Hessen28.03.2019

Delegiertenversammlung beschließt vorzeitige Umsetzung von Teilen der Muster-Weiterbildungsordnung in hessische Weiterbildungsordnung

Bad    Nauheim - Das   hessische   Ärzteparlament   hat   für   das   Fach „Allgemeinmedizin“   eine  neue Weiterbildungsordnung  beschlossen.  Diese Änderung sowie die Einführung der Zusatz-Weiterbildungen „Betriebsmedizin“, „Kardiale    Magnetresonanztomographie“    und    „Klinische    Akut-   und Notfallmedizin“  sind  Bestandteile  der  im   November  2018  beschlossenen Muster-Weiterbildungsordnung  (MWBO)  der  Bundesärztekammer  und sollen in Hessen zum  1. Juli 2019 in Kraft treten.

Gebiet Allgemeinmedizin: Im Unterschied zur bisherigen Regelung müssen nach der  neuen  WBO  sechs  Monate  in  mindestens  einem  weiteren  Gebiet der unmittelbaren  Patientenversorgung  abgeleistet  werden.  Der  Quereinstieg bleibt   erhalten. Da es sich um ein bereits bestehendes Fachgebiet handelt, wird  es  eine Übergangsfrist von sieben Jahren geben.  Eine vor dem 1. Juli 2019  begonnene  Facharztweiterbildung  kann innerhalb dieser Zeit nach den bisher   gültigen    Bestimmungen   abgeschlossen   und   die  entsprechende Bezeichnung geführt werden. „Durch  die vorgezogene Umsetzung  der neuen WBO für dieses Gebiet wirkt die Landesärztekammer  dem  drohenden  Hausarztmangel  entgegen  und  passt das Weiterbildungsprofil  an  die  moderne Hausarztpraxis an“, so die Erwartung der  hessischen Delegierten. Ein breiteres  Spektrum bei den Wahlfächern und mehr  Flexibilität  steigere  zudem die Attraktivität des Faches. Auch wird die   Weiterbildungszeit  in  den  Kliniken  nur  noch  für ein Jahr Pflicht (Innere   Medizin),   wodurch  die  Vereinbarkeit  von  Familie   und  Beruf verbessert werde.

Zusatz-Weiterbildung  „Betriebsmedizin“:  Viele  Klein- und Kleinstbetriebe suchen  vergeblich  einen  Betriebsarzt. Um den  Mangel zu begegnen, wird im Bereich der Arbeitsmedizin die ZWB Betriebsmedizin vorzeitig eingeführt.

Zusatz-Weiterbildung  „Kardiale  Magnetresonanztomographie“: Da die bislang verfügbare   Zusatzbezeichnung    Magnetresonanztomographie  den  speziellen Anforderungen  in  der  Kardiologie  nicht  gerecht  werde,  haben sich die hessischen  Ärztevertreter  für  die vorgezogene Einführung einer neuen ZWB „Kardiale Magnetresonanztomographie“ in die  Hessische Weiterbildungsordnung ausgesprochen.

Zusatz-Weiterbildung  „Klinische  Akut- und Notfallmedizin“: Nach Beschluss des  Gemeinsamen  Bundesausschusses  über die  Erstfassung der Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gemäß § 136c Absatz  4  SGB V sollen Krankenhäuser der Basisnotfallversorgung über einen Arzt oder Ärztin mit der ZWB „Klinische Akut- und  Notfallmedizin“ verfügen. Trotz     der    hierfür    vorgesehenen    Übergangsfrist,    sieht    die Delegiertenversammlung  den   Bedarf,  einen zeitnahen Erwerb der besonderen Qualifikation zu ermöglichen.

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