Berlin11.10.2018

Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin stimmt für Zulassung von ausschließlicher Fernbehandlung

Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz: „Persönlicher Arzt-Patientenkontakt bleibt weiter der Goldstandard für die Behandlung von Patienten.“

Berlin -  Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin hat in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig für eine Änderung der Berufsordnung gestimmt. Künftig ist Berliner Ärztinnen und Ärzten u.a. im Einzelfall die ausschließliche Fernbehandlung ihrer Patientinnen und Patienten erlaubt. So heißt es in § 7 (Behandlungsgrundsätze und Verhaltensregeln) Absatz 4 der Berufsordnung jetzt:

„Ärztinnen und Ärzte beraten und behandeln Patientinnen und Patienten im persönlichen Kontakt. Sie können dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“

Die Ärztekammer Berlin übernimmt damit im Wortlaut die vom 121. Deutschen Ärztetag im Mai in Erfurt beschlossene Änderung der Muster-Berufsordnung. Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, begrüßt diese Öffnung: „Der verantwortungsvolle, ergänzende Einsatz moderner Kommunikationsmedien erweitert die Behandlungsmöglichkeiten und dient der Stärkung des Arzt-Patientenverhältnisses.“ Gleichzeitig betonte Jonitz: „Der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient wird und muss auch künftig der Goldstandard sein und ist nicht durch Technik ersetzbar!“

Bevor die geänderte Berufsordnung der Ärztekammer Berlin in Kraft tritt, muss die zuständige Aufsichtsbehörde, die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, die Änderung genehmigen.

www.aerztekammer-berlin.de