Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Thu, 21 Jan 2021 17:40:03 +0100 Thu, 21 Jan 2021 17:40:03 +0100 TYPO3 EXT:news news-2852 Thu, 21 Jan 2021 13:19:10 +0100 Niedersachsen: "Alle in die Patientenversorgung involvierten Personen sollten gleichberechtigt geimpft werden“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/niedersachsen-alle-in-die-patientenversorgung-involvierten-personen-sollten-gleichberechtigt-geimp/  

Hannover - Gestern hat die neu gewählte Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in einer konstituierenden Sitzung ihre Arbeit aufgenommen. Die 60 Mitglieder der Kammerversammlung stammen aus sämtlichen Regionen Niedersachsens und werden alle fünf Jahre von den inzwischen mehr als 43.000 Mitgliedern der ÄKN neu gewählt.

 

Hannover - Gestern hat die neu gewählte Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in einer konstituierenden Sitzung ihre Arbeit aufgenommen. Die 60 Mitglieder der Kammerversammlung stammen aus sämtlichen Regionen Niedersachsens und werden alle fünf Jahre von den inzwischen mehr als 43.000 Mitgliedern der ÄKN neu gewählt. Angesichts der Tatsache, dass nicht nur Ärztinnen und Ärzte im täglichen Kampf gegen das Coronavirus unverzichtbar sind, galt das erste berufspolitische Anliegen des Ärzteparlaments dem baldest möglichen Impfschutz für alle im Gesundheitswesen Tätigen.

Mit einer großen Mehrheit verabschiedeten die Delegierten die folgende Resolution:

„Die Kammerversammlung unterstützt grundsätzlich die vom Bundesgesundheitsministerium verfügte Priorisierung der Impfungen gegen die COVID-19-Pandemie, die die Vorrangigkeit der Impfung für Personen vorgibt, die aufgrund des Alters, ihrer Unterbringung oder ihrer Tätigkeit in Alters- und Pflegeheimen besonders gefährdet sind.

Aber die in der Rangfolge der Priorisierung folgenden, die im Gesundheitswesen im ambulanten und stationären Bereich mit direktem, ungeregeltem Kontakt zu möglicherweise infektiösen Patientinnen und Patienten tätigen Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weitere in die Patientenversorgung involvierte Personen sollen alle gleichberechtigt und schnellstmöglich geimpft werden.

In dieser Gruppe dürfen keine weiteren Unterscheidungen gemacht werden, da das Infektionsrisiko für alle vergleichbar groß ist – und ohne die betroffenen Akteure keine ausreichende medizinische Versorgung aufrechterhalten werden kann.“

www.aekn.de

 

 

 

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news-2851 Thu, 21 Jan 2021 11:02:15 +0100 Reinhardt: Pflegeheime mit ausreichend Personal für regelmäßige Schnelltests ausstatten https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-pflegeheime-mit-ausreichend-personal-fuer-regelmaessige-schnelltests-ausstatten/  

 

 

Berlin - Die von Bund und Länder beschlossene Verlängerung des Lockdowns hält Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt für richtig. Erst wenn sich der Trend rückläufiger Infektionszahlen fortsetze, könne an Lockerungen gedacht werden, sagte er im Interview mit der Passauer Neuen Presse (21.01.2021). Schutzmaßnahmen seien insbesondere für Alten- und Pflegeheime notwendig. „Wir haben zwar eine Teststrategie für diese Einrichtungen. Man muss die Heime aber auch personell in die Lage versetzen, die vorgesehenen Schnelltests bei Bewohnern, Beschäftigten und Besuchern regelmäßig vorzunehmen", betonte Reinhardt. Die Bund-Länder-Beschlüsse zum Einsatz der Bundeswehr und freiwilliger Helfer könnten nun aber eine echte Entlastung sein.

Als dringend erforderlich begrüßte der BÄK-Präsident das Vorhaben von Bund und Ländern, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe Konzepte für eine Öffnungsstrategie für die Zeit nach dem Lockdown zu entwickeln. „Trotzdem wird es natürlich dabeibleiben, dass wir unser Tun und Handeln ständig an die aktuelle Infektionslage anpassen müssen“, betonte er. Zur Beurteilung der Gesamtlage sollten viele unterschiedliche Aspekte in den Blick genommen werden. „Wir müssen uns genau anschauen, wie die Infektionslage in den unterschiedlichen Altersgruppen ist, wie sich die Test-Positiv-Rate entwickelt und ob wir besonders auffällige Infektionscluster haben“, so Reinhardt. Die Inzidenzentwicklung sei eine wichtige Größe, aber eben nicht die einzige.

Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland betonte der BÄK-Präsident die besondere Bedeutung eines richtigen Umgangs mit medizinischen Masken. „Die Schutzwirkung insbesondere von FFP2-Masken ist für Träger und ihr Umfeld deutlich höher als die von Behelfsmasken aus Stoff. Diese höherwertigen Masken müssen aber regelmäßig durch neue ersetzt werden, weil sie nicht einfach gewaschen werden können“, so Reinhardt.

 

 

 

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news-2850 Wed, 20 Jan 2021 09:27:00 +0100 Niedersachsen: ÄKN-Präsidentin im Amt bestätigt https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/niedersachsen-aekn-praesidentin-im-amt-bestaetigt/  

Celle - “Wir Ärztinnen und Ärzte stehen beim Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front und ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass alle Kolleginnen und Kollegen einen umfassenden Impfschutz erhalten”, erklärt Dr. med. Martina Wenker anlässlich ihrer Wiederwahl zur Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN).

 

Celle - “Wir Ärztinnen und Ärzte stehen beim Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front und ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass alle Kolleginnen und Kollegen einen umfassenden Impfschutz erhalten”, erklärt Dr. med. Martina Wenker anlässlich ihrer Wiederwahl zur Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). 45 von 58 anwesenden Kammerversammlungsmitgliedern haben der Hildesheimerin heute ihre Stimme gegeben. Wenker ist damit zum vierten Mal in Folge zur ÄKN-Präsidentin gewählt: Die Fachärztin für Innere Medizin und Lungen- und Bronchialheilkunde steht seit 2006 an der Spitze der Ärztekammer.

Marion Renneberg als Vizepräsidentin wiedergewählt

Ebenfalls im Amt bestätigt wurde die Fachärztin für Allgemeinmedizin Marion Charlotte Renneberg. Sie erhielt 54 Stimmen. Die Vorsitzende der ÄKN-Bezirksstelle Braunschweig ist damit zum zweiten Mal zur ÄKN-Vizepräsidentin gewählt. Renneberg will sich weiter dafür einsetzen, den Arztberuf für die künftigen Generationen attraktiv zu halten und fordert deshalb bessere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte: „Während der Corona-Pandemie hat uns Hausärztinnen und -ärzten zum Beispiel vielfach die Unterstützung aus dem Gesundheitssystem gefehlt.“

Hans Martin Wollenberg neu im Landesvorstand

Auch die fünf weiteren Mitglieder des Landesvorstands wurden heute gewählt. Im Amt bestätigt wurden Dr. med. Thomas Buck, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Hannover, mit 47 Stimmen; Dr. med. Franz Bernhard M. Ensink, MBA, Facharzt für Anästhesiologie, mit 50 Stimmen; Dr. med. Wolfgang Lensing, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, mit 44 Stimmen sowie der Facharzt für Allgemeinmedizin Jens Wagenknecht, Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Wilhelmshaven, mit 45 Stimmen. Neu in den Vorstand gewählt wurde Hans Martin Wollenberg: Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erhielt 42 von 58 Stimmen.

Die 60 Mitglieder der Kammerversammlung werden alle fünf Jahre von den inzwischen mehr als 43.000 Mitgliedern aus sämtlichen Regionen Niedersachsens gewählt. Dieses freiwillige ehrenamtliche Engagement von Ärztinnen und Ärzten in der Kammerversammlung sowie in den ÄKN-Organen und -Gremien ist die Basis der ärztlichen Selbstverwaltung – gemäß dem Grundsatz: so viel Staat wie nötig, so viel Eigenverantwortung wie möglich. Mithilfe des „Parlaments“ und dem aus diesem Gremium gewählten Landesvorstand entscheiden Ärztinnen und Ärzte selbst über ihre Belange. Auf dieser Grundlage sichert die Ärztekammer etwa die Qualität der ärztlichen Behandlung durch konsequente Fort- und Weiterbildung und die Einhaltung der ärztlichen Berufsordnung. Präsidentin und Vizepräsidentin vertreten gemeinsam mit dem Landesvorstand die beruflichen sowie gesundheits- und sozialpolitischen Interessen der niedersächsischen Ärzteschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

www.aekn.de

 

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news-2849 Wed, 20 Jan 2021 09:17:00 +0100 Thüringen: Landesärztekammer Thüringen unterstützt die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns – Impfen Schlüssel zur Normalität https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/thueringen-landesaerztekammer-thueringen-unterstuetzt-die-von-bund-und-laendern-beschlossene-verlaengerun/  

Jena - Die Landesärztekammer Thüringen unterstützt die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar. Angesichts der immer noch hohen Zahl an Neuinfektionen ist diese Entscheidung aus Sicht der Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, leider alternativlos.

 

Jena - Die Landesärztekammer Thüringen unterstützt die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar. Angesichts der immer noch hohen Zahl an Neuinfektionen ist diese Entscheidung aus Sicht der Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, leider alternativlos. „Mit Blick auf die hohe Belastung in Kliniken und Praxen sowie den Gesundheitsämtern und der daraus folgenden dringend notwendigen Senkung der Infektionszahlen gerade auch in unserem Bundesland ist es wichtig, dass jeder seinen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sich und andere leistet. Nach wie vor sind neben der Reduzierung von Kontakten Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken richtig tragen und regelmäßiges Lüften maßgebliche Instrumente, dies es einzuhalten gilt, um wieder die Kontrolle über das Krankheitsgeschehen zu ermöglichen“, appelliert die Landesärztekammerpräsidentin.

Wichtig zur Reduzierung von Kontakten und Mobilität ist auch, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern verstärkt Home Office ermöglichen, soweit dies möglich ist. Darüber hinaus hält die Landesärztekammer auch die Nachjustierung hinsichtlich der Masken beim Einkaufen und im Nahverkehr für richtig.     

Neben den bisher schon bekannten und auch hoffentlich gut eingeübten Regeln hat für die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen das Impfen absolute Priorität. „Dieses ist der Schlüssel zu der von allen herbeigesehnten Normalität, aber auch der Schlüssel zum Schutz der besonders von einer COVID-Erkrankung gefährdeten Gruppen“, so Dr. Lundershausen. „Es ist klar, dass bei dieser Jahrhundertaufgabe mit Startschwierigkeiten zu rechnen war, dennoch sollte dem Ziel eines reibungslosen Ablaufs, der Bereitstellung von ausreichendem Impfstoff und einer zügigen Durchimpfung allerhöchste Aufmerksamkeit und Sorgfalt gewidmet werden.“

www.laek-thueringen.de

 

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news-2848 Wed, 20 Jan 2021 09:11:53 +0100 Reinhardt: „Bemühen um Langfriststrategie erkennbar“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-bemuehen-um-langfriststrategie-erkennbar/  

 

 

Zu den Bund-Länder-Beschlüssen vom 19.01.2021 erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt:

Berlin - „Der im Dezember beschlossene harte Lockdown wirkt. Das sehen wir an der allmählich zurückgehenden Zahl der Neuinfektionen und an der sich etwas stabilisierenden Lage auf den Intensivstationen. Die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns kann diese positive Entwicklung weiter verstärken und ist aus ärztlicher Sicht sinnvoll und richtig.

Ebenso wichtig ist, dass auch die vereinbarten flankierenden Maßnahmen schnell und umfassend umgesetzt werden. Vor allem müssen wir die Gesundheitsämter durch moderne Technik und ausreichend Personal wieder in die Lage versetzen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Schon in der ersten Welle haben sich Tausende Medizinstudierende für den freiwilligen Einsatz im Öffentlichen Gesundheitsdienst gemeldet. Die Hilfsbereitschaft der angehenden Ärztinnen und Ärzte ist ungebrochen groß. Die Entscheidung von Bund und Ländern, diese freiwilligen Helfer systematisch im Umgang mit digitalen Programmen zur Kontaktnachverfolgung zu schulen und die Technik bundesweit zur Verfügung zu stellen kommt spät, aber nicht zu spät.

Hervorzuheben ist das Bemühen um eine Langfriststrategie im Umgang mit dem Virus. Die angekündigte Einberufung einer Bund-Länder-AG zur Entwicklung von Öffnungsstrategien für die Zeit nach dem Lockdown ist dafür ein erster wichtiger Schritt. Wir brauchen tatsächlich wirksame und konsequente Schutzkonzepte für die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, insbesondere für die Bewohner in Seniorenheimen und für Pflegebedürftige in ihrem häuslichen Umfeld. Wir müssen die Teststrategie weiterentwickeln und auf einen breiten Einsatz von Antigen-Schnelltests in der Bevölkerung ausrichten. Und wir müssen den Zugang zu Bildung und sozialer Teilhabe für die Jüngsten in unserer Gesellschaft sicherstellen. Das sind Grundvoraussetzungen dafür, dass alle Menschen in unserem Land ein möglichst normales Leben in diesen unnormalen Zeiten führen können. 

Die Vorbereitung und Umsetzung dieser und weiterer Konzepte bedarf einer breiten wissenschaftlichen Expertise. Bund und Länder sollten deshalb einen ständigen multiprofessionellen Pandemierat einberufen, in dem unter anderem Ärzte, Ethiker, Soziologen und Fachleute weiterer Disziplinen ihre Expertise einbringen können. Das würde die Entscheidungen der Politik auf eine solide wissenschaftliche Grundlage stellen und die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung stärken.“

 

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news-2846 Mon, 18 Jan 2021 14:59:55 +0100 Reinhardt: „Hightech-Standort Europa ist bei Impfstoffproduktion gefordert“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-hightech-standort-europa-ist-bei-impfstoffproduktion-gefordert/  

 

 

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt sieht die niedergelassenen Haus- und Fachärzte gut auf Impfungen gegen das Coronavirus in den Praxen vorbereitet. „Wenn wir genügend Impfstoffe haben, dann werden diese sehr schnell in den Praxen verimpft werden können“, sagte Reinhardt dem Berliner Tagesspiegel (18.01.2021). Hierfür sei vor allem der Impfstoff von AstraZeneca interessant, weil dieser wie zum Beispiel die klassischen Grippe-Impfstoffe in den Praxen gelagert werden könne. „Sobald es in Europa eine Zulassung gibt, muss die Produktion dieses Impfstoffes so weit wie möglich nach oben gefahren werden, wie auch die aller anderen zugelassenen Impfstoffe. An dieser Stelle könnte der Hightech-Standort Europa beweisen, wozu er fähig ist“, so Reinhardt.

Mit Blick auf die Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung sprach sich Reinhardt für mehr Transparenz bei den Beratungen von Bund und Ländern sowie eine noch stärkere Einbeziehung des Sachverstandes relevanter wissenschaftlicher Fachrichtungen aus. „Auch wenn es oft sehr schnell gehen muss in einer Krise, wäre das möglich“, betonte Reinhardt. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem interdisziplinären Pandemierat unter Beteiligung von Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Juristen, Ethikern, Soziologen und weiteren Professionen. Einen solches Gremium hätte auch nach der Pandemie noch seine Berechtigung. Es wäre also immer noch Zeit, dieses Instrument zu etablieren.

Insgesamt sieht Reinhardt ein wachsendes Interesse in der Bevölkerung an der Gesundheitspolitik. Dies zeigte sich bereits im letzten Bundestagswahlkampf, als es verstärkt um Verteilungsgerechtigkeit ging. „Solche Debatten sind auch Folgen einer älter werdenden Gesellschaft, in der für immer mehr Menschen das medizinische System eine wichtige Rolle einnimmt. Dieser Trend wird sich fortsetzen, nochmal verstärkt dadurch, dass die Coronakrise allen deutlich gemacht hat, was auf dem Spiel steht“, sagte der BÄK-Präsident. Gleichzeitig werde das Gesundheitssystem in Folge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Einschnitte stärker unter Druck geraten. Reinhardt rechnet deshalb mit Debatten über die Finanzierung und die Finanzierbarkeit von Strukturen im Gesundheitswesen. Diese müssten dann aber auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Krise geführt werden, wie bedeutsam ein gutes Gesundheitswesen für das soziale und wirtschaftliche Leben sei.

 

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news-2845 Mon, 18 Jan 2021 13:47:54 +0100 Herbert-Lewin-Preis: Ausschreibung hat begonnen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/herbert-lewin-preis-ausschreibung-hat-begonnen-1/  

 

 

Berlin - Die Ausschreibung für den Herbert-Lewin-Preis 2021 hat begonnen. Mit dem Forschungspreis werden wissenschaftliche Arbeiten über die Aufarbeitung der Geschichte von Ärztinnen und Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus prämiert. Die nunmehr achte Vergabe des Preises wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) getragen.

Die Teilnahmebedingungen
An der Ausschreibung teilnehmen können Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen. Aber auch Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, Studierende der Zahnmedizin oder Medizin sowie Wissenschaftler an zahnmedizinischen- und medizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten können sich bewerben. Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann jeweils eine Arbeit einreichen.

Unterlagen für eine Teilnahme
Die Arbeiten müssen in deutscher Sprache verfasst sein und können sowohl in Papierform in 6-facher Ausfertigung als auch in elektronischer Form abgegeben werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Arbeiten, die seit dem 1. Januar 2016 erstellt oder veröffentlicht wurden. Arbeiten, die bereits bei vorherigen Ausschreibungen eingereicht wurden, können nicht erneut berücksichtigt werden. Eingereichte Unterlagen und Arbeiten verbleiben bei der KBV. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Die Bewerbungsanschrift lautet:

Kassenärztliche Bundesvereinigung
Abteilung GIMO
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
E-Mail: gimo@kbv.de

Jury und Preisvergabe
Die Bewertung der eingereichten Arbeiten und die Ermittlung der Preisträger nimmt eine unabhängige Jury vor, deren Mitglieder von den Trägerorganisationen und dem Zentralrat der Juden in Deutschland benannt wurden. Namentlich sind dies: Prof. Dr. med. Volker Hess, Prof. Dr. phil. Robert Jütte, Prof. Dr. phil. Samuel Salzborn, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß und Prof. Dr. med. Leo Latasch. Die Jury tagt nicht öffentlich. Die Entscheidung der Jury ist für alle teilnehmenden Personen verbindlich und kann nicht angefochten werden. Der Herbert-Lewin-Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er kann von der Jury auf mehrere verschiedene Arbeiten aufgeteilt werden. Alle teilnehmenden Personen erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht.

Hintergrund: Herbert Lewin
Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach einem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab dem Jahr 1937 bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln. Nach seiner Befreiung nahm Herbert Lewin seine Arzttätigkeit wieder auf. In den Jahren 1963 bis 1969 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Lewin starb am 21. November 1982 in Wiesbaden (Quelle: www.zentralratderjuden.de).

 

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news-2847 Mon, 18 Jan 2021 12:37:00 +0100 Baden-Württemberg: Landeskongress Gesundheit nimmt Folgen und Lehren der Corona-Krise in den Fokus https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baden-wuerttemberg-landeskongress-gesundheit-nimmt-folgen-und-lehren-der-corona-krise-in-den-fokus/  

Stuttgart - Wie ist die Corona-Lage? Welche Lehren sind aus der Krise zu ziehen? Ist und bleibt das Gesundheitssystem leistungsfähig, um aktuelle sowie künftige Herausforderungen zu meistern? Dies waren zentrale Themen des Landeskongresses Gesundheit Baden-Württemberg, der in diesem Jahr erstmals per digitalem Livestream stattfand.

 

Stuttgart - Wie ist die Corona-Lage? Welche Lehren sind aus der Krise zu ziehen? Ist und bleibt das Gesundheitssystem leistungsfähig, um aktuelle sowie künftige Herausforderungen zu meistern? Dies waren zentrale Themen des Landeskongresses Gesundheit Baden-Württemberg, der in diesem Jahr erstmals per digitalem Livestream stattfand. Hochkarätige Referenten sowie Vertreter politischer Parteien auf Landesebene bezogen unter anderem Stellung dazu, welche weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geboten sind und wie effektive Gesundheitspolitik vor dem Hintergrund der kommenden Landtagswahlen aussehen muss. Die Kongressteilnehmer konnten ihre Fragen und Diskussionsbeiträge per Chatfunktion einsenden.

„Der Landeskongress Gesundheit ist die zentrale Plattform für alle Akteure im baden-württembergischen Gesundheitswesen, um bereichsübergreifend Erfahrungen auszutauschen, gesundheitspolitische Diskussionen zu führen und Impulse für die Zukunft zu setzen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Das Coronavirus hat es nicht geschafft, diesen Dialog zu verhindern – ein wichtiges Zeichen der Handlungsfähigkeit und Verlässlichkeit unseres Gesundheitswesens.“ Unterstrichen wird die zentrale Bedeutung des Kongresses auch durch die Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Die Kongressreferenten, der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck und der Jurist und ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Ferdinand Kirchhof untersuchten die Pandemiesituation aus ihren jeweiligen Perspektiven heraus. Die Fachexperten gingen unabhängig voneinander davon aus, dass die Gesellschaft sich darauf einstellen müsse, längerfristig mit dem Coronavirus umzugehen. Hinsichtlich zu treffender Maßnahmen sprachen sich die Referenten für passgenaue und auf das jeweilige Infektionsgeschehen vor Ort abgestimmte Einschränkungen aus. Auch gelte es, diese Einschränkungen im Verhältnis zu den gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen zu sehen und sie gegebenenfalls zu modifizieren.

Prof. Streeck forderte von den Verantwortlichen unter anderem mehr Mut dazu, lokale beziehungsweise regionale Maßnahmen-Konzepte auszuprobieren. Darüber hinaus appellierte er, Maßnahmen nicht ausschließlich von Corona-Fallzahlen abhängig zu machen, sondern Meldungen und Warnungen hinsichtlich intensivmedizinischer Kapazitäten in Kliniken in Schutzkonzepte einzubeziehen. Auch forderte er eine zentrale und unabhängige Koordinierung der Forschung zum Coronavirus. Prof. Kirchhof betonte, genauere Untersuchungen zum Infektionsgeschehen seien nötig – beispielsweise sei der Aspekt der ausgeübten Tätigkeit mit einzubeziehen, um mehr Informationen über mögliche Ansteckungsherde zu erhalten. Zudem mahnte er an, beim Aspekt der Mobilität in der Diskussion über neue Maßnahmen nicht ausschließlich in freizeitlicher oder touristischer Dimension zu denken: Studenten müssten langfristig an die Universitäten, Schüler in die Schule, bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern an ihre Arbeitsplätze, um sich voll zu entfalten beziehungsweise effizient wirken zu können.

Beide Experten stellten zudem heraus, dass gesellschaftlich einschneidende Pandemien gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels auch in Zukunft möglich und realistisch seien – was also tun, um vorbereitet zu sein? Diskutiert wurde unter anderem über eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie über die Konzeptionierung eines Stresstests im Gesundheitswesen analog zum sogenannten Banken-Stresstest im Finanzbereich, um mögliche Krisenszenarien besser antizipieren zu können.

Nach den Referenten bekamen Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Parteienlandschaft Gelegenheit, politische Positionen und Projekte zu aktuellen und grundsätzlichen Fragen im Gesundheitswesen zu skizzieren. So stellte die die Landtagsabgeordnete Petra Krebs (Bündnis 90 / Grüne) das Vorhaben heraus, pflegende Angehörige effektiv unterstützen sowie das Thema Gesundheit in alle Bereichen der Landespolitik transportieren zu wollen. Der SPD-Abgeordnete Rainer Hinderer (SPD) sprach vom Ausbau und der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (ÖGD) sowie einer Aufwertung der Gesundheitsberufe. Die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Martin thematisierte ebenfalls einen Ausbau / eine Stärkung der Pflege und stellte Überlegungen vor, das Thema Gesundheit im Rahmen eines eigenen Ministeriums gesellschaftlich zu verankern. Dem FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann ging es unter anderem darum, Baden-Württemberg „pandemie- und demografiefest“ zu machen und die Attraktivität des Landes für die Gesundheitsberufe zu steigern.

„Der Landeskongress Gesundheit ist auch in diesem Jahr seiner Aufgabe gerecht geworden, interdisziplinär zu denken und wichtige Anregungen zu geben“, resümiert Ärztekammerpräsident Dr. Miller. „Dies ist gerade in Zeiten einer Pandemie bemerkenswert.“

www.aerztekammer-bw.de

 

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news-2843 Fri, 15 Jan 2021 12:18:52 +0100 BÄK: Theorie und Praxis bei Arztausbildung verzahnen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baek-theorie-und-praxis-bei-arztausbildung-verzahnen/  

 

 

Berlin - Die Bundesärztekammer begrüßt grundsätzlich das Vorhaben des Gesetzgebers, die Approbationsordnung für Ärzte an verschiedenen Stellen zu ändern und neue Aspekte in diese aufzunehmen. Viele der diskutierten Themen des Arbeitsentwurfs seien im vorgelegten Referentenwurf zur Änderung der Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte (ÄApprO) konstruktiv umgesetzt und abgeändert worden, hebt sie in ihrer Stellungnahme positiv hervor.

So befürwortet die Bundesärztekammer ausdrücklich die Beschreibung des Ausbildungsziels. Dieses werde deutlich stärker ausdifferenziert und viele für das ärztliche Handeln relevante Gesichtspunkte wie palliativmedizinische Versorgung, Nachsorge, Gewährleistung der Patientensicherheit und Fragen des Kinderschutzes werden nach dem Referentenentwurf Eingang in die ÄApprO finden. Das gelte auch für die Allgemeinmedizin und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die umfassend berücksichtigt und gestärkt werden – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie.

Zudem seien die Möglichkeit digitaler Lehrformate und das longitudinale Aufgreifen des Themas Datennutzung und digitale Anwendung als Ausbildungsinhalt – vor allem durch die verbindliche Verankerung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) als Kerncurriculum des Medizinstudiums – positiv zu betonen.

Ebenso unterstützt wird die Verknüpfung von grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Inhalten während der gesamten Ausbildung im Rahmen eines Z-Curriculums, so die Bundesärztekammer. Damit werde die Maßnahme 14 des Masterplans Medizinstudium 2020 umgesetzt. Eine Verzahnung von theoretischen und klinischen Studieninhalten während der gesamten Ausbildung sei auch deshalb positiv zu bewerten, da damit Teilstudienplätze künftig der Vergangenheit angehören.

Positiv angemerkt wird in der Stellungnahme auch, dass die Wissenschaftlichkeit im Studium im Referentenentwurf der ÄÄpprO unter anderem durch die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit gestärkt werden soll.

Mit Sorge nimmt die Bundesärztekammer allerdings die Ausbildungsverdichtung im Studium zur Kenntnis. So würden die Mindeststunden des patientennahen Unterrichts umfänglich erhöht und neue Veranstaltungen wie der Unterricht an Simulationspatienten verpflichtend eingeführt. Die angedachten Neuerungen im Prüfungsprocedere – vor allem die Parcoursprüfungen – seien organisatorisch, personell und finanziell enorm aufwendig. „Es scheint fraglich, ob hier Aufwand und Nutzen im Verhältnis stehen“, heißt es in der BÄK-Stellungnahme. Insgesamt sollte die Ausbildung inhaltlich nicht überfrachtet werden. Mitunter müssten Inhalte herausgenommen oder gekürzt werden.

Kritisch sieht die Bundesärztekammer auch die detaillierten inhaltlichen Vorgaben im Referentenentwurf. Diese seien vor allem mit Blick auf die dynamische Entwicklung des medizinischen Wissenstandes zu weitreichend formuliert, so die BÄK und weist auf den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) hin, der fortlaufend weiterentwickelt werde und als verbindlich verankertes Kerncurriculum flexibler auf neu erworbene Erkenntnisse der Medizin reagieren könne.

Darüber hinaus merkt die Bundesärztekammer an, dass einige wichtige Aspekte im Referentenentwurf keine Berücksichtigung finden, wie zum Beispiel die Aufwandsentschädigung für die von den Studierenden geleistete Arbeit im Praktischen Jahr (PJ). Diesbezüglich gebe es dringenden Änderungs- bzw. Ergänzungsbedarf.

Die im Referentenentwurf deutlich veränderte Innovationsklausel birgt aus Sicht der Bundesärztekammer Chancen für zukunftsgewandte Konzepte, vor allem für die vertiefte Verzahnung der Studiengänge Human- und Zahnmedizin. Bei der geforderten Verknüpfung von wesentlichen Teilen der jeweiligen Curricula von deutschen und internationalen Universitäten bzw. weiteren Studiengängen sollten Mindeststandards der gemeinsamen Ausbildung verankert werden.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit einer Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung – Approbationsordnung für Ärzte und Ärztinnen (ÄApprO)

 

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news-2842 Fri, 15 Jan 2021 09:17:47 +0100 Hessen: „Kein Grund zum Aufatmen“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/hessen-kein-grund-zum-aufatmen/  

Frankfurt - Die Zahl der hessischen Ärztinnen und Ärzte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: von 38.125 im Januar 2020 auf 38.735 im Januar 2021, wie die Auswertung der Statistik der Landesärztekammer Hessen (Stand: 04.01.2021) zeigt.

 

Frankfurt - Die Zahl der hessischen Ärztinnen und Ärzte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: von 38.125 im Januar 2020 auf 38.735 im Januar 2021, wie die Auswertung der Statistik der Landesärztekammer Hessen (Stand: 04.01.2021) zeigt. Rund Dreiviertel der Kammermitglieder sind berufstätig: 11.931 arbeiten als Niedergelassene oder Angestellte im ambulanten Bereich  (gegenüber 11.807 im Vorjahr) und 15.288 in der stationären Versorgung (im Vorjahr waren es 15.065). In Behörden und Körperschaften sind 565 Ärztinnen und Ärzte tätig, 3.700 üben eine sonstige ärztliche Tätigkeit aus. Zudem verzeichnet die Kammer erneut einen hohen Anteil von Ärztinnen, die in allen Altersgruppen unter 55 Jahren dominieren (11.592 Ärztinnen gegenüber 9.471 Ärzten).

„Allerdings bieten die leicht gestiegenen Mitgliederzahlen keinen Grund zum Aufatmen“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der hessischen Ärztekammer. Vielmehr müsse die Statistik in den richtigen Kontext gerückt werden. „So beobachten wir seit Jahren einen unaufhaltsamen Rückgang beim ärztlichen Nachwuchs“, so Pinkowski. Während aktuell 4.046 Mitglieder unter 35 bei der Ärztekammer gemeldet sind (zum Vergleich: 2020 waren es noch 5.943), waren es Anfang der 1990er Jahre 5.393 junge Ärztinnen und Ärzten – bei einer damaligen Gesamtzahl von 22.894 Mitgliedern. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass die hessische Bevölkerung seit 1990 um über 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner stark gewachsen sei: von 5.763.310 im Jahre 1990 auf 6.288.080 2019 (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt: „Bevölkerung in Hessen seit 1950“, 2020). „Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft, die aufgrund immer vielfältigerer Krankheitsbilder – Stichwort Komorbidität – immer häufiger ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen muss, bereitet uns diese Entwicklung seit Jahren große Sorge. Auch in der Corona-Pandemie wird einmal mehr deutlich, wie hoch der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in der Patientenversorgung ist“, so der Ärztekammerpräsident.

Der Ärztemangel wird zusätzlich dadurch verschärft, dass immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte vor einer Niederlassung zurückschrecken. Gründe dafür sind das vermeintlich hohe Investitionsrisiko und die von den Krankenkassen erhobenen Regress-Forderungen. Auch sind immer mehr Ärztinnen und Ärzte unter 35 in Teilzeit tätig, um Familie und Beruf besser vereinen zu können. Dies führt wiederum zu fehlender Arztzeit in Kliniken wie Praxen. So ging die Bundesärztekammer (BÄK) 2019 davon aus, dass es 160 bis 200 Studienanfänger bedürfe, um 100 Mediziner, die heute in Vollzeit tätig sind, in Zukunft zu ersetzen. Außerdem steht der Ruhestand der sog. Babyboomer-Generation in den Jahren 2024, 2025 bevor. Schon jetzt sind rund 54% der hessischen Niedergelassenen über 55 Jahre alt.

„Leicht steigende Mitgliederzahlen können den sich zuspitzenden Ärztemangel nicht aufhalten“, resümiert der Ärztekammerpräsident. „Abhilfe schaffen kann hier nur eine entschiedene Erhöhung von Medizinstudienplätzen – so wie von der Landesärztekammer seit Jahren immer wieder gefordert“.

www.laekh.de

 

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