Hamburg09.06.2020

Hamburg: 125 Jahre Ärztekammer Hamburg - Kammer im Dialog

Hamburg - Die Ärztekammer Hamburg wird 125 Jahre alt - ihre Gründung war übrigens eine der Konsequenzen aus der Choleraepidemie von 1892. Die 125 Jahr-Feier musste wegen der aktuellen Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Der Rückblick auf über ein Jahrhundert ärztliche Selbstverwaltung findet deshalb nun schriftlich in der heute erscheinenden Ausgabe des Hamburger Ärzteblatts statt. Darin findet sich ein Mosaik vieler für die Kammer wichtigen Ereignisse. Die Historikerin Dr. Anna von Villiez wirft beispielsweise einen Blick auf die Gründungsphase der Ärztekammer Hamburg. Sie schreibt zudem über die Ärztekammer in der NS-Zeit - in der eine radikale Vernichtung selbstverwalteter Strukturen stattgefunden hat - und blickt über diesen Zeitraum hinaus auf die Jahre des Wiederaufbaus.

Aber der Blick geht auch nach vorn: Dr. Pedram Emami und PD Dr. Birgit Wulff, Präsident und Vizepräsidentin der Ärztekammer Hamburg, erläutern im Interview ihre Vorstellungen von Selbstverwaltung und skizzieren, welche Entwicklungen dabei aktuell und zukünftig anstehen. Es geht um mehr Dialog und darum, die Schnittstellenfunktion der Kammer im Sinne aller in Hamburg tätigen Ärztinnen und Ärzte und zum Wohl der Patientinnen und Patienten einzusetzen. Aber auch die Weiterentwicklung hin zu einer digitalisierten Kammer ist beiden ein großes Anliegen.

„Ich sehe die Kammer mit einer Schnittstellenfunktion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, die wir in der Coronakrise gut beschreiben können. Die Kammer sollte klar Position beziehen, den Kenntnisstand vermitteln und für einen guten Informations- und Wissenstransfer zu den Mitgliedern sorgen“, sagt Emami. Auf die Frage, wie sie sich die Kammer zu ihrem 200-jährigen Jubiläum vorstelle, antwortet PD Dr. Birgit Wulff: „Ich würde mir wünschen, dass der Arztberuf auch weiterhin frei bleibt, und dass Patientinnen und Patienten auch dann noch den Arzt oder die Ärztin ihres Vertrauens auswählen können, dass wir die Gesundheitsversorgung auf dem heutigen hohen Niveau halten bzw. durch Forschung und medizinischen Fortschritt noch verbessern können.“

Emami glaubt, dass mit fortschreitender Technologisierung Menschlichkeit in der Medizin noch wichtiger werde: „Vieles was wir heute tun, wird sicher von einer Maschine viel besser bewältigt werden können, aber die menschlichen Anforderungen an das Verhältnis zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin werden bleiben oder sogar weiter in den Vordergrund rücken.“

Hamburger Ärzteblatt ist ab sofort unter https://www.aerztekammer-hamburg.org/funktionen/aebonline/haeb_06_2020/index.html abrufbar.

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