Brandenburg30.11.2018

Brandenburg: LÄKB und LAKBB: Trennung von ärztlicher Tätigkeit und Abgabe von Arzneimitteln erhalten

Potsdam - Impfungen in Apotheken, Dispensierrecht für Ärzte – gegen diese jüngst diskutierten Ideen wenden sich die Landesärzte- und die Landesapothekerkammer Brandenburg in einer gemeinsamen Resolution. Beide Kammern lehnten „Initiativen, die einen Eingriff in den Kompetenzbereich der ärztlichen sowie apothekerlichen Profession darstellen und einen Erhalt dieser Trennung infrage stellen, entschieden ab“, heißt es darin.
 
Eine Aufgabe der Trennung von ärztlicher Tätigkeit und Arzneimittelabgabe sei „nicht erstrebenswert“. Sie liege weder im Interesse des jeweiligen Berufsstandes, noch würde sie der Versorgung der Patienten zugutekommen.
 
„Wenn es um die Gesundheit von Menschen geht, sind solche Experimente fehl am Platz. Es gibt keinen sachlichen Grund, die Grenze zwischen Apothekern und Ärzten zu verwischen“, stellte Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg, klar. Im Sinne der Patientensicherheit sei es wichtig, dass sich alle an der Versorgung beteiligten Berufsstände voll auf ihre Aufgabengebiete konzentrierten.

Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf dem Deutschen Apothekertag in München ein Impfrecht für Apotheker ins Spiel gebracht. Teile der Ärzteschaft hatten daraufhin für ein ärztliches Dispensierrecht plädiert.
 
Die Resolution im Wortlaut:

Trennung von ärztlicher Tätigkeit und Abgabe von Arzneimitteln im Sinne des Verbraucherschutzes erhalten!
Resolution der Landesärztekammer Brandenburg und der Landesapothekerkammer Brandenburg vom 28. November 2018
Die Landesärztekammer Brandenburg und die Landesapothekerkammer Brandenburg haben das Angebot des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zur Durchführung von Impfungen in der Apotheke sowie die in der Folge aus Teilen der Ärzteschaft erhobene Forderung des Dispensierrechts für Ärzte mit Besorgnis zur Kenntnis nehmen müssen.
Das Impfen in der Apotheke sowie die Abgabe von Arzneimitteln durch Ärzte liegt weder im Interesse des jeweiligen Berufsstandes noch würde es der Versorgung der Patienten zugutekommen und würde einer nicht erstrebenswerten Aufgabe des Systems der Trennung von ärztlicher Tätigkeit und Abgabe von Arzneimitteln unnötigen Vorschub leisten.
Die Landesärztekammer Brandenburg und die Landesapothekerkammer Brandenburg lehnen daher derartige politische Initiativen, die einen Eingriff in den Kompetenzbereich der ärztlichen sowie apothekerlichen Profession darstellen und den Erhalt dieser Trennung infrage stellen, entschieden ab.

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