§ 7 Abs. 4 MBO-Ä - Behandlung im persönlichen Kontakt und Fernbehandlung

Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hat eine Neufassung des § 7 Abs. 4 der (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (MBO-Ä) beschlossen und damit den berufsrechtlichen Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patientinnen und Patienten geebnet.

Die Regelung stellt klar, dass im Grundsatz die ärztliche Beratung und Behandlung im persönlichen Kontakt zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient zu erfolgen hat, der persönliche Kontakt also weiterhin den „Goldstandard“ ärztlichen Handelns darstellt. Damit wird die Bedeutung des persönlichen Kontakts im Sinne einer guten Arzt-Patienten-Kommunikation auch im digitalen Zeitalter in den Vordergrund gestellt. Digitale Techniken können und sollen die ärztliche Tätigkeit unterstützen, sie sollen aber die notwendige persönliche Zuwendung von Ärztinnen und Ärzten nicht ersetzen.

Ziel dieser Öffnung ist, den Patientinnen und Patienten auch mit der Fort- und Weiterentwicklung telemedizinischer, digitaler, diagnostischer und anderer vergleichbarer Möglichkeiten eine dem anerkannten Stand medizinischer Erkenntnisse entsprechende ärztliche Versorgung anbieten zu können.

Die folgenden Hinweise und Erläuterungen geben einen Überblick über den Regelungszweck und die Auslegung des neu gefassten § 7 Abs. 4 MBO-Ä. Außerdem werden in einer Checkliste solche Aspekte zusammengestellt, welche Ärztinnen und Ärzte bei der Einzelfallentscheidung, ob sie eine Patientin oder einen Patienten über Kommunikationsmedien beraten oder behandeln, berücksichtigen sollten. Ebenfalls aus der Perspektive des Berufsrechts werden Fragen aus der ärztlichen Praxis zur Fernbehandlung in dem nebenstehend abrufbaren Fragenkatalog beantwortet.

Hinweise und Erläuterungen zu § 7 Abs. 4 MBO-Ä – Behandlung im persönlichen Kontakt und Fernbehandlung [PDF]
Deutsches Ärzteblatt. DOI: 10.3238/arztebl.2019.mbo.fernbehandlung, Stand: 22.03.2019

Bekanntmachung zu Hinweise und Erläuterungen zu § 7 Abs. 4 MBO-Ä – Behandlung im persönlichen Kontakt und Fernbehandlung [PDF]
Deutsches Ärzteblatt, Jg. 116, Heft 19, 10. Mai 2019

Hinweis

Zu den berufsrechtlichen Fragen von Ärztinnen und Ärzten beraten die zuständigen Landesärztekammern. Soweit auf Bestimmungen im Vertragsarztrecht hingewiesen wird, erfolgt die Beratung durch die dafür zuständigen Institutionen.