Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Wed, 16 Jan 2019 13:39:26 +0000 Wed, 16 Jan 2019 13:39:26 +0000 TYPO3 EXT:news news-1965 Wed, 16 Jan 2019 11:30:34 +0000 Angehende Ärztinnen und Ärzte sind keine kostenlosen Stationshilfen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/angehende-aerztinnen-und-aerzte-sind-keine-kostenlosen-stationshilfen/  

 

<enclosure url="https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/images/foto/stethoskop_martin-brosy-unsplash.jpg" length="749567" type="image/jpeg" />

Berlin - „Ärztliche Nachwuchsförderung fängt im Medizinstudium an und muss vernünftige Rahmenbedingungen für das Praktische Jahr (PJ) mit einschließen. Deshalb unterstützen wir die Forderungen der PJ-Studierenden nach vernünftigen Arbeitszeiten, einer angemessenen Vergütung und guten Lernbedingungen im Praktischen Jahr.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery anlässlich des heutigen Aktionstages zum Praktischen Jahr (PJ) an den Medizinischen Fakultäten.

Viel zu oft würden PJ-Studierende für bloße Routinetätigkeiten, Botengänge und Dokumentationen herangezogen. Angesichts der angespannten Personalsituation auf den Stationen bleibe zu wenig Zeit für den eigentlichen Zweck des PJ, die Wissensvermittlung.  Montgomery bekräftigte deshalb die Forderung des letzten Deutschen Ärztetages, die Qualität des Praktischen Jahres durch eine hochwertige praktische Lehre mittels zusätzlichem für die Lehre freigestellten ärztlichen Personal zu verbessern.

Montgomery: „PJ-Studierende sind keine kostenlosen Stationshilfen, sondern angehende Ärztinnen und Ärzte. Sie sollen im Rahmen ihres Praktischen Jahres auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit in der Patientenversorgung vorbereitet werden. Einsparungen bei der Qualität der ärztlichen Ausbildung gehen immer auch auf Kosten der Patientensicherheit. Diesen Zusammenhang sollten Politik und Krankenhausträger bedenken - und endlich handeln.“

Petition des BVMD für ein faires Praktisches Jahr im Medizinstudium

 

]]>
news-1962 Wed, 16 Jan 2019 08:50:19 +0000 Bayern: Prosit 2019! https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-prosit-2019/  

München - „Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten“. – „Wir machen die Passage aus dem Genfer Gelöbnis zum Thema und halten eine Innenschau. Auf dem kommenden Deutschen Ärztetag im Mai in Münster werden wir uns voraussichtlich mit dem Titel ‚Arztgesundheit – wenn der Beruf krank macht‘ beschäftigen. Wir kümmern uns um uns selbst. Um den Mensch Arzt. Der Erhalt unserer eignen Gesundheit soll einen anderen Stellenwert bekommen.“, schreibt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer in der Januar-/Februarausgabe 2019 des Bayerischen Ärzteblattes.

 

München -  „Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten“. – „Wir machen die Passage aus dem Genfer Gelöbnis zum Thema und halten eine Innenschau. Auf dem kommenden Deutschen Ärztetag im Mai in Münster werden wir uns voraussichtlich mit dem Titel ‚Arztgesundheit – wenn der Beruf krank macht‘ beschäftigen. Wir kümmern uns um uns selbst. Um den Mensch Arzt. Der Erhalt unserer eignen Gesundheit soll einen anderen Stellenwert bekommen.“, schreibt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer in der Januar-/Februarausgabe 2019 des Bayerischen Ärzteblattes.
 
In einer Zeit der geforderten Rundumverfügbarkeit ärztlicher Leistungen sei dies dringend geboten. Was können und was müssen Ärztinnen und Ärzte leisten? Die Frage dürfe gestellt werden vor dem Hintergrund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten pro Jahr in Deutschland, im Durchschnitt 17 pro Patient. Es sei richtig, dass jeder Kranke zu jeder Zeit und an jedem Ort die erforderliche medizinische Behandlung auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erhalte. Die Notaufnahme eines Krankenhauses mit Bagatellerkrankungen zu überlaufen, gehöre jedenfalls nicht dazu. „Die Forderungen nach einer Terminvergabe rund um die Uhr und nach immer mehr Sprechstunden bedienen eine falsche Erwartungshaltung bei den Patienten und bringen uns Ärzte in ein Dilemma. In die Position derer, die einerseits die Patienten nicht wegschicken dürfen, andererseits am Bedarf vorbei behandeln und damit wiederum die Patientenerwartung auf eine 24-Stunden-Versorgung von Befindlichkeiten nähren“, schreibt Quitterer.

Arztgesundheit bedeute sowohl die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze in den Krankenhäusern als auch die Entlastung im ärztlichen Bereitschaftsdienst, wie dies in Bayern durch dessen Neuorganisation ermöglicht wurde. Eine gesunde „Work-life-balance“ geling dort nicht, wo der Beruf krank mache: Durch Arbeitszeitverdichtung infolge zunehmender Kommerzialisierung und Ökonomisierung. Diese halte dort Einzug, wo sich Konzerne im Gesundheitswesen breit machten und Leistungszahlen forderten. „Ich konstatiere, dass jemand, der nie an einem Operationstisch stand, nicht nachvollziehen kann, dass ein Operationssaal kein Fließband, sondern ein Hochrisikobereich ist“, schreibt Bayerns Ärztechef. Stattdessen kämen in immer kürzeren Abständen Gesetze, die ärztliches Tun reglementierten sowie Aussagen, die mit Wertschätzung des Berufsstandes nichts zu tun haben, „denn natürlich betreiben wir Ärzte in unserer Freizeit auch Sport – und das ist zu begrüßen“.
 
Mehr zu „Prosit 2019!“ lesen Sie in der Januar-Februarausgabe 2019 des Bayerischen Ärzteblattes unter www.bayerisches-ärzteblatt.de.

 

]]>
news-1961 Tue, 15 Jan 2019 15:07:14 +0000 Berlin: Symptomatische und bevormundende Politik übergeht die Menschen in der Gesundheitsversorgung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/berlin-symptomatische-und-bevormundende-politik-uebergeht-die-menschen-in-der-gesundheitsversorgung/  

Berlin - Angesichts der jüngsten Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, ein grundlegendes Umdenken in der Gesundheitspolitik. Die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehenen neuen Maßnahmen bspw. zu Praxisöffnungszeiten, zur Einschränkung der Mobilität von ...

 

Berlin - Angesichts der jüngsten Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, ein grundlegendes Umdenken in der Gesundheitspolitik. Die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehenen neuen Maßnahmen bspw. zu Praxisöffnungszeiten, zur Einschränkung der Mobilität von Ärztinnen und Ärzten in Richtung Ausland und der Versuch, per Verordnungsermächtigung künftig im Einzelfall entscheiden zu wollen, welche neuen Behandlungen durch die Krankenkassen bezahlt werden sollen, führen zur Entmündigung und Demotivierung der Ärztinnen und Ärzte, so Jonitz weiter. Mit dem neuen § 94a SGB V werde vom Bundesgesundheitsministerium versucht, das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung der Selbstverwaltungspartner auf der Basis solider, objektiver wissenschaftlicher Kriterien der evidenzbasierten Medizin auszuhebeln.

„Eine solide Analyse der Ursachen der Probleme, die mit dem TSVG geregelt werden sollen, findet nicht statt. Die Politik re-agiert auf Probleme dann, wenn sie offenkundig sind und dort, wo sie an-kommen anstatt dort, wo sie her-kommen“, betont Jonitz und erklärte weiter: „Ganz nebenbei macht der vorgesehene § 94a jeden Gesundheitsminister zur Zielscheibe von Lobbyverbänden aller Art, die ihre eigenen Interessen ohne Rücksicht auf das gesamte System durchsetzen wollen“, warnt Jonitz.

„In der Vergangenheit gab es eine Art Vertrag zwischen der Ärzteschaft, den Gesundheitsberufen und der Politik: Wir kümmern uns um die Versorgung kranker Menschen, die Politik sorgt für gute Rahmenbedingungen. Dieser Vertrag wird durch das vorgesehene TSVG erneut gebrochen und wird dazu führen, dass die Selbstfürsorge der Gesundheitsberufe auch als Reaktion auf die bestehende Kommerzialisierung der Patientenversorgung mehr in den Vordergrund rückt.“ Teilzeit- statt Vollzeitarbeit werde mehr und mehr die Regel. „Die Lücken in der Versorgung werden zu-, statt abnehmen.“
Verstärkt werde dieser verhängnisvolle Prozess durch die bestehende Fehlallokation der Gelder der Versicherten: Von 100 Euro GKV-Beitrag erreichen den Vertragsarzt ca. 8,74 Euro, den Krankenhausarzt 9,38 Euro und die stationäre Pflege 8,79 Euro.

„Die Politik vergisst die Menschen, die tagtäglich die persönliche Verantwortung für kranke Menschen übernehmen und lässt diese mit den Folgen einer fehlgeleiteten Politik im Regen stehen.“ Diese Politik habe in den vergangenen 20 Jahren die Versorgung nachweislich und erkennbar teurer und schlechter gemacht. „Diese Politik wird mit dem TSVG fortgesetzt“, erklärt Jonitz.

Die Ärztekammer Berlin fordert daher einen Stopp dieser bevormundenden Politik. Stattdessen sei ein Dialog über bestehende Herausforderungen der Patientenversorgung in Zeiten des Wandels („Digitalisierung“) und eine neue politische Strategie der „Optimierung der Versorgung“ anstelle des Versuchs der „Dezimierung von Kosten, Mengen und Strukturen“ notwendig (s. Antrag Ia-03, Deutscher Ärztetag 2017).

www.aerztekammer-berlin.de

 

]]>
news-1960 Tue, 15 Jan 2019 08:09:05 +0000 Montgomery: „Das TSVG ist in Teilen übergriffig“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/montgomery-das-tsvg-ist-in-teilen-uebergriffig/  

 

 

Berlin – „In dem Entwurf für das Terminservice- und Versorgungsgesetz steckt viel Gutes. Leider enthält er aber auch etliche Vorgaben, die gerade jungen Ärztinnen und Ärzten die Freude an der Arbeit in eigener Praxis verleiden können.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery vor der öffentlichen Anhörung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) am 16. Januar in Berlin. Montgomery kritisierte die geplanten staatlichen Vorgaben für offene Sprechstunden und die Ausweitung der Mindestsprechstundenzeiten als „übergriffig“.  Offenbar habe sich die Politik von den Krankenkassen ins Ohr flüstern lassen, dass  vermeintliche Versorgungsengpässe von unzureichenden Sprechstundenzeiten herrührten. Alle seriösen Zahlen würden dies aber widerlegen. Notwendig seien vielmehr flexible Lösungen, die sich sowohl an den Bedürfnissen der Patienten, als auch an denen der jungen Ärztegeneration orientieren. „Solche praxisnahen Regelungen können nur von der Selbstverwaltung kommen. Dafür muss ihr die Politik aber die notwendige Gestaltungsfreiheit geben“, forderte der BÄK-Präsident.

„Die Wurzel des Problems eingeschränkter Versorgungskapazitäten liegt nicht in einer unzureichenden Arbeitsleistung der Ärztinnen und Ärzte, sondern in einem bedrohlichen und zunehmenden Ärztemangel, für den in dem Gesetzentwurf keine Lösungen angeboten werden“, heißt es auch in der schriftlichen Stellungnahme der Bundesärztekammer für die öffentliche Anhörung im Bundestags-Gesundheitsausschuss. Zu begrüßen sei, dass zumindest ein Teil der Mehrarbeit entsprechend vergütet werden soll. Dennoch werde die wahre Ursache der eingeschränkten Versorgungskapazitäten und dadurch bedingter Wartezeiten verkannt. „Die Arbeitsbelastung von Ärztinnen und Ärzten ist bereits heute überdurchschnittlich hoch. Zudem führen der Strukturwandel im Gesundheitswesen mit mehr Ärztinnen und Ärzten in Anstellung, mehr Teilzeitarbeit, die striktere Einhaltung gesetzlicher Arbeitszeitvorgaben sowie der demografische Wandel zu einer weiteren Arbeitsverdichtung“, so die BÄK in ihrer Stellungnahme.

Positiv hebt die Bundesärztekammer hervor, dass der Gesetzgeber mit der Neuaufstellung der Terminservicestellen erste Weichenstellungen für ein sektorenübergreifendes Konzept der Notfall- und Akutversorgung vornimmt. Allerdings würden in den neuen Servicestellen Vorhaltekosten entstehen, die über die Leistungsvergütung der Krankenkassen nicht abgedeckt sind. Die Finanzierung sei daher nicht nur aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung, sondern auch durch ergänzende Investitionen aus Steuermitteln zu gewährleisten.

Mit großer Sorge sieht die Bundesärztekammer das Vordringen von Kapitalgebern in die ambulante Versorgung. Daraus ergäben sich Risiken für die Wahlfreiheit von Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Möglichkeit von Ärztinnen und Ärzten, sich niederzulassen oder im Angestelltenverhältnis den Arbeitgeber zu wechseln.

Die Bundesärztekammer begrüßt deshalb, dass der Gesetzentwurf Anpassungen bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) vorsieht, weist aber darauf hin, dass die vorgesehenen punktuellen Neuregelungen der zunehmenden Konzernbildung nur begrenzt entgegenwirken können. Sie unterstützt die Forderungen des Bundesrates nach Regelungen, die einem kapitalgetriebenen Missbrauch von MVZ-Strukturen wirksam begegnen, indem sie den gesundheitspolitisch gewünschten Versorgungsbeitrag von MVZ klarer fassen. Dazu gehört die grundsätzliche Bindung von Krankenhaus-MVZ an einen regionalen und fachlichen Bezug ebenso wie die Möglichkeit, eine Fokussierung auf lukrative Leistungsbereiche zu verhindern und sinnvolle Vorgaben zur Größe von MVZ zu machen.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Regierungsentwurf eines Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG), Drs. 19/6337 und zum Änderungsantrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD zum Thema Heilmittelversorgung, Ausschussdrucksache 19(14)51.4 (PDF)

 

]]>
news-1959 Sat, 12 Jan 2019 14:13:00 +0000 Montgomery: „Ausbau der sprechenden Medizin nicht nur fordern, sondern auch fördern“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/montgomery-ausbau-der-sprechenden-medizin-nicht-nur-fordern-sondern-auch-foerdern/  

 

 

Berlin - „Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Das trifft auch auf die mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz vorgesehene gestufte Steuerung der psychotherapeutischen Behandlung zu. Statt Engpässe in der Versorgung zu beseitigen, werden neue Zugangsbarrieren für Patienten geschaffen. Viel sinnvoller wäre es, bei den Behandlungsstrukturen anzusetzen, sie zu stärken und die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung noch enger in den somatischen Behandlungskontext einzubinden.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery im Vorfeld der öffentlichen Anhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).

Bei den Reformüberlegungen sollte auch und gerade der spezifisch ärztlichen Expertise der Behandlung psychisch Kranker besondere Aufmerksamkeit zukommen. Denn Patienten könnten auf ein sehr breit gestuftes Angebot zurückgreifen, das von der psychosomatischen Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte bis hin zur fachärztlichen psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgung reiche. Dies sei umso wichtiger, weil psychische Erkrankungen häufig mit behandlungsbedürftigen somatischen Erkrankungen einhergingen und sich beide wechselseitig sogar noch verstärken könnten.

Das im Entwurf des TSVG vorgesehene Modell der „gestuften und gesteuerten Versorgung“ in der Psychotherapie sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten in Voruntersuchungen festlegen, welches Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen wahrnehmen dürfen. „Damit beschränkt der Gesetzgeber nicht nur die Wahlfreiheit der Patienten, eine solche Regelung speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen diskriminiert die betroffenen Patientengruppen auch“, kritisierte Montgomery. Er forderte die Streichung des entsprechenden Passus im TSVG.

Der Bundesärztekammer-Präsident stellte klar: „Die meisten psychischen Erkrankungen sind gut behandelbar – aber sie müssen eben auch behandelt werden. Andernfalls drohen Chronifizierungen und schwere Verläufe. Deshalb sollten Politik und Kostenträger den Ausbau der sprechenden Medizin durch Haus- und Fachärzte nicht nur fordern, sondern auch fördern.“

 

]]>
news-1963 Thu, 10 Jan 2019 08:55:00 +0000 Thüringen: Ein Jahr Fachsprachenprüfungen für ausländische Ärztinnen und Ärzte - Hohe Zahl an Kandidaten fallen durch anspruchsvolle Prüfung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/thueringen-ein-jahr-fachsprachenpruefungen-fuer-auslaendische-aerztinnen-und-aerzte-hohe-zahl-an-kandid/  

Jena - Wer in Deutschland als Arzt oder Ärztin arbeiten möchte, benötigt dafür eine Approbation. Bei Ärztinnen und Ärzten mit einem Studienabschluss aus dem Ausland wird sie erst erteilt, wenn ein Nachweis über die erforderlichen Fachsprachenkenntnisse erfolgt ist. Diese Regelung gilt sowohl für Personen aus EU- als auch Nicht-EU- bzw. Drittstaaten. Im Sommer 2014 hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer auf einheitliche Sprachtests für das Ausüben von Gesundheitsberufen verständigt, sodass nach und nach die Aufgabe der Durchführung dieser sogenannten Fachsprachenprüfungen auf die einzelnen Landesärztekammern übertragen wurde – lediglich zwei Ärztekammern, Saarland und Hessen, führen diese Prüfungen nicht durch. In Thüringen war es ab dem Januar 2018 so weit. Zuvor hatten mit einer Unterschrift unter die entsprechende „Verwaltungsvereinbarung zwischen der Landesärztekammer Thüringen und dem Thüringer Landesverwaltungsamt zur Verfahrensweise bei der Überprüfung der für die ärztliche Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse“ (Fachsprachenprüfung bzw. Patientenkommunikationstest) die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, und der Präsident des Landesverwaltungsamtes als Approbationsbehörde, Frank Roßner, die neue Vorgehensweise besiegelt, sodass seit Januar 2018 die Landesärztekammer Thüringen die für die Erteilung einer Berufserlaubnis oder Approbation für ausländische Ärztinnen und Ärzte notwendige Überprüfung der Deutschkenntnisse durchführt.

 

Jena - Wer in Deutschland als Arzt oder Ärztin arbeiten möchte, benötigt dafür eine Approbation. Bei Ärztinnen und Ärzten mit einem Studienabschluss aus dem Ausland wird sie erst erteilt, wenn ein Nachweis über die erforderlichen Fachsprachenkenntnisse erfolgt ist. Diese Regelung gilt sowohl für Personen aus EU- als auch Nicht-EU- bzw. Drittstaaten. Im Sommer 2014 hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer auf einheitliche Sprachtests für das Ausüben von Gesundheitsberufen verständigt, sodass nach und nach die Aufgabe der Durchführung dieser sogenannten Fachsprachenprüfungen auf die einzelnen Landesärztekammern übertragen wurde – lediglich zwei Ärztekammern, Saarland und Hessen, führen diese Prüfungen nicht durch. In Thüringen war es ab dem Januar 2018 so weit. Zuvor hatten mit einer Unterschrift unter die entsprechende „Verwaltungsvereinbarung zwischen der Landesärztekammer Thüringen und dem Thüringer Landesverwaltungsamt zur Verfahrensweise bei der Überprüfung der für die ärztliche Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse“ (Fachsprachenprüfung bzw. Patientenkommunikationstest) die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen, und der Präsident des Landesverwaltungsamtes als Approbationsbehörde, Frank Roßner, die neue Vorgehensweise besiegelt, sodass seit Januar 2018 die Landesärztekammer Thüringen die für die Erteilung einer Berufserlaubnis oder Approbation für ausländische Ärztinnen und Ärzte notwendige Überprüfung der Deutschkenntnisse durchführt.
 
Ablauf der Fachsprachenprüfungen
Der Fachsprachen- bzw. Patientenkommunikationstest findet als Einzelprüfung statt, dauert 60 Minuten und ist kostenpflichtig. In drei Abschnitten, einem simulierten Arzt-Patienten-Gespräch über 20 Minuten, dem Anfertigen eines Arztbriefes und einem Arzt-Arzt-Gespräch, werden das Hörverstehen sowie die mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit überprüft. Schließlich ist in einem ärztlichen Gespräch die Sprache nicht nur Kommunikationsmedium, sondern auch Teil des Behandlungsprozesses. Ziel bei der Durchführung der Fachsprachenprüfungen ist es, in einem transparenten und fairen Verfahren auf Basis der drei Prüfungsabschnitte die Leitfrage – ob der Arzt oder die Ärztin in einem Krankenhaus oder einer Praxis sich sprachlich so verständigen kann, dass er/sie sowohl mit den Patientinnen und Patienten als auch mit den Kolleginnen und Kollegen infolgedessen interagieren kann – beantworten zu können.

Wird die Prüfung nicht bestanden, kann sie beliebig oft wiederholt werden. „Mit der Übertragung der Fachsprachenprüfung an die Landesärztekammer sind nicht nur ein wichtiger Punkt in der Qualitätssicherung ärztlicher Berufsausübung in unsere Hände gegeben worden, sondern gleichfalls Instrumente des Patienten- und Arztschutzes. Unsere Patienten müssen sich auf uns Ärzte verlassen können, dass wir Befunde richtig erheben und erklären und auch weiterbehandelnden Ärzten übermitteln können. Aber auch für unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland ist es wichtig, dass sie vor Fehlern aufgrund nicht ausreichender Kommunikationsfähigkeit geschützt werden“, so die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen.
 
Zahlen, Daten, Fakten
Bis zum Jahresende sind in der Landesärztekammer 348 Fachsprachenprüfungen durchgeführt worden. Davon sind 209 bestanden und 139 nicht bestanden worden. Mit einer Durchfallquote von 40 Prozent bewegt sich Thüringen damit bei den Ergebnissen anderer Ärztekammern, die deutschlandweite Duchfallquote bei Fachsprachenprüfungen beträgt 44 Prozent. Die große Mehrheit der Fachsprachenprüfungskandidaten ist männlich.

Die Herkunftsländer der Prüfungskandidaten (Syrien 119, Ägypten 51, Aserbaidschan 43, Irak 37, Libyen 36, Rumänien 27, Saudi-Arabien 27, Russland 26, Albanien 17, Georgien 17, Jordanien 16, Ukraine 16, Palästina 12, Serbien 12, Algerien, Litauen und Sudan jeweils 10 usw.) gleichen teils einer Übersicht zu Kriegs- und Bürgerkriegsschauplätzen der Erde. Ebenfalls wirken sich auch die teils katastrophalen Bedingungen der Gesundheitssysteme einiger Länder sowie die schlechten Bedingungen für Ärztinnen und Ärzte aus.

Die Landesärztekammer Thüringen hat wiederholt auf das ethische Problem einer gezielten Abwerbung von Ärztinnen und Ärzten, die in den Heimatländern dringend für eine vernünftige gesundheitliche Versorgung gebraucht würden, hingewiesen und fordert deshalb die Erhöhung der Anzahl der Medizinstudienplätze auch in Thüringen, um auf den Ärztemangel zu reagieren.  
 
Die Landesärztekammer Thüringen ist das Selbstverwaltungsorgan der Thüringer Ärzteschaft und sorgt für Qualität der ärztlichen Berufsausübung. Alle Ärztinnen und Ärzte Thüringens gehören der Landesärztekammer an. Das sind insgesamt 13237 Personen, davon sind 9516 tätig (die anderen Ruheständler, Elternzeit usw.). Ausländische Ärztinnen und Ärzte gibt es im Kammerbereich momentan 1665.

www.laek-thueringen.de

 

]]>
news-1964 Wed, 09 Jan 2019 09:00:00 +0000 Kritik der Ärztekammer Sachsen-Anhalt beim Neujahrsempfang der Heilberufe Kommerzialisierung bedroht Patientenversorgung https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/kritik-der-aerztekammer-sachsen-anhalt-beim-neujahrsempfang-der-heilberufe-kommerzialisierung-bedroht/  

Magdeburg - Anlässlich des heutigen Neujahrsempfangs der Heilberufe warnt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt vor der Übernahme medizinischer Einrichtungen durch Fremdinvestoren. Von deutschlandweit rund 2.500 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sind bereits heute 420 Zentren in Investorenhand. 36 MVZ wurden von ausländischen Investoren übernommen. Vor einer ähnlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt warnt die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz: „Renditeinteressen anonymer Anleger treten in Konkurrenz zum Wohlergehen von Patienten. Diese Entwicklung bedroht den freiberuflichen Charakter der ärztlichen Tätigkeit und die Wahlfreiheit der Patienten. Denn wo sich immer mehr Marktmacht in wenigen Händen konzentriert, steht die Einzelpraxis auf verlorenem Posten.“

 

Magdeburg - Anlässlich des heutigen Neujahrsempfangs der Heilberufe warnt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt vor der Übernahme medizinischer Einrichtungen durch Fremdinvestoren. Von deutschlandweit rund 2.500 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sind bereits heute 420 Zentren in Investorenhand. 36 MVZ wurden von ausländischen Investoren übernommen. Vor einer ähnlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt warnt die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz: „Renditeinteressen anonymer Anleger treten in Konkurrenz zum Wohlergehen von Patienten. Diese Entwicklung bedroht den freiberuflichen Charakter der ärztlichen Tätigkeit und die Wahlfreiheit der Patienten. Denn wo sich immer mehr Marktmacht in wenigen Händen konzentriert, steht die Einzelpraxis auf verlorenem Posten.“

In Sachsen-Anhalt werden 76 MVZ betrieben. Hauptträger sind dabei Krankenhäuser, die 46 Versorgungszentren leiten. Von Vertragsärzten werden 17 Zentren geführt. Mit Skepsis beobachtet die Ärztekammer, dass Heilmittelerbringer, Pflegedienste und sonstige Träger bereits heute über 10 MVZ betreiben.

„In bestimmten lukrativen Gebieten Deutschlands werden heute Versorgungszenten auf ihre Rentabilität getrimmt, mit der Folge, dass bestimmte Fachgebiete dominierend betrieben und andere Fachgebiete als unrentabel aufgegeben werden. Patienten droht dann der Verlust der Wahlfreiheit oder der fachärztlichen Versorgung“, so die Präsidentin. Die Ärztekammer begrüßt daher Reformbestrebungen auf Bundesebene, die eine Eindämmung der Entwicklung in Aussicht stellt. Gleichzeitig hält sie diese für unzureichend. Änderungen im Zuge des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) müssen weitreichender ausfallen. Bei der Gründung von Versorgungszentren müssen zukünftig regionale sowie inhaltliche Vorgaben möglich sein. Zudem sollte die Führung zumindest mehrheitlich in ärztlicher Hand gesichert werden, etwa durch Vorgaben bei den Stimmrechten.

www.aeksa.de

 

]]>
news-1958 Thu, 27 Dec 2018 16:07:48 +0000 Montgomery: „Erschaffung genveränderter Menschen muss ein Tabu bleiben“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/montgomery-erschaffung-genveraenderter-menschen-muss-ein-tabu-bleiben/  

 

 

Berlin - Als „gefährliches Signal“ wertete Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery in einem Interview mit der Rheinischen Post (27.12.) die jüngsten Experimente mit genetisch veränderten Babys in China. „Wir müssen sicherstellen, dass die Erschaffung  genveränderter Menschen ein Tabu bleibt“, forderte er. Hierfür sieht er auch die Vereinten Nationen in der Pflicht.  Notwendig sei ein „international verbindlicher Kodex für Wissenschaftler“. Montgomery wies darauf hin, dass der Weltärztebund bereits ein entsprechendes Papier verabschiedet hat.

Mit Blick auf die Debatte über die Organspende in Deutschland sprach sich Montgomery erneut für die Einführung einer Widerspruchslösung aus. Zwar besäßen rund 40 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. In der konkreten Situation sei „der Wille des Patienten dennoch oft schwer zu ermitteln, weil der Ausweis nicht auffindbar ist oder weil die Angehörigen ihn nicht kennen“, sagte Montgomery.

Um die Arbeitsverdichtung und dem Ärztemangel entgegenzuwirken forderte der BÄK-Präsident mehr Unterstützung bei der ärztlichen Nachwuchsförderung.  Etwa 1.000 zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin seien dringend notwendig.

Interview im Wortlaut

 

]]>
news-1957 Fri, 21 Dec 2018 06:48:38 +0000 BÄK und ZEKO geben Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baek-und-zeko-geben-hinweise-und-empfehlungen-zum-umgang-mit-vorsorgevollmachten-und-patientenverfuegu/  

 

<enclosure url="https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/Haende_Albrecht_E._Arnold_pixelio.de.jpg" length="72732" type="image/jpeg" />

Berlin – Der Umgang mit nicht einwilligungsfähigen Menschen ist für Ärztinnen und Ärzte beruflicher Alltag, aber niemals alltäglich. Vor allem wenn es darum geht, den Willen dieser Patientinnen und Patienten zu eruieren, kann es zu Unsicherheiten bei Ärzten und Angehörigen kommen. Vorsorglichen Willensbekundungen kommen in diesen Situationen besondere Bedeutung zu.

Wie kann für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit vorgesorgt werden? Welche Arten von vorsorglichen Willensbekundungen gibt es und welche rechtlichen Vorgaben sind zu beachten? Diese und weitere Fragen beantworten Bundesärztekammer (BÄK) und Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) in ihren aktualisierten „Hinweisen und Empfehlungen zum Umgang mit Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen im ärztlichen Alltag“. Diese sollen Ärzten, aber auch Patienten, eine grundlegende Orientierung im Umgang mit vorsorglichen Willensbekundungen geben. Zudem werden die zugrundeliegenden Rechtsvorschriften verständlich dargestellt.

„Niemand muss seinen Willen vorsorglich bekunden. In bestimmten Fällen kann es aber sinnvoll sein, wenn Ärzte gegenüber ihren Patienten die Möglichkeiten vorsorglicher Willensbekundungen ansprechen, zum Beispiel wenn in einem absehbaren Zeitraum der Eintritt der Einwilligungsunfähigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist“, erläutert Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Die überarbeiteten Empfehlungen gäben hier eine Hilfestellung.

Die Unterschiede der verschiedenen Instrumente vorsorglicher Willensbekundung erklärt Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz, Vorsitzender der ZEKO: „Mit der Patientenverfügung entscheidet der Betroffene für den Fall seiner zukünftigen Einwilligungsunfähigkeit selbst, welche medizinischen Maßnahmen in bestimmten Situationen durchgeführt werden sollen. Zusätzlich kann und sollte mit der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung ein Stellvertreter bestimmt werden, der in der jeweiligen Situation im Sinne des Patienten entscheidet.“ Dabei sei eine Vorsorgevollmacht am besten geeignet, um für den Fall der eigenen Einwilligungsunfähigkeit dem Willen Geltung zu verschaffen.

Prof. Dr. jur. Volker Lipp, Mitglied im Ausschuss für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen sowie gleichfalls in der ZEKO, weist darauf hin, dass Patientenverfügungen konkrete Maßnahmen für konkrete Situationen beschreiben sollten. Andernfalls seien sie „nur“ ein Hinweis auf den mutmaßlichen Willen. „Je nachdem, wie der Patient formuliert, kann er aber auch seinem Vertreter einen Entscheidungsspielraum einräumen“, ergänzt er.

Die Bundesärztekammer hatte  erstmals im Jahr 1999 Handreichungen für Ärzte zum Umgang mit Patientenverfügungen vorgelegt und diese immer wieder überarbeitet. Die nunmehr erneut aktualisierten Hinweise und Empfehlungen berücksichtigen insbesondere die aktuelle Rechtsprechung. Die Gliederung wurde im Interesse der besseren Handhabung leicht verändert sowie ein Inhaltsverzeichnis vorangestellt.

Hinweise und Empfehlungen der Bundesärztekammer und der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer zum Umgang mit Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen im ärztlichen Alltag [PDF]

 

]]>
news-1956 Thu, 20 Dec 2018 15:46:12 +0000 Hessen: Niedergelassene Ärzte sind keine Angestellten der Gesetzlichen Krankenkassen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/hessen-niedergelassene-aerzte-sind-keine-angestellten-der-gesetzlichen-krankenkassen/  

Frankfurt - Dass die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Forderung des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) nach Erhöhung der Sprechzeiten in Arztpraxen noch weit übertreffen, sei Teil einer durchsichtigen Strategie, findet Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen.

 

Frankfurt - Dass die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Forderung des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) nach Erhöhung der Sprechzeiten in Arztpraxen noch weit übertreffen, sei Teil einer durchsichtigen Strategie, findet Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen.

„Tatsächlich arbeiten die meisten niedergelassen Ärztinnen und Ärzte schon jetzt am Limit und bieten durchschnittlich mehr als 32 Sprechstunden in der Woche an. Wenn die mit einem prallen Finanzpolster ausgestattete gesetzliche Krankenversicherung nun dennoch eine Ausweitung der Sprechstunden auf Abende und das Wochenende verlangt, verkennt sie bewusst, dass Ärztinnen und Ärzte einen freien Beruf ausüben und keine Angestellten der GKV sind.“ Eine Notfallversorgung im ambulanten Bereich außerhalb der Sprechstunden ist bereits heute durch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV gewährleistet. Nur bedarf es hier effektiver Steuerungsmechanismen, die gewährleisten, dass Patienten nicht daran vorbei die Notfallambulanzen der Krankenhäuser verstopfen.

www.laekh.de

 

]]>