Brandenburg30.03.2020

Brandenburg: Schutzausrüstung für niedergelassene Ärzte endlich bereitstellen!

Potsdam - Trotz der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor einer Woche erfolgten Ankündigung, den Arztpraxen die dringend benötigte Schutzausrüstung jetzt zeitnah zur Verfügung zu stellen, ist dies immer noch nicht in ausreichendem Maße erfolgt. Die Landesärztekammer Brandenburg fordert die Politik daher dringend dazu auf, ihre Zusage jetzt schnellstmöglich einzuhalten.

„Die Kolleginnen und Kollegen meistern in der Beratung und Versorgung von COVID-19-Patienten derzeit eine Herkules-Aufgabe“, erklärte Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz. Gleichzeitig erinnerte der brandenburgische Kammerpräsident daran, dass Ärztinnen und Ärzte auch die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung bei allen anderen Erkrankungen sicherstellen. „Jeden Tag haben wir die Aufgabe, zahlreiche schwerkranke und chronisch kranke Menschen zu versorgen. Das müssen und wollen wir mit dem geringstmöglichen Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Patienten leisten. Auch für Praxen, deren Inhaber oder Mitarbeiter sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, gelten die strengen Quarantäne-Vorschriften. Im Infektionsfall stünden sie daher für mindestens zwei Wochen nicht für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung.“

Um dies zu verhindern sei es zwingend erforderlich, die Ärztinnen und Ärzte sofort durch die versprochene Bereitstellung insbesondere von Schutzausrüstung wie z. B. Atemmasken, Schutzbrillen und Schutzkitteln auch tatsächlich in die Lage zu versetzen, ihre ärztliche Tätigkeit mit einem noch vertretbaren Selbstgefährdungsrisiko auszuüben.

Es sei zudem unsagbar, dass es z.B. in Baumärkten FFP2 Schutzmasken für Privatpersonen gäbe, aber solches Material für Ärztinnen und Ärzte nicht über den Fachgroßhandel beziehbar sei.

Hier müsse die Politik notfalls auch über Beschlagnahmungen nachdenken. „Es ist gut, dass die politisch Verantwortlichen die Aufgabe übernommen haben, Arztpraxen mit ausreichender Schutzausrüstung auszustatten. Jetzt müssen sie aber auch liefern“, so Schulz.

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