Bayern12.07.2019

Bayern: Gesundheit ist ein hohes Gut – gerade für uns Ärzte

München -  „Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können“, heißt es in der Deklaration von Genf. Mit diesen Sätzen beginnt der Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Wolfgang Rechl, seinen Leitartikel in der Juli/August-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes und mahnt: „Was wir Ärztinnen und Ärzte in der Deklaration von Genf festschreiben, droht uns nach und nach abhanden zu gehen: denn, wir arbeiten heute zunehmend am Limit.“ Gründe seien unter anderem die Personalnot, Arbeitsverdichtung und ein höherer Wettbewerbsdruck. Dies könne zu körperlicher aber auch zu einer emotionalen Überbelastung von Ärzten führen.
 
Dies sei mit ein Grund, weshalb das Thema auf dem vergangenen Deutschen Ärztetag in Münster als Schwerpunkt diskutiert worden sei. Dort sei deutlich geworden, dass wesentliche Voraussetzungen für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern und Arztpraxen die gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen sind. „Für gesunde Arbeitsbedingungen müssen die Leistungen des Gesundheitswesens ausreichend finanziert sein“, betonte Rechl. So habe der Deutsche Ärztetag an die Arbeitgeber appelliert, ihrer Verpflichtung für die Schaffung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen deutlich stärker als bisher nachzukommen. Das Ärzteparlament fasste eine ganze Reihe von Beschlüssen, um das Thema Arztgesundheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Neben der Berücksichtigung von gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen, der Einhaltung von Arbeitsschutzregeln und der Stärkung des betrieblichen Gesundheitsmanagements, müssten sich die zuständigen Behörden verpflichtet fühlen, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes im ärztlichen Dienst der Klinik regelmäßig zu überprüfen. „Wir müssen unsere Kolleginnen und Kollegen auch in Sachen Bürokratie entlasten. Das heißt, dass Personalschlüssel so gestaltet werden müssen, dass jederzeit eine patienten- und aufgabengerechte Versorgung möglich ist“, appellierte der BLÄK-Vize.

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