Nordrhein25.03.2019

Nordrhein: Psychotherapeutische Versorgung stärken

Psyche und Soma sind untrennbar verbunden – Patienten müssen wissen, wer sie mit welcher Qualifikation behandelt.

Düsseldorf - In Deutschland leidet mehr als jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Psy-chische Erkrankungen sind nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten. Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hat heute (Samstag, 23. März) den Gesetzgeber, die Kostenträger und die Institutionen des Gesundheitswesens aufgefordert, sich für weitere Verbesserungen in der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge psychischer Erkrankungen einzusetzen. Dazu gehöre auch eine Stärkung der personellen und finanziellen Ressourcen ebenso wie die konsequente Förderung der Zusammenarbeit der Versorgungssektoren.

Grundlage aller Überlegungen zur Weiterentwicklung der Versorgung müsse auch weiterhin das biopsychosoziale Krankheitsmodell sein. So wenden sich die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte entschieden gegen jeden Versuch, die Versorgung in ein Modell für somatische Erkrankungen und eines für psychi-sche Erkrankungen aufzuspalten. Hintergrund sind die mit dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz und einem darin vorgesehenen neuen Ausbil-dungsweg aufgeworfenen Debatten.

Darüber hinaus fordern die Delegierten in einer Resolution, dass die Bezeich-nung „Psychotherapeut/in“ auch in Zukunft nur erworben werden darf, wenn eine durch die Weiterbildung erworbene Qualifikation in einem spezifischen, wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren vorliegt: „Für die Absolventen des neu geplanten Studiengangs ohne abgeschlossene Weiterbildung ist deswegen eine andere Bezeichnung zu wählen.“ Patienten müssten sich auch in Zukunft darauf verlassen können, dass Psychotherapie evidenzbasiert und auf aktuellem wissenschaftlichen Stand erfolgt. Keinesfalls dürfe es dazu kommen, dass es infolge des Studiums und der Weiterbildung nicht-ärztlicher Psychotherapeuten zu Engpässen in der ärztlichen psychotherapeutischen Weiterbildung kommt.

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