News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

„Nach den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie muss die Gesundheitspolitik eines der zentralen Handlungsfelder der neuen Bundesregierung werden.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, im Vorfeld des 125. Deutschen Ärztetages, der am 1. und 2. November stattfindet. Die Bundesärztekammer hat prioritäre Handlungsfelder sowie konkrete Kernforderungen an ein gesundheitspolitisches Sofortprogramm der neuen Bundesregierung erstellt (www.baek.de/12kernforderungen).
In der aktuellen Debatte über Auffrischimpfungen hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt vor zu viel Aktionismus gewarnt. Trotz steigender Inzidenzen sollte sich die Politik „weiterhin an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (27.10.2021). Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle eine Auffrischimpfung für alle Menschen ab 70 Jahren, für Heimbewohner sowie für medizinisches und pflegerisches Personal. „An diese Empfehlung sollten wir uns halten. Besonders wichtig ist es jetzt, mit einer durchschlagenden Auffrischungskampagne alle relevanten Zielgruppen zu erreichen.“, betonte Reinhardt.
Was muss jetzt getan werden, damit die Digitalisierung ihr Potential für eine verbesserte Ge­sund­heitsversorgung entfalten kann? Darüber tauschten sich gestern die Experten der Bundesärzte­kammer (BÄK) Erik Bodendieck und Peter Bobbert unter Beteiligung der Ärzteschaft aus.
Deutschland ist nur unzureichend für die gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels gerüstet. Trotz eines wachsenden Bewusstseins der politisch Verantwortlichen für den Ernst der Lage stehen konkrete Maßnahmen zur Vermeidung klimabedingter Gesundheitsrisiken und zur Bekämpfung des Klimawandels aus. Nur wenige Kommunen haben bisher Hitzeaktionspläne umgesetzt. Auch die hohen CO2-Emissionen des Gesundheitssystems wurden in den vergangenen Jahren nur unwesentlich reduziert. Das sind zentrale Ergebnisse eines Reviews, der anlässlich der Vorstellung des internationalen Lancet Countdown 2021 am 21.10.2021 veröffentlicht wird.
„Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche gehen gesundheitspolitisch in die richtige Richtung, ausreichend sind sie aber nicht. Nach den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie muss die Gesundheitspolitik eines der zentralen Handlungsfelder der neuen Bundesregierung werden“, forderte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt mit Blick auf den Start der Koalitionsverhandlungen in dieser Woche. Dafür habe die Bundesärztekammer konkrete Vorschläge für besonders dringende gesetzgeberische Maßnahmen in einem 12-Punkte-Papier zusammengestellt.
Auf seiner Generalversammlung vom 07. bis 15. Oktober hat der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) auf die Unterdrückung von Ärztinnen und Ärzten in Nicaragua aufmerksam gemacht. Ihnen wird dort eine Gefährdung des öffentlichen Friedens angelastet, wenn sie sich für Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzmasken und Handschuhen oder für Impfungen gegen das Coronavirus einsetzen. Die Folgen können Entlassung, Lizenzentzug oder Gefängnisstrafen sein. In einer dringlichen Resolution forderte der WMA das Ende jeglicher gesetzlichen Regelungen, welche die berufliche Unabhängigkeit von Ärztinnen und Ärzten bedrohen.
Beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ diskutierten Vertreter von Ärzteschaft und Medizinethik über aktuelle Erwartungen und Perspektiven. „Die Ärzteschaft verfügt als einzige Berufsgruppe mit der ZEKO über ein eigenes gesellschaftsorientiertes und zugleich binnenorientiertes Sprachrohr. Der Fokus ihrer Beratungen liegt auf den wohlverstandenen Belangen der Ärzteschaft in ihrer Verantwortung für die Patienten und die Gesellschaft“, betonte der Vorsitzende der ZEKO, Prof. Dr. Jochen Taupitz, beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ der Bundesärztekammer anlässlich des 25. Jahrestages der ZEKO-Konstituierung in Berlin.
Corona-Pandemie 08.10.2021

Impfquote darf keine Blackbox sein

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat die vom Robert Koch-Institut korrigierte Impfquote als gute Nachricht bewertet. Man sei der Herdenimmunität wahrscheinlich näher als dies bislang offiziell angegeben wurde. Doch „darf die Impfquote natürlich keine Blackbox sein“, sagte er gegenüber dem Tagesspiegel (08.10.2021). Von der Impfquote hänge maßgeblich ab, ob und wann Einschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren werden könnten.
Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt lehnt die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zu einem jetzt schon festgesetzten Datum ab. Er finde es aber „richtig, dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann wir zur Normalität zurückkehren können. Wir dürfen uns als Gesellschaft nicht in einer Infektionsangstneurose einrichten“, sagte er in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (02.10.2021). Das hieße im Umkehrschluss aber nicht, „dass wir jetzt alles in Laissez-faire-Manier laufen lassen“. Es müsse der ärztliche Anspruch sein, Infektionen zu verhindern.
Die Genom-Editierung eröffnet neue Behandlungsperspektiven für lebensbedrohlich erkrankte Patientinnen und Patienten. Mit den neuen technischen Verfahren lassen sich durch den gezielten Eingriff in das menschliche Genom beispielsweise krankheitsauslösende DNA-Sequenzen direkt erkennen und verändern. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer hat dazu im Auftrag des Vorstandes der Bundesärztekammer die Stellungnahme „Genom-Editierung: Perspektiven für die Humanmedizin“ erarbeitet.