Hamburg03.07.2020

Hamburg: Unrühmliche Zugeständnisse

Tabakwerbeverbot mit Ausnahmen beschlossen

Hamburg - Dr. Pedram Emami, MBA, Präsident der Ärztekammer Hamburg, geht der gestern gefasste Beschluss zum Tabakwerbeverbot im Bundestag nicht weit genug: „Es ist mir völlig unverständlich, aus welchem Grund es nicht möglich war, zeitnah ein allumfassendes Werbeverbot für alle Tabakprodukte umzusetzen. Scheinbar ist der Politik das Wohl der Tabakindustrie viel wichtiger als die Prävention schwerer und bisweilen tödlich verlaufender Erkrankungen in der Bevölkerung.“ Einen kompletten Schlussstrich unter dieses unrühmliche Kapitel in der Gesundheitsprävention zu ziehen, wäre die einzig logische Konsequenz gewesen angesichts der 120.000 Menschen – darunter 3.000 Passivraucher und -raucherinnen –, die jährlich in Deutschland an den Folgen versterben, und der immensen Kosten für die Solidargemeinschaft im Gesundheitswesen.

Das Werbeverbot auf Außenflächen soll zunächst nur für herkömmliche Tabakprodukte gelten, an Außenwänden oder im Schaufenster von Fachgeschäften ist Werbung weiterhin erlaubt. Emami appelliert an den Hamburger Senat: „Setzen Sie nun im Interesse der Hamburger Bürgerinnen und Bürger zügig um, was Sie sich in den Koalitionsvertrag geschrieben haben.“ Danach will die Stadt Hamburg bis spätestens 31.12.2023 jede Form der Außenwerbung für Zigaretten, E-Zigaretten und andere Inhalationsprodukte in Hamburg verbieten. E-Inhalationsprodukte sollen in das Hamburger Passivraucher*innenschutzgesetz aufgenommen werden. Emami hofft, dass die Koalition in Hamburg diese deutlich weitergehende und konsequentere lokale Lösung umsetzen wird.

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