Hessen26.11.2018

Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte: Landesärztekammer Hessen plant Meldestelle für Betroffene

Frankfurt - „Die  zunehmende  Gewalt  gegenüber Ärztinnen und Ärzten ist kein gefühltes Problem.  Doch  wir  brauchen   verlässliche, aussagekräftige Zahlen, um das tatsächliche  Ausmaß  abschätzen  zu  können“, so Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident   der   Landesärztekammer  Hessen. Daher werde die Kammer zu Evaluationszwecken eine  Meldestelle  für Gewalttaten  an  medizinischem Personal  in  Hessen einrichten, kündigte er auf der Delegiertenversammlung am 24.11.2018 in Bad Nauheim an.

Da  nicht alle Gewalttaten zur polizeilichen Anzeige gebracht werden, müsse man  von  einer  hohen Dunkelziffer ausgehen,  erklärten die Delegierten der Landesärztekammer Hessen. Um eine Vorstellung über die tatsächlichen Zahlen zu erhalten, sei  eine unkomplizierte Meldestelle sinnvoll, bekräftigten sie das Vorhaben Pinkowskis.

Im  Zusammenhang  mit der Gewalt gegenüber medizinischem Hilfspersonal wies Pinkowski auf den Straftatbestand „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“  (§ 115 Strafgesetzbuch) hin, der Ärztinnen und Ärzte aus  Klinik  und  Praxis  bislang nicht  einschließt. Dies zu ändern und die Ärzteschaft  ebenfalls  unter  besonderen  Schutz zu stellen, hatte zuletzt auch    der    121.   Deutsche   Ärztetag   in   Erfurt   gefordert.   „Die Evaluationsergebnisse werden uns dabei helfen, unsere Forderungen  gegenüber dem Gesetzgeber zu bekräftigen“, betonte der hessische Ärztekammerpräsident abschließend.

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