Niedersachsen19.09.2019

Niedersachsen: „Patientenzimmer in den Krankenhäusern klimatisieren“

Hannover - Seit der Jahrtausendwende haben Deutschland bereits sechs extreme Hitzewellen heimgesucht. Auch künftig sind in Folge des Klimawandels weiterhin extreme Wetterereignisse zu erwarten. Darauf müsse sich das Gesundheitssystem jetzt einstellen, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. „Es gilt, Maßnahmen zu entwickeln, die über allgemeine Ratschläge wie ,viel trinken‘ und ‚im Schatten aufhalten‘ weit hinausgehen“, empfiehlt die Lungenfachärztin und Umweltmedizinerin anlässlich des für den 20. September ausgerufenen Klimastreiks, der mit der nächsten Zusammenkunft des deutschen Klimakabinetts zusammenfällt. 

„Wir müssen unser Gesundheitswesen für solche Hitzeperioden rüsten“, sagt Wenker und schlägt vor, die Patientenzimmer in Krankenhäusern durchweg zu klimatisieren. Denn eine Untersuchung von Forschern um Dr. med. Seven Johannes Sam Aghdassi von der Berliner Charité über den Einfluss von Klimafaktoren auf die Infektionsraten von Wunden habe etwa gezeigt, dass Entzündungen nach Operationen vermehrt in Monaten aufträten, in denen die Temperaturen im Durchschnitt mehr als 20 Grad Celsius erreicht hätten. „Daher rege ich auch an, elektive Operationen in kühlere Jahreszeiten zu verlegen“, drängt Wenker.

Eine weitere wichtige Maßnahme sind dem Klima angepasste Arzneimitteltherapien, um besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen besser zu schützen: „Chronisch kranke Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Herz- und Lungenkrankheiten sind besonders gefährdet“, warnt die Ärztekammerpräsidentin. Besonders wichtig sei daher bei heißen Temperaturen die Regulierung der Medikamente, die sich negativ auf die Anpassungsmechanismen des Körpers an die Hitze auswirkten.

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