Arbeit steht die neue (Muster-)Weiterbildungsordnung. Sie richtet die ärztliche Weiterbildung vollkommen neu aus: In Zukunft stehen Kompetenzen im Mittelpunkt, weniger die Zeiten und Zahlen. Außerdem wird die Weiterbildung strukturierter und transparenter. Der BÄKground stellt in seiner aktuellen Ausgabe die wesentlichen Neuerung dar (S. 3) und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf die nun anstehenden Reformschritte. So muss die Novelle nun in den Ländern umgesetzt und ein elektronisches Logbuch eingeführt werden. Veränderungen stehen auch auf europäischer Ebene an. Am 1. Januar 2019 übernimmt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery die Präsidentschaft des Ständigen Ausschusses der Ärzte der Europäischen Union. Im Interview mit dem BÄKground (S. 5) gibt er einen Ausblick auf die wichtigsten gesundheitspolitischen Themen in Europa. Klar, dass dabei der Brexit ganz vorne steht. Darüber hinaus steht Europa im kommenden Jahr vor einer Schicksalswahl. Montgomery kündigt an, die Ärzteschaft werde den Europapolitikern genau auf die Finger schauen und das Subsidiaritätsprinzip entschieden verteidigen. Mit ihrer eigenen Geschichte befasste sich die Ärzteschaft anlässlich der Enthüllung einer Gedenktafel für die vom NS-Regime verfolgten jüdischen Ärztinnen und Ärzte (S. 14). Anwesend waren unter anderem der stellvertretende Parlamentspräsident Israels, Yehiel Bar, sowie der Präsident des Weltärztebundes, Prof. Dr. Leonid Eidelman, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, und der Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn. „Der Gedanke an diese dunkelste Zeit der deutschen Ärzteschaft schmerzt. Aber Gedanken und Gedenken halten die Erinnerung an das Geschehene wach. Sie halten uns wachsam, Unrecht und Unmenschlichkeit nicht einmal im Ansatz zuzulassen“, sagte BÄK-Präsident Montgomery. BÄKground Dezember 2018 [PDF] ...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat die in dem Entwurf zum GSAV (Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung) enthaltenen Regelungen für das digitale Rezept begrüßt. Vor der Verbändeanhörung des Referentenentwurfs im Bundesgesundheitsministerium am kommenden Montag sagte er: „Der Deutsche Ärztetag hat in diesem Jahr berufsrechtlich den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung geebnet. Es ist folgerichtig, dass jetzt auch der Gesetzgeber tätig wird und die ärztliche Verschreibung von Arzneimitteln im Rahmen einer ausschließlichen Fernbehandlung ermöglicht.“ Montgomery wies darauf hin, dass Ärzte auch bei der Arzneimittelverordnung im Rahmen der ausschließlichen Fernbehandlung ihrer im Berufsrecht verankerten Sorgfaltspflicht nachkommen müssten. „Sie müssen in jedem Einzelfall prüfen, ob die Arzneimittelverschreibung aus der Ferne medizinisch vertretbar und sicher ist oder nicht", so der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK). In ihrer schriftlichen Stellungnahme zu dem Gesetzesvorhaben äußern sich die Bundesärztekammer und Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) auch zu weiteren mit dem GSAV geplanten  Regelungen. Sie begrüßen ausdrücklich, dass der Gesetzgeber nach den Arzneimittelskandalen der vergangenen Monate Maßnahmen  für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung ergreifen will. Insbesondere sind aus Sicht der BÄK und der AkdÄ die Stärkung der Koordinierungsfunktion der Bundesoberbehörden bei Vorkommnissen mit gefälschten bzw. qualitätsgeminderten Arzneimitteln sowie die Erweiterung ihrer Rückrufkompetenz bei Sachverhalten richtige und wichtige Vorhaben. Weitere Schritte seien jedoch notwendig. BÄK und AkdÄ fordern den Gesetzgeber auf, weitere „Lücken“ in der Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln durch geeignete gesetzliche Regelungen zu schließen und damit für höhere Patientensicherheit in der medikamentösen Therapie zu sorgen. So fordern BÄK und AkdÄ den Gesetzgeber auf, ein Verbot des Parallelvertriebs von Arzneimitteln in die fachliche und politische Diskussion einzubringen. Der Grund: Die Vertriebswege und Lieferketten von Arzneimitteln in und außerhalb der Europäischen Union mit mehreren Zwischenhändlern seien unübersichtlich und hätten in den letzten Jahren häufig zu kriminellen Manipulationen geführt beziehungsweise diese begünstigt. „Der Parallelvertrieb von Arzneimitteln dient dabei zunehmend als Zugangsweg für gestohlene oder gefälschte Arzneimittel. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der sogenannte Lunapharm-Skandal“, heißt es in der Stellungnahme. Auch für die Sicherstellung der Versorgung von Patienten mit essenziellen Arzneimitteln seien die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichend. Versorgungsengpässe bestünden weiterhin. Als Beispiele seien die aktuellen Liefer- und Versorgungsengpässe zu Ibuprofen, zum Antibiotikum Piperacillin/Tazobactam sowie zum Antimykotikum Amphotericin B genannt. BÄK und AkdÄ fordern die Einführung einer verpflichtenden Meldung der pharmazeutischen Unternehmer im Fall von unmittelbar drohender Gefahr eines Versorgungsmangels der Bevölkerung. Die zuständigen Behörden sollten in solchen Fällen insbesondere anordnen können, dass pharmazeutische Unternehmer und Arzneimittelgroßhandlungen geeignete Vorkehrungen zur Gewährleistung der Verfügbarkeit des betreffenden Arzneimittels ergreifen müssen. Im Fall von nicht erfolgten oder nicht rechtzeitig erfolgten Meldungen müssten geeignete Sanktionsmaßnahmen greifen können. Gemeinsame Stellungnahme der Bundesärztekammer und der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zum Referentenentwurf eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) (Bearbeitungsstand: 14.11.2018) [PDF] ...
Berlin – „In Politik und Medizin gilt gleichermaßen: Nur wenn die Diagnose stimmt, kann die Therapie anschlagen. Leider ist beim geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) schon die Grundannahme falsch, dass vermeintliche Versorgungsengpässe von unzureichenden Sprechstundenzeiten herrühren. Richtig ist: Ärztinnen und Ärzte arbeiten schon jetzt am Limit und oftmals auch darüber hinaus. Wer spürbare Verbesserungen für die Patienten will, muss genau hier ansetzen und für Entlastung sorgen.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zur heutigen ersten Lesung des TSVG im Deutschen Bundestag. Notwendig seien mehr Medizinstudienplätze, attraktive Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt wirksame Maßnahmen gegen Kommerzialisierung und Konzernbildung im deutschen Gesundheitswesen. Darauf sollte der Gesetzgeber abzielen, statt die Arbeit von Ärzten und Selbstverwaltung mit Reglementierung und...
Berlin – Die ordentlichen Mitglieder der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 07.12.2018 in Berlin ihren Vorstand gewählt. Vorsitzender ist der Berliner Internist, Hämatologe und Onkologe Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, der seit 2007 dieses Amt innehat. Als sein Stellvertreter wurde der Facharzt für Allgemeinmedizin Prof. Dr. Wilhelm Niebling (Titisee-Neustadt) gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstands der AkdÄ sind der Gastroenterologe Prof. Dr. Daniel Grandt (Saarbrücken), der Klinische Pharmakologe Prof. Dr. Bernd Mühlbauer (Bremen) und Frau PD Dr. Martina Pitzer, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Eltville), die ebenfalls bereits dem bisherigen Vorstand angehört hatten. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Max Kaplan, überbrachte die Glückwünsche des Vorstands der Bundesärztekammer und würdigte die Arbeit des Vorstands...
Berlin - Die für die Prüfung der Transplantationszentren in Deutschland zuständigen Kontrollgremien von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband haben bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes 2017/2018 eine positive Bilanz ihrer Arbeit gezogen. „In den Transplantationszentren hat in den vergangenen Jahren ein wahrer Struktur- und Kulturwandel stattgefunden“, sagte der Vorsitzende der Überwachungskommission, Prof. Dr. med. habil. Dr. h. c. Hans Lippert. Ursächlich für diese positive Entwicklung sei nicht nur, dass jedes Zentrum bei Richtlinienverstößen mit Aufdeckung und gegebenenfalls dienstrechtlichen und/oder strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müsse. Vielmehr trügen die bundesweiten Prüfungen auch zur Fehlerprävention bei. „Mitunter kommt es aus bloßer Unkenntnis oder aufgrund von Missverständnissen zu ungewollten Richtlinienverstößen. Deshalb ist es uns so wichtig, im ständigen...
Patienteninformation 06.12.2018

Was tun bei Blasenentzündung?

Berlin - Viele Frauen wissen, wie unangenehm eine Blasenentzündung sein kann. Häufig kommt der Harndrang sehr schnell. Der Gang zur Toilette kann zur Qual werden: Beim Wasserlassen tröpfelt es nur. Es kann brennen, stechen oder schmerzen. Wie eine Blasenentzündung entsteht, wie sie festgestellt und behandelt werden kann, darüber informiert ein neues Informationsblatt vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Zusätzlich enthält die Information viele praktische Tipps, was die Betroffene selbst tun kann. Arztpraxen und Kliniken können das Blatt kostenlos ausdrucken, an Patientinnen weitergeben oder auslegen. Das neue Informationsblatt ist in der Reihe „Kurzinformationen für Patienten“ erschienen. Im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) hat das ÄZQ bislang zu über 80 Themen qualitätsgesicherte Informationen erstellt. Sie informieren auf zwei Seiten über...
Berlin - Lebensmittel-Fertigprodukte mit weniger zugesetztem Zucker, Fetten und Salz sind das Ziel der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, die das Bundesernährungsministerium (BMEL) derzeit erarbeitet. Sie soll gemeinsam mit dem Lebensmittelhandwerk, der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel sowie Verbraucherorganisationen und der Wissenschaft erarbeitet und auf freiwilliger Basis über Prozess- und Zielvereinbarungen umgesetzt werden. Die vereinbarten Ziele sollen vor allem durch eine Reformulierung der Rezepturen für Lebensmittel-Fertigprodukte, durch begleitende Forschungsaktivitäten und durch Aktivitäten zur Aufklärung der Bevölkerung und der Weiterbildung der Berufsgruppen in der Lebensmittelwirtschaft erreicht werden. Die Bundesärztekammer (BÄK) kritisiert, dass der vorliegende Entwurf für eine Reduktionsstrategie keine validen Ausgangsdaten aufführt, aus denen sich Zielmargen für...
Berlin – „Auch wenn die Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt, dürfen wir bei der Aufklärung und Prävention nicht nachlassen“, erklärte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), im Vorfeld des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember. Maßnahmen wie die Zulassung von HIV-Selbsttests seien daher „richtig und wichtig“, sagte Montgomery. Allerdings böten solche Selbsttests lediglich eine erste Orientierung. „Die Testergebnisse sind für Laien schwer zu interpretieren und zudem nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Gerade bei einem Positiv-Test ist es daher ratsam, sich an einen Arzt zu wenden und das Ergebnis im Labor überprüfen zu lassen.“ Der BÄK-Präsident wies in diesem Zusammenhang auf die nach wie vor bestehenden Ängste und Vorurteile im Zusammenhang mit HIV/AIDS hin: „Obwohl die Diagnose HIV-positiv längst kein Todesurteil mehr ist, haftet ihr noch immer ein Stigma an.“ Die Angst vor Diskriminierung...
Berlin - Die Bundesärztekammer hat davor gewarnt, mit einer gesetzlichen Regelung von Finanzierungsfragen der Reproduktionsmedizin den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen. Statt über Detailfragen in diesem Bereich zu diskutierten, sei eine umfassende rechtliche Regelung notwendig. Dies bekräftigte die Bundesärztekammer in einer schriftlichen Stellungnahme zu einem Gesetzentwurf der Bundestagsfraktionen von Bündnis90/Die Grünen sowie einem Antrag der Linksfraktion zur Kostenübernahme für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung. „Der Gesetzgeber muss zunächst die das menschliche Leben elementar berührenden Fragen verbindlich entscheiden, bevor auf dieser Basis in einem zweiten Schritt weitere Fragen wie z. B. die Finanzierung geregelt werden können“, heißt es darin. Die BÄK warnte zudem davor, zu suggerieren, dass sich Ungleichbehandlung allein durch die Ausweitung der Finanzierungsregelung beenden ließen. Beispielsweise müssten Paare, die in der Regel auf natürlichem Wege eine Schwangerschaft eingehen könnten, aber aufgrund einer genetischen Prädisposition eine Präimplantationsdiagnostik (PID) benötigen, ungeachtet vom rechtlichen Status ihrer Partnerschaft die Kosten für die in-vitro-Fertilisation, die PID sowie für das Antragsverfahren zur PID komplett selbständig tragen. „Dieses Beispiel verdeutlicht, dass durch einen fragmentarischen Ansatz zur Regelung der offenen Fragen der Reproduktionsmedizin zwar Detailfragen einer Klärung zugeführt werden können, sich aber an anderer Stelle sofort neue Fragen auftun und weitere Inkongruenzen entstehen“, heißt es in der BÄK-Stellungnahme. Vor diesem Hintergrund tritt die Bundesärztekammer weiterhin für eine systematische Rechtsentwicklung für diesen medizinisch, ethisch und rechtlich ebenso komplexen wie sensiblen Bereich ein und fordert den Gesetzgeber sowie die politischen Entscheidungsträger auf, rechtliche Regelungen für die Reproduktionsmedizin zu schaffen. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Gesetzentwurf der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Gleichstellung nichtehelicher Lebensgemeinschaften und lesbischer Paare bei der Kostenübernahme für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung“ (BT-Drs. 19/1832) sowie zum Antrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE „Medizinische Kinderwunschbehandlungen umfassend ermöglichen“ (BT-Drs. 19/5548) [PDF] ...
Berlin - Die gesundheitspolitischen Auswirkungen des Brexit, die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und der Zugang zu Gesundheitsleistungen –diesen und weiteren Herausforderungen will sich Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery als neuer Präsident des Ständigen Ausschusses der Ärzte der Europäischen Union (CPME) widmen. Montgomery, der auch Präsident der Bundesärztekammer ist, wird sein Amt beim CPME zum 1. Januar 2019 antreten. Er vertritt dann die Interessen der europäischen Ärztinnen und Ärzte gegenüber der Europäischen Kommission und dem Europaparlament für die nächsten drei Jahre. In einem Interview mit der Ärztezeitung (21.11.2018) kritisierte Montgomery die wiederholten Eingriffe der EU in die nationalen Gesundheitssysteme. „Wir werden den EU-Institutionen daher ganz genau auf die Finger schauen“, kündigte Montgomery an. Der Binnenmarkt dürfe nicht als Argument missbraucht werden, um die Autonomie der...