News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Berlin – „Radiologische Untersuchungen und Blutentnahmen sind wie andere medizinische Maßnahmen Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit. Medizinische Altersfeststellungen bei jungen Geflüchteten, für die es in der Regel keinerlei ärztliche Indikation gibt, sollten deshalb die absolute Ausnahme sein. Wenn überhaupt, sollten sie nur auf Antrag des Geflüchteten selbst oder auf gerichtliche Anordnung vorgenommen werden.“ Das forderte Dr. Ulrich Clever, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesärztekammer, bei der Vorstellung der Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) zur „Medizinischen Altersschätzung bei unbegleiteten jungen Flüchtlingen“. Clever warnte, dass die Betroffenen ohnehin häufig von Krieg und Flucht gezeichnet seien. „Die Untersuchungen könnten eine weitere Psychotraumatisierung zur Folge haben.“ Zum Hintergrund: In Deutschland sind bei unter 18jährigen die Bestimmungen der...
Bundestagswahl 2017 28.09.2016

Bundesärztekammer bezieht Position

Die Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit, die Förderung des ärztlichen Nachwuchses, bedarfsgerechte Konzepte für Kooperationen im Gesundheitswesen und die Etablierung einer sektorenübergreifenden Qualitätssicherung der gesundheitlichen Versorgung- diese und weitere Themen gehören nach Überzeugung der Bundesärztekammer dringend auf die gesundheitspolitische Agenda der neuen Bundesregierung. Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl richtet die Ärzteschaft den Blick nach vorn und bezieht in einem Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 Stellung zu wichtigen gesundheitspolitischen Themen.
Atomwaffenverbot 26.09.2016

BÄK für weltweites Verbot von Atomwaffen

Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert die Bundesregierung dazu auf, sich ab sofort aktiv für die Verhandlung eines weltweiten Verbots von Atomwaffen einzusetzen. Der Vorstand der BÄK hatte sich auf seiner August-Sitzung dafür ausgesprochen, einen entsprechenden Appell der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) zu unterstützen. Darüber hinaus wird in dem Apell auch ein umgehendes Verbot der Stationierung von Atomwaffen in Deutschland gefordert. „In einer unsicheren Welt schaffen Atomwaffen keine Sicherheit, sondern bergen untragbare Risiken“, heißt es in dem Appell. Die Arbeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen stehe im Dienste der Menschen und der Humanität. Daher könnten sie nicht zur drohenden Vernichtung der Menschheit durch einen gewollten oder versehentlichen Einsatz von Atomwaffen schweigen. Hintergrund des Appells sind die zu diesem Thema für Oktober 2016 terminierten...
Berlin - Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben 2015 das neue Rekordniveau von 36,9 Milliarden Euro erreicht. Damit sind die Kosten in nur zwei Jahren um 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Wie der heute veröffentlichte Arzneiverordnungs-Report 2016 zeigt, ist diese Entwicklung zum größten Teil durch den Patentmarkt begründet. Der patentgeschützte Fertigarzneimittelmarkt verursachte im Vergleich zum Jahr 2014 Mehrkosten von 1,3 Milliarden Euro und ist auf 14,9 Milliarden Euro angewachsen. Der Ausgabenanstieg lag in diesem Segment bei 9,7 Prozent und fiel damit mehr als doppelt so hoch aus wie der des Gesamtmarktes (+ 4,3 Prozent).  Vor allem bei den Onkologika gibt es einen steten Anstieg der Kosten, der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Nach Prognosen des IMS Institute for Healthcare Informatics werden 2020 allein die fünf im Umsatz führenden europäischen Länder (Deutschland,...
Blut- und... 22.09.2016

BÄK sieht weiteren Regelungsbedarf

Berlin - Die Bundesärztekammer unterstützt grundsätzlich das Vorhaben der Bundesregierung, einen Genehmigungsvorbehalt des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) für die von ihr im gesetzlichen Auftrag erstellten Hämotherapie-Richtlinien einzuführen. Damit würde die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Übertragung dieser Aufgabe auf eine privatrechtlich organisierte Instanz Rechnung getragen, heißt es in einer Stellungnahme der BÄK zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Fortschreibung der Blut- undGewebevorschriften. Kritisch sieht sie jedoch, dass die bislang geltende Einvernehmensregelung mit dem Paul-Ehrlich-Institut trotz des geplanten Genehmigungsvorbehaltes durch das BMG fortbestehen soll. Dies sei rechtlich inkonsistent, so die BÄK. Stattdessen sollte sich der Gesetzgeber an den Regelungen für die Richtlinien nach dem Transplantationsgesetz orientieren, für die es bereits einen Genehmigungsvorbehalt gibt. ...
Welt-Alzheimertag 20.09.2016

Über Tabu-Thema Demenz sprechen

Berlin - „Es ist gut, dass die Bundesregierung mit der Pflegereform auch Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen mehr Unterstützung zukommen lässt. Nun kommt es auf die praktische Umsetzung des Gesetzes an. Wir brauchen mehr Personal in den stationären Einrichtungen und wir müssen die ambulante Pflege, teilstationäre Angebote und betreute Wohngruppen massiv ausbauen.“ Das sagte Dr. Max Kaplan, Vize-Präsident der Bundesärztekammer, vor dem morgigen Welt-Alzheimertag. Seit Jahrzehnten wächst die Zahl alter und hochbetagter Menschen. Damit nimmt auch die Behandlung und Pflege älterer und alter Patienten zu. „Ein Hauptgrund für den steigenden Versorgungs- und Pflegebedarf sind heute die Demenzerkrankungen. Eine Kooperation aller Akteure ist notwendig, um die bestmögliche Betreuung dieser Patientengruppe zu gewährleisten“, so Kaplan. In Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gegenwärtig 1,6...
Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich im Vorfeld der Öffentlichen Anhörung am 26. September 2016 im Gesundheitsausschuss des Bundestages aktuell zu dem Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) geäußert. In ihrer schriftlichen Stellungnahme begrüßt die BÄK insbesondere die Verschiebung der Optionsphase um ein Jahr, die bessere Integration medizinischer Expertise der Ärzteschaft sowie den Verzicht auf die Ausweitung umfänglicher Prüfbefugnisse und Aktivitäten der Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen.
Tag der Patientensicherheit... 15.09.2016

AkdÄ: Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden

Berlin – Medikationsfehler sind ein gesundheitsrelevantes Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit etwa jede zehnte stationäre Aufnahme auf unerwünschte Arzneimittelereignisse zurückzuführen ist. Ein großer Teil davon ist durch Medikationsfehler bedingt und prinzipiell vermeidbar. In Deutschland werden etwa 0,6 Prozent aller internistischen Notaufnahmen als durch Medikationsfehler bedingt eingeschätzt. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) führt seit Anfang 2015 ein vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördertes Projekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch. Durch die Analyse von Medikationsfehlern soll die Patientensicherheit verbessert werden. Wie kommt es zu Medikationsfehlern? Medikationsfehler können bei jedem Schritt des Medikationsprozesses auftreten. So können Fehler z. B. bei der Medikamentenverordnung entstehen, wenn der Arzt ein...
Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) befürworten das Vorhaben der Bundesregierung, schwer kranke Patienten künftig auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung mit cannabinoidhaltigen Arzneimitteln zu versorgen. Die Kostenübernahme für getrocknete Cannabisblüten lehnen BÄK und AkdÄ dagegenab. Für den medizinischen Einsatz von Medizinal-Cannabisblüten fehle es bislang an ausreichender wissenschaftlicher Evidenz, betonen BÄK und AkdÄ in ihrer Stellungnahme zu dem Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften. Der Gesetzentwurf ist am 21. September 2016 zusammen mit einem Antrag der Linken Gegenstand einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags. BÄK und AkdÄ begrüßen, dass die im Referentenentwurf noch vorgesehene Anwendung der Chroniker-Richtlinie als Voraussetzung zum Nachweis...
Berlin - Der Vorsitzende des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer, Dr.  Klaus Reinhardt, sieht die GOÄ-Reform nach dem Deutschen Ärztetag in Hamburg auf klarem Kurs. Die Arbeit erfolge sachbezogen in detaillierter Absprache mit den Verbänden, sagte er im Deutschen Ärzteblatt (Heft 35-36/2016). Für eine Zwischenbilanz ist es ihm noch zu früh. Dennoch: Es gibt geleistete Arbeit, feste Wegmarken. „Wir haben mit zahlreichen Berufs- und Fachverbänden Gespräche geführt und mit ihnen die entsprechenden Details analysiert“, erklärt Reinhardt zum bisherigen Verlauf. Man habe die Dinge sortiert und auf den Punkt gebracht. Der Verband der privaten Krankenversicherer (PKV), das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und die Bundesärztekammer (BÄK) hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich an dem Konstrukt gearbeitet, aber nicht immer völlig kongruent rückgekoppelt. Das Ergebnis: Bei den Leistungslegenden gebe es Inkongruenzen...