Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Sat, 16 Oct 2021 01:16:04 +0200 Sat, 16 Oct 2021 01:16:04 +0200 TYPO3 EXT:news news-3196 Thu, 14 Oct 2021 10:10:00 +0200 Berlin: Erwartungen an den neuen Berliner Senat: Gemeinsam für eine konsequent am Patientenwohl, Qualität und medizinischem Fortschritt orientierte Gesundheitsversorgung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/berlin-erwartungen-an-den-neuen-berliner-senat-gemeinsam-fuer-eine-konsequent-am-patientenwohl-qua/  

Die Ärztekammer Berlin (ÄKB), die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) wenden sich gemeinsam als Rückgrat des sehr guten Berliner Gesundheitssystems direkt an die Landespolitik und äußern sich zu ihren Erwartungen an die neue Legislaturperiode. Unabhängig von offenen Fragen und naturgemäß unterschiedlichen Themen sind die drei Organisationen bereit, gemeinsam eine Gesundheitsversorgung auszugestalten, die sich weiterhin konsequent an Patientenwohl, Qualität und medizinischem Fortschritt orientiert.

 

 

Berlin - Die Ärztekammer Berlin (ÄKB), die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) wenden sich gemeinsam als Rückgrat des sehr guten Berliner Gesundheitssystems direkt an die Landespolitik und äußern sich zu ihren Erwartungen an die neue Legislaturperiode. Unabhängig von offenen Fragen und naturgemäß unterschiedlichen Themen sind die drei Organisationen bereit, gemeinsam eine Gesundheitsversorgung auszugestalten, die sich weiterhin konsequent an Patientenwohl, Qualität und medizinischem Fortschritt orientiert. Die drei Organisationen haben vier gemeinsame Kernthemen und Forderungen definiert, die vom neu zu bildenden Berliner Senat zu beachten sind: COVID-19-Pandemie, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Klimaschutz.

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie besonders leistungsfähig sowohl das ambulante als auch das stationäre Gesundheitswesen in Berlin ist. Gleichzeitig wurden jedoch auch Schwächen sichtbar. Insbesondere zeigte sich, dass die Kommunikation zwischen der Berliner Verwaltung und den Akteuren des Gesundheitswesens nicht immer gut war. Zu oft wurden wichtige Akteure nicht ausreichend informiert und mitgenommen.

Daher plädieren die ÄKB, die BKG und die KV Berlin nicht nur für eine sektoren- und bereichsübergreifende Kommunikation, sondern insgesamt für ein besseres, unbürokratisches und fundiertes Handeln der Berliner Politik. Eine gemeinsame Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie könnte dazu dienen, gesundheitspolitische Themen weiterzuentwickeln, Anknüpfungspunkte auszumachen und gemeinsam Potenziale der Berliner Gesundheitsversorgung zu heben.

„Zum ersten Mal haben sich die drei Organisationen auf einen gemeinsamen Auftritt verständigt“, betonen PD Dr. Peter Bobbert, Präsident der ÄKB, Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende der BKG, sowie Dr. Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der KV Berlin. „Die Pandemie hat gezeigt, dass wir in Berlin ein hervorragendes Gesundheitssystem haben, das wir bewahren und weiterentwickeln müssen. Deshalb wollen wir auch künftig in den Austausch gehen, um die gesundheitspolitischen Herausforderungen an sinnvollen Stellen auch gemeinsam anzupacken.“

Als besonders drängende Kernthemen definieren ÄKB, BKG und KV Berlin in ihrem Grundlagenpapier die COVID-19-Pandemie, den Fachkräftemangel, die Digitalisierung sowie den Klimaschutz.

  • Zum Thema Fachkräftemangel sagt Dr. Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der KV Berlin: „In den vergangenen Jahren hat sich die Situation am Arbeitsmarkt eklatant verschlechtert. Der Fachkräftemangel wiegt besonders im Gesundheitssektor schwer. In Berlin fehlen nicht nur Pflegefachkräfte und medizinische Fachangestellte, sondern es mangelt auch an Ärzt:innen. Die Gründe sind vielschichtig. Im ambulanten Bereich sind es zum Beispiel die zunehmende Überalterung in der Ärzteschaft, aber auch der Trend, in Teilzeit zu arbeiten. Trotz hoher Ausbildungszahlen fangen immer weniger Ärzt:innen in der ambulanten Versorgung an. Gründe dafür sind zum Beispiel die überbordende Bürokratie und die Reglementierung. Mit Blick auf den prognostizierten Fachkräftemangel der nächsten Jahre sehen wir dringenden Handlungsbedarf.“
  • Zum Thema Digitalisierung sagt Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende der BKG: „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist eines der zentralen Zukunftsthemen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Sie kann Prozesse optimieren, Sicherheit und Qualität weiter verbessern sowie den Klinik- und Pflegealltag erleichtern. Dazu gehört, dass Bürokratie weiter abgebaut wird, damit mehr Zeit für die wichtigste Aufgabe bleibt: die bestmögliche Versorgung der Patienten/-innen. Eine nachhaltige Investitions- und Betriebskostenfinanzierung der digitalen Infrastruktur und des dafür notwendigen Personals sowie ein geeigneter Rechtsrahmen sind Grundvoraussetzungen, um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können.“
  • Zum Thema Klimaschutz sagt PD Dr. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin: „Der Klimawandel stellt eine existentielle Bedrohung für die Gesundheit aller Menschen dar. Die Ärzt:innenschaft Berlins setzt sich daher für einen konsequenten Klimaschutz ein. Denn Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Zur Erreichung des Ziels einer Klimaneutralität der Berliner Gesundheitseinrichtungen gehört die Bereitstellung zusätzlicher pauschaler Fördermittel für Krankenhäuser und ärztliche Praxen, die Anreize für energie- und ressourceneffizientes Bauen und Wirtschaften bieten sollen.“

Das gemeinsame Grundlagenpapier „Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in Berlin sichern“ finden Sie hier.

www.aerztekammer-berlin.de

 

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news-3195 Wed, 13 Oct 2021 13:59:25 +0200 Baden-Württemberg: Händehygiene langfristig im öffentlichen Bewusstsein verankern https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baden-wuerttemberg-haendehygiene-langfristig-im-oeffentlichen-bewusstsein-verankern/  

Stuttgart - Seit Beginn der Coronapandemie wurde unter anderem der Händehygiene viel Aufmerksamkeit geschenkt - doch wie sieht es langfristig damit aus? Zum Welttag des Händewaschens am 15. Oktober will die Landesärztekammer Baden-Württemberg die Notwendigkeit einer guten Händehygiene auch über die Pandemielage hinaus ins öffentliche Bewusstsein rücken. "Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände reinigt, hat viel dafür getan, um sich und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen", sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

 

Stuttgart - Seit Beginn der Coronapandemie wurde unter anderem der Händehygiene viel Aufmerksamkeit geschenkt - doch wie sieht es langfristig damit aus? Zum Welttag des Händewaschens am 15. Oktober will die Landesärztekammer Baden-Württemberg die Notwendigkeit einer guten Händehygiene auch über die Pandemielage hinaus ins öffentliche Bewusstsein rücken. "Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände reinigt, hat viel dafür getan, um sich und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen", sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. "Das gilt längst nicht nur für die Pandemie - jetzt im Herbst ist mit einer Zunahme von Erkältungskrankheiten zu rechnen. Die richtige Händehygiene kann auch hier gegensteuern - in vielen Fällen reicht einfaches Händewaschen mit Seife."

Als die Coronapandemie im Frühjahr 2020 ins öffentliche Bewusstsein trat, wurde die Händehygiene als eine von mehreren Maßnahmen des Infektionsschutzes großflächig thematisiert. Daran anschließende Untersuchungen und Befragungen deuteten auf Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung hin; sorgfältige Händereinigung wurde Berichten zufolge vielerorts tatsächlich regelmäßiger in den Alltag integriert.

Auch in Baden-Württemberg wiesen damals sehr viele Akteure nicht nur aus dem Gesundheitswesen auf die Wichtigkeit guter Händereinigung hin: Neben Ärztinnen und Ärzten waren dies unter anderem Behörden, Kommunen, Krankenkassen, Verbände, Medien und private Organisationen. Diese flächendeckenden Anstrengungen hätten viel dazu beigetragen, über effektive Krankheitsprävention zu informieren, lobt Dr. Miller. Die Ärzteschaft sei für solch große Unterstützung in puncto Gesundheitsaufklärung dankbar. "Es wäre wünschenswert, wenn sich dieses gesteigerte Problembewusstsein langfristig hält und sich Akteure auch weiterhin engagieren." So könnten Beschäftigte, Kunden und Kollegen nach den Worten des Kammerpräsidenten immer mal wieder darauf hingewiesen werden, dass eine simple Maßnahme wie Händewaschen in Sachen Krankheitsprävention viel bewirken kann. Schilder und Aufkleber mit kurzen und prägnanten Botschaften, wie sie jetzt vielerorts zu finden sind, seien hierfür ein gutes Beispiel.  

Die Hände kommen sehr häufig mit Keimen in Kontakt - etwa beim Naseputzen, beim Entsorgen des Hausmülls, beim Besuch öffentlicher Einrichtungen oder bei der Benutzung von Bus und Bahn - und können die Krankheitserreger anschließend auf alles übertragen, was berührt wird. Fasst man sich beispielsweise ins Gesicht - was unbewusst sehr häufig am Tag geschieht -, können die Erreger über Augen, Mund und Nase leicht in den Körper eindringen und Infektionen auslösen. Auch die Keimweitergabe an andere Menschen ist über Hand- und Flächenkontakt leicht möglich; dies geschieht beispielsweise beim Händeschütteln oder beim gemeinsamen Benutzen von Gegenständen.

Gründliche und regelmäßige Händereinigung hilft dabei, die Keimbelastung erheblich zu reduzieren und Infektionsketten zu unterbrechen beziehungsweise gar keine Ansteckung geschehen zu lassen. Die Landesärztekammer verweist diesbezüglich auf die entsprechenden wissenschaftlichen, medizinischen und medialen Veröffentlichungen, die sich eingehend mit dem korrekt durchgeführten Ablauf des Waschvorgangs beschäftigen und Auskunft geben, wie häufig Händehygiene in den Tagesablauf integriert werden sollte. Viele Berichte thematisieren auch die Folgen, die sich für die Haut durch die wiederkehrende Reinigung ergeben (zum Beispiel Trockenheit, Rötungen, Reizungen), und geben praktische Tipps zum Umgang damit.

Die Landesärztekammer weist darauf hin, dass auch gerade vor dem Besuch von Arztpraxen und Krankenhäusern eine gründliche Reinigung der Hände geboten ist. Denn gerade hier gilt es, seine Mitmenschen vor Infektionen zu schützen, sodass sich das medizinische Personal weiter um Kranke kümmern kann und beide Gruppen nicht durch Infektionen zusätzlich belastet werden. Für den Eigenschutz sollte darauf geachtet werden, sich beim Arztbesuch möglichst nicht ins Gesicht zu fassen und die Hände nach Verlassen der Praxis oder der Klinik erneut gründlich zu reinigen. In vielen Einrichtungen stehen hierfür Spender mit Desinfektionsmittel bereit. Auf die Einhaltung anderer pandemiebedingten Hygienemaßnahmen wie Tragen eines Mund-Nasenschutzes, Abstand halten und Niesen in die Armbeuge ist beim Besuch medizinischer Einrichtungen natürlich ebenfalls zu achten.

www.aerztekammer-bw.de

 

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news-3194 Wed, 13 Oct 2021 13:12:07 +0200 Vorreiterrolle: 25 Jahre Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/vorreiterrolle-25-jahre-zentrale-ethikkommission-bei-der-bundesaerztekammer/  

Beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ diskutierten Vertreter von Ärzteschaft und Medizinethik über aktuelle Erwartungen und Perspektiven. „Die Ärzteschaft verfügt als einzige Berufsgruppe mit der ZEKO über ein eigenes gesellschaftsorientiertes und zugleich binnenorientiertes Sprachrohr. Der Fokus ihrer Beratungen liegt auf den wohlverstandenen Belangen der Ärzteschaft in ihrer Verantwortung für die Patienten und die Gesellschaft“, betonte der Vorsitzende der ZEKO, Prof. Dr. Jochen Taupitz, beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ der Bundesärztekammer anlässlich des 25. Jahrestages der ZEKO-Konstituierung in Berlin.

 

Beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ diskutierten Vertreter von Ärzteschaft und Medizinethik über aktuelle Erwartungen und Perspektiven

Berlin – „Die Ärzteschaft verfügt als einzige Berufsgruppe mit der ZEKO über ein eigenes gesellschaftsorientiertes und zugleich binnenorientiertes Sprachrohr. Der Fokus ihrer Beratungen liegt auf den wohlverstandenen Belangen der Ärzteschaft in ihrer Verantwortung für die Patienten und die Gesellschaft“, betonte der Vorsitzende der ZEKO, Prof. Dr. Jochen Taupitz, beim Symposium „Ethik im ärztlichen Alltag“ der Bundesärztekammer anlässlich des 25. Jahrestages der ZEKO-Konstituierung in Berlin. Die Positionen der ZEKO würden im öffentlichen Diskurs und in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung prominent wahrgenommen, so Taupitz.

„Mit der Einrichtung der ZEKO nimmt die Bundesärztekammer bis heute eine Vorreiterrolle ein. Das interdisziplinär besetzte Gremium ist in seiner Meinungsbildung und Entscheidungsfindung unabhängig. Es entspricht nicht nur dem Selbstverständnis der ZEKO, sondern es ist ein wichtiges ethisches Desiderat, dass sie keine berufspolitischen ärztlichen Interessen verfolgt. Die ZEKO sucht sich ihre Themen, die in der Regel eine besondere Nähe zur ärztlichen Praxis aufweisen, und veröffentlicht ihre Stellungnahmen dazu selbst“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Diese Freiheitsgrade seien Privileg und Verpflichtung zugleich und spiegelten das Vertrauen der verfassten Ärzteschaft in dieses Gremium wider.

Seit den 90er Jahren kommen zunehmend ethische Fragen von internationaler Relevanz auf. Die Bedeutung der Medizinethik wuchs beständig und damit auch der Bedarf an Vernetzung und Dialog zwischen politikberatenden Ethik-Gremien. Zudem werde die zentrale Bedeutung einer breiten gesellschaftlichen Debatte angesichts aktueller Herausforderungen – wie beispielsweise der SARS-CoV-2-Pandemie – besonders deutlich, betonte Prof. Dr. Christiane Woopen, vormalige Vorsitzende des Ethikrates der Europäischen Kommission, in ihrem Bericht zu Ethik in Zeiten der Globalisierung.

Anhand seines Berichts zum aktuellen Entwicklungsstand der außerklinischen und klinischen Ethikberatung erläuterte Prof. Dr. Georg Marckmann, langjähriges Mitglied des ZEKO-Vorstands, die ZEKO nehme weiterhin eine wichtige translationale Funktion zwischen ethischer Theorie und medizinischer Praxis ein.

Mit der Ethikberatung im Spannungsfeld der Professionen beschäftigte sich das vormalige ZEKO-Mitglied Prof. Dr. Claudia Wiesemann in ihrem Vortrag. Sie betonte die Bedeutung vielfältiger Perspektiven in den Kommissionen in einer pluralistischen Gesellschaft. Ein reflektierter Prozess der Einbeziehung unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungswelten erhöhe die Überzeugungskraft der Aussagen einer Kommission beträchtlich.

Ein Videomitschnitt der Veranstaltung ist abrufbar unter: https://youtu.be/-0ShQXqmhUY

 

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news-3192 Fri, 08 Oct 2021 13:45:57 +0200 Impfquote darf keine Blackbox sein https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/impfquote-darf-keine-blackbox-sein/  

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat die vom Robert Koch-Institut korrigierte Impfquote als gute Nachricht bewertet. Man sei der Herdenimmunität wahrscheinlich näher als dies bislang offiziell angegeben wurde. Doch „darf die Impfquote natürlich keine Blackbox sein“, sagte er gegenüber dem Tagesspiegel (08.10.2021). Von der Impfquote hänge maßgeblich ab, ob und wann Einschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren werden könnten.

 

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat die vom Robert Koch-Institut korrigierte Impfquote als gute Nachricht bewertet. Man sei der Herdenimmunität wahrscheinlich näher als dies bislang offiziell angegeben wurde. Doch „darf die Impfquote natürlich keine Blackbox sein“, sagte er gegenüber dem Tagesspiegel (08.10.2021). Von der Impfquote hänge maßgeblich ab, ob und wann Einschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren werden könnten.

Bei den Impfmeldeketten müsse aus Reinhardts Sicht dringend nachgebessert werden. Auch bedürfe es zusätzlich repräsentative Bevölkerungsstichproben, wie zum Beispiel in Großbritannien. Dies würde nicht nur Aufschluss über die tatsächliche Impfquote geben. Mit den Daten könnte, wie in Großbritannien längst gängige Praxis, der Immunitätsstatus differenziert nach Impfung und durchgemachter Covid-19-Erkrankung erhoben werden.

„Auf diese Weise hätten wir nicht nur mehr Klarheit darüber, wie viele Menschen geimpft sind, sondern auch, wie viele genesen sind und auf diese Weise ausreichend Antikörper besitzen“, so Reinhardt. Er gehe davon aus, dass zu den vier Millionen Genesenen eine erhebliche Dunkelziffer kommt, so dass es auch acht Millionen sein könnten. Zu diesen Fragen würden valide Daten gebraucht. „Auf Grundlage dieser Daten könnten und sollten wir dann eine Debatte darüber führen, wie wir zur Normalität zurückkehren können“, betonte Reinhardt.

 

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news-3193 Fri, 08 Oct 2021 10:03:00 +0200 Sachsen: SARS-CoV-2 Pandemie besteht weiter fort - Präsident der Landesärztekammer „Impfung ist auch gesellschaftliche Verpflichtung“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/sachsen-sars-cov-2-pandemie-besteht-weiter-fort-praesident-der-landesaerztekammer-impfung-ist-auch/  

Die SARS-CoV-2 Pandemie besteht weiter fort. Infolge der Möglichkeit des Schutzes durch Impfung gibt es eine deutliche Veränderung bei den erkrankten Menschen. Geimpfte können zu einem geringen Prozentsatz erkranken, allerdings ist der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen eher milde. Fast alle Patienten, welche auf Intensivstationen derzeit behandelt werden, sind ungeimpft und bedürfen meist langzeitiger Behandlung mit ungewissem Ausgang.

 

Dresden - Die SARS-CoV-2 Pandemie besteht weiter fort. Infolge der Möglichkeit des Schutzes durch Impfung gibt es eine deutliche Veränderung bei den erkrankten Menschen. Geimpfte können zu einem geringen Prozentsatz erkranken, allerdings ist der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen eher milde. Fast alle Patienten, welche auf Intensivstationen derzeit behandelt werden, sind ungeimpft und bedürfen meist langzeitiger Behandlung mit ungewissem Ausgang. In besonderem Maße sind jetzt Kinder davon betroffen, dass für sie keine Impfung zur Verfügung steht, zwar nur in seltenen Fällen schwere Erkrankungen zu erwarten sind, aber die gesellschaftlichen Einschränkungen schwere Folgen im Bereich Psyche und Bildung hinterlassen.

"Das Robert-Koch-Institut schätzt die Impfquote zwar höher ein, dennoch muss die Datenlage als nicht gesichert angesehen werden. Welche Rolle 'Genesene' für das Infektionsgeschehen spielen, bleibt weiter abzuwarten.", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck.

Es müsse allen klar sein, die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, geht zu Lasten der gesamten Gesellschaft. Die geimpfte Bevölkerung trägt die Last der Einschränkungen mit. Neben der weiteren immensen finanziellen Belastung des Solidarsystems ist das medizinische Personal in besonderer Weise nicht nur körperlich, sondern auch in erheblichem Maße psychisch belastet. "Deutschlandweit sehen wir auf Grund dieser erheblichen Belastung bereits eine Flucht aus dem Beruf, besonders in Bereichen der Intensivpflege und auch in der ambulanten Versorgung. Hinzu kommt das zunehmend aggressive, fordernde und nicht mehr zu tolerierende Auftreten größerer Patientengruppen.", so der Präsident.

Eine Beendigung der Schutzmaßnahmen führe mit Sicherheit zu einer hohen Erkrankungslast mit schweren Verläufen und Tod. Bodendieck: "Wir haben zu Beginn der Pandemie über "Triage-Maßnahmen" diskutiert. Heute, wo nun effektive Schutzmaßnahmen jedem erwachsenen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen, muss die Frage erneut gestellt werden, ob die Behandlung anderer Erkrankungen der Behandlung von an Covid-19 erkrankten Menschen weiter untergeordnet werden sollte."

Eine schnelle Rückkehr zur Normalität ist wünschenswert, dazu gehört aber auch, dass sich jeder Mensch seiner persönlichen Verantwortung und der Folgen für sich und die Gesellschaft bewusst ist. Klar muss auch sein, dass die Last der individuellen Entscheidung nicht weiter zu Lasten der Beschäftigten im Gesundheitswesen gehen kann. Es ist mehr erforderlich als "Klatschen" oder die Forderung nach höherer Vergütung. Es bedarf zusätzlich Hochachtung und Respekt vor und für die Tätigkeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen. "Leider sehe ich dies im Moment nicht.", so Bodendieck.

www.slaek.de

 

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news-3191 Mon, 04 Oct 2021 12:41:08 +0200 Debatte über Rückkehr zur Normalität ja – aber Infektionsgeschehen weiter im Blick behalten https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/debatte-ueber-rueckkehr-zur-normalitaet-ja-aber-infektionsgeschehen-weiter-im-blick-behalten/  

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt lehnt die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zu einem jetzt schon festgesetzten Datum ab. Er finde es aber „richtig, dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann wir zur Normalität zurückkehren können. Wir dürfen uns als Gesellschaft nicht in einer Infektionsangstneurose einrichten“, sagte er in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (02.10.2021). Das hieße im Umkehrschluss aber nicht, „dass wir jetzt alles in Laissez-faire-Manier laufen lassen“. Es müsse der ärztliche Anspruch sein, Infektionen zu verhindern.

 

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt lehnt die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zu einem jetzt schon festgesetzten Datum ab. Er finde es aber „richtig, dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann wir zur Normalität zurückkehren können. Wir dürfen uns als Gesellschaft nicht in einer Infektionsangstneurose einrichten“, sagte er in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (02.10.2021). Das hieße im Umkehrschluss aber nicht, „dass wir jetzt alles in Laissez-faire-Manier laufen lassen“. Es müsse der ärztliche Anspruch sein, Infektionen zu verhindern.

Für sinnvoll hält Reinhardt das Tragen von Masken in Bussen und Bahnen, wo häufig keine Abstände eingehalten werden können. Völlig unangemessen aber sei, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen müssten, während die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen könnten. Das stehe in keinem Verhältnis. „Die Maskenpflicht im Unterricht muss jetzt bundesweit in allen Schultypen entfallen“, fordert Reinhardt.

Darüber hinaus plädiert Reinhardt für eine bundesweite Einführung der sogenannten 2G-Regel – ohne Maske und Abstand – als Option für das Gastgewerbe, für den Sport und die Veranstaltungsbranche. Dies sei dann auch ein zusätzlicher Anreiz für die bisher Ungeimpften. Das sollte aber nicht für Angebote des öffentlichen Lebens gelten, auf die die Menschen zwingend angewiesen sind, wie zum Beispiel der öffentliche Nah- und Fernverkehr. „Hier käme eine 2G-Regelung einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich“, warnt er.

 

 

 

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news-3190 Fri, 01 Oct 2021 09:42:10 +0200 Chancen und Risiken der Genom-Editierung sorgfältig abwägen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/chancen-und-risiken-der-genom-editierung-sorgfaeltig-abwaegen/  

Die Genom-Editierung eröffnet neue Behandlungsperspektiven für lebensbedrohlich erkrankte Patientinnen und Patienten. Mit den neuen technischen Verfahren lassen sich durch den gezielten Eingriff in das menschliche Genom beispielsweise krankheitsauslösende DNA-Sequenzen direkt erkennen und verändern. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer hat dazu im Auftrag des Vorstandes der Bundesärztekammer die Stellungnahme „Genom-Editierung: Perspektiven für die Humanmedizin“ erarbeitet.

 

Berlin - Die Genom-Editierung eröffnet neue Behandlungsperspektiven für lebensbedrohlich erkrankte Patientinnen und Patienten. Mit den neuen technischen Verfahren lassen sich durch den gezielten Eingriff in das menschliche Genom beispielsweise krankheitsauslösende DNA-Sequenzen direkt erkennen und verändern. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer hat dazu im Auftrag des Vorstandes der Bundesärztekammer die Stellungnahme „Genom-Editierung: Perspektiven für die Humanmedizin“ erarbeitet.

„Mit der Genom-Editierung erhoffen sich Patienten und Ärzte die Linderung oder sogar Heilung schwerwiegender Erkrankungen. Diesen Hoffnungen steht aber die Sorge gegenüber, mit dem Eingriff könnten unvorhergesehene Nebenwirkungen einhergehen und ethische Grenzen überschritten werden“, sagt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Kenntnisse über das Potenzial, aber auch die Grenzen und Risiken der Genom-Editierung und ihrer Anwendung werden demnach für Ärztinnen und Ärzte immer wichtiger.

Zum Hintergrund: Im Unterschied zur konventionellen Gentherapie (Genadditionstherapie) werden bei der Genom-Editierung Gene durch Designer-Nukleasen wie CRISPR/Cas an gewünschten Positionen eingefügt, ausgetauscht, deaktiviert und sogar die Gensequenz verändert. „Zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten oder Krebserkrankungen kann beispielsweise das gezielte Ausschalten von Genfunktionen mittels der Genom-Editierung sinnvoll sein“, betont Prof. Dr. Markus M. Nöthen vom Institut für Humangenetik an der Universität Bonn, unter dessen Federführung die Stellungnahme von einem interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitskreis des Wissenschaftlichen Beirats erstellt wurde.

Die Methoden der Genom-Editierung würden ständig verbessert und weiterentwickelt. „Es stehen auch immer mehr Daten für eine verlässliche Risikoabschätzung bei der Anwendung am Patienten zur Verfügung“, betont Nöthen. Schließlich aber bedürfe es vor jeder klinischen Anwendung einer sorgfältigen Chancen-Risiken-Abwägung. Für den breiten Einsatz in der klinischen Medizin ist die Genom-Editierung bislang noch nicht zugelassen. Doch verschiedene klinische Anwendungen befinden sich bereits in der Entwicklung.

Auch in der biomedizinischen Grundlagenforschung und in der Wirkstoffentwicklung kommen die Designer-Nukleasen zum Einsatz. Früher dauerten Entwicklungsprozesse mehrere Jahre, mit CRISPR/Cas lassen sich diese jetzt deutlich verkürzen. In der Arzneimittelentwicklung ermöglichen Designer-Nukleasen etwa die gezielte Erzeugung von neuartigen In-vitro-Zellkulturmodellen, mit denen sich Wirkstoffe im Hochdurchsatzverfahren überprüfen lassen. Nicht zuletzt in der personalisierten Medizin beziehungsweise der personalisierten Wirkstoffentwicklung sind solche Systeme bedeutsam.

Die Stellungnahme der Bundesärztekammer steht unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.bundesaerztekammer.de/genom-editierung2021

 

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news-3189 Thu, 30 Sep 2021 11:57:18 +0200 Thüringen: Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen wendet sich gegen zunehmende Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte – Verabschiedung einer Resolution https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/thueringen-kammerversammlung-der-landesaerztekammer-thueringen-wendet-sich-gegen-zunehmende-gewalt-geg/  

Jena - Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen, das Parlament der Thüringer Ärzteschaft, hat in ihrer Sitzung vom 29. September 2021 die Zunahme von Gewalt in den Thüringer Praxen und Kliniken im Kontext der Corona-Pandemie diskutiert und folgende Resolution verabschiedet.

 

Jena - Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen, das Parlament der Thüringer Ärzteschaft, hat in ihrer Sitzung vom 29. September 2021 die Zunahme von Gewalt in den Thüringer Praxen und Kliniken im Kontext der Corona-Pandemie diskutiert und folgende Resolution verabschiedet.

Resolution der Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen vom 29. September 2021

Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen ist besorgt über eine zunehmende Aggressivität gegenüber medizinischem Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Immer wieder müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen Gewalterfahrungen machen. Sie erleben verbale Aggressionen und Tätlichkeiten beispielsweise beim Verweis auf die Einhaltung der Corona-Regelungen und bei der Abfrage des Impfstatus bis hin zu Angriffen auf impfendes Personal.

Die Thüringer Ärzteschaft verurteilt verbale und physische Gewalt gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ärztinnen und Ärzte auf das Schärfste.

Die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, erklärt dazu, dass die Frage nach dem Impfstatus völlig legitim und Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit ist. „Dies sollten Patientinnen und Patienten beim Arztkontakt bedenken.“

„Nicht vergessen werden darf darüber hinaus“, so Dr. Lundershausen, „dass Ärztinnen und Ärzte nicht nur dem einzelnen Patienten, der ihnen unmittelbar gegenübersitzt, verpflichtet sind, sondern auch den anderen im Wartezimmer oder auf Station ebenso wie ihren Mitarbeitern. Sie alle gilt es zu schützen! Und das gelingt uns nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme und mit dem notwendigen Gemeinsinn.“

www.laek-thueringen.de

 

 

 

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news-3187 Thu, 30 Sep 2021 11:00:17 +0200 Krankenhäuser brauchen eine patienten- und aufgabengerechte Personalausstattung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/krankenhaeuser-brauchen-eine-patienten-und-aufgabengerechte-personalausstattung/  

Für eine am Wohl der Patientinnen und Patienten orientierte Krankenhausversorgung bedarf es dringend einer angemessenen Personalausstattung für alle am Patienten tätigen Berufsgruppen. Das hat die Bundesärztekammer (BÄK) in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf einer Verordnung zur Änderung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung gefordert.

 

Berlin - Für eine am Wohl der Patientinnen und Patienten orientierte Krankenhausversorgung bedarf es dringend einer angemessenen Personalausstattung für alle am Patienten tätigen Berufsgruppen. Das hat die Bundesärztekammer (BÄK) in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf einer Verordnung zur Änderung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung gefordert.

Die Bundesärztekammer hatte bereits zu den vorangegangenen Verordnungsentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums aus den Jahren 2019 und 2020 ausführlich Stellung bezogen. Mit der nun vorgelegten Stellungnahme erneuert die Bundesärztekammer ihre Forderung, valide patienten- und aufgabengerechte Personalvorgaben für alle patientennah tätigen Berufsgruppen und in allen Krankenhausbereichen umzusetzen. Zwingende Voraussetzung sei, im Regelfall nicht nur Mindestvorgaben einzuhalten, sondern ausreichend Personal vorzuhalten, um auch (kurzfristige) Personalausfälle oder eine starke Erhöhung der Patientenzahlen zu kompensieren. Zudem können aus Sicht der BÄK Aufgaben, die über eine dringend notwendige, direkte Patientenversorgung hinausgehen, mit einer Personalausstattung an der Untergrenze nicht erfüllt werden.

Eine adäquate Personalausstattung sei darüber hinaus durch die Pandemielage und die Zunahme multiresistenter Keime elementar, um Hygienestandards einzuhalten und nosokomiale Infektionen zu vermeiden. Eine Personaluntergrenze werde diesen Anforderungen nicht gerecht.

Die Bundesärztekammer begrüßt den im Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) verankerten Auftrag, bis zum 31. Dezember 2024 wissenschaftlich fundiertes Verfahren zu entwickeln, um einen einheitlichen Pflegepersonalbedarf in Krankenhäusern nach qualitativen und quantitativen Maßstäben ermitteln zu können.

Darüber hinaus betont die Bundesärztekammer jedoch die Bedeutung einer interprofessionellen Zusammenarbeit in der stationären Patientenversorgung. Die Grundvoraussetzung dafür sei eine zwischen den Berufsgruppen ausgeglichene und angemessene Personalausstattung, die auf die jeweiligen Aufgaben und die vereinbarte Arbeitsteilung zugeschnitten ist.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit einer Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern für das Jahr 2021 (Verordnung zur Änderung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung)

 

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news-3188 Thu, 30 Sep 2021 10:59:06 +0200 Hessen: Ab Oktober an die Grippeimpfung denken! https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/hessen-ab-oktober-an-die-grippeimpfung-denken/  

Frankfurt - Während die Tage allmählich wieder kürzer werden und es buntes Laub von den Bäumen regnet, rufen die Landesärztekammer Hessen (LÄKH), die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und das Frankfurter Gesundheitsamt gemeinsam zur Grippeschutzimpfung auf.

 

Frankfurt - Während die Tage allmählich wieder kürzer werden und es buntes Laub von den Bäumen regnet, rufen die Landesärztekammer Hessen (LÄKH), die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und das Frankfurter Gesundheitsamt gemeinsam zur Grippeschutzimpfung auf.

„Es ist wichtig, die Grippeimpfung auch im zweiten Corona-Herbst nicht aus dem Blick zu verlieren“, mahnt der Präsident der LÄKH, Dr. med. Edgar Pinkowski – und warnt davor, Influenza (sog. Echte Grippe, nicht zu verwechseln mit grippalen Infekten) auf die leichte Schulter zu nehmen. Schließlich stellen schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen von Influenza vor allem für Personen mit Grunderkrankungen und Ältere ein hohes Risiko dar. „Wie schon bei der Impfung gegen Covid-19 tun Sie sich und Ihren Mitmenschen mit der Grippeimpfung einen großen Gefallen. Außerdem können ab diesem Herbst beide Vakzine laut der STIKO (Ständige Impfkommission) gleichzeitig verabreicht werden.“

Die Bedeutung von schützenden Impfungen betont auch der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Dr. med. Peter Tinnemann: „Impfungen zum Schutz vor Infektionskrankheiten funktionieren bei Kinderkrankheiten, bei Corona und bei Grippe. Alle, die sich mit einer Grippeimpfung vor schweren Krankheitsverläufen schützen, schützen nicht nur sich selber, sondern uns alle.“

Auch die Vorsitzenden der KV Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, erklären, dass man gerade in Pandemiezeiten die Bedeutung der Grippeschutzimpfung nicht hoch genug ansiedeln könne: „Nur mit der saisonalen Impfung gegen die Influenza wird das Präventionspaket komplett, denn die Coronaimpfung schützt zwar verlässlich vor einer schweren Erkrankung mit Covid-19, nicht aber gegen die saisonale Grippe, die ebenfalls gefährlich verlaufen kann. Mehr noch: Studien zeigen, dass eine Impfung gegen Grippe auch vor gefährlichen Nebenwirkungen einer Covid-Erkrankung wie Thrombosen, Schlaganfällen oder Blutvergiftungen schützen kann.“

In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) raten die LÄKH, die KVH und das Gesundheitsamt Frankfurt vor allem Menschen über 60 Jahren, aber auch Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens sowie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen zu der Grippeschutzimpfung. Darüber hinaus sollten sich auch Personen mit erhöhter Gefährdung und/oder mit zahlreichen Kontakten zu Risikopersonen, wie z. B. medizinisches Personal und Menschen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können, impfen lassen. Zudem empfiehlt die STIKO die Grippeschutzimpfung auch für Schwangere: ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bereits ab dem 1. Drittel.

Speziell seit der aktuellen Influenzasaison 2021/22 empfiehlt die STIKO Personen ab 60 Jahren zudem die Impfung mit einem vierwertigen (quadrivalenten) Hochdosis-Impfstoff: Im Vergleich zu quadrivalenten Standard-Impfstoffen hat dieser eine leicht, aber signifikant bessere Wirksamkeit bei Seniorinnen und Senioren und kann so besser vor schweren Verläufen und Klinikeinweisungen schützen. Der Hochdosis-Impfstoff wird ganz regulär von den Krankenkassen erstattet.

Um rechtzeitig gegen Influenza geschützt zu sein, empfiehlt das RKI, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Anschließend braucht es noch 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat.

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