Brandenburg01.10.2018

Brandenburg: Ein Gesetz gegen die Ärzteschaft

Landesärztekammer Brandenburg kritisiert Terminservice- und Versorgungsgesetz

Potsdam - Als ein Gesetz gegen die ambulant tätige Ärzteschaft bezeichnet der Präsident der Landesärztekammer Brandenburg, Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, den vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf eines Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG).

„Entgegen aller Widerstände aus der Ärzteschaft greift das Gesetz in Selbstverwaltung und betriebliche Abläufe ein und ignoriert die eigentlichen Probleme unseres Gesundheitssystems“, so Dipl.-Med. Schulz.

Statt in etablierte Praxisabläufe einzugreifen solle sich die Bundesregierung lieber der Kernproblematik ärztlicher Versorgungsengpässe stellen. „Ohne ein systematisches Angehen der Nachwuchsgewinnung helfen keine bürokratischen Umverteilungen der knappen Ressource Arzt“, so Schulz.

Dr. Hanjo Pohle, Vizepräsident der Landesärztekammer Brandenburg, ergänzt: „Solange die Politik das Kernproblem der völlig ineffizienten und ungesteuerten Inanspruchnahme von nahezu allen Gesundheitsebenen durch Patientinnen und Patienten weiterhin ignoriert, wird auch dieses Gesetz Probleme nicht lösen, sondern sie nur verlagern. Leider in diesem Fall wiederum zu Lasten der Vertragsärzte! Darüber können auch die neuartigen, nur auf pekuniäre Lösungsansätze zielenden Steuerungspauschalen nicht hinwegtäuschen.“

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