News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Hamburg - Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat sich dafür ausgesprochen, bei der Weiterentwicklung der Qualitätssicherung bereits vorhandene Strukturen der Selbstverwaltung effektiv zu nutzen und die Ärztekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts zu beteiligen. „Die Ärztekammern organisieren alle Ärztinnen und Ärzte und sind damit gerade bei der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung einzubeziehen", heißt es in einer Entschließung des Ärzteparlaments. Die Delegierten forderten zudem den Gemeinsamen Bundesausschuss auf, die auf Landesebene langjährig etablierte Kompetenz zur Umsetzung der externen Qualitätssicherung nicht in Frage zu stellen. Der Ärztetag wies darauf hin, dass insbesondere das Krankenhausstrukturgesetz mit der teilweise gleichzeitigen Einführung bisher kaum erprobter Instrumente, wie etwa der Nutzung von Qualitätsindikatoren, erhebliche Ressourcen bindet. Um die Aufgaben nur ansatzweise...
Hamburg - Der 119. Deutsche Ärztetag unterstützt die Entwicklung von „Klug-Entscheiden“-Empfehlungen (KEE) zur indikationsgerechten Versorgung von Patienten. KEE könnten dazu dienen, die Versorgungsqualität kontinuierlich zu verbessern. „Eine evidenzbasierte, sichere und effiziente Patientenversorgung gehört zu den zentralen Anliegen der Ärzteschaft“, stellten die Delegierten fest. Die Initiative orientiert sich an der internationalen Kampagne „choosing wisely“, im Rahmen derer sich seit 2011 zahlreiche Wissenschaftliche Fachgesellschaften mit dem Thema unnötiger oder sogar schädlicher medizinischer Leistungen beschäftigen und Empfehlungen zu verschiedenen Bereichen abgeben. Die Delegierten sprachen sich dafür aus, KEE in der Leitlinienentwicklung stärker zu berücksichtigen, um eine evidenzbasierte und situationsgerechte Indikationsstellung und die gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Patient zu unterstützen....
Hamburg - Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat die Bundesregierung aufgefordert, ein strafbewehrtes Rauchverbot in Autos einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. Die Delegierten wiesen darauf hin, dass zahlreiche wissenschaftliche Studien einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Passivrauchbelastung und schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken von Kindern und Jugendlichen nachweisen konnten. Aufgrund der hohen Konzentration zahlreicher teils krebserzeugender Toxine sei Rauchen im Fahrzeug als Gefährdung des Kindeswohls und schwerwiegendes Risiko für die Gesundheit von Kindern anzusehen. Über das Autorauchverbot hinaus sind nach Überzeugung  des Ärzteparlaments weitere Präventions- und Interventionsmaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Passivrauchbelastung erforderlich. Hierzu zähle ein umfassendes Werbeverbot im Außenbereich sowie im Kino ohne Ausnahmen, das Sponsoring politischer...
Dr. Susanne Johna ist heute vom 119. Deutschen Ärztetag in Hamburg zum neuen „weiteren“ Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer gewählt worden. Auf die 50-jährige Fachärztin für Innere Medizin entfielen 124 von 244 gültigen Stimmen. Damit setzte sie sich gegen Monika Buchalik durch, die 120 Stimmen erhielt. Frau Johna arbeitet als Oberärztin für Krankenhaushygiene am St. Josefs-Hospital in Rüdesheim und ist Mitglied des Präsidiums der Landesärztekammer Hessen. Der Vorstand der Bundesärztekammer besteht aus den Präsidenten der 17 Ärztekammern in Deutschland sowie aus zwei weiteren Vorstandsmitgliedern. Die „weiteren“ Vorstandsämter sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, die nicht Präsidenten einer Ärztekammer und damit nicht Mitglied des Vorstandes der Bundesärztekammer sind. Die Wahl eines neuen weiteren Vorstandsmitgliedes war notwendig geworden, weil Dr. Ellen Lundershausen, die bisher „weiteres Vorstandsmitglied“...
Der 119. Deutsche Ärztetag hat die Krankenhausträger dazu aufgefordert, gemäß den Anfang des Jahres in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen in § 135c des Sozialgesetzbuch V von vorrangig an ökonomischen Kriterien orientierten Bonuszahlungen für leitende Krankenhausärzte abzusehen. Anderenfalls wäre der Gesetzgeber erneut aufgerufen, derartigen Entwicklungen auch rechtlich Einhalt zu gebieten. „Ökonomisierung ist dann abzulehnen, wenn betriebswirtschaftliche Parameter individuelle und institutionelle Ziele ärztlichen Handels definieren, ohne dass es eine am Patientenwohl orientierte medizinische Begründung gibt“, heißt es in einer einstimmig gefassten Entschließung des Ärztetages. Zum Hintergrund: Deutsche Ärztetage hatten in der Vergangenheit wiederholt vor erfolgsabhängigen Bonuszahlungen gewarnt, weil diese leitende Ärztinnen und Ärzte unter Druck setzen könnten, Leistungseinschränkungen oder -ausweitungen zu...
Hamburg - Die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung für Ärztinnen und Ärzte ist auf einem guten Weg. Darauf hat Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer, auf dem 119. Deutschen Ärztetag in Hamburg hingewiesen. Bartmann betonte, dass eine Novelle der ärztlichen Weiterbildungsordnung wegen der rasanten Weiterentwicklung in der Medizin und wegen sich ändernden Rahmenbedingungen der ärztlichen Berufsausübung dringend erforderlich ist. Weiterbildung rein zeitlich zu definieren, wird bei der veränderten Lebensplanung der jungen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung immer schwieriger. Bartmann wies darauf hin, dass sich Kompetenz nur inhaltlich abbilden lässt. Weil diese Inhalte nicht immer an ein und derselben Weiterbildungsstätte angeboten werden könnten, müsse die Weiterbildung flexibler werden. Der einstimmig gefasste Beschluss des Ärztetages zu diesem Thema sieht vor, dass die...
Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat gefordert, bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen stärker als bisher psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung der Bewerber zu berücksichtigen. Eine Landarztquote, wie sie derzeit diskutiert wird, lehnten die Delegierten hingegen ab. Das Ärzteparlament begründete dies damit, dass nur die wenigsten Bewerber vor ihrem Studium einschätzen könnten, welche Fachrichtung sie später einschlagen wollen und ob sie sich eine Tätigkeit in unterversorgten Regionen vorstellen können. Außerdem wäre ein Vorzug von Bewerbern, die sich für eine spätere ärztliche Tätigkeit auf dem Land verpflichten, gegenüber Bewerbern, die dies noch nicht für sich entscheiden möchten, eine ungerechte Begünstigung. Unter der Maßgabe, dass eine finanzielle Förderung der Universitäten und Lehrpraxen sichergestellt werden muss, forderte der Ärztetag Bund und Länder...
Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat gefordert, wesentliche Teile des im März in Kraft getretenen Asylpakets II nachzubessern. Die Delegierten kritisierten, dass als Abschiebungshindernis nur noch lebensbedrohliche oder schwerwiegende Erkrankungen gelten, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern würden. Diese gesetzliche Wertung widerspricht nach Auffassung der Ärzteschaft dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. „Soll letzteres garantiert werden, muss die Zugangsmöglichkeit zu einer medizinischen Versorgung für Asylsuchende in jedem einzeln zu prüfenden Fall gegeben sein“, heißt es in einer Entschließung des Ärzteparlaments. Weitere Änderungen seien bei den Regelungen zum beschleunigten Asylverfahren zum Beispiel für Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten notwendig. Bei diesen Verfahren entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge innerhalb einer Woche...
Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat sich für eine Fortführung der Arbeiten an einer Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ausgesprochen. „Wir haben intensiv diskutiert. Wir haben unsere Argumente ausgetauscht und am Ende kluge Entscheidungen getroffen. Der Ärztetag hat der Bundesärztekammer Leitplanken für den weiteren Verhandlungsprozess mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung gegeben. Wir wissen jetzt genau, wohin der Ärztetag will, wo wir Verhandlungsspielraum haben und wo die Grenzen liegen.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Gebührenordnungsausschusses der Bundesärztekammer, nach der Aussprache der Delegierten am Mittwochnachmittag. Reinhardt kündigte an, die Arbeiten an der GOÄ konsequent fortführen zu wollen. Zwar sei in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit einer Umsetzung der Novelle zu rechnen, spätestens nach der Bundestagswahl solle aber ein Konzept stehen, das dann in...
Der 119. Deutsche Ärztetag hat in seiner gesundheits- und sozialpolitischen Generalaussprache in Hamburg den Leitantrag des Bundesärztekammer-Vorstands mit geringen Änderungen angenommen. Die Entschließung im Wortlaut: Der Gesetzgeber hat in der Bundesärzteordnung festgelegt: „Der ärztliche Beruf ist kein Gewerbe; er ist seiner Natur nach ein freier Beruf.“ Seine medizinisch-fachliche Weisungsfreiheit und seine im ärztlichen Berufsethos sowie im ärztlichen Berufsrecht verankerte Verpflichtung zur Übernahme persönlicher Verantwortung für das Wohl der Patienten stellen den wirksamsten Patientenschutz dar. Dies ist ein Grundrecht des Patienten. Überregulierung, ein über Jahre forcierter Preiswettbewerb und die damit einhergehende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens stellen dieses Selbstverständnis ärztlicher Berufsausübung jedoch zunehmend in Frage. Dabei müssen medizinische Orientierung und ökonomisches...