Thüringen27.09.2019

Thüringen: Landesärztekammer fordert mehr Mut in der Krankenhausplanung

Demografische Entwicklung und Erkrankungshäufigkeit in Thüringen entscheidende Kriterien

Jena - Die Thüringer Ärztinnen und Ärzte haben in der Tagung ihres Kammerparlamentes eine zuverlässige, gutacherbasierte Krankenhausplanung gefordert, die sich an der demografischen Entwicklung und der Erkrankungshäufigkeit in Thüringen orientiert. Vorausgegangen war eine intensive Debatte zur Krankenhausplanung mit Vertretern vom Minsterium, der Landeskrankenhausgesellschaft, dem Verband Leitender Krankenhausärzte und Krankenkassen.
 
Aus Sicht der Landesärztekammer besitzt Thüringen eine der größten Krankenhausdichten in Deutschland, bei der jeder Träger in der Vergangenheit bemüht war, isoliert sein Krankenhaus weiterzuentwickeln. Insbesondere von den Krankenkassen gut finanzierte spezialisierte ärztliche Leistungen standen dabei im Blickfeld und haben damit in Thüringen nicht nur für einen Wettbewerb um spezialisierte Ärzte, sondern auch für personelle Engpässe in den Kliniken gesorgt. „Mit dieser schwierigen Situation sind die Kolleginnen und Kollegen tagtäglich konfrontiert, das kann so nicht weitergehen. Wir müssen dringend umsteuern“, kommentiert die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, die Lage in den Thüringer Kliniken.
 
Im Kern fordert die Landesärztekammer eine Krankenhausplanung, die auf der Basis einer gutachterlichen Analyse eine Weiterentwicklung der Abteilungen für Thüringen für die Zukunft aufzeigt. Mit dem Krankenhausplan sollte die Thüringer Landesregierung den Thüringer Patienten aber auch den Trägern der Krankenhäuser zukunftssicher eine stationäre Versorgung zur Verfügung stellen, die sich an der demografischen Weiterentwicklung und der Morbidität der Thüringer orientiert. Es muss Vorgaben geben, wo und wieviel Maximalversorger benötigt werden, wo eine Grundversorgung mit Krankenhäusern erforderlich ist und wo Anlaufstellen für die notärztliche Versorgung ausreichen. Bei dieser Debatte muss nicht immer an die Sorge der Schließung von Krankenhäusern gedacht werden, sondern auch an die Möglichkeit, den Trägern Sicherheit darin zu geben, in welche Richtung ihr Krankenhaus weiterentwickelt werden muss, um dafür eine ordnungsgemäße Krankenhausvergütung zu erhalten. Der Freistaat Thüringen muss eine sinnhafte Krankenhausplanung vorgeben und den Trägern die Zusage zur Finanzierung ausschließlich der Leistungen machen, die sie in den jeweiligen Gebieten Thüringens ausschreiben. Die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen, fordert „mehr Mut zum Beginn einer entsprechenden Debatte und in einem ersten Schritt die Beauftragung eines entsprechenden Gutachtens.“

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