„Das hat nichts mit Gesundheitsaufklärung zu tun – das ist schlicht unseriös“

Ärztepräsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe zur TV-Sendung „Extrem schön – Endlich ein neues Leben“

Berlin, 28.04.2009

Die Vermarktung schönheitschirurgischer Leistungen in den Medien, insbesondere in der Fernsehunterhaltung, lehnen wir grundsätzlich ab. In diesen TV-Sendungen wird eine Scheinrealität konstruiert, die Schönheitsoperationen zu einem erstrebenswerten Konsumgut werden lassen. Dem Zuschauer wird suggeriert, jeder könne durch einen chirurgischen Eingriff an Nase, Kinn, Brust oder Beinen besser aussehen und dann – wie es in der Sendung heißt – „ein neues Leben“ beginnen. Dabei gerät völlig außer Acht, dass Schönheitsoperationen keine harmlosen Eingriffe sind. Häufig werden die Risiken solcher Operationen schlichtweg kleingeredet und der Eindruck verstärkt, dass eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes weitgehend komplikationsfrei ist.

Besonders Kinder und Jugendliche werden von der ständigen Sorge um das Aussehen in ihrer Stimmung und in ihrem Selbstwertgefühl beeinflusst. Die Unzufriedenheit und Verunsicherung in Bezug auf den eigenen Körper geht manchmal so weit, dass junge Menschen Schönheitsoperationen als einzigen Ausweg aus dem Unglücklichsein und als wirksame Befreiung von Komplexen betrachten. Daran haben solche Fernsehformate einen nicht unerheblichen Anteil. Insofern fehlt den Machern dieser Sendungen jegliches Verantwortungsbewusstsein gegenüber verunsicherten jungen Menschen. Es geht ihnen nur um den eigenen Profit.

Die in den Shows auftretenden Ärzte handeln nicht im Interesse der allgemeinen Gesundheitsaufklärung. Wir sind deshalb strikt dagegen, dass Ärzte in solchen TV-Shows auftreten und vor einem Millionenpublikum Schönheitsoperationen durchführen. Das hat nichts mit Gesundheitsaufklärung zu tun – das ist schlicht unseriös. Die Ärztekammer wird diese Auftritte aus berufsrechtlicher Sicht aufmerksam verfolgen.