Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Mon, 14 Oct 2019 10:18:05 +0200 Mon, 14 Oct 2019 10:18:05 +0200 TYPO3 EXT:news news-2270 Sun, 13 Oct 2019 10:11:00 +0200 Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag – Tag 2 der Arbeitstagung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-78-bayerischer-aerztetag-tag-2-der-arbeitstagung/  

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am zweiten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zum Impfen, zur psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten und zur Reisekostenordnung.

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am zweiten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zum Impfen, zur psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten und zur Reisekostenordnung.

Impfen
Der 78. BÄT forderte die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen (GKV und PKV) sowie die zuständigen Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und die Politik auf, kurzfristig die Rahmenbedingungen für eine jährliche honorierte ärztliche Beratung zum Impfstatus zu schaffen. Diese „ergebnisoffene Impfberatungsziffer“ müsse ausreichend honoriert und dürfe in diesem Fall nicht direkt an eine Impfleistung gekoppelt sein, so der Beschlusstext. Die Delegierten forderten darüber hinaus die rasche Einführung und Förderung einer evidenzbasierten Impfsoftware als „Decision-Support-System“ und mit einem entsprechenden individualisierten Recall-System. Parallel dazu müssten die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, für die Patienten einen kostenlosen elektronischen Impfpass, der an die Impfpraxis gebunden und mit einem individuellen Erinnerungssystem verbunden ist, kurzfristig etablieren zu können.

Psychische Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten
Das neue Genfer Gelöbnis verpflichtet Ärztinnen und Ärzte zur Wahrung ihrer eigenen Gesundheit. Dazu gehöre auch die psychische Gesundheit. Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) unterstützt im Sinne eines salutogenetischen Ansatzes ihre Mitglieder durch den Aufbau eines Netzwerkes zur psychosozialen Unterstützung. In Zusammenarbeit mit dem Verein Psychosoziale Kompetenz und Unterstützung in der Akutmedizin (PSU-Akut) soll ein bayernweites System zur psychosozialen Unterstützung in traumatisierenden Situationen für Ärztinnen und Ärzte in allen Tätigkeitsbereichen geschaffen werden. Dazu zähle insbesondere die Ausbildung der dafür notwendigen Peers, die Erarbeitung und Implementierung von Einsatzkonzepten, die systematische Weiterentwicklung von Betreuungsstrukturen und Schutzmaßnahmen sowie die kontinuierliche Evaluation dieser Aktivitäten. Hierüber soll jährlich dem BÄT berichtet werden.

Reisekostenordnung
Die Delegierten beschlossen eine Änderung der Reisekostenordnung: Für jeden zurückgelegten Kilometer werden in Zukunft nur noch
0,40 Euro statt bisher 0,70 Euro, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel, erstattet. Hierbei soll das ökologisch günstigste Verkehrsmittel gewählt werden. Die Delegierten wollten damit ein Zeichen in der Diskussion um den fortschreitenden Klimawandel setzen. Funktionsträger und Delegierte der BLÄK sollen für Reisen im Auftrag der BLÄK grundsätzlich das Verkehrsmittel wählen, das die Umwelt am wenigsten belastet.

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news-2269 Sun, 13 Oct 2019 10:05:00 +0200 Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag (BÄT) – Weiterbildung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-78-bayerischer-aerztetag-baet-weiterbildung/  

München - Auch eine Verlängerung der Übergangsbestimmungen im Gebiet Allgemeinmedizin („Quereinstieg“) haben die Delegierten auf dem 78. BÄT beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass der sogenannte „Quereinstieg“ in die Allgemeinmedizin nochmals um drei Jahre verlängert wird – bis 31. Mai 2023.

 

München - Auch eine Verlängerung der Übergangsbestimmungen im Gebiet Allgemeinmedizin („Quereinstieg“) haben die Delegierten auf dem 78. BÄT beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass der sogenannte „Quereinstieg“ in die Allgemeinmedizin nochmals um drei Jahre verlängert wird – bis 31. Mai 2023. Durch einen Beschluss des 71. BÄT von 2012 wurde im Gebiet Allgemeinmedizin eine Übergangsbestimmung eingeführt, die es Fachärzten aus einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung ermöglicht, bei Erfüllung der festgelegten zeitlichen und inhaltlichen Voraussetzungen zur Prüfung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zugelassen zu werden. Diese Möglichkeit wird jedes Jahr vermehrt genutzt, wie die Zahlen belegen. 2014: 1, 2015: 4, 2016: 28, 2017: 35, 2018: 48, 2019: 47 (Stand: September 2019). Damit haben bis heute in Bayern 163 Ärztinnen und Ärzte den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin gewagt. „Aufgrund der großen Inanspruchnahme, der hohen gesundheitspolitischen Relevanz der hausärztlichen Versorgung und dem steigenden Bedarf an Allgemeinmedizinern empfehle ich, diese Fristen erneut für einen Zeitraum von drei Jahren zu verlängern“, so der Text.

Die Delegiertenversammlung hat ebenso den Weg für die Einführung von zwei neuen Zusatz-Weiterbildungen freigemacht. Die Zusatz-Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erkennung, Behandlung und Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie von Erkrankungen, die durch angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen hervorgerufen sind. „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ heißt eine weitere neue Zusatzbezeichnung. Diese umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erstdiagnostik und Initialtherapie von Notfall- und Akutpatienten im Krankenhaus sowie die Indikationsstellung und Koordination der weiterführenden fachspezifischen Behandlung in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Der vom BÄT eingesetzte „Temporäre Ausschuss zur Umsetzung der (Muster-)Weiterbildungsordnung“ sah Handlungsbedarf hinsichtlich einer zeitnahen Einführung der beiden Zusatz-Weiterbildungen. „Da diese Zusatz-Weiterbildung bereits in den Kammerbereichen Berlin und Niedersachsen (Ernährungsmedizin) bzw. Berlin und Rheinland-Pfalz (Klinische Akut- und Notfallmedizin) eingeführt wurden und sich bewährt haben, ist auch die Einführung in derzeit geltendes bayerisches Weiterbildungsrecht problemlos möglich“, so der Antragstext.
 
Darüber hinaus entschieden sich die Delegierten für eine umfänglichere Facharztprüfung für Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten.

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news-2268 Sat, 12 Oct 2019 10:00:00 +0200 Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag – Tag 1 der Arbeitstagung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-78-bayerischer-aerztetag-tag-1-der-arbeitstagung/  

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am ersten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zu Klimaschutz, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Anzahl der Studienplätze und Gesundheits-Apps.

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am ersten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zu Klimaschutz, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Anzahl der Studienplätze und Gesundheits-Apps.

Klimaschutz
Die bayerische Ärzteschaft bekennt sich zu den Zielen des weltweiten Klimaschutzes, wie sie 196 Staaten am 12. Dezember 2015 in Paris in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag beschlossen haben und dem auch die Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist. Der BÄT sieht darin den Einstieg in eine nachhaltige Ressourcennutzung und fordert die Politik auf, alles Notwendige zu tun, um diese Ziele zu erreichen. Das Bemühen um die natürlichen Lebensgrundlagen sei zutiefst im ärztlichen Tun verankert. Verantwortlicher Umgang mit der Umwelt sei originäre ärztliche Aufgabe, diene dem direkten Gesundheitsschutz und sichere eine gesunde Umwelt für die Nachfahren.

Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung
Der 78. BÄT sprach sich einstimmig gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Versorgungsbereich aus.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Der 78. BÄT forderte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) auf, sich über den Bundesrat für eine im Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu verankernde obligatorische Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Struktur- und Vorhaltekosten des Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) entsprechend ihrem Versicherungsanteil einzusetzen. In der Begründung zu dieser Entschließung heißt es: „Außerhalb der üblichen Praxiszeiten können sich auch Privatpatienten mit dringendem Behandlungsbedarf an den Bereitschaftsdienst wenden. Die Logistikkosten für den ärztlichen Bereitschaftsdienst werden ausschließlich von den KVen bzw. den niedergelassenen Vertragsärzten finanziert. An den Vorhaltekosten beteiligt sich die PKV bislang nicht.“

Zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin
Die Delegierten begrüßten die bisherigen Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung, zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin zu schaffen und forderten den Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auf, seinen Anteil zu liefern, damit die Zahl von 17.000 Studienplätzen für Humanmedizin in Deutschland erreicht werden könne. Vor der deutschen Wiedervereinigung gab es in Westdeutschland jährlich zirka 12.600 Studienplätze für die Aufnahme des Humanmedizinstudiums. In der ehemaligen DDR waren es rund 4.000. 2017 gab es in Deutschland nur noch 10.625 Plätze für das Humanmedizinstudium (Erstsemester). Um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken sei es ganz wesentlich, dass die Zahl der Medizinstudienplätze umgehend erhöht werde.

Strukturqualität bayerischer Akutkliniken
Der 78. BÄT forderte das StMGP auf, in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften Vorgaben zur Strukturqualität bayerischer Akutkliniken verbindlich festzulegen. Zur Sicherstellung einer zeitgemäßen Notfallversorgung müssten insbesondere Patientinnen und Patienten mit Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Polytraumata, Sepsis oder plötzlicher Kreislaufstillstand rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres leitliniengerecht versorgt werden können. Die leitliniengerechte Versorgung von Kindern mit einer der obigen Diagnosen soll ebenfalls rund um die Uhr sichergestellt sein. Die personellen und materiellen Vorhaltekosten seien als Bestandteil der Daseinsvorsorge den Akutkliniken unabhängig von allen anderen Entgeltsystemen vollständig zu erstatten.

Drogenschutzräume
Die Delegierten forderten die Bayerische Staatsregierung auf, bayernweit Drogenkonsumräume zuzulassen und den notwendigen Personalaufwand staatlicherseits zu fördern. Die Anzahl der Drogentoten in Bayern steige stetig. Hauptursache seien nach wie vor Vergiftungen durch Opioide, wie beispielsweise Heroin. In einigen Bundesländern sei durch die Errichtung von sogenannten „Fixerstuben“ die Anzahl der Drogentoten reduziert worden. Drogenabhängigkeit sei eine Krankheit. Kranke bräuchten Hilfe und keine Stigmatisierung.

Patientensicherheit Gesundheits-Apps
Das Ärzteparlament forderte den Gesetzgeber auf, keine gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, die es gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen ermögliche, Gesundheits-Apps zu verordnen. Für die Entwicklung von Apps und Telemedizin dürften keine Versichertengelder im Vorwegabzug im alleinigen Ermessen der Krankenkassen bzw. Versicherungen und ohne Einbeziehung ärztlichen Sachverstands eingesetzt werden. Die Innovationsführerschaft und Versorgungsverantwortung in der digitalen Versorgung dürfe nicht einzig und allein den Kostenträgern übertragen werden.

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news-2265 Thu, 10 Oct 2019 12:08:21 +0200 Windhorst: Starkes Signal für die ärztliche Selbstverwaltung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/windhorst-starkes-signal-fuer-die-aerztliche-selbstverwaltung/  

Münster - Die Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe haben gewählt und über die Zusammensetzung der Kammerversammlung in der 17. Legislaturperiode entschieden. Von 45.758 Wahlberechtigten haben 21.087 ihre Stimme abgegeben. In der Wahlbeteiligung von 46,38 Prozent sieht der amtierende Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, ein „starkes Signal für die ärztliche Selbstverwaltung".

 

Münster - Die Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe haben gewählt und über die Zusammensetzung der Kammerversammlung in der 17. Legislaturperiode entschieden. Von 45.758 Wahlberechtigten haben 21.087 ihre Stimme abgegeben. In der Wahlbeteiligung von 46,38 Prozent sieht der amtierende Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, ein „starkes Signal für die ärztliche Selbstverwaltung". Durch die Teilnahme an der Kammerwahl hätten die Ärztinnen und Ärzte die „Wichtigkeit der Systemunterstützung im Gesundheitswesen dargestellt".

Windhorst: „Wir danken allen Wählerinnen und Wählern, die gerade im Bereich der Krankenhausärzte dem Marburger Bund treu geblieben sind.“ Durch das Engagement des Tandems bestehend aus dem scheidenden Präsidenten Windhorst und dem Spitzenkandidaten des Marburger Bundes (MB), Dr. Johannes Albert Gehle, gelang es dem MB, fünf Sitze im westfälisch-lippischen Ärzteparlament hinzuzugewinnen. Für Windhorst ist dies „ein klares Votum, die Versorgungsverantwortung gerade auch in der anstehenden Landeskrankenhausplanung mitzutragen und das Prinzip der Selbstverwaltung mit Leben zu füllen“.

Die neue Kammerversammlung konstituiert sich am 30. November 2019 in Münster. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Nach dem vorläufigen Endergebnis verteilen sich die Sitze des Parlaments auf:
 
                                                           Sitze     2019     2014
Arzt im Krankenhaus                                          6          8
Die Facharztliste                                               16         17
Die Hausarztliste                                               18         17
Freie Ärzteschaft                                                 1          1
Gemeinschaftliche Liste – Pädiatrie                    5          5
Hartmannbund – Arzt sein verbindet!                  7          7
Lippische Liste                                                     1          -
Liste älterer Ärztinnen und Ärzte                          7        11
LKÄ – Liste Kritische Ärzte                                  4          5
Marburger Bund – Krankenhaus und mehr       52        47
Psychosoziale Medizin                                        4          3

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news-2264 Wed, 09 Oct 2019 15:06:54 +0200 Schleswig-Holstein: Arzneimittelversorgung in Schleswig-Holstein: Problem für Patient, Arzt & Apotheker https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/schleswig-holstein-arzneimittelversorgung-in-schleswig-holstein-problem-fuer-patient-arzt-apothe/  

Bad Segeberg – Antibiotika, Antidepressiva, Impfstoffe – viele Arzneimittel sind zurzeit schwer erhältlich. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zählte zuletzt 239 von Lieferengpässen betroffene Arzneimittel (Stand September 2019). Apotheker, Ärzte und Politiker aus dem Norden sind gleichermaßen alarmiert, denn auch in Schleswig-Holstein fehlen Arzneimittel.

 

Bad Segeberg – Antibiotika, Antidepressiva, Impfstoffe – viele Arzneimittel sind zurzeit schwer erhältlich. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zählte zuletzt 239 von Lieferengpässen betroffene Arzneimittel (Stand September 2019). Apotheker, Ärzte und Politiker aus dem Norden sind gleichermaßen alarmiert, denn auch in Schleswig-Holstein fehlen Arzneimittel. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH) fordert daher ein Rückführung der Arzneimittelproduktion nach Europa, eine Erhöhung der Lagerkapazitäten sowie eine Meldepflicht für Hersteller, die bereits bei einer Arzneimittelknappheit in Kraft tritt.

Falsch gespart und fehlende Anreize
In den vergangen Jahren ist die Produktion von Arzneimitteln und Medikamenten größtenteils in das außereuropäische Ausland, in Länder mit großen Billiglohnsektoren, verlagert worden. Um Liefer- und Versorgungsengpässe künftig besser verhindern zu können, spricht sich die ÄKSH für eine Produktion von Arzneimitteln innerhalb der Europäischen Union aus. „Die Rückverlagerung der Arzneimittelproduktion führt zu kürzeren Lieferwegen und schnellen Rückkopplungen mit den Apotheken vor Ort. Ebenso werden Produktionskontrollen vereinfacht, wodurch eine höhere Qualität der Arzneien sichergestellt werden kann“, meint Dr. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH. Höhere Lagerkapazitäten könnten zudem kurzfristige Lieferengpässe auffangen. „Letztlich liegt die Entscheidungsgewalt bei der Politik. Das Bundesgesundheitsministerium ist gefordert, sich dem Thema anzunehmen. Es muss Anreize schaffen, damit Arzneimittel vermehrt in der EU produziert werden. Ebenso müssen regionale Anbieter berücksichtigt und höhere Lagerkapazitäten für versorgungsrelevante Arzneien eingeführt werden. Wir fordern zudem eine Meldepflicht der Herstellerfirmen, die bereits bei einer Arzneimittelknappheit in Kraft tritt“, so Herrmann.

Vertrauensverlust der Patienten – Mehraufwand für alle Beteiligten
Zuletzt hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apotheker e. V. davon berichtet, dass Apotheker zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für die Bearbeitung und Umgehung von Lieferengpässen benötigen. Solange derselbe Wirkstoff durch ein Medikament eines anderen Anbieters erhältlich ist, müssen Lieferengpässe nicht zwangsläufig mit Schwierigkeiten für den Patienten verbunden sein. Problematisch wird es, wenn der Patient auf ein bestimmtes Medikament eingestellt ist und auf ein alternatives Präparat mit anderen Wirkstoffen ausgewichen werden muss. In diesem Fall reicht der Rückkopplungseffekt bis zum Mediziner. Es folgt ein erneuter Termin beim behandelnden Arzt, einschließlich Beratung, Aufklärung und Abwägung von Alternativen. Am Ende müssen die Präparate erneut verschrieben und der Patient neu eingestellt werden. „Neben Ärzten und Apothekern sind vor allem die Patientinnen und Patienten unmittelbar von den Auswirkungen der Liefer- und Versorgungsengpässe betroffen. So etwas darf nicht vorkommen, da es die Patientensicherheit gefährdet. Zudem führen Probleme dieser Art zu einem Vertrauensverlust in das deutsche Gesundheitssystem“, warnt die ÄKSH.

www.aeksh.de

 

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news-2263 Tue, 08 Oct 2019 15:01:00 +0200 Bayern: Ärztliche Weiterbildung: „Umfänglichere Drittstaatenprüfung“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-aerztliche-weiterbildung-umfaenglichere-drittstaatenpruefung/  

München - Am 78. Baye­ri­schen Ärzte­tag werden Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung disku­tiert und voraus­sicht­lich beschlos­sen. „Wir brau­chen eine umfäng­li­chere Fach­arzt­prü­fung für Ärztin­nen und Ärzte aus Dritt­staa­ten.“ Diese klare Posi­tio­nie­rung nimmt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), vor dem 78. Baye­ri­schen Ärzte­tag ein.

 

München - Am 78. Baye­ri­schen Ärzte­tag werden Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung disku­tiert und voraus­sicht­lich beschlos­sen.

Umfäng­li­chere Dritt­staa­ten­prü­fung
„Wir brau­chen eine umfäng­li­chere Fach­arzt­prü­fung für Ärztin­nen und Ärzte aus Dritt­staa­ten.“ Diese klare Posi­tio­nie­rung nimmt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), vor dem 78. Baye­ri­schen Ärzte­tag ein. Die Dele­gier­ten des dies­jäh­ri­gen 78. Baye­ri­schen Ärzte­ta­ges sollen dafür votie­ren, dass in § 14 der Weiter­bil­dungs­ord­nung (WO) für die Ärzte Bayerns der Absatz 2a einge­fügt wird: „(2a) Über die Mindest­prü­fungs­dauer (…) kann sich (…) die Prüfung auf bis zu 120 Minu­ten und auf die Über­prü­fung prak­ti­scher Fertig­kei­ten erstre­cken. Neben der Über­prü­fung prak­ti­scher Fertig­kei­ten ist darüber hinaus die Auffor­de­rung zur Abgabe einer schrift­li­chen Prüfungs­ar­beit inner­halb des Prüfungs­zeit­raums zuläs­sig.“ Eine umfäng­li­chere Prüfung habe dabei nichts mit einer fehlen­den Will­kom­mens­kul­tur zu tun, entgeg­net Quit­te­rer mögli­chen Kriti­kern dieser geplan­ten Neure­ge­lung und erklärt: „Ein­heit­li­che Stan­dards für in- und auslän­di­sche Kolle­gin­nen und Kolle­gen sind gerecht­fer­tigt und dienen der Pati­en­ten­si­cher­heit.“ Die umfäng­li­chere Dritt­staa­ten­prü­fung soll künf­tig für alle Ärzte, die nicht aus einem EU-Mitglieds­land, der Schweiz oder dem Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum (EWR) stam­men, gelten. Quit­te­rer: „Wir freuen uns über alle Ärztin­nen und Ärzte, die uns unter­stüt­zen, die medi­zi­ni­sche Versor­gung hier­zu­lande sicher­zu­stel­len. Aber die Voraus­set­zun­gen müssen passen.“ Die über­wie­gende Anzahl von Fach­arzt­di­plo­men aus Dritt­staa­ten zeige bei Über­prü­fung auf Gleich­wer­tig­keit gemäß § 19 der WO auch unter Berück­sich­ti­gung von zusätz­li­cher Berufs­tä­tig­keit „gra­vie­rende zeit­li­che und inhalt­li­che Defi­zite“ im Vergleich zur regu­lä­ren Weiter­bil­dung. Das herkömm­li­che Prüfungs­ge­spräch mit einer Dauer von 30 Minu­ten sei grund­sätz­lich nicht geeig­net, alle notwen­di­gen und bisher nicht nach­ge­wie­se­nen theo­re­ti­schen Kennt­nisse und prak­ti­schen Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten zu bele­gen. „Des­halb schla­gen wir eine Ände­rung der WO in § 19 vor. Das Heil­be­rufe-Kammer­ge­setz lässt dies zu und auch rechts­auf­sicht­lich beste­hen keine Beden­ken“, so der Kammer­chef. In Bayern wurden im vergan­ge­nen Berichts­jahr die Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen nach § 19 für 44 Ärztin­nen und Ärzte aner­kannt.

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news-2262 Tue, 08 Oct 2019 14:53:00 +0200 Bayern: Erhöhter Bedarf der „Ressource Arzt“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-erhoehter-bedarf-der-ressource-arzt/  

München - Im Vorfeld des 78. Baye­ri­schen Ärzte­ta­ges 2019 in München, sprach Dr. Gerald Quit­te­rer aktu­elle gesund­heits­po­li­ti­sche Themen an. „Wir sind hier in Bayern gut aufge­stellt mit 110 Bereit­schaft­spra­xen an Klini­ken“, sagte Quit­te­rer. In Koope­ra­tion mit den Klini­ken sichere die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung Bayerns (KVB) die Versor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit akuten Gesund­heits­stö­run­gen – und hier müsse man ganz klar von echten Notfäl­len unter­schei­den. Die Notauf­nah­men würden entlas­tet; ebenso die dienst­tu­en­den Ärzte.

 

München - Im Vorfeld des 78. Baye­ri­schen Ärzte­ta­ges 2019 in München, sprach Dr. Gerald Quit­te­rer aktu­elle gesund­heits­po­li­ti­sche Themen an.

Notfall­ver­sor­gung
„Wir sind hier in Bayern gut aufge­stellt mit 110 Bereit­schaft­spra­xen an Klini­ken“, sagte Quit­te­rer. In Koope­ra­tion mit den Klini­ken sichere die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung Bayerns (KVB) die Versor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit akuten Gesund­heits­stö­run­gen – und hier müsse man ganz klar von echten Notfäl­len unter­schei­den. Die Notauf­nah­men würden entlas­tet; ebenso die dienst­tu­en­den Ärzte. „Das System funk­tio­niert und bedarf keiner gesetz­li­chen Neure­ge­lung. Wir leben hier sekto­ren­ver­bin­dende Versor­gung“, so Bayerns Ärzte-Chef.
Wich­tig in diesem Zusam­men­hang sei eine Steue­rung der Pati­en­ten in die rich­tige Versor­gungs­ebene je nach Dring­lich­keit. Dabei könne es dann schon vorkom­men, dass eine Behand­lung nicht sofort, sondern erst nach einem Woche­n­ende regu­lär durch den Haus­arzt gerecht­fer­tigt sei. Erar­bei­tet werde hierzu eine soge­nannte syste­ma­ti­sierte Erstein­schät­zung Deutsch­land (SmED), in deren medi­zi­ni­schem Beirat Quit­te­rer selbst mitar­bei­tet. Diese „Erstein­schät­zung“ soll sowohl in den Vermitt­lungs­zen­tra­len für den Bereit­schafts­dienst als auch am geplan­ten gemein­sa­men Tresen der künf­ti­gen Inter­dis­zi­pli­nären Notauf­nah­men an den Klini­ken zur Anwen­dung kommen. (Inte­grierte Notfall­zen­tren ‒ INZ)

Digi­ta­li­sie­rung
„Das Thema Digi­ta­li­sie­rung werden wir von Seiten der Ärzte­schaft konstruk­tiv, aber auch kritisch beglei­ten“, kündigte der BLÄK-Präsi­dent an. Konstruk­tiv, wenn es um die Verbes­se­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung, kurze Doku­men­ta­ti­ons­wege, verbes­serte Befund­über­mitt­lun­gen, den Einsatz der Tele­kon­sile oder der Tele­me­di­zin bei der Einbin­dung von Versor­gungs­as­sis­ten­tin­nen und -assis­ten­ten in die Pati­en­ten­be­treu­ung, die Kommu­ni­ka­tion mit ande­ren Leis­tungs­er­brin­gern gehe, wie auch die ambu­lante oder statio­näre Pflege, um nur einige zu nennen. Kritisch, wenn es um die reine Gewin­nung von Daten gehe, die man belie­bi­gen Algo­rith­men preis­gibt ohne konkrete Frage­stel­lun­gen. Kritisch auch, wenn neue Versor­gungs­ebe­nen geschaf­fen würden, wie die „Video-Behand­lung“ oder Behand­lungs­pfade über Gesund­heits-Apps, die schließ­lich sogar in eine Medi­ka­men­ten­emp­feh­lung münde­ten. Quit­te­rer: „Hier verlas­sen wir den geschütz­ten Raum der Arzt-Pati­en­ten-Bezie­hung, den persön­li­chen Kontakt.“ Dieser Kontakt sei uner­setz­lich, letzt­end­lich dann, „wenn wir die Betreu­ung am Lebens­ende betrach­ten, die unter dem Begriff Behand­lung im Voraus planen (BVP) eine ganz neue Bedeu­tung gewinnt. Gemein­same Entschei­dungs­fin­dung geht nicht mit Algo­rith­men oder Künst­li­cher Intel­li­genz“.

Präven­tion
Vermehrt will sich die BLÄK der Präven­tion widmen, insbe­son­dere in Hinblick auf den Klima­wan­del, der zu verän­der­ten Lebens­be­din­gun­gen und gesund­heit­li­chen Belas­tun­gen führen werde. In der Präven­ti­ons­kom­mis­sion der BLÄK wurde diesem Thema ein eige­ner Stel­len­wert einge­räumt, denn hier seien Ärztin­nen und Ärzte gefragt.

Studi­en­plätze
„Wir brau­chen künf­tig mehr von uns. Ich fordere weiter­hin mehr Studi­en­plätze für Medi­zin, denn sowohl die demo­gra­phi­sche Entwick­lung als auch Arbeits- und Lebens­wel­ten von Ärztin­nen und Ärzten haben sich verän­dert“, so der BLÄK-Präsi­dent. Zudem sei eine unge­steu­erte Inan­spruch­nahme der „Res­source Arzt“ durch die Pati­en­ten zu beob­ach­ten. Es handele sich nicht um eine falsche Vertei­lung, es handele sich um einen erhöh­ten Bedarf. In diesem Zusam­men­hang begrüßte Quit­te­rer die Einfüh­rung einer Land­arzt­quote, in der Inter­es­sen­ten für ein Medi­zin­stu­dium jetzt die Möglich­keit haben, völlig unab­hän­gig von der Abitur­note zuge­las­sen zu werden. Die Land­arzt­quote sei sicher­lich ein Baustein zur Lösung des Problems „erhöh­ter Versor­gungs­be­darf“. Ab dem Winter­se­mes­ter 2020/2021 sollen rund 90 Studi­en­plätze in Bayern pro Jahr (5,8 %) Bewer­bern vorbe­hal­ten sein, die später in unter­ver­sorg­ten oder drohend unter­ver­sorg­ten Regio­nen Bayerns haus­ärzt­lich tätig werden wollen. Natür­lich mit der Verpflich­tung, sich später in einem unter­ver­sorg­ten Gebiet nieder­zu­las­sen. Das genau sei Voraus­set­zung für die Siche­rung der medi­zi­ni­schen Versor­gung der Zukunft. „Das kann auch durch ein von der Poli­tik gefor­der­tes Aufbre­chen der in Deutsch­land beste­hen­den Struk­tu­ren und den Ersatz eines Versor­gungs­sek­tors durch einen ande­ren nicht lösen. Den Ärztenach­wuchs brau­chen wir über­all“, sagte Quit­te­rer abschlie­ßend.

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news-2267 Tue, 08 Oct 2019 12:24:00 +0200 Bayern: Fernbehandlung – offensichtlich keine Option https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-fernbehandlung-offensichtlich-keine-option/  

 

 

München - „Die neuen digi­ta­len Möglich­kei­ten in der ärzt­li­chen Versor­gung kommen bei den Menschen ganz unter­schied­lich an. Die ausschließ­li­che Fern­be­hand­lung ist für unsere Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten – ein Jahr nach dem Beschluss zur Locke­rung der Berufs­ord­nung an dieser Stelle (§ 7) – offen­sicht­lich keine Option“, sagte Dr. Wolf­gang Rechl anläss­lich des 78. Baye­ri­schen Ärzte­ta­ges in München. Vielen Ärztin­nen und Ärzten sei wohl bewusst, dass es beispiels­weise Haftungs­fra­gen gebe oder sie hätten einfach keine freien Kapa­zi­tä­ten mehr neben dem regu­lä­ren Praxis­be­trieb. „In der BLÄK regis­trie­ren wir vor allem Inter­esse bei gewerb­li­chen Insti­tu­ten, die in der ausschließ­li­chen Fern­be­hand­lung ein neues und mögli­cher­weise lukra­ti­ves Geschäfts­mo­dell sehen“, so der Vize. Die ärzt­li­chen Kolle­gin­nen und Kolle­gen zeig­ten hier weni­ger Inter­esse. Keines­falls sollte mit der Möglich­keit der ausschließ­li­chen Fern­be­hand­lung eine neue Versor­gungs­ebene eröff­net werden.

Quali­täts­stan­dards in der Gutachter­stelle
In der Gutachter­stelle für Arzt­haf­tungs­fra­gen bei der BLÄK würden die hohen Quali­täts­stan­dards weiter­hin gewähr­leis­tet. „Ärz­tin­nen und Ärzte sowie Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten können sich bei Vermu­tung oder dem Vorwurf einer fehler­haf­ten ärzt­li­chen Behand­lung jeder­zeit an die Gutachter­stelle wenden“, erklärte Rechl. Im Berichts­zeit­raum seien 628 Verfah­ren von der Gutachter­stelle bis zur Sachent­schei­dung geführt worden. Bei 27 Prozent der abge­schlos­se­nen Verfah­ren sei ein Behand­lungs­feh­ler fest­ge­stellt worden. In den vergan­ge­nen zehn Jahren lag die Fehler­quote in Bayern zwischen 25 und 33 Prozent. Die bundes­weite Quote für das Jahr 2018 lag bei 25 Prozent, im Jahr davor lag sie bei 24,4 Prozent.

CIRS – aus Fehlern lernen
„Ich ermu­tige alle Kolle­gin­nen und Kolle­gen sowie alle Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter des Gesund­heits­we­sens, kriti­sche Ereig­nisse in der Medi­zin im Criti­cal Inci­dent Repor­ting System (CIRS) anzu­zei­gen“, sagte Rechl. Das System sei anonym, sicher und ermög­li­che gegen­sei­ti­ges Lernen aus Fehlern und kriti­schen Ereig­nis­sen. Ziel von CIR-Syste­men in der Notfall­me­di­zin sei es, die Eintritts­wahr­schein­lich­keit von kriti­schen Ereig­nis­sen und Beinahe-Zwischen­fäl­len auf ein Mini­mum zu redu­zie­ren, bevor daraus tatsäch­lich Pati­en­ten gefähr­dende Zwischen­fälle resul­tie­ren. So müss­ten kriti­sche Ereig­nisse und Beinahe-Zwischen­fälle nicht erst von mehre­ren und unter­schied­li­chen Perso­nen immer wieder erlebt werden, um daraus letzt­lich nach länge­rer Zeit Konse­quen­zen zu ziehen. Bereits eine einzige Meldung solle nach dem CIRS-Prin­zip ausrei­chen, das gesamte betrof­fene System kritisch zu hinter­fra­gen und dadurch helfen, für die Zukunft poten­zi­elle Fehler zu vermei­den. „Nur so können wir lang­fris­tig eine Fehler­ver­mei­dungs­kul­tur etablie­ren“, betont der BLÄK-Vize.

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news-2266 Tue, 08 Oct 2019 12:17:00 +0200 Bayern: Patientensicherheit vor ökonomischen Interessen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-patientensicherheit-vor-oekonomischen-interessen/  

München - Am 17. Septem­ber 2019 beging die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) den ersten Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit. Warum? Weil selbst in hoch entwi­ckel­ten Ländern wie Deutsch­land die OECD davon ausgeht, dass 15 Prozent aller Akti­vi­tä­ten und damit auch Kosten im Kran­ken­haus für die Behand­lung der Folgen unzu­rei­chen­der Pati­en­ten­si­cher­heit zurück­ge­hen.

 

München - Am 17. Septem­ber 2019 beging die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) den ersten Welt­tag der Pati­en­ten­si­cher­heit. Warum? Weil selbst in hoch entwi­ckel­ten Ländern wie Deutsch­land die OECD davon ausgeht, dass 15 Prozent aller Akti­vi­tä­ten und damit auch Kosten im Kran­ken­haus für die Behand­lung der Folgen unzu­rei­chen­der Pati­en­ten­si­cher­heit zurück­ge­hen. „Die aller­meis­ten Schä­den sind vermeid­bar, wenn die Pati­en­ten­si­cher­heit stär­ker in das Bewusst­sein gerückt und alle Kräfte mobi­li­siert werden, Fehler und Schä­den zu vermei­den, bevor Pati­en­ten betrof­fen sind“, so Dr. Andreas Botz­lar, Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), vor dem 78. Baye­ri­schen Ärzte­tag.

Die Pati­en­ten­si­cher­heit stehe über allem und müsse vor ökono­mi­schen Inter­es­sen rangie­ren. Im Endef­fekt liefe das sogar auf eine Abschaf­fung des bishe­ri­gen Entgeltsys­tems, dem DRG-System, hinaus. Es gehe nicht nur um Erlöse, Gewinne oder die „schwarze Null“, denn Kran­ken­häu­ser seien ein Teil der Daseins­vor­sorge. Botz­lar thema­ti­sierte in diesem Zusam­men­hang auch die Perso­nal­un­ter­gren­zen im statio­nären Bereich. „Mit­ar­bei­ter, die in ausrei­chen­der Anzahl beschäf­tigt sind, denen Zeit für die Einar­bei­tung gege­ben ist und die durch ein gutes Mento­ring unter­stützt werden, die sich im Team gut aufge­ho­ben fühlen und bei Unsi­cher­hei­ten den Mut haben nach­zu­fra­gen, diese Mitar­bei­ter können Pati­en­ten siche­rer versor­gen“, so der Vize.

Botz­lar sprach sich dafür aus, dass die Wahrung der Pati­en­ten­si­cher­heit stets Prio­ri­tät vor ökono­mi­schen Inter­es­sen im gesam­ten Gesund­heits­we­sen erhalte. „Es ist konse­quent sicher­zu­stel­len, dass die Versor­gung der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land beispiels­weise mit Arznei­mit­teln oder Medi­zin­pro­duk­ten, der gefor­der­ten Wirk­sam­keit, Sicher­heit und Quali­tät gewähr­leis­tet bleibt“, so Botz­lar. Grund­lage hier­für sei und bleibe die stetige Anwen­dung aner­kann­ter natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Stan­dards sowie die konse­quente Kontrolle zur Einhal­tung der Maßga­ben durch die zustän­di­gen Behör­den und Insti­tu­tio­nen.

Unikli­nik für Passau
In Bayern gibt es derzeit sechs medi­zi­ni­sche Fakul­tä­ten. In Augs­burg wurde die Lehr­tä­tig­keit im Studien­gang Human­me­di­zin mit dem Winter­se­mes­ter 2019/20 gerade aufge­nom­men. „Jetzt wäre der rich­tige Zeit­punkt, um auch an der Univer­si­tät Passau eine medi­zi­ni­sche Fakul­tät einzu­rich­ten“, forderte Botz­lar abschlie­ßend, denn es sei unstrit­tig, dass mehr Medi­zin Studi­en­plätze in Deutsch­land benö­tigt würden.

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news-2261 Fri, 27 Sep 2019 13:31:58 +0200 Thüringen: Landesärztekammer fordert mehr Mut in der Krankenhausplanung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/thueringen-landesaerztekammer-fordert-mehr-mut-in-der-krankenhausplanung/  

Jena - Die Thüringer Ärztinnen und Ärzte haben in der Tagung ihres Kammerparlamentes eine zuverlässige, gutacherbasierte Krankenhausplanung gefordert, die sich an der demografischen Entwicklung und der Erkrankungshäufigkeit in Thüringen orientiert. Vorausgegangen war eine intensive Debatte zur Krankenhausplanung mit Vertretern vom Minsterium, der Landeskrankenhausgesellschaft, dem Verband Leitender Krankenhausärzte und Krankenkassen.

 

Jena - Die Thüringer Ärztinnen und Ärzte haben in der Tagung ihres Kammerparlamentes eine zuverlässige, gutacherbasierte Krankenhausplanung gefordert, die sich an der demografischen Entwicklung und der Erkrankungshäufigkeit in Thüringen orientiert. Vorausgegangen war eine intensive Debatte zur Krankenhausplanung mit Vertretern vom Minsterium, der Landeskrankenhausgesellschaft, dem Verband Leitender Krankenhausärzte und Krankenkassen.
 
Aus Sicht der Landesärztekammer besitzt Thüringen eine der größten Krankenhausdichten in Deutschland, bei der jeder Träger in der Vergangenheit bemüht war, isoliert sein Krankenhaus weiterzuentwickeln. Insbesondere von den Krankenkassen gut finanzierte spezialisierte ärztliche Leistungen standen dabei im Blickfeld und haben damit in Thüringen nicht nur für einen Wettbewerb um spezialisierte Ärzte, sondern auch für personelle Engpässe in den Kliniken gesorgt. „Mit dieser schwierigen Situation sind die Kolleginnen und Kollegen tagtäglich konfrontiert, das kann so nicht weitergehen. Wir müssen dringend umsteuern“, kommentiert die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, die Lage in den Thüringer Kliniken.
 
Im Kern fordert die Landesärztekammer eine Krankenhausplanung, die auf der Basis einer gutachterlichen Analyse eine Weiterentwicklung der Abteilungen für Thüringen für die Zukunft aufzeigt. Mit dem Krankenhausplan sollte die Thüringer Landesregierung den Thüringer Patienten aber auch den Trägern der Krankenhäuser zukunftssicher eine stationäre Versorgung zur Verfügung stellen, die sich an der demografischen Weiterentwicklung und der Morbidität der Thüringer orientiert. Es muss Vorgaben geben, wo und wieviel Maximalversorger benötigt werden, wo eine Grundversorgung mit Krankenhäusern erforderlich ist und wo Anlaufstellen für die notärztliche Versorgung ausreichen. Bei dieser Debatte muss nicht immer an die Sorge der Schließung von Krankenhäusern gedacht werden, sondern auch an die Möglichkeit, den Trägern Sicherheit darin zu geben, in welche Richtung ihr Krankenhaus weiterentwickelt werden muss, um dafür eine ordnungsgemäße Krankenhausvergütung zu erhalten. Der Freistaat Thüringen muss eine sinnhafte Krankenhausplanung vorgeben und den Trägern die Zusage zur Finanzierung ausschließlich der Leistungen machen, die sie in den jeweiligen Gebieten Thüringens ausschreiben. Die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen, fordert „mehr Mut zum Beginn einer entsprechenden Debatte und in einem ersten Schritt die Beauftragung eines entsprechenden Gutachtens.“

www.laek-thueringen.de

 

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