News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

­ Berlin - „Die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen hat schwerwiegende körperliche und seelische Folgen. Die anatomischen Besonderheiten nach Genitalverstümmelung müssen bei Geburt, Operation sowie Wundversorgung funktional, medizinisch und psychotherapeutisch berücksichtigt werden“, darauf verweist Dr. Ulrich Clever, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesärztekammer (BÄK), in den überarbeiteten Empfehlungen der BÄK zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung. Eine kultursensible Beratung und Anamnese sei in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen, ohne jedoch die Aufklärung über die Rechtslage zu vernachlässigen, so Clever. Eine Überarbeitung der Empfehlungen war aufgrund der geänderten Gesetzeslage zum Straftatbestand Genitalverstümmelung, der Präzisierung der vier Formen von Genitalverstümmelung durch die WHO sowie aufgrund der Überarbeitung des Diagnoseschlüssels ICD-10-DE 2016...
Gesundheitspolitisch steht der Mai im Zeichen des 119. Deutschen Ärztetages. Die Delegierten treffen sich vom 24. bis 27. Mai in Hamburg, um über wichtige Fragen wie die medizinische Versorgung von Flüchtlingen oder die Ökonomisierung der Medizin zu diskutieren. Einen weiteren Themenschwerpunkt wird das Spannungsfeld zwischen Patientennutzen und Marktwirtschaft bei der Arzneimittelpreisbildung bilden. Nachdem die Ärzteschaft schon lange für eine Nachschärfung des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes aus dem Jahr 2011 plädiert, wird inzwischen auch die Politik aktiv (S. 3). Im Interview mit BÄKground fordert Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, unter anderem eine konsequentere Umsetzung bestehender Verordnungen. Auch eine zweite Nutzenbewertung hält Ludwig für sinnvoll. Währenddessen geht der Kampf gegen den Ärztemangel weiter. „Die Zahl der Ärzte...
Berlin – „Bei der Novelle der Gebührenordnung für Ärzte müssen wir den Blick nach vorn richten und gemeinsam mit unseren Verhandlungspartnern, mit den ärztlichen Verbänden und mit dem Bundesgesundheitsministerium eine tragfähige Reform auf den Weg bringen.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, neuer Vorsitzender des Gebührenordnungsausschusses der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Der Vorstand der Bundesärztekammer hatte Reinhardt am Freitag in sein neues Amt gewählt. Der 56-jährige Allgemeinarzt folgt Dr. Theodor Windhorst nach. Reinhardt ist Mitglied des Vorstandes der Bundesärztekammer, Vize-Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Hartmannbundes. Mit dem Verhandlungsführer der BÄK, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, werden Dr. Reinhardt und der GOÄ-Verhandlungsbeauftragte der BÄK, Dr. Bernhard Rochell, die Beratungen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und der Beihilfe...
Statement von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, zum Tabakwerbeverbot: "Es ist gut, dass sich das Bundeskabinett für ein Verbot der Tabakaußenwerbung und für weitere Einschränkungen der Tabakwerbung in Kinos ausgesprochen hat. Solche Verbote sind längst überfällig. Immerhin ist Deutschland neben Bulgarien das einzige Land der europäischen Union, in dem Tabakwerbung noch immer legal ist. Unverständlich aber bleibt, warum die Umsetzung erst im Jahr 2020 erfolgen soll. Dass die Tabakindustrie  verfassungsrechtliche Bedenken anmeldet, sollte uns nicht verunsichern. Seit Jahren bestehen für viele Bereiche, wie zum Beispiel für die Zeitungs-, Radio- und Fernsehwerbung Verbote, deren Rechtmäßigkeit bestätigt wurde. Studien zeigen, dass vor allem Jugendliche anfällig für eingängige Werbebotschaften sind. Auch wissen wir, dass in Ländern mit umfassenden Tabakwerbeverboten ein deutlich stärkerer...
Berlin, 14.04.2016 – In einem Zeitraum von sechs Monaten werden ab Juni 2016 Ärzte aus der Region Münster und Umgebung für rund 4000 Patienten Notfalldatensätze anlegen. An dem Test nehmen 32 Hausärzte und Internisten zusammen mit Kollegen am Universitätsklinikum Münster teil. Gestern kamen sie zu einer ersten Informationsveranstaltung zusammen. Ziel des Pilotprojekts „NFDM-Sprint“ ist es, zu untersuchen, ob die Anlage von Notfalldaten unter realen Bedingungen in Praxen und einem Krankenhaus funktioniert. Dieser Test ist ein wichtiger Schritt für die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, deren Einführung der Gesetzgeber ab 01.01.2018 vorschreibt und die anschließend jedem gesetzlich Versicherten freiwillig zur Verfügung stehen werden. „Um zukünftig Akzeptanz für die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte zu erreichen, muss diese Anwendung praktikabel sein, also im medizinischen Alltag den...
Berlin, 14.04.2016 - In der zweiten Tarifverhandlungsrunde am gestrigen Mittwoch in Berlin einigten sich die Tarifpartner der niedergelassenen Ärzte und der Medizinischen Fachangestellten auf drei neue Tarifverträge. Die Gehälter erhöhen sich gemäß neuem Gehaltstarifvertrag ab dem 01.04.2016 um linear 2,5 % auf Basis der Tätigkeitsgruppe I. Die Ausbildungsvergütung steigt in allen drei Ausbildungsjahren um 30,00 Euro monatlich, und zwar auf 730,00 Euro im 1. Ausbildungsjahr, auf 770,00 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 820,00 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Der Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersversorgung erhöht sich für Vollzeitkräfte und Teilzeitkräfte mit 18 Wochenstunden und mehr um 10 Euro pro Monat auf 76,00 Euro, für Auszubildende und Teilzeitkräfte mit weniger als 18 Wochenstunden um 5 Euro pro Monat auf 53,00 Euro bzw. 43,00 Euro. Der Manteltarifvertrag wurde redaktionell angepasst Die Laufzeit des...
Berlin – „Die Zahl der Ärzte steigt, aber der Bedarf steigt schneller.“ So fasste Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ergebnisse der Ärztestatistik für das Jahr 2015 zusammen. Wie aus den Daten der BÄK hervorgeht, erhöhte sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten ärztlich tätigen Mediziner im vergangenen Jahr nur leicht um 1,7 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg um 6.055 Ärzte auf nunmehr 371.302 bundesweit. Davon arbeiteten 189.622 im Krankenhaus (+ 1,8 Prozent). Ambulant tätig waren 150.106 Ärzte (+ 1,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der Behandlungsfälle kontinuierlich an, und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Zwischen 2004 und 2014 erhöhte sich die Zahl der ambulanten Behandlungen in Deutschland um 152 Millionen. Ähnlich sieht es in den Krankenhäusern aus. Die Unternehmensberatung Deloitte prognostiziert bis zum Jahr 2030 eine Zunahme der...
Berlin - Damit die Gesundheitsversorgung in Deutschland auch weiterhin auf der Höhe des medizinischen Fortschritts bleibt, sind sowohl  Innovationen als auch Investitionen in unserem Gesundheitswesen notwendig. Darauf verwies Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen (9. April 2016) anlässlich des 122. Internistenkongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Mannheim. Doch gerade was die Investitionen in Krankenhäuser anginge, müssten die dafür zuständigen Bundesländer dringend nachbessern, forderte der BÄK-Präsident. Zufrieden zeigte sich Montgomery hingegen mit der gesundheitlichen Versorgung der Flüchtlinge. Die funktioniere sehr gut – „vor allem aufgrund des großen ehrenamtlichen Engagements vieler Ärzte.“ Allerdings sei die Beschränkung der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern auf akute Erkrankungen nur schwer mit dem...
Berlin - "Es ist gut, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr das Thema Diabetes in den Mittelpunkt des morgigen Weltgesundheitstages stellt. Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Diabetiker allein in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 5,6 Millionen steigen wird. Das sind 580.000 mehr als heute. Andere Studien prognostizieren sogar einen noch stärkeren Anstieg", sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich  Montgomery.  Dabei wären durch Prävention viele Krankheitsfälle vermeidbar. "Etwas Sport täglich und gesunde Ernährung verringern das Risiko an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken enorm. Gesundheitsberufe und Politik dürfen deshalb nicht nachlassen, die Menschen für eine gesunde Lebensweise zu motivieren", forderte Montgomery. Im Rahmen des Programms für Nationale Versorgungsleitlinien (NVL) von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und...
Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) warnt weiterhin davor, die nach Landesrecht gebildeten Ethik-Kommissionen bei der Bewertung von Anträgen zur Durchführung von Arzneimittel-Studien in ihrer Unabhängigkeit zu schwächen und das föderale Organisationsprinzip zu gefährden. Dies geht aus ihrer Stellungnahme zum Regierungsentwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften hervor. Mit dem Gesetz sollen im Wesentlichen Regelungen der Verordnung für klinische Prüfungen (EU) Nr. 536/2014 auf nationaler Ebene durchgeführt werden. Aus Sicht der BÄK besteht ein erheblicher Interessenkonflikt, wenn die zuständige Bundesoberbehörde gleichzeitig für die Genehmigung eines Antrags zur Durchführung einer klinischen Prüfung sowie für die Registrierung der Ethik-Kommissionen verantwortlich sein soll. Besonders kritisch sieht die BÄK zudem, dass das Vorliegen einer zustimmenden Stellungnahme der...