News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Berlin - Bundesärztekammer (BÄK) und Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordern eine bessere psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung von psychisch kranken Flüchtlingen. Ob ein Flüchtling eine Psychotherapie benötigt, muss von unabhängigen und qualifizierten Gutachtern geprüft werden. Bisher fällen solche Entscheidungen viel zu häufig Sachbearbeiter in den Sozialbehörden oder fachfremde Gutachter. Falls eine Psychotherapie indiziert ist, muss außerdem der Einsatz von Dolmetschern finanziert werden. BÄK und BPtK schlagen deshalb gemeinsam ein Modellprojekt für die psychotherapeutische Versorgung von Flüchtlingen vor, das aus Bundesmitteln finanziert werden soll. Beide Kammern greifen damit auch eine Forderung der Integrations- und der Gesundheitsministerkonferenz auf, die vorgeschlagen hatten, den Einsatz von Dolmetschern in der psychotherapeutischen Behandlung in einem Modellprojekt zu erproben. Eine...
Berlin - Ärzte- und Zahnärzteschaft, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer haben sich gegen eine anlasslose flächendeckende Speicherpflicht für Verkehrs- und Standortdaten von Berufsgeheimnisträgern ausgesprochen. „Gegen die anlasslose Speicherung von Verkehrs- und Standortdaten bestehen generell gravierende verfassungs- und europarechtliche Bedenken. Auf jeden Fall muss zum Schutz von Mandanten und Patienten die geplante Speicherung der Verkehrs- und Standortdaten aller Berufsgeheimnisträger verhindert werden“, heißt es in einer gemeinsamen Resolution von Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Bundesapothekerkammer, der Bundesrechtsanwaltskammer, der Bundessteuerberaterkammer und der Wirtschaftsprüferkammer. Die Berufskammern wehren sich damit gegen Regelungen eines Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten, das am 16. Oktober 2015 im Bundestag beschlossen werden soll. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Telekommunikationsunternehmen verpflichtet werden, sämtliche Verkehrsdaten für zehn Wochen und Standortdaten für vier Wochen zu speichern. Auch die Verkehrs- und Standortdaten von Berufsgeheimnisträgern sollen gespeichert werden. Nach Ansicht der Berufsverbände stellt bereits die Speicherung der Daten eine nicht zu akzeptierende Beeinträchtigung des Berufsgeheimnisses und damit des zwingend erforderlichen Vertrauensverhältnisses dar. Die Speicherung der Daten ermögliche die Erstellung aussagekräftiger individueller Persönlichkeits- und Bewegungsprofile und die Aufdeckung von Entscheidungsabläufen. „Ob, wann und wie lange jemand z. B. mit einem Abgeordneten, Arzt, Apotheker, Journalisten, Rechtsanwalt oder Steuerberater Kontakt aufgenommen hat, unterliegt bereits dem Berufsgeheimnis und muss ohne jede Ausnahme vertraulich bleiben“, heißt es in der Resolution. Der freie, ungehinderte und vertrauliche Zugang zu medizinischer Versorgung, rechtlicher und wirtschaftlicher Beratung sowie Vertretung müsse uneingeschränkt gewährleistet bleiben. Ein ungestörtes und vor staatlicher Kontrolle geschütztes Vertrauensverhältnis zwischen den Berufsgeheimnisträgern und ihren Patienten und Mandanten sei essentiell für ein funktionierendes Gesundheitssystem und eine funktionierende Rechtspflege. „Der aus verfassungsrechtlichen Gründen zwingend gebotene Schutz der Berufsgeheimnisträger kann nur dadurch gewährleistet werden, dass die Daten aller Berufsgeheimnisträger nicht von der Speicherpflicht erfasst werden“, fordern die Verbände. Gemeinsame Resolution: Keine Speicherung der Verkehrs- und Standortdaten von Berufsgeheimnisträgern! ...
Berlin - „Antibiotikaresistente Bakterien verbreiten sich weltweit und beeinträchtigen die Möglichkeiten zur Therapie bakterieller Infektionskrankheiten. Deshalb ist es gut, dass die führenden Wirtschaftsnationen gemeinsam gegen die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen vorgehen wollen. Nur wenn wir jetzt handeln, können wir eine Zunahme von nicht beherrschbaren Antibiotika-Resistenzen verhindern.“ Das sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, anlässlich des Treffens der G7-Gesundheitsminister in dieser Woche in Berlin.Antibiotika zählten zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. „Grundsätzlich gilt beim Einsatz von Antibiotika: So oft wie notwendig und so selten wie möglich“, stellte der BÄK-Präsident klar. Bereits in der Aus- und Weiterbildung würden grundlegende Kenntnisse über Antibiotikaresistenzen und eine rationale Antibiotika-Therapie vermittelt. Zudem seien...
Die Bundesärztekammer hat dazu aufgerufen, der neuen Grippewelle vorzubeugen und sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. „Eine echte Virusgrippe ist keine harmlose Erkältungskrankheit. Vor einer schwer verlaufenden Erkrankung kann eine Grippeimpfung schützen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Vor allem sogenannte Risikogruppen - Schwangere, ältere und chronisch erkrankte Personen sowie medizinisches und pflegerisches Personal – sollten sich impfen lassen. Aber auch die Flüchtlinge und Helfer in den Notunterkünften seien besonders gefährdet, sich mit Grippe zu infizieren. „Die Menschen leben in den Erstaufnahmeeinrichtungen auf engstem Raum. Viele von ihnen sind nach langer Flucht geschwächt und oftmals fehlt der Impfschutz. Die Gefahr einer Ansteckung ist bei ihnen besonders hoch. Alle Flüchtlinge sollten deshalb sehr schnell...
Berlin - Die Bundesärztekammer hat den US-Luftangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus scharf verurteilt und auf die Bedeutung des besonderen Schutzes von Ärztinnen und Ärzten sowie von Pflegekräften in Kriegssituationen hingewiesen. „Das medizinische Personal sichert die Versorgung der Zivilbevölkerung und von Verletzten, ganz gleich welcher Kriegspartei. Der Angriff auf das Krankenhaus in Kundus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Gesundheitseinrichtungen immer häufiger in den Fokus von kriegerischen Auseinandersetzungen geraten“, warnte BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Auch der Präsident des Weltärztebundes, Dr. Xavier Deau, betonte die Notwendigkeit, die Sicherheit von Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen, Patienten und Gesundheitspersonal in bewaffneten Konflikten zu gewährleisten. Dabei sei die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes für den Schutz von...
Berlin - „Es ist dringend notwendig, Kinder und Jugendliche, die in PKW mitfahren, wirksam vor Passivrauchen zu schützen“, fordert Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“ der Bundesärztekammer. Der Gesetzgeber solle dem Beispiel Großbritanniens folgen. Dort wird seit Donnerstag beim Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern ein Bußgeld fällig. Die BÄK unterstützt damit auch die Initiative der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler, die sich jüngst für ein solches Rauchverbot ausgesprochen hatte.„Kindern leiden unter dem Passivrauchen noch stärker als Erwachsene“, unterstreicht Mischo. Es führe zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, verschlimmere bereits vorhandenes Asthma und erhöhe den Bluthochdruck. Bei Kleinstkindern stelle das Passivrauchen zudem einen Hauptrisikofaktor für den plötzlichen Kindstod dar. Besonders hoch sei die gesundheitliche Belastung im Auto. „In der...
Berlin - Deutschland ist bei der Förderung der Qualität in der medizinischen Versorgung vorbildlich. Das ist nicht zuletzt dem großen Engagement der Ärzteschaft auf diesem Gebiet zu verdanken. Doch nun gefährdet  ausgerechnet die von der Regierung ausgerufene Qualitätsoffensive für das Gesundheitswesen die in den letzten Jahrzehnten erzielten Erfolge. Davor warnt die  Bundesärztekammer in einem Positionspapier. „Die systematische Förderung der Behandlungsqualität und der Patientensicherheit ist integraler Bestandteil ärztlichen Handelns. Eine auf Menge und Kosten abzielende Gesundheitspolitik erschwert jedoch die erfolgreiche Umsetzung einer Qualitätskultur in Deutschland.“ Das sagte Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der Vorlage des Positionspapiers der BÄK „Qualitätssicherung auf dem Irrweg“ in Berlin. Mit Blick auf die von der Bundesregierung...
Berlin - Als einen wichtigen Schritt, um die Qualität von klinischen Studien zu verbessern und die evidenzbasierte Medizin zu stärken, bezeichnete Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer, das Bestreben der Bundesregierung, das Deutsche Cochrane Zentrum (DCZ) ab dem Jahr 2017 institutionell zu fördern. „Im 19. Jahrhundert war „sauberes Wasser“ die wichtigste Grundlage für die Gesundheit, im 21. Jahrhundert ist dies „sauberes Wissen“. Das deutsche Cochrane Zentrum ist die für die systematische Aufarbeitung und Beurteilung wissenschaftlicher Studien maßgebliche Institution mit internationaler Strahlkraft. Die Bundesärztekammer hat sich deshalb schon seit langem für eine langfristige Finanzierung eingesetzt. Medizin und andere Gesundheitsberufe, aber auch Pflege und Patienten haben eine bestmögliche Wissensgrundlage verdient. Medizin und Pflege werden dadurch besser, die...