Berlin26.06.2019

Berliner Gesundheitspreis 2019 prämiert Projekte zur Gesundheitskompetenz

Gesundheit lässt sich lernen

Berlin - Gesundheitsinformationen zu finden, sie zu verstehen und für sich anzuwenden, fällt vielen Menschen nicht leicht und macht es für sie schwieriger, im Alltag gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen. Der Berliner Gesundheitspreis 2019 zeichnet deshalb Projekte aus, die mit innovativen Ansätzen die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung stärken. Der mit 50.000 Euro dotierte, bundesweit ausgeschriebene Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gesundheit lässt sich lernen“ und wird vom AOK-Bundesverband, der Ärztekammer Berlin und der AOK Nordost vergeben. An der Preisverleihung am 26. Juni in Berlin nimmt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teil.

„Wer gesund bleiben will, braucht gute, verständliche und verlässliche Informationen. Nur derjenige, der weiß, wann er zum Arzt gehen sollte, was gesundes Essen ist und wie viel Bewegung gut tut, wird in der Lage sein, Krankheiten so gut es geht zu vermeiden. Dieses Feld wollen wir nicht Dr. Google und Co überlassen. Deshalb entwickeln wir derzeit ein digitales Gesundheitsportal, auf dem sich jeder schnell, verständlich und werbefrei über alle Themen rund um Gesundheit und Pflege informieren kann. Die Allianz für Gesundheitskompetenz gibt dafür gute und praxisnahe Impulse“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Preisverleihung.

Insgesamt 41 Projekte aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich für den diesjährigen Berliner Gesundheitspreis beworben. „Alle Menschen wollen möglichst lange gesund leben. Mehr denn je braucht es dazu individuelle Gesundheitskompetenz. Wenn sie nicht vorhanden ist, belastet dies auch das Gesundheitswesen. Deshalb liegt uns und vielen anderen Akteuren sehr am Herzen, dass die Menschen leicht verständliche Informationen über ihre Gesundheit erhalten. Dazu gehört die Motivation, diese Informationen in ihren Alltag zu übernehmen. Mit unserem aus Patientensicht entwickelten Digitalen Gesundheitsnetzwerk wollen wir Nutzern deshalb künftig auch ermöglichen, Gesundheitsinformationen leichter und besser zu verstehen“, sagt Daniela Teichert, designierte Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse.

Wenn es darum geht, Gesundheitsinformationen zu finden und umzusetzen, ist der Arzt oder die Ärztin einer der ersten Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten. Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, sieht sie in einer besonderen Rolle: „Wir Ärztinnen und Ärzte kennen häufig die Lebenslage unserer Patienten und sie vertrauen uns. Es ist wichtig, dass wir die Sprache der Patienten sprechen und Diagnosen und Therapien so erläutern, dass sie tatsächlich auch verstanden werden. Nur dann kann der Patient entscheiden, was gut für ihn ist und sich aktiv einbringen.

Gesundheitskompetenz fängt auch beim Arzt bzw. der Ärztin an. Kommunikation ist deshalb ein wichtiges Thema für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ärzten und allen Gesundheitsberufen.“

Für Martin Litsch, Vorstand des AOK-Bundesverbandes, liegt eines der wichtigsten Ziele des Berliner Gesundheitspreises darin, gute Ideen und funktionierende Ansätze stärker bekannt zu machen: „Nachahmen ist beim Berliner Gesundheitspreis nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen, brauchen wir noch viel mehr gute Angebote. Immerhin fällt es jedem zweiten Menschen in Deutschland schwer, Gesundheitsinformationen zu finden und zu verstehen. Die AOK engagiert sich für dieses Ziel unter anderem beim Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz, dessen Schirmherrschaft das Bundesgesundheitsministerium innehat.“

www.aerztekammer-berlin.de