Bayern29.10.2018

77. Bayerischer Ärztetag: „Versorgung gestalten“

Nürnberg -  Der 77. Bayerische Ärztetag (BÄT) beschloss einen Leitantrag des Präsidiums der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) mit dem Schlagwort „Versorgung gestalten“. Inhalte des Antrages lauten:
 
Die Errungenschaften der Informations- und Biotechnologie sollen den Patientinnen und Patienten und deren Versorgung dienen. Dabei müssten der Datenschutz und die Privatsphäre gewahrt bleiben. Ärztinnen und Ärzte dürften nicht durch ein Mehr an Bürokratie belastet und zur bloßen Datenlieferung bzw. zur Datengewinnung „benutzt“ werden. Der 77. BÄT fordert die Bayerische Staatsregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass eine eigene Kommunikationsplattform für den elektronischen Datenaustausch sowohl zwischen Ärzten untereinander, als auch zwischen Ärzten und Krankenhäusern gesetzlich verankert werde.
 
Die „ausschließliche Fernbehandlung“ habe die erforderlichen Standards einzuhalten; über systemimmanente Einschränkungen sei der Patient aufzuklären. Die Delegierten fordern eine gesetzliche Ermächtigung, die es der BLÄK erlaube, die ausschließliche Fernbehandlung soweit einzuschränken, dass damit keine neue Versorgungsebene entstehe.
 
Der Zugang zum Medizinstudium müsse reformiert und die Zahl der Medizinstudienplätze an bayerischen Landesuniversitäten erhöht werden. In diesem Zusammenhang fordert der 77. BÄT von der Bayerischen Staatsregierung die Errichtung Medizinischer Fakultäten bzw. Uniklinika in Passau und in Bayreuth sowie eine kritische Prüfung der angedachten Fern-Studiengänge.
 
Die Professionalität des Arztberufes müsse erhalten bleiben; es dürfe keine Substitution ärztlicher Leistungen geben und es dürfe kein Ersatz durch medizinische Gesundheits- und Assistenzberufe, wie den „Physician Assistant“, stattfinden.
 
Die bayerischen Ärzte wollten die Versorgung mehr sektorverbindend als sektorübergreifend gestalten. In diesem Sinn gelte es, die Notfallversorgung weiterzuentwickeln und das Entlassmanagement neu zu regeln. Die ärztliche Freiberuflichkeit müsse bewahrt werden. Das Paradigma des Heilens und Helfens müsse vor dem Paradigma des Wettbewerbs und der Profitsteigerung im Gesundheitswesen rangieren.

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