Brandenburg02.12.2019

Brandenburg: Trennung von ärztlicher und apothekerlicher Tätigkeit im Sinne des Patientenschutzes erhalten

Potsdam - In einer gemeinsamen Resolution haben sich die Landesärztekammer Brandenburg und die Landesapothekerkammer Brandenburg am 23.11.2019 bzw. am 27.11.2019 im Sinne des Patientenschutzes gegen die im Masernschutzgesetz vorgesehene Einführung von Modellvorhaben zu Grippe-schutzimpfungen in Apotheken ausgesprochen. Bereits mit Bekanntwerden der ersten politischen Initiativen hierzu im vergangenen Jahr hatten die Landesärztekammer Brandenburg und die Landesapothekerkammer Brandenburg ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Beide Dele­giertenversammlungen – die jeweils höchsten Gremien der beiden Berufsstände – bekräftigen jetzt diese Ablehnung.

Impfen ist eine originär ärztliche Tätigkeit und stellt eine komplexe Aufgabe dar, die nicht im Rahmen einer einmaligen Schulung erlernt werden kann. Im Sinne des Patientenschutzes müssen Impfungen daher da stattfinden, wo eine ärztliche Überwachung und notfalls auch Behandlung gewährleistet ist. Auf der anderen Seite ist die Beratung zu Arzneimitteln bei der Abgabe – unabhängig von Verordnung oder Selbstmedikation – Aufgabe der Apotheker. Auf­grund der Kenntnis der gesamten Medikation eines Patienten und des Wirkmechanismus der Arzneimittel ist er prädestiniert, im Sinne der Arzneimitteltherapiesicherheit die Therapie des Arztes zu unterstützen.

Die fachlichen Kompetenzen von Arzt und Apotheker sind anzuerkennen und zu respektieren. Es liegt nicht im Interesse des jeweiligen Berufsstandes, die Profession des jeweils anderen auszuüben. Es gibt keine Notwendigkeit, die etablierten und funktionierenden Strukturen auf­zubrechen und einer nicht erstrebenswerten Aufgabe des Systems der Trennung von ärztli­cher und apothekerlicher Tätigkeit unnötigen Vorschub zu leisten. Davon ist die interprofessio­nelle Zusammenarbeit in keiner Weise berührt.

Die Landesärztekammer Brandenburg und die Landesapothekerkammer Brandenburg lehnen aus diesen Gründen derartige gesetzgeberische Vorhaben, die einen Eingriff in den Kompe­tenzbereich der ärztlichen sowie apothekerlichen Profession darstellen und den Erhalt dieser Trennung infrage stellen, weiterhin entschieden ab.

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