Sachsen-Anhalt15.04.2019

Ärztekammer Sachsen-Anhalt würdigt ärztliches Engagement: Peter Jeschke, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, erhielt das Ehrenzeichen der Ärztekammer

Magdeburg - Am 13. April 2019 wurde Peter Jeschke mit dem „Ehrenzeichen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt" gewürdigt. Die Auszeichnung fand vor Beginn der Frühjahrskammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt in Freyburg statt.
 
„Die Ärztekammer verleiht traditionell einmal jährlich diese hohe Auszeichnung an Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für die medizinische Versorgung der Bevölkerung eingesetzt oder sich im Besonderen um das Ansehen des ärztlichen Berufes verdient gemacht haben“, erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
 
Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrenzeichens der Ärztekammer
Sachsen-Anhalt an Peter Jeschke
 
„Es ist eine gute Möglichkeit der Ärztekammer unseres Landes hervorragende Ärzte für ihr nachhaltiges Wirken mit der Ehrennadel zu bedenken. Peter Jeschke wurde am 01.07.1952 in Halle (Saale) geboren – ein Urhallenser sozusagen. Im Jahr 1981 erhielt er nach erfolgreichem Staatsexamen die Approbation. Es folgten der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie 1986, die Fachkunde Suchtmedizinische Grundversorgung 2001 und die Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung 2006.
 
Wir in der Ärztekammer sind froh, auf das Engagement und die Expertise von Peter Jeschke zugreifen zu können. Er ist seit November 2003 Mitglied im Ausschuss Sucht und Suchtbekämpfung und seit Januar 2017 stellvertretender Vorsitzender der Fach- und Prüfungskommission Suchtmedizinische Grundversorgung. Seit September 2018 steht er der Ärztekammer auch als Vertrauensperson gemäß „Sofortprogramm bei Verdacht auf Vorliegen einer Suchterkrankung bei Ärzten“ zur Verfügung.
 
Peter Jeschke ist Gründer und Vorsitzender der Ostdeutschen Arbeitsgemeinschaft Suchtmedizin e.V. (OGAS). Er ist mit der Arbeit dieses Vereins überaus erfolgreich. Die OAGS gibt es seit 1996. Was als fachlicher Austausch suchtmedizinisch aktiver Ärzte aus Halle und Umgebung begann, fruchtete bald in Treffen mit Mitarbeitern von Suchtberatungsstellen, kommunalen Verwaltungen, psychosozialen Vereinen und amtsärztlichen Diensten. So entstand ein engagierter Kreis, der sich über aktuelle Probleme bei der Behandlung Suchtkranker interdisziplinär verständigt. Schon bald nutzten Kollegen aus Sachsen und Thüringen diese Möglichkeit zum Austausch und zur Weiter- und Fortbildung. Aus dem Halleschen Arbeitskreis wurde eine überregionale Arbeitsgemeinschaft, die zudem seit dem Jahr 2000 ein anerkannter Qualitätszirkel der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt ist.
 
Seit 2005 organisiert die Ostdeutsche Arbeitsgemeinschaft Weiterbildungscurricula und überregionale Symposien für Suchtmedizin. An den Weiter- und Fortbildungen nehmen Ärzte, medizinische Fachassistenten, Apotheker und Suchtberater teil - sie werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt zertifiziert.
 
Im Mittelpunkt stehen immer wieder aktuelle medizinische und gesundheitspolitische Themen mit direktem Bezug zum Praxisalltag. Die Ostdeutsche Arbeitsgemeinschaft Suchtmedizin fördert den Erfahrungsaustausch und Projekte sowie Weiter- und Fortbildungen für suchtmedizinisch engagierte und insbesondere für Drogenkonsumenten tätige Ärzte und Mitarbeiter in Ostdeutschland. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen Probleme der Versorgung von Suchtkranken und die Qualitätssicherung von Prävention, Therapie und Nachsorge sowie die Entwicklung und Koordination von Projekten der Suchtmedizin und des Hilfesystems.
 
Peter Jeschke ist Mitbegründer des Netzwerkes gegen Drogen in Halle in den 90iger Jahren und Moderator der AG Suchtmedizin, später „Qualitätszirkel Suchtmedizin“. Er ist federführend beteiligt an der Durchführung vieler ZEUS-Trainings und -Curricula für Arzthelferinnen, Ärzte, Apotheker und Suchberater.
 
Kollege Jeschke substituiert selbst seit 1995 und hat auf diesem Gebiet einen großen Erfahrungsschatz. Viele praxisorientierte professionelle Weiter- und Fortbildungen sind seiner Initiative zu verdanken. 2014 führte die OAGS das gesamtdeutsche suchtmedizinische Symposium mit 280 Teilnehmern zum Methamphetamin-Problem ("Crystal-Tag") gemeinsam mit tschechischen Kollegen in Chemnitz durch. Die OAGS organisiert außerdem eine anonyme Sprechstunde für Crystal- Konsumenten in Halle (Saale). Sie beteiligte sich an der Entwicklung der App "Checkpoint C" für Crystal-Konsumenten (gemeinsam mit der Hochschule Merseburg, Prof. Gundula Barsch), die seit November 2016 für Smartphones verfügbar ist.
 
Ohne ein hohes menschliches Ethos und Verantwortungsbewusstsein wäre so Manches nicht möglich. Peter Jeschke kümmert sich nicht nur vorbildlich um seine Fachkollegen, sondern auch um seine Patienten. Frei nach Charles Dickens: „Tue soviel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber.“ Er organisiert Fahrten, Ausflüge und Ganztagesprogramme, natürlich immer mit einem pädagogischen Ansatz. Unbedingt zu erwähnen ist, dass es hierfür keine finanzielle Förderung gibt.
 
Vorbildliche Haltung
Peter Jeschke war um die Wendezeit 30 Jahre alt und hat sich durch seine vorbildliche Haltung verdient gemacht. Er gehörte zu den Protagonisten des Runden Tisches in Halle, von 1990 - 2004 war er Mitglied des Stadtrates in Halle/Saale für die Fraktion Neues Forum und HAL-Fraktion. 2014 hat er eine Resolution gegen die Pegida-Bewegung mitgezeichnet – er kann einfach nicht anders.
 
Peter Jeschke hat sich um das Ansehen der Ärzteschaft und deren Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt und weit darüber hinaus verdient gemacht.
 
Für seine Tätigkeit und sein berufspolitisches Engagement wird Dipl.- Med. Peter Jeschke mit dem Ehrenzeichen der Ärztekammer Sachsen- Anhalt ausgezeichnet.

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