Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Tue, 11 Aug 2020 08:12:14 +0200 Tue, 11 Aug 2020 08:12:14 +0200 TYPO3 EXT:news news-2625 Mon, 10 Aug 2020 13:38:23 +0200 Einmaliger Pflicht-Test für Reiserückkehrer ausreichend https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/einmaliger-pflicht-test-fuer-reiserueckkehrer-ausreichend/  

 

 

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt unterstützt die neu eingeführte Pflicht für einen einmaligen Corona-Test bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten. In der Debatte über einen verpflichtenden zweiten Test warnte er jedoch vor einem unrealistischen Streben nach einhundertprozentiger Sicherheit. Der Aufwand würde den Nutzen deutlich übersteigen. „Wir sind gut beraten, wenn wir mit der Pandemie pragmatisch umgehen und damit einen großen Teil der Infizierten schnell feststellen und isolieren können“, sagte er in einem Interview mit dem WDR Fernsehen.

 „Viel wichtiger ist, dass wir den größeren Teil der Infizierten durch regelhafte Tests bei der Einreise aus Risikogebieten herausfiltern“, ergänzte Reinhardt in dem „Podcast für Deutschland“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (07.08.2020). Wenn es gelänge, 80 bis 90 Prozent der Infektionsketten zu unterbrechen, sei „schon ganz viel geleistet“, um die Gesundheitsämter vor einer Überforderung zu bewahren.

 Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen warnte Reinhardt vor übertriebener Sorge. „Von einer Überforderung des Gesundheitswesens sind wir meilenweit entfernt“, sagte Reinhardt. Jeder müsse aber Eigenverantwortung übernehmen. In einem weiteren WDR-Interview rief der BÄK-Präsident die Bevölkerung dazu auf, die Regeln von Abstand und Hygiene weiter einzuhalten, um einen zweiten Lockdown zu verhindern: „Das ist ein Appell an den Verstand der Menschen, hier mitzumachen. Und ich denke, die große Mehrheit der Bevölkerung versteht das.“

 

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news-2624 Fri, 07 Aug 2020 11:07:43 +0200 Testpflicht für Reiserückkehrer zumutbar https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/testpflicht-fuer-reiserueckkehrer-zumutbar/  

 

 

Berlin - Als „zumutbaren kleinen Eingriff“ beurteilt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die ab dem Wochenende geltende Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Immerhin gehe es darum, Infektionsketten zu unterbrechen, sagte Reinhardt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (06.08.2020). Reinhardt sprach sich für eine pragmatische Herangehensweise aus. Es werde zwar nicht gelingen, alle Infizierten zu identifizieren. „Aber wenn wir einen hohen Prozentsatz erfassen, dann sind wir schon ein großes Stück weiter.“ 

Daneben gehe es jetzt vor allem darum, besonders vulnerable Personengruppen zu schützen. „Das bedeutet, dass alle, die mit diesen Personengruppen Umgang haben, zum Beispiel das Personal in der Altenpflege, das Pflegepersonal im Krankenhaus und das ärztliche Personal, regelmäßig getestet werden“, sagte Reinhardt. Ziel sei es, eine Weiterverbreitung des Virus gerade in diesen Einrichtungen zu verhindern.

Mit Blick auf das neue Schuljahr sprach sich der Bundesärztekammer-Präsident für die Rückkehr zu einem „weitestgehenden Regelbetrieb“ aus. Auch hier seien pragmatische Lösungen gefragt, beispielsweise durch größere Abstände bei der Bestuhlung, regelmäßiges Lüften oder häufigere Pausen. 

 

 

 

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news-2623 Wed, 05 Aug 2020 14:58:26 +0200 Hessen: Der Pandemie weiter geschlossen die Stirn bieten! Ärztliches Attest nur bei medizinischer Indikation https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/hessen-der-pandemie-weiter-geschlossen-die-stirn-bieten-aerztliches-attest-nur-bei-medizinischer-in/  

Frankfurt am Main - „Während die Corona-Infektionszahlen weltweit, leider auch in Deutschland, wieder steigen, ist eine gute und entschlossene Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen für das Eindämmen des Virus so wichtig wie nie“, erklärt der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski.

 

 

Frankfurt am Main - „Während die Corona-Infektionszahlen weltweit, leider auch in Deutschland, wieder steigen, ist eine gute und entschlossene Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen für das Eindämmen des Virus so wichtig wie nie“, erklärt der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski.

Seit Beginn der Corona-Krise hätten das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG), die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH), die Landesärztekammer Hessen (LÄKH), der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD), und viele andere Einrichtungen, Körperschaften und Verbände zum Wohle aller hessischen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam bewiesen, wie gelungene Zusammenarbeit funktioniert, erinnert Pinkowski. Allein das Zusammenwirken von Praxen niedergelassener Haus- und Fachärzte mit den Kliniken habe die Kapazitäten in den Kliniken zugunsten der Behandlung Schwerkranker schonen und dadurch zahlreiche Menschenleben retten können und einen Zusammenbruch der stationären Versorgung verhindert.

„Vor diesem Hintergrund habe ich keinerlei Verständnis für wieder auftretende Grabenkämpfe und Schlammschlachten, die einzelne außerhessische Akteure mit sektoralen Gedankenscheuklappen erneut entfachen wollen“, unterstreicht Pinkowski. „Vertrauensvolle kollegiale Zusammenarbeit – wie sie hier in Hessen gelingt – ist die sinnvollere Variante.“ Statt neue Register zu etablieren, hätte man gut daran getan, das etablierte Rettungsdienst-Tool IVENA, das bereits am Anfang der Pandemie um eben solche Registerfähigkeiten in Hessen erweitert worden war, auch in den restlichen, noch nicht teilnehmenden Bundesländern zu übernehmen. Dies hätte doppelte Dokumentationsarbeit verhindert. „Mit IVENA kann man über die Registerfunktion für Covid-19-Patienten hinaus den Rettungsdienst sowohl im ambulanten als auch stationären Sektor direkt steuern und disponieren. Hierdurch kommen auch die Covid-19-Patienten möglichst schnell in eine geeignete, freie Versorgungsmöglichkeit!“, erläutert der Ärztekammerpräsident.

„Auch wenn die Erarbeitung gelungener Kompromisse nicht immer einfach ist, müssen wir diese Zusammenarbeit auch außerhalb von Pandemiezeiten zum Wohle aller fortführen“, betont Pinkowski unter Verweis auf die in Hessen erfolgreich begonnenen Projekte zur ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Notfallversorgung. Mit dem Ziel einer 24/7-Patientenversorgung werden darin bestehende Strukturen einzelner Bereiche im Gesundheitswesen durch regelmäßigen Austausch und die Schaffung von Schnittstellen so miteinander verzahnt, dass Notfallpatienten in der geeigneten Versorgungsebene landen.

„Der Pandemie können wir nur gemeinsam erfolgreich die Stirn bieten“, mahnt Pinkowski. „Ich bin allen beteiligten Akteuren in Hessen wirklich dankbar, in der Krise zu dieser Gemeinsamkeit gefunden zu haben und möchte daher alle Beteiligten des hessischen Gesundheitssystems dazu aufrufen, unsere erfolgreiche Zusammenarbeit ohne Ausnahme fortzuführen, und sich nicht vor die Karren – wie auch immer gearteter partikulärer Interessen – spannen zu lassen. Die gute Bewältigung der Pandemie benötigt die Geschlossenheit unserer Reihen.“

 

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news-2622 Wed, 05 Aug 2020 13:24:47 +0200 Reinhardt: „Kinder sind kein besonderes Infektionsrisiko“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-kinder-sind-kein-besonderes-infektionsrisiko/  

 

 

Berlin - „Kinder und Jugendliche gehören offensichtlich nicht zu den Risikogruppen der Corona-Pandemie. Wir müssen aber verhindern, dass sie durch Kitaschließungen und den stark eingeschränkten Präsenzbetrieb in den Schulen zu besonderen Verlierern der Corona-Krise werden.“ Das hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt in der gegenwärtigen Debatte über die Ausgestaltung des Kita- und Schulbetriebes nach den Sommerferien gefordert.

Um das Infektionsrisiko zu vermindern, seien pragmatische Lösungen gefragt. „Masken in Aufenthaltsräumen und auf Schulhöfen können nützlich sein. Während des Unterrichts beeinträchtigen sie jedoch die Aufmerksamkeit, weil sie auf Dauer körperlich belastend sind. Sinnvoller ist es, besonders große Klassen zu trennen. Wir brauchen eine Bestuhlung mit möglichst großem Abstand, ausreichend Waschbecken und natürlich Seife für die Handhygiene sowie feste Zeiten für regelmäßiges Lüften“, sagte Reinhardt. Außerdem sollten Länder und Kommunen Möglichkeiten für regelmäßige Corona-Tests von Lehrern und Erziehern durch die Gesundheitsämter schaffen.

„Kinder sind keine ‚Keimschleudern‘. Das zeigen auch alle aktuellen Studienergebnisse, wie zuletzt eine Auswertung der Universität Leipzig. Die Ergebnisse legen nahe, dass Kinder und Jugendliche in der aktuellen COVID-19-Pandemie keine herausragende Rolle in der Ausbreitungsdynamik spielen und kein besonderes Infektionsrisiko darstellen. Vielmehr bestätigt die Studie bereits vorangegangene Untersuchungsergebnisse, nach denen bei Kindern und Lehrern nur selten Antikörper auf das Corona-Virus und damit Hinweise auf eine bereits durchgemachte Infektion festgestellt wurden“, sagte Reinhardt. Insofern stelle der Unterricht auch für Lehrkräfte kein höheres Infektionsrisiko dar, als dies bei anderen beruflichen Tätigkeiten mit zahlreichen Sozialkontakten gegeben sei.

„Die Bundesländer müssen jetzt den Mut haben, unter Einhaltung notwendiger Hygienekonzepte ein möglichst breites Spektrum von Präsenzunterricht in den Schulen sowie Betreuungsmöglichkeiten in den Kitas zu schaffen. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass dies ärztlich vertretbar ist“, betonte Reinhardt. Gänzlich ausschließen ließen sich Infektionen in Pandemiezeiten zwar nicht. Unter Federführung der Gesundheitsämter könnten aber Stufenkonzepte für ein effektives Ausbruchsmanagement erstellt werden. Damit könnten Infektionsketten an Kitas und Schulen schnell nachvollzogen und unterbrochen werden. Insbesondere bei Infektionshäufungen in der Allgemeinbevölkerung einer Region, ohne direkten Bezug zu einer Kita oder Schule, sollte eine Schließung dieser Einrichtungen immer nur die letzte Option sein.

Sorgen bereiten dem Bundesärztekammer-Präsidenten mögliche Folgeschäden durch Kita- und Schulschließungen. „Heranwachsende haben nicht nur ein Recht auf Bildung, sie brauchen für ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden strukturierte Tagesabläufe, Kontakt zu Gleichaltrigen und pädagogisch geschulte Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte“, sagte Reinhardt, der selbst Hausarzt ist. Wenn das nicht gegeben ist, drohten Angststörungen, Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Hinzu komme, dass Schulen und Kitas auch Schutzräume für Heranwachsende seien. Bei einem Lockdown müsse davon ausgegangen werden, dass Kinder im Stillen leiden, weil Spuren von Misshandlungen im Verborgenen bleiben.

Vor diesem Hintergrund hält Reinhardt die Aufnahme eines weitgehenden Regelbetriebes in Schulen und Kitas für zwingend erforderlich. Im Übrigen forderte er die Wiederaufnahme und Nachholung versäumter Schuleingangsuntersuchungen, um Gewalt und Verwahrlosung frühzeitig zu erkennen.

Reinhardt: „Wir müssen uns bewusst machen, dass Kitas und Schulen mehr sind als Betreuungs- und Bildungseinrichtungen. Sie geben Kindern und Jugendlichen Schutz, Halt und Orientierung. Für die Gesunderhaltung der Heranwachsenden sind sie unerlässlich.“

 

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news-2621 Wed, 05 Aug 2020 11:18:53 +0200 Gesundheitswesen gut aufgestellt - Reformbedarf besteht dennoch https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/gesundheitswesen-gut-aufgestellt-reformbedarf-besteht-dennoch/  

 

 

Berlin - „Krankenhäuser müssen dem Patienten dienen, nicht dem Profit", fordert Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt mit Blick auf die Diskussion um eine Reform der Kliniklandschaft in Deutschland. „Ein Abbau der Versorgungskapazitäten, den uns immer wieder verschiedene politikberatende Stiftungen empfehlen, hätte bei uns im März und April zu gleichen Verhältnissen geführt wie in Spanien und Italien“, sagte Reinhardt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (05.08.2020).

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass Deutschland sowohl bei den Klinikkapazitäten als auch bei der flächendeckenden ambulanten Versorgung im internationalen Vergleich gut aufgestellt sei. „Wir haben das schaffen können, weil wir uns in den letzten Jahren gegen die weitere Kommerzialisierung im Gesundheitswesen gestemmt haben, weil wir Kliniken als Einrichtung der Daseinsvorsorge sehen und nicht als Industriebetriebe", so Reinhardt. Es sei gelungen, die notwendigen Kapazitäten im Krankenhausbereich schnell aufzubauen. Darüber hinaus habe das System flächendeckender ambulanter ärztlicher Versorgung Deutschland vor einer Überinanspruchnahme der Krankenhäuser bewahrt.

Die Krise hat nach Einschätzung Reinhardts aber auch verdeutlicht, dass in verschiedenen Bereichen Reformbedarf besteht. Die Kliniken brauchten eine neue, nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichtete Vergütungssystematik. Auch die Krankenhauslandschaft müsse neu organisiert werden. «Nur bitte diskutieren wir nicht über Einsparung beim Personal, nicht bei dem Behandlungsbedarf der zweitältesten Gesellschaft der Welt, nicht bei unserem Ärzte- und Pflegemangel», mahnte Reinhardt. Er stellte klar, dass keine einzige ärztliche Stelle verloren gehen dürfe.

 

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news-2620 Tue, 04 Aug 2020 12:33:15 +0200 Reinhardt: Anti-Corona-Demonstrationen geben Anlass zur Sorge https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-anti-corona-demonstrationen-geben-anlass-zur-sorge/  

 

 

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat die Anti-Corona-Demonstrationen in Berlin am Wochenende als verantwortungslos kritisiert. Offenbar würden viele sinnvolle und vernünftige Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie von einem Teil der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert, sagte Reinhardt in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk (02.08.2020).

Forderungen aus der Politik nach härteren Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regelungen will sich der BÄK-Präsident deshalb aber nicht anschließen. „Besser als Zwang und Sanktionen sind auf jeden Fall Einsicht und Freiwilligkeit.“ Reinhardt empfahl, durch kontinuierliche Aufklärung und Information der Bevölkerung für mehr Akzeptanz zu sorgen.

Er sprach sich außerdem für zielgenaue Eindämmungsstrategien aus. „Das heißt zum Beispiel, dass man bei vermehrten Infektionen nicht einfach einen ganzen Landstrich in den Lockdown versetzt, sondern sich auf die Einrichtung oder den Betrieb beschränkt, in denen sie aufgetreten sind“. Das werde von den Menschen viel eher akzeptiert.

 

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news-2619 Tue, 04 Aug 2020 11:36:42 +0200 Gesundheitsämter: Konzertierte Aktion statt permanenter Notlösungen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/gesundheitsaemter-konzertierte-aktion-statt-permanenter-notloesungen/  

 

 

Berlin - Eine „konzertierte Aktion“ zur Stärkung der Gesundheitsämter fordert Bundesärztekammer-Vizepräsidentin Dr. Heidrun Gitter. „Die Arbeitsbedingungen müssen attraktiver, die Vergütung konkurrenzfähiger und der Arbeitsplatz moderner werden“, sagte Gitter in einem Interview mit der Zeitung „DIE WELT“ (01.08.2020).

Langfristig seien die Behörden nicht in der Lage, die hochgradig personalintensive Kontaktnachverfolgung zu stemmen, wie Umfragen zur Personalsituation zeigten. „Wir dürfen uns bei den Gesundheitsämtern nicht weiter von Notlösung zu Notlösung hangeln“, kritisierte Gitter.

 

 

 

 

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news-2618 Mon, 03 Aug 2020 15:46:31 +0200 Rheinland-Pfalz: Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzt*innen vor Kollaps schützen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/rheinland-pfalz-corona-tests-fuer-reiserueckkehrer-hausaerztinnen-vor-kollaps-schuetzen/  

Mainz - Vor allem Hausärzte und Hausärztinnen sollen nun die Reiserückkehrer aus dem Ausland auf SARS-CoV-2 testen. Dies sieht die jetzt in Kraft getretene Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor.

 

Mainz - Vor allem Hausärzte und Hausärztinnen sollen nun die Reiserückkehrer aus dem Ausland auf SARS-CoV-2 testen. Dies sieht die jetzt in Kraft getretene Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor.

Die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz sieht dies kritisch, erklärt deren Präsident Dr. Günther Matheis. Zwar seien Testungen der Reiserückkehrer sinnvoll, doch für die hausärztlichen Praxen sei dies so nicht leistbar. Die Rechtsverordnung sieht vor, dass Reisende innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Rückkehr auch in die Arztpraxen gehen sollen, um sich testen zu lassen.

Matheis: „Da kommen vermutlich potenzielle, aber unerkannte Virenträger erst drei Tage nach ihrer Rückkehr in die Praxis und sitzen mitten im Wartezimmer. Dieser unkontrollierte Zugang birgt Gefahren und stellt das bislang gut funktionierende Hygiene-Konzept der Hausärzte auf den Kopf.“ Bislang können die Hausarztpraxen ihre Patienten strikt zwischen potenziell-infektiösen und nicht-infektiösen Menschen trennen.

Diese Trennung wird bei unkontrolliertem Zugang aufgrund der Testserien so nicht mehr aufrecht zu halten sein. „Das kann zum Kollaps führen“, warnt Matheis. „Das neue Szenario könnte einer befürchteten zweiten Corona-Welle Vorschub leisten“, sorgt sich der Landesärztekammer-Präsident. Die neuen Testungen sollten im Sinne des Infektionsschutzes deshalb nicht erst in den Hausarztpraxen erfolgen, sondern direkt und zeitnah an speziellen Testzentren außerhalb der Praxisstrukturen in Flughäfen, Bahnhöfen und an Ländergrenzen.

Die Ärzt*innen vor Ort haben maßgeblich dazu beigetragen, die Pandemie in Grenzen zu halten und dabei gleichzeitig weiterhin eine gute Patientenversorgung ermöglicht. All das geschieht mit hohem personellem und logistischem Aufwand. Matheis: „Die Test-Vorgaben der neuen Rechtsverordnung belasten die hausärztlichen Praxen in unerträglichem Ausmaß und bergen Gefahren für die normale Patientenversorgung.“ Die beschlossenen Reihentestungen sind seiner Ansicht nach zudem staatliche Aufgaben, die nicht auf den regulären Praxisbetrieb abgeschoben werden dürfen.

www.laek-rlp.de

 

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news-2617 Fri, 31 Jul 2020 09:09:00 +0200 Stethoskop um den Hals, aber kein Blatt vor dem Mund - Bundesärztekammer startet Podcast https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/stethoskop-um-den-hals-aber-kein-blatt-vor-dem-mund-bundesaerztekammer-startet-podcast/  

 

 

Berlin - Ehrliche, verständliche und hintergründige Gespräche rund um das Thema Gesundheit – das verspricht der neue Podcast „Sprechende Medizin“ der Bundesärztekammer. Gelegenheitspatient Daniel Finger, nebenbei auch Moderator und Wissenschaftsjournalist, stellt die Fragen. Dr. Klaus Reinhardt, Hausarzt und Präsident der Bundesärztekammer, antwortet.

Alle 14 Tage sprechen die beiden über Ärzte und Patienten, Medizin und Politik, Leiden und Linderung, Forschung und Fortschritt. Am 31. Juli geht es im Premieren-Podcast unter anderem um die Frage, warum ökonomisches Denken auch in der Gesundheitsversorgung seinen Platz hat, die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens aber das Patientenwohl gefährdet. „Medizin ist nicht der Versuch, einen Maximalerlös zu produzieren“, stellt Reinhardt klar. Ganz im Gegenteil: Die Renditeerwartungen von Investoren gefährdeten das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis.

Pünktlich zum Ferienende geht es in einer weiteren Folge von „Sprechende Medizin“ um Schulunterricht in Zeiten der Corona-Pandemie. Darum, wie Lehrer und Schüler gesund bleiben können, wie Klassenzimmer nicht zu Hotspots werden und warum die Schuleingangsuntersuchung, die in diesem Jahr ausfällt, unbedingt nachgeholt werden sollte.

Hören können Sie „Sprechende Medizin“ auf der Seite der Bundesärztekammer unter www.baek.de/podcast und auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Gern können Sie O-Töne aus dem Podcast auch für Ihre Berichterstattung verwenden. Sollten Sie dabei technische Unterstützung benötigen, melden Sie sich bitte per Mail an podcast@baek.de.

 

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer
Der 1960 in Bonn geborene Facharzt für Allgemeinmedizin ist seit 1993 in Bielefeld in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassen. Seit 2005 ist er Vizepräsident der Landesärztekammer Westfalen-Lippe. Seit 2011 ist er Bundesvorsitzender des Hartmannbundes. 2015 wurde Reinhardt in den Vorstand der Bundesärztekammer gewählt und ist seit 2019 ihr Präsident.

Daniel Finger
Daniel Finger ist mit Leib und Seele Autor und Moderator mit einem Hang zu Themen rund um Wissenschaft und Digitalisierung. Er ist regelmäßig auf radioeins zu hören, unter anderem in seiner beliebten Sonntags-Sendung Zwei auf Eins.

 

 

 

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news-2616 Thu, 30 Jul 2020 13:06:23 +0200 Westfalen-Lippe: Nach G-BA-Beschluss: Fehlende Finanzierung hat Auswirkung auf flächendeckende und wohnortnahe Versorgung in Brustzentren https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/westfalen-lippe-nach-g-ba-beschluss-fehlende-finanzierung-hat-auswirkung-auf-flaechendeckende-und-w/  

Münster - Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert den Erhalt der Krankenkassenzuschläge für Brustkrebszentren, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im vergangenen Jahr eine Neuregelung der Finanzierung von klinischen Spitzenzentren beschlossen hat. Diese Regelung des G-BA, wonach nur noch Onkologische Spitzenzentren gefördert werden, in denen neben Brustkrebs noch weitere Krebsarten behandelt werden, schließt nach Ansicht der Kammer einen Großteil der Brustzentren in Nordrhein-Westfalen von einer ausreichenden Finanzierung aus.

 

Münster - Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert den Erhalt der Krankenkassenzuschläge für Brustkrebszentren, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im vergangenen Jahr eine Neuregelung der Finanzierung von klinischen Spitzenzentren beschlossen hat. Diese Regelung des G-BA, wonach nur noch Onkologische Spitzenzentren gefördert werden, in denen neben Brustkrebs noch weitere Krebsarten behandelt werden, schließt nach Ansicht der Kammer einen Großteil der Brustzentren in Nordrhein-Westfalen von einer ausreichenden Finanzierung aus. „Die Anforderungen des G-BA gefährden die bisher hohe Versorgungsqualität von Brustkrebspatientinnen in unserem Land erheblich“, so Kammerpräsident Dr. Hans-Albert Gehle, „und eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung von Brustkrebs in NRW ist damit nicht mehr gewährleistet.“

Hintergrund: Im Jahr 2005 wurden erstmals im NRW-Krankenhausplan Kliniken als Brustzentren ausgewiesen und somit Brustzentren in Nordrhein-Westfalen flächendeckend eingeführt. Damit war das Land laut dem damaligen und heutigen Gesundheitsminister Laumann „Vorreiter in der Brustkrebsversorgung“ und es wurde die „Brustkrebsversorgung entscheidend verbessert“. Diese Brustzentren müssen besondere Qualitätsanforderungen erfüllen, die das Land festgelegt hat und die über eine Standardversorgung bei Brustkrebs hinausgehen. Dazu gehören zum Beispiel ein besonderes Qualitätsmanagementsystem, eine gesonderte Befragung der Patientinnen nach der Behandlung, eine spezielle „Brustsprechstunde“, eine psychoonkologische Betreuung und weitere Merkmale. Das Erfüllen dieser Anforderungen wird alle zwei Jahre von der Ärztekammer Westfalen-Lippe im Auftrag des Landes überprüft. Für die zusätzlichen Leistungen haben die Kliniken bislang einen finanziellen Zuschlag erhalten, der aber vor etwa einem Jahr durch die G-BA-Entscheidung entfallen ist.

Laut G-BA, dem höchsten Beschlussgremium im deutschen Gesundheitswesen, müssen nun mindestens drei von sieben Tumorentitäten – Darmkrebs, Brustkrebs, gynäkologische Krebsarten, hämatologische Neoplasien, Hautkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs-Bestandteil eines G-BA-Zentrums sein. Der Anreiz zur Erbringung der zusätzlichen, qualitätssteigernden Leistungen entfalle damit, so die Ansicht der Kammer. Dies habe einen negativen Einfluss auf die Bereitschaft der Kliniken, den hohen Standard der Brustkrebsbehandlung zu halten und weiter auszubauen. „Von jetzt etwa 50 Zentren mit 90 Standorten werden nach G-BA-Kriterien vermutlich weniger als zehn verbleiben“, prognostiziert Gehle. „Das seit 15 Jahren durchgeführte Verfahren hat zu einer nachweisbaren Qualitätssteigerung in der Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in NRW geführt. Es ist zu befürchten, dass die Mehrleistungen der Brustzentren in NRW, die einen nachgewiesenen Qualitätszuwachs und Mehrwert für Patientinnen mit sich bringen, angesichts der fehlenden Finanzierung künftig nicht mehr flächendeckend und wohnortnah erbracht werden können“, so Gehle.

www.aekwl.de

 

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