Hamburg07.05.2019

Hamburg: Pflege in Not

Gericht zum Volksbegehren gegen Pflegenotstand

Hamburg - Zur heutigen Urteilsverkündung des Hamburgischen Verfassungsgerichts zum „Volksbegehren gegen den Pflegenotstand“ warnt Dr. Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg, davor, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: „Und das ist für mich die Tatsache, dass die Mitarbeiterschaft ebenso wie Bürgerinnen und Bürger mit der personellen Situation in den Kliniken offenbar absolut unzufrieden sind.“ Denn egal, wie das Verfahren nun juristisch entschieden werde, und unabhängig davon, ob man den Weg der Initiative über ein Volksbegehren für den richtigen hielte, müsse man doch zur Kenntnis nehmen, dass innerhalb von drei Wochen über 27.000 Hamburgerinnen und Hamburger die Forderungen nach mehr Personal in Krankenhäusern unterschrieben haben.

„Die personellen Probleme, die wir aktuell haben, sind Ausdruck eines institutionellen Versagens der vergangenen Jahre.“ Viel zu lange sei versäumt worden, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Zukunftskonzepte zu entwickeln. „Viele der Pflegerinnen und Pfleger wollen nicht einfach nur mehr Geld, im Vordergrund stehen auch Fragen der Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven.“

„Diese Forderungen betreffen viele Bereiche im Gesundheitswesen“, so Emami. „Auch wenn der Fokus derzeit auf den Pflegeberufen liegt, so ist das Problem des Personalengpasses im ärztlichen Bereich ebenso ein relevantes Thema wie in zahlreichen anderen Bereichen der Krankenversorgung.“

www.aerztekammer-hamburg.de