News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Berlin - „Eine HIV-Infektion ist längst kein Todesurteil mehr. Wir können sie zwar noch nicht heilen, aber doch gut behandeln. Trotzdem haftet HIV noch immer ein Stigma an.“ Darauf wies Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hin, der in diesem Jahr unter dem Motto „positiv zusammenleben“ steht. „Davon sind wir leider noch weit entfernt“, so Montgomery weiter. Noch immer wecke die Diagnose „HIV positiv“ Ängste und Vorurteile – sogar im engsten persönlichen Umfeld. Das setze eine Negativspirale in Gang: „Die Betroffenen outen sich aus Angst vor Diskriminierung nicht, viele ziehen sich in die Isolation zurück, und dadurch verschwindet das Thema Aids aus der öffentlichen Wahrnehmung“, warnte der BÄK-Präsident. Dabei gibt es in Bezug auf Neuinfektionen keine Entwarnung. Nach den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2016...
BÄK-Tagung zur Suchtmedizin... 29.11.2017

Mischo: Mehr Forschung zu Cannabis-Medikamenten notwendig

Berlin – „Wir wissen noch viel zu wenig darüber, ob und wie Arzneimittel auf Cannabis-Basis wirken. Die Studienlage hierzu ist deutlich schwächer, als in der Öffentlichkeit allgemein angenommen wird.“ Dieses Fazit zog Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“ der Bundesärztekammer (BÄK) nach einem Erfahrungsaustausch über aktuelle suchtmedizinische Themen am 27. November 2017 in Berlin. Die BÄK hatte dazu Vertreter von Ärzteschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen. „Wir müssen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Studien sehr genau prüfen, ob Cannabis tatsächlich eine therapeutische Alternative sein kann. Gerade angesichts der großen Hoffnungen, die viele Patienten in Cannabis-Therapien setzen, müssen wir unvoreingenommen Chancen und Risiken offenlegen, auch und gerade im Vergleich mit herkömmlichen Therapien“, sagte er. Der Co-Vorsitzende der BÄK-Arbeitsgruppe, Erik Bodendieck, betonte,...
Berlin - Die überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Sie wurde zwischen den deutschsprachigen Mitgliedsverbänden und den Ethikexperten des Weltärztebundes (WMA) abgestimmt. Der WMA hatte im Oktober 2017 eine modernisierte Fassung des hippokratischen Eids für Ärzte verabschiedet. Er verpflichtet die Ärzte nun, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert das Gelöbnis aber auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten. Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzescharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung...
Zu Forderungen von SPD-Politikern im Vorfeld möglicher Sondierungsgespräche nach Einführung einer Bürgerversicherung erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: "Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin. Noch gehört unser Gesundheitssystem zu den besten der Welt, mit freier Arztwahl und einer Medizin auf hohem Niveau. Alle Umfragen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger unser Gesundheitswesen als gut bewerten und erhalten wollen. Selbst die EU-Kommission hat vor wenigen Tagen das hohe Niveau der medizinischen Versorgung in Deutschland bestätigt. Wir wollen keine Rationierung, keine Wartezeiten und keine Begrenzungen der Leistungskataloge wie in den Einheitssystemen der Niederlanden oder in Großbritannien.
Berlin - Auf scharfe Kritik von Dr. Klaus Reinhardt, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, sind Forderungen des Vorsitzenden der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, nach einer Vereinheitlichung der ärztlichen Honorierung gestoßen. Baas hatte sich in der Rheinischen Post (21.11.2017) für eine Angleichung der Honorare für die Behandlung von Privat- und Kassenpatienten ausgesprochen, um so den Ärztemangel in ländlichen Räumen zu bekämpfen. Um Nachteile auszugleichen und die Einnahmen der Ärzte im Schnitt stabil zu halten, müssten die gesetzlichen Kassen zusätzliche Mittel bereitstellen. „Wenn Jens Baas mit seinen Äußerungen ausdrücken wollte, dass die Leistungen im vertragsärztlichen Bereich seit Jahren und Jahrzehnten häufig unzureichend durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) honoriert werden, dann kann man dem nur beipflichten. Immerhin gesteht er ein, dass die GKV für eine angemessene Honorierung...
Berlin - Der Herbert-Lewin-Preis wurde heute für zwei wissenschaftliche Arbeiten zur „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus“ verliehen. Der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesärztekammer (BÄK), Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) gestiftete Forschungspreis wurde zum sechsten Mal vergeben. Die Jury, die sich aus Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Bundesverbandes Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland sowie aus Vertretern der auslobenden Organisationen zusammensetzt, verwies darauf, dass die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nicht nur aus moralischer und ethischer Sicht geboten sei, sondern auch aktuelle ethische Fragestellungen anrege. Aus elf eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten zeichnete die Jury zwei erste Preise aus, die mit jeweils...
Berlin – „Das Symposium zu Fragen am Lebensende war ein Beispiel für eine weltoffene und vorurteilsfreie Diskussion. Es war ein Meilenstein für die Ärzteschaft und ein Schritt voran für die katholische Kirche.“ So bewertet Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), das Regionaltreffen des Weltärztebundes, das am 16. und 17. November 2017 im Vatikan stattgefunden hat. „Wir haben mit großem Ernst darüber diskutiert, ob es sich bei Euthanasie oder assistiertem Suizid um ärztliche Aufgaben handeln kann und ob sich Kollegen, die sich zu diesen Verfahren bekennen, unethisch handeln“, so Montgomery weiter. Die Debatte habe die ganze Bandbreite der Sichtweisen aufgezeigt. Der BÄK-Präsident wies darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Ärzteschaft Euthanasie und ärztlich assistierten Suizid ablehnt. Nur eine kleine Gruppe vertrete in dieser Frage eine andere Meinung, aber das gehöre zum...
Regionaltreffen des... 17.11.2017

Montgomery: Es gibt Alternativen zur Euthanasie

Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat am Rande des europäischen Regionaltreffens des Weltärztebundes im Vatikan das vor zwei Jahren in Deutschland beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid als richtigen und wichtigen Schritt bezeichnet. „Die Aufgabe eines Arztes ist es, Leben zu erhalten und zu retten. Ein Zielwechsel in diesem Bereich würde das gesamte Spektrum ärztlicher Tätigkeit verändern", sagte Montgomery in einem Interview mit Domradio. Es gebe Alternativen zur Euthanasie mit einer sehr gut ausgebauten Palliativmedizin und mit einer intensiven Betreuung am Lebensende für Patienten. „Und wir wissen, dass Patienten, denen man Palliativmedizin anbietet, sehr oft innerhalb von kurzer Zeit ihren Todeswunsch verlieren und auf eine würdige Art und Weise ihr Leben zu Ende leben“, so Montgomery. Der Bundesärztekammer-Präsident begrüßte zudem, dass Papst Franziskus in seinem...
Europäischer Antibiotikatag... 17.11.2017

Im Kampf gegen Resistenzen an einem Strang ziehen

Berlin – „Keime kennen keine Grenzen. Den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen können wir nur gewinnen, wenn wir europaweit und weltweit an einem Strang ziehen.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages, der am 18. November 2017 begangen wird. „Deutschland hat mit seinen Initiativen gegen Antibiotika-Resistenzen in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle übernommen. Diesen Weg müssen wir weiter gehen“, forderte Montgomery mit Blick auf aktuelle Daten des European Centre for Disease Prevention and Control, nach denen die Zahl der durch Antibiotika-Resistenzen infizierten Patienten in der Europäischen Union steigt. Antibiotikaresistente Bakterien beeinträchtigten die Möglichkeiten zur Therapie bakterieller Infektionskrankheiten. “Nur wenn wir jetzt handeln, können wir eine weitere Zunahme von nicht beherrschbaren Antibiotika-Resistenzen verhindern....
Berlin/Rom - Zum europäischen Regionaltreffen des Weltärztebundes am 16. und 17. November 2017 im Vatikan erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: „Überall auf der Welt diskutieren Gesellschaften die großen ethischen Fragen zum Lebensende. Daher ist es gut, dass der Weltärztebund, die Bundesärztekammer und die Päpstliche Akademie für das Leben Juristen, Ethiker, Theologen und Philosophen aus Europa zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen haben. Wir werden uns zwei Tage lang die Zeit nehmen, um abseits vom politischen Tagesgeschäft über die Fragen zu diskutieren, die sich am Ende des Lebens stellen. Wir werden über die Rechte der Patienten und die Pflichten  der Ärzte reden, über die Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten und über die Chancen der Palliativversorgung.  Wir wollen die unterschiedlichen Positionen diskutieren, die es dazu in Europa gibt, und die besondere ethische ...