Bundesärztekammer https://www.bundesaerztekammer.de RSS-Feed der Bundesärztekammer de_DE Bundesärztekammer Wed, 27 May 2020 12:44:16 +0200 Wed, 27 May 2020 12:44:16 +0200 TYPO3 EXT:news news-2529 Wed, 27 May 2020 11:50:28 +0200 Reinhardt: „Tabakwerbeverbot schnell und umfassend umsetzen“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-tabakwerbeverbot-schnell-und-umfassend-umsetzen/  

 

 

Berlin - „Es ist gut und richtig, dass der Gesetzgeber endlich ein Verbot von Tabakwerbung auf den Weg bringen will. Angesichts von rund 120.000 Tabaktoten jährlich brauchen wir umfassende Regelungen, die möglichst schnell umgesetzt und kurzfristig wirksam werden.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), vor der ersten Lesung des Gesetzentwurfs für ein Tabakwerbeverbot am kommenden Freitag im Deutschen Bundestag.

Reinhardt betonte, dass Ärztinnen und Ärzte tagtäglich mit den gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen des Tabakkonsums konfrontiert seien, unter anderem bei der Behandlung von Krebserkrankten, von Herz-Kreislauf-Patienten oder von Patienten mit schwerwiegenden Atemwegserkrankungen. „Rauchen ist eine Suchterkrankung und es ist höchste Zeit, gerade junge Menschen vor dem Rauchen und den damit verbundenen schwerwiegenden Gefahren für die Gesundheit zu schützen“, sagte der BÄK-Präsident.  

Viele Studien belegten, dass Tabakwerbung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die Attraktivität von Tabakprodukten erhöht. Auch für abhängige Raucher setze Werbung ständig Schlüsselreize, die einen Ausstieg aus der Sucht erschwerten. Reinhardt verwies in diesem Zusammenhang auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2020. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lass Dich nicht manipulieren“.

Dies gelte nicht nur für den Umgang mit Tabakprodukten, sondern natürlich auch für elektronische Erhitzungssysteme, wie E-Zigaretten oder E-Shishas. „Derzeit versucht die Industrie, diese als weniger gefährliche Alternative zu vermarkten. Dabei ist gar nicht absehbar, welche gesundheitlichen Langzeitschäden mit ihnen verbunden sind“, warnte Reinhardt. Schon jetzt gebe es Hinweise auf Schädigungen der Atemwege sowie des Herz-Kreislaufsystems. „Zudem beobachten wir mit Sorge, dass Jugendliche durch E-Zigaretten an das Rauchen bzw. eine Abhängigkeit vom Nikotin herangeführt werden. Auch für elektronischen Verdampfer sollten daher Außenwerbeverbote möglichst schnell und zeitgleich mit den Regelungen für Tabakprodukte in Kraft treten“, so Reinhardt.

 

 

 

]]>
news-2528 Tue, 26 May 2020 13:08:26 +0200 Westfalen-Lippe: Gehle: „Nicht länger alles nur durch die COVID-19-Brille sehen“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/westfalen-lippe-gehle-nicht-laenger-alles-nur-durch-die-covid-19-brille-sehen/  

Münster - Über immer neue Nachrichten zur Corona-Pandemie darf die Versorgung von Patientinnen und Patienten ohne COVID-19 nicht länger ins Hintertreffen geraten. „Die Pandemie bleibt auf absehbare Zeit eine gewaltige Herausforderung für das gesamte Gesundheitswesen. Aber wir dürfen nach Wochen der Konzentration auf die Pandemie jetzt nicht mehr alles nur durch die COVID-19-Brille sehen“, warnt Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

 

Münster - Über immer neue Nachrichten zur Corona-Pandemie darf die Versorgung von Patientinnen und Patienten ohne COVID-19 nicht länger ins Hintertreffen geraten. „Die Pandemie bleibt auf absehbare Zeit eine gewaltige Herausforderung für das gesamte Gesundheitswesen. Aber wir dürfen nach Wochen der Konzentration auf die Pandemie jetzt nicht mehr alles nur durch die COVID-19-Brille sehen“, warnt Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Gesundheitsprobleme und Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten ohne COVID-19 seien nicht kleiner geworden, nur weil man von ihnen derzeit weniger höre. „Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus Erkrankungen zu verschleppen oder auf Arztbesuche zu Verlaufskontrollen und zur Vorsorge zu verzichten, kann sehr schnell ganz neue Probleme schaffen.“ Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser hätten die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, ihren Patientinnen und Patienten einen sicheren Aufenthalt in Haus- und Facharztpraxen, in Krankenhaus-Ambulanzen und Kliniken zu ermöglichen.

Die tägliche Flut immer neuer Informationen über COVID-19 und deren detaillierte Darstellung in den Medien, so Dr. Gehle weiter, könne bei einigen Menschen große Besorgnis und auch Angst auslösen. Umso wichtiger sei es, fordert der Kammerpräsident, rasch solide wissenschaftliche Erkenntnisse zu Verbreitung und Auswirkungen der neuen Virusinfektion zu gewinnen und auch für medizinische Laien verständlich zu kommunizieren. „Dramatisierende Darstellungen sind in diesem Zusammenhang vollkommen fehl am Platz“, mahnt Dr. Gehle zu sachlicher Information.

Augenmaß fordert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe zudem bei den vielfach geforderten SARS-CoV-2-Tests für das Personal in Gesundheitseinrichtungen. Zwar sei es wichtig zu wissen, ob Ärzte und Mitarbeiter mit dem neuen Coronavirus infiziert seien. Für diesen Fall müsse aber auch ein tragfähiges Konzept zum Ersatz der Betreffenden vorliegen. Sollten Tests verpflichtend gemacht werden, müssten zudem die Persönlichkeitsrechte der zu testenden Mitarbeiter beachtet werden.

www.aekwl.de

 

]]>
news-2527 Mon, 25 May 2020 16:46:00 +0200 Bayern: Kinder und Jugendliche in der Covid-19-Pandemie nicht isolieren https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/bayern-kinder-und-jugendliche-in-der-covid-19-pandemie-nicht-isolieren/  

München - „Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden“, das fordert Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK). Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder- und Jugendliche stellten im Gegensatz zu Senioren- und Pflegeheimen keine Hochrisikoumgebung dar. Auch Kinder und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen können – nach individueller ärztlicher Abwägung – wieder Schulen und Kitas besuchen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen.

 

München - „Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden“, das fordert Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK). Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder- und Jugendliche stellten im Gegensatz zu Senioren- und Pflegeheimen keine Hochrisikoumgebung dar. Auch Kinder und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen können – nach individueller ärztlicher Abwägung – wieder Schulen und Kitas besuchen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen. Einem Abstandsgebot könne man umso mehr Rechnung tragen, wenn man die Klassenstärken reduziere.

Zwar stelle das Virus für junge Menschen meist keine akute gesundheitliche Bedrohung dar, doch die psychischen Auswirkungen des „Lockdowns“ könnten in manchen Fällen umso tiefgreifender sein. Gerade kleine Kinder seien eine wichtige Zielgruppe, die im öffentlichen Diskurs nur wenig Gehör finde. „Ganz alltägliche – jedoch aktuell sehr präsente – Probleme wie Langeweile, Einsamkeit und Stress stellen für die Kinder einen Ausnahmezustand dar. Sie leiden besonders unter der Krise. Dabei sind gerade sie durch die Einschränkungen und Veränderungen oftmals besonders belastet“, so der BLÄK-Präsident. „Es fehlen auf der einen Seite soziale Kontakte, auf der anderen Seite Unterstützung“, warnt Quitterer. Familien seien vielfach überfordert und überlastet. Dazu komme eine Schule, die Onlinepräsenz verlange und Kinder mit Arbeitsblättern überhäufe. Das seien alles Faktoren, die die Stressbelastung der Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien erhöhten.

www.blaek.de

 

]]>
news-2526 Mon, 25 May 2020 14:48:48 +0200 Lernen aus der Krise: Bei Schutzausrüstung und Medikamenten Abhängigkeit von Fernost reduzieren https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/lernen-aus-der-krise-bei-schutzausruestung-und-medikamenten-abhaengigkeit-von-fernost-reduzieren/  

 

 

Berlin - "Deutschland und Europa müssen bei Schutzausrüstung und Medikamenten die Abhängigkeit von Fernost deutlich reduzieren und eigene Produktionsstätten fördern.“ Das fordert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse (25.5.2020) als Konsequenz aus der Corona-Krise.

Darüber hinaus spricht sich der BÄK-Präsident dafür aus, Krankenhäusern das Vorhalten von Personal und Technik zu finanzieren. Kliniken seien Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine ausschließlich auf Rentabilität ausgerichteten Industriebetriebe. „Krankenhäuser müssen den Patienten dienen und nicht dem Profit. Das sollte sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen.“

Als „ein sehr ernstes Problem“ wertet Reinhardt, dass viele Menschen aus Sorge vor Infektionen den Weg zum Arzt oder in die Klinik scheuten. Wenn wichtige Behandlungen oder Untersuchungen nicht stattfänden, könne das „sehr schnell fatale Folgen“ haben. Zuletzt hätte es 30 Prozent weniger Herzinfarkt-Patienten gegeben, aber sicher nicht 30 Prozent weniger Herzinfarkte.

Im internationalen Vergleich sei das deutsche Gesundheitssystem mit der Pandemie „mit am besten“ fertig geworden. Einen kompletten Umbau hält Reinhardt deshalb für unnötig und sogar schädlich. Eine zweite Infektionswelle sei „sehr wahrscheinlich“, da noch keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung bestehe. „Wir sollten jetzt diese Phase nutzen, um uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten", so Reinhardt.

 

 

 

]]>
news-2525 Mon, 25 May 2020 12:38:13 +0200 Anreize können Akzeptanz schaffen https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/anreize-koennen-akzeptanz-schaffen/  

 

 

Berlin - „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird nur dann zu einem Erfolg, wenn alle Beteiligten in der Patientenversorgung digitale Anwendungen akzeptieren und intensiv nutzen. Die in dem Entwurf der Bundesregierung für ein Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) vorgesehenen Anreize sind ein sinnvoller Schritt, Ärzten den Einstieg in die medizinischen Anwendungen der Telematik-Infrastruktur zu erleichtern“, betont Erik Bodendieck, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), vor der öffentlichen Anhörung des Gesetzentwurfs am kommenden Mittwoch im Deutschen Bundestag. Für die erste Befüllung der elektronischen Patientenakte (ePA) regt Bodendieck einen „Patientenpass“ mit medizinischen Basisinformationen an. Der ohnehin konzipierte Notfalldatensatz sei dazu das geeignete Format, so Bodendieck.

Den Förderzeitraum von zwölf Monaten hält er aber für zu kurz. Die Anlage hochwertiger Notfalldatensätze könne für eine Hausarztpraxis viel Organisations-und Rechercheaufwand bedeuten. Es biete sich eher an, den Förderzeitraum nicht zu begrenzen, dafür aber eine Förderobergrenze festzulegen, die in maximal zwei Jahren auszuschöpfen sei.

Im scharfen Kontrast zu den Anreizmechanismen stünden die mit dem Gesetz vorgesehenen Sanktionen, unter anderem Honorarkürzungen für Ärzte, wenn sie bis zum 30. Juni 2021 nicht über die notwendigen Komponenten und Dienste für den Zugriff auf die ePA verfügten. Ein Vertragsarzt könne nicht beeinflussen, ob er die für die ePA benötigte Technologie rechtzeitig bekomme. Daher könne man ihn auch nicht dafür bestrafen, stellt Bodendieck klar und fordert die ersatzlose Streichung dieser Sanktionsmöglichkeit. 

Einer weiteren Bestimmung zufolge sollen Versicherte die Inhalte ihrer ePA an ihre Krankenkasse übermitteln können, wenn sie kassenspezifische Angebote nutzen wollen. Die Krankenkassen wiederum sollen diese Daten verarbeiten dürfen. Das würde ihnen Therapieangebote ermöglichen, ohne Kenntnis des behandelnden Arztes. Auch dieser Passus sollte nach dem Willen der BÄK entfallen. „Mindestens sollte der behandelnde Arzt über solche Angebote an den Patienten informiert werden. Ansonsten kann das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient Schaden nehmen“, warnt Bodendieck.

Hinsichtlich der Datennutzung zu Forschungszwecken soll mit dem PDSG eine Rechtsgrundlage zur freiwilligen Datenfreigabe geschaffen werden. Das sei grundsätzlich sinnvoll, sagt Bodendieck. Allerdings gebe es dazu noch dringenden Nachbesserungsbedarf. Eine differenzierte Betrachtung dieses neuen Konstruktes solle in einem eigenen Gesetz erfolgen. Eine Ausnahme von der freiwilligen Datenfreigabe solle bei der Forschung zu hochbrisanten Pandemien gelten („Lex Corona“). „Hier muss unter bestimmten Voraussetzungen die Verarbeitung personenbezogener Gesundheitsdaten einschließlich genetischer Daten auch ohne Einwilligung der betroffenen Person zulässig sein“, fordert die BÄK.

 

]]>
news-2523 Mon, 25 May 2020 11:03:22 +0200 Rheinland-Pfalz: Arztzahlstatistik zeigt: Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/rheinland-pfalz-arztzahlstatistik-zeigt-wir-brauchen-mehr-medizinstudienplaetze/  

Mainz - Die allgemeine demografische Entwicklung macht auch vor den Ärztinnen und Ärzten in Rheinland-Pfalz nicht Halt. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte rücken immer näher an die Phase ihres Ruhestandes heran, aber immer weniger junge in Deutschland aus- und weitergebildete Ärztinnen und Ärzte rücken nach. Statistisch gesehen ist jeder zweite berufstätige Arzt/Ärztin in Rheinland-Pfalz 50 Jahre und älter. Hinzu kommt, dass fast jeder vierte berufstätige Arzt 60 Jahre und älter ist. Das geht aus der Ärztestatistik (Stichtag 31.12.2019) hervor, welche die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz jetzt ausgewertet hat.

 

Mainz - Die allgemeine demografische Entwicklung macht auch vor den Ärztinnen und Ärzten in Rheinland-Pfalz nicht Halt. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte rücken immer näher an die Phase ihres Ruhestandes heran, aber immer weniger junge in Deutschland aus- und weitergebildete Ärztinnen und Ärzte rücken nach.

Statistisch gesehen ist jeder zweite berufstätige Arzt/Ärztin in Rheinland-Pfalz 50 Jahre und älter. Hinzu kommt, dass fast jeder vierte berufstätige Arzt 60 Jahre und älter ist. Das geht aus der Ärztestatistik (Stichtag 31.12.2019) hervor, welche die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz jetzt ausgewertet hat.

„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, so der rheinland-pfälzische Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis. Die statistische Entwicklung zeigt klar, dass die demografischen Veränderungen sich auf die ärztliche Versorgung auswirken werden. „Und zwar nicht nur im hausärztlichen Bereich, sondern auch in der fachärztlichen Grundversorgung“, erklärt der Kammer-Präsident. Der Blick auf die demografische Entwicklung im fachärztlichen Bereich kommt aber leider immer noch zu kurz. Matheis: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um eine flächendeckende Versorgung aufrechtzuhalten.“

Insgesamt ist die Zahl der registrierten Ärzt*innen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent gestiegen. Doch mehr Ärzte und Ärztinnen (statistisch gesehen) und zugleich Ärztemangel schließen sich nicht aus. Es ist vielmehr eine natürliche Folge gesellschaftlicher Veränderungen, so der Kammer-Präsident. Der Bedarf an Ärzt*innen ist in den vergangenen Jahren gewachsen und wird auch weiter steigen. Das gilt sowohl für das Krankenhaus als für den ambulanten Bereich. Die Gründe hierfür: der medizinische Fortschritt, der demografische Wandel, der erhöhte Anteil von Teilzeitstellen und der Trend zur Arbeitszeitverkürzung.

„Wir brauchen dringend mehr Köpfe im Versorgungssystem. Eine Erhöhung der Anzahl der Medizinstudienplätze ist deshalb sehr wichtig und unverzichtbar“, fordert Matheis. Schätzungen zufolge werden inzwischen mindestens 1,6 Ärzt*innen benötigt, um eine/n ausscheidende/n Ärztin/Arzt zu ersetzen.

Zur Statistik: Im Jahr 2019 sind insgesamt 22.179 Ärztinnen und Ärzte bei der Landesärztekammer registriert; von ihnen sind 18.724 berufstätig. Im ambulanten Bereich arbeiten laut Statistik 7.550 Ärztinnen und Ärzte. Im Krankenhaus sind es 8.956 Ärztinnen und Ärzte.

Ein Rückblick: Im Jahr 2000 waren 16.169 Ärzt*innen bei der Landesärztekammer gemeldet; 13.444 von ihnen waren damals berufstätig. Von ihnen arbeiteten 6.126 im ambulanten Bereich und 5.940 im Krankenhaus.

Die Arztzahl-Statistik der Landesärztekammer zeigt klar: Der Anteil der Jungen sinkt weiter. Im vergangenen Jahr gab es in der Altersgruppe 35 bis 39 Jahre landesweit 2.074 berufstätige Ärztinnen und Ärzte. Im Vergleich zum Jahr 2000 (35-39-jährige Berufstätige: 2.443) ist deren Anteil um rund ein Sechstel gesunken.

Schaut man in dieser Altersgruppe in den ambulanten Bereich, so fällt der Rückgang noch stärker aus: Im Jahr 2019 gab es bei den 35- bis 39-Jährigen 435 ambulant arbeitende Ärzt*innen; im Jahr 2000 waren es 811. Das ist fast die Hälfte weniger.

In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen sinkt der Anteil derer, die ambulant arbeiten, im selben Zeitraum ebenfalls stark: von 2.374 (Jahr 2000) auf 1.532 (Jahr 2019). Das bedeutet einen Rückgang von fast einem Drittel.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die zwischen 50 und 59 Jahre alt sind. Gab es im Jahr 2000 noch 1.990 ambulant tätige Ärzt*innen in dieser Altersgruppe, so waren es in 2019 schon 2.777 (ein Plus von rund 40 Prozent). Der Anteil der 60- bis 65-Jährigen wuchs im selben Zeitraum von 528 auf 1.393. Und der Anteil derjenigen, die über 65 sind und im ambulanten Bereich arbeiten, stieg von 164 (Jahr 2000) auf 1.193 (Jahr 2019) und hat sich damit mehr als versiebenfacht. Matheis: „Diese Entwicklung ist mehr als bedenklich.“

Eine ähnliche Altersstruktur wie im ambulanten Bereich zeigt sich auch im Krankenhaus. Zwar stieg die Zahl der Klinikärztinnen und -ärzte, die bis 39 Jahre alt sind, seit dem Jahr 2000 von 3.361 auf jetzt 4.183. Doch auch in den Kliniken verzeichnet sich ein starker Anstieg der Ärzt*innen, die 50 Jahre und älter sind. Ihre Zahl stieg von 1.032 (im Jahr 2000) auf 2.845 (Jahr 2019) – dies sind über 2,5mal so viele.

Ein weiterer Blick in die Statistik zeigt, dass 43 Prozent der rheinland-pfälzischen Landesärztekammer-Mitglieder weiblich sind. Im vergangenen Jahr sind bei der Landesärztekammer 9.543 Ärztinnen registriert gewesen; von ihnen sind 8.190 berufstätig. Damit ist der Anteil der berufstätigen Ärztinnen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen. Der größte Teil der Ärztinnen arbeitet nach wie vor im stationären Bereich.

In der Statistik ist auch erkennbar, wie viele Ärztinnen und Ärzte Rheinland-Pfalz verlassen haben: 50 Ärzt*innen aus Rheinland-Pfalz sind im vergangenen Jahr ins Ausland ausgewandert. Die meisten von ihnen gingen in die Schweiz, nach Luxemburg und nach Ungarn.

Weiter gestiegen ist in den vergangenen Jahren der Anteil der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz. Waren es im Jahr 2000 noch 799 ausländische Ärzt*innen, so arbeiteten im vergangenen Jahr bereits 2.586 ausländische Ärzt*innen im Land. Das sind mehr als dreimal so viele wie vor 19 Jahren. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, Rumänien, der Russischen Föderation und Griechenland.

www.laek-rlp.de

 

 

 

]]>
news-2524 Fri, 22 May 2020 11:10:00 +0200 Hessen: „Knappe Blutkonserven sind für jede und jeden gefährlich“ / „Mit geringem Zeitaufwand kann jeder zum Lebensretter werden“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/hessen-knappe-blutkonserven-sind-fuer-jede-und-jeden-gefaehrlich-mit-geringem-zeitaufwand-kann/  

Frankfurt - „Die Corona-Pandemie gefährdet die Gesundheit nicht nur über direkte Ansteckung mit dem Virus, sondern ist auch für schwerwiegende Begleitschäden verantwortlich: So werden im Zuge der Pandemie bei uns in Hessen die Blutkonserven extrem knapp – und das ist eine Gefahr für alle“, warnt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen. Damit Unfallopfern und Schwerkranken auch in Zukunft geholfen werden kann, ruft der Präsident alle gesunden Bürgerinnen und Bürger zur Blutspende auf.

 

Frankfurt - „Die Corona-Pandemie gefährdet die Gesundheit nicht nur über direkte Ansteckung mit dem Virus, sondern ist auch für schwerwiegende Begleitschäden verantwortlich: So werden im Zuge der Pandemie bei uns in Hessen die Blutkonserven extrem knapp – und das ist eine Gefahr für alle“, warnt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen. Damit Unfallopfern und Schwerkranken auch in Zukunft geholfen werden kann, ruft der Präsident alle gesunden Bürgerinnen und Bürger zur Blutspende auf.

Während der Corona-Krise sind den Blutspendediensten die öffentlichen Blutspendetermine, an denen viele Spendewillige traditionell teilnehmen, sowie Termine an größeren öffentlichen (Bildungs-)Einrichtungen wie Firmen oder Schulen weggebrochen. So könnte etwa nach Angaben des für Hessen zuständigen Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Baden-Württemberg-Hessen aktuell nicht einmal der Tagesbedarf gedeckt werden – von größeren Notfällen abgesehen.

„Mit geringem Zeitaufwand kann jeder zum Lebensretter werden“, unterstreicht der hessische Ärztekammerpräsident. „Wichtig ist, dass zu den wenigen Terminen, die angeboten werden können, mehr Spendewillige kommen.“
Vor der Blutentnahme, die etwa fünf Minuten dauert, erfolgt eine ärztliche Untersuchung. Insgesamt sollten Spender mit Anmeldung, Untersuchung und anschließendem Imbiss ungefähr 45 Minuten einplanen und den Personalausweis mitbringen. Blut spenden können alle Gesunden im Alter von 18 bis 73 Jahren. Bürgerinnen und Bürger, die zum ersten Mal spenden, dürfen jedoch nicht älter als 64 Jahre sein.

Weitere Informationen zur Blutspende sind u.a. im Internet unter www.blutspende.de einsehbar. Die nächsten Blutspendetermine können unter https://www.blutspende.de/blutspendetermine/ abgerufen werden.

Um den vorgegebenen Schutzmaßnahmen der Bundesregierung gerecht zu werden und den vorgeschriebenen Mindestabstand zu gewährleisten, sollte vorher online ein Termin vereinbart werden. Darüber hinaus sollte zum Ausfüllen des Anamnesebogens ein eigener Kugelschreiber mitgebracht und ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden.

www.laekh.de

 

]]>
news-2522 Fri, 22 May 2020 10:37:22 +0200 BÄK: Ausbildungsreform sinnvoll, aber klare Verantwortlichkeiten notwendig https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baek-ausbildungsreform-sinnvoll-aber-klare-verantwortlichkeiten-notwendig/  

 

 

Berlin - Die Zielsetzung stimmt, aber einige Weichen müssen nachjustiert werden – so lässt sich die Stellungnahme der Bundesärztekammer (BÄK) zum Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (ATA-OTA-APrV) zusammenfassen. Grundsätzlich unterstützt die BÄK sowohl die Initiative des Gesetzgebers, die Ausbildung von Anästhesie- und Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (ATAs und OTAs) bundeseinheitlich als dreijährige Berufsausbildung zu regeln, als auch den präzisierenden Referentenentwurf. Allerdings hat das BMG im Referentenentwurf die Einsatzgebiete von ATAs und OTAs von den ärztlichen Aufgaben noch nicht klar abgegrenzt.


Die Verordnung soll die notwendigen Ausbildungs- und Prüfungsinhalte konkretisieren. Der Referentenentwurf beinhaltet im Wesentlichen Regelungen zur praktischen Umsetzung dieser Inhalte. Ziel ist insbesondere der Erwerb berufsfeldspezifischer Kompetenzen durch Auszubildende. Dazu gehört auch die Fähigkeit, eigenständig geplant und strukturiert anästhesiologische Maßnahmen und operative Eingriffe in unterschiedlichen operativen und diagnostischen Bereichen vorzubereiten. Hier sei aus haftungsrechtlichen Gründen und im Hinblick auf Patientensicherheit und -schutz ergänzend noch zu bestimmen, dass dies „nur nach ärztlicher Anordnung“ erfolgen darf, so die BÄK in einer Stellungnahme.


Einheitliche Ausbildungsinhalte und -abschlüsse von ATAs und OTAs sind im Sinne einer besseren medizinischen Versorgung und einer steigenden Nachfrage nach spezialisiertem Fachpersonal sinnvoll. Beide Assistenzberufe schließen mit einer staatlichen Prüfung ab und werden zu staatlich anerkannten Berufsbildern.

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten und zur Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (ATA-OTA-APrV)

 

 

 

]]>
news-2521 Fri, 22 May 2020 09:27:36 +0200 Reinhardt: „Ärztinnen und Ärzte sind systemrelevant“ https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/reinhardt-aerztinnen-und-aerzte-sind-systemrelevant/  

 

 

Berlin  – „Die Corona-Pandemie führt uns drastisch vor Augen, wie sehr unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben von einem gut funktionierenden Gesundheitswesen abhängt. In Deutschland verfügen wir über gut ausgestattete Krankenhäuser und eine leistungsstarke ambulante Versorgung. Diese Strukturen werden von hochmotivierten Ärztinnen und Ärzten, Medizinischen Fachangestellten, Pflegekräften und weiteren Gesundheitsberufen getragen. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir bisher gut durch diese Krise gekommen sind. Die Politik in Bund und Ländern sollte sich das vergegenwärtigen und der Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung in unserem Gesundheitswesen künftig höchste Priorität beimessen.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt anlässlich der Vorstellung der aktuellen Ärztestatistik. Er betonte, die Beschäftigten im Gesundheitswesen seien systemrelevant, im Normalbetrieb und erst recht in Zeiten wie diesen.


Tatsachlich ist die Personalsituation in Kliniken und Praxen auch unabhängig von der Corona-Krise schon angespannt. Der Behandlungsbedarf wächst aufgrund der Alterung der Bevölkerung kontinuierlich. So stieg die Zahl der Behandlungsfälle in den Krankenhäusern zwischen 2009 und 2017 von 17,8 auf 19,5 Millionen. Hinzu kommen knapp eine Milliarde Arztkontakte in den Praxen der Niedergelassenen.


Gleichzeitig boomt in Deutschland die Teilzeitarbeit. So stieg die Teilzeitquote unter allen Arbeitnehmern zwischen 1991 und 2019 von 18,5 Prozent auf 38,6 Prozent (IAB). Auch unter Ärztinnen und Ärzten wird Arbeit in Teilzeit immer beliebter. Um 100 Vollzeitstellen zu besetzen, wurden im Jahr 2015 noch 108 Ärztinnen und Ärzte benötigt, zwei Jahre später waren es bereits 115. Dies entspricht einem Mehrbedarf von 6 Prozent, ohne dass sich die zur Verfügung stehende ärztliche Arbeitszeit erhöht hatte (Quelle: Destatis). Aus diesem Grund mag zwar die Zahl der Köpfe leicht ansteigen, aber nicht die Zahl der zur Verfügung stehenden Arztstunden.


Im vergangenen Jahr stieg die Gesamtzahl der bei den (Landes-)Ärzte- kammern gemeldeten berufstätigen Ärztinnen und Ärzte nur leicht auf 402.119 (Vorjahr: 392.402). Überproportional stark wuchs die Zahl der Ärzte in sonstigen Tätigkeitsbereichen (+6,0 Prozent). Diese Ärzte stehen der direkten Patientenversorgung nicht zur Verfügung.


Der Anteil der im Krankenhaus tätigen Ärztinnen und Ärzte ist bezogen auf alle ärztlich Tätigen leicht angestiegen. Er beläuft sich nun auf 51,5 Prozent (Vorjahr: 51,4 Prozent). Der ambulante Bereich verzeichnete einen Zuwachs um 1,6 Prozent, was 2.558 Ärztinnen und Ärzten entspricht. Zum Stichtag 31.12.2019 waren somit 159.846 Ärztinnen und Ärzte ambulant tätig. Während die Zahl der Niedergelassenen um 1.142 auf 116.330 gesunken ist (-1 Prozent), entscheiden sich immer mehr Ärzte für eine Anstellung im ambulanten Bereich. Ihre Zahl hat sich seit 1997 auf nunmehr 44.000 versechsfacht.


Wie dringend medizinischer Nachwuchs gebraucht wird, verdeutlicht ein Blick auf die Altersentwicklung der Ärzteschaft. Von allen berufstätigen Ärztinnen und Ärzten haben 8 Prozent bereits das 65. Lebensjahr vollendet. Weitere 12 Prozent waren zum Stichtag schon zwischen 60 und 65 Jahre alt. Rund 20 Prozent der berufstätigen Ärzte werden also voraussichtlich bald aus dem Berufsleben ausscheiden.

Darüber hinaus sind aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge in den 1950er und 1960er Jahren überproportional viele Ärztinnen und Ärzte im Alter zwischen 50 und 60 Jahren alt. Sie werden wahrscheinlich zeitgleich mit vielen gleichaltrigen Mitbürgern in anderen Berufen in den Ruhestand gehen.


Positiv hat sich die Zahl der Facharztanerkennungen entwickelt. Im Jahre 2019 wurden 13.742 Anerkennungen ausgesprochen (2018: 13.336). Die meisten Anerkennungen wurden mit 2.100 für die Facharztbezeichnung für Innere Medizin erworben. Die Zahl der Anerkennungen in den Fächern Allgemeinmedizin sowie Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt) ist gegenüber dem Vorjahr von 1.567 auf 1.689 gestiegen.


Für etwas Entlastung sorgt die Einwanderung aus dem Ausland. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist im Jahr 2019 um rund 3.800 auf 58.168 gestiegen (+7,0 Prozent). Die größte Zahl berufstätiger Ärzte kommt aus Rumänien (4.433), Syrien (4.486) Griechenland (2.811), der Russischen Föderation (2.321) und Österreich (2.381). Ihnen stehen 1.898 Ärztinnen und Ärzte gegenüber, die ins Ausland abgewandert sind.


Weitere Informationen zur Ärztestatistik des Jahres 2019 finden Sie unter www.baek.de/tb19/statistik

 

]]>
news-2520 Tue, 19 May 2020 11:02:08 +0200 Alkoholkonsum früh ansprechen - Neuer BZgA-Leitfaden unterstützt Ärztinnen und Ärzte https://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/alkoholkonsum-frueh-ansprechen-neuer-bzga-leitfaden-unterstuetzt-aerztinnen-und-aerzte/  

Berlin - Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer einen neuen Leitfaden zum Thema Alkoholkonsum entwickelt. Der Leitfaden unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, Gespräche zum Thema Alkohol mit Patientinnen und Patienten so zu führen, dass diese sich gut beraten fühlen. Dr. med. (I) Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sagt: „Hausärztinnen und Hausärzte sind oft der erste Ansprechpartner für ihre Patienten. Sie können daher einen riskanten Alkoholkonsum frühzeitig erkennen. Hausärztliche Kurzinterventionen führen in vielen Fällen zu einer deutlichen Senkung des Alkoholkonsums.“

 

Berlin - Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer einen neuen Leitfaden zum Thema Alkoholkonsum entwickelt. Der Leitfaden unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, Gespräche zum Thema Alkohol mit Patientinnen und Patienten so zu führen, dass diese sich gut beraten fühlen. Unter dem Titel „Alkoholkonsum bei Patientinnen und Patienten ansprechen. Ärztliches Manual zur Prävention und Behandlung von riskantem, schädlichem und abhängigem Konsum“ ist der Leitfaden ab sofort kostenfrei bei der BZgA bestellbar.

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, erklärt: „Der Leitfaden ist ein Gewinn für die betroffenen Patientinnen und Patienten! Er wird Ärztinnen und Ärzten helfen, kritischen Alkoholkonsum in der Praxis anzusprechen und so aktiv das Thema Sucht aus der Tabuzone zu holen. Sucht ist kein Stigma, sondern eine Krankheit, die behandelbar ist. Auch wenn der Trend insgesamt rückläufig ist, trinken noch immer zu viele Menschen zu viel Alkohol. Darum müssen wir weiterhin Prävention und Hilfe anbieten - frei von Vorurteilen oder Diskriminierung!“

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Alkohol ist ein Zellgift, deshalb gibt es keinen risikolosen Konsum. Jeder Schluck erhöht das Krankheitsrisiko. Als Medizinerin ist es mir besonders wichtig, dafür zu sensibilisieren, dass Alkohol – auch in kleinen Mengen – nicht verharmlost werden darf. Daher freue ich mich sehr, dass wir den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen mit dem neuen Beratungsleitfaden eine Unterstützung für Patientengespräche geben können. Er hilft, die schwierige Problematik sensibel anzusprechen, zu informieren und den Dialog zu unterstützen. Für die gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Leitfadens bedanke ich mich bei der Bundesärztekammer.“

Dr. med. (I) Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sagt: „Hausärztinnen und Hausärzte sind oft der erste Ansprechpartner für ihre Patienten. Sie können daher einen riskanten Alkoholkonsum frühzeitig erkennen. Hausärztliche Kurzinterventionen führen in vielen Fällen zu einer deutlichen Senkung des Alkoholkonsums. Allerdings spielt bei einem so sensiblen Thema die richtige Ansprache eine entscheidende Rolle. Hier ist viel ärztliches Fingerspitzengefühl gefragt. Der Leitfaden leistet dabei eine wichtige Hilfestellung.“

Das neue Beratungsmaterial richtet sich an niedergelassene und klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte. Alle Inhalte basieren auf den Empfehlungen der wissenschaftlichen S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen” der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (Juli 2014). In aufeinander aufbauenden Kapiteln informiert der Leitfaden darüber, was risikoarmer, riskanter beziehungsweise schädlicher und abhängiger Alkoholkonsum ist und wie ärztliche Diagnosen gestellt werden können. Er gibt Empfehlungen und Hinweise für eine ärztliche Kurzintervention, um das Alkoholkonsumverhalten bei den Patientinnen und Patienten positiv zu beeinflussen.
Den Leitfaden ergänzend bietet die BZgA ein Faltblatt „Alkoholkonsum bei Patientinnen und Patienten ansprechen. Auszüge aus dem ärztlichen Manual“ mit wesentlichen Informationen.

Der Leitfaden und das Faltblatt wurden im Rahmen der BZgA-Erwachsenenkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ und in enger Kooperation mit der Bundesärztekammer entwickelt. Es handelt sich um eine vollständige Aktualisierung und Überarbeitung der „Kurzintervention bei Patienten mit Alkoholproblemen“ aus dem Jahr 2009.

Zur Beratung Schwangerer zum Alkoholverzicht können gynäkologische Fachkräfte und Hebammen die Praxismodule „Bewusst verzichten: Alkoholfrei in der Schwangerschaft“ ebenfalls kostenlos bestellen.

Als weitere Informationen für Patientinnen und Patienten bietet die BZgA die Broschüren „Alles klar. Tipps & Infos für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol“ sowie ein „Trinktagebuch“ zur Reduktion des Alkoholkonsums.

Die Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ verfolgt das Ziel, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu motivieren. Weitere Informationen unter: www.kenn-dein-limit.de

Bestellung der kostenfreien BZgA-Informationsmaterialien:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
E-Mail: bestellung@bzga.de
Fax: 0221/8992257
www.bzga.de/infomaterialien/

Alkoholkonsum bei Patientinnen und Patienten ansprechen. Ärztliches Manual zur Prävention und Behandlung von riskantem, schädlichem und abhängigem Konsum [PDF]

 

]]>