Hamburg12.03.2021

Hamburg: Verständliche Kommunikationsstrategie

Kammer appelliert an Politikerinnen und Politiker

Hamburg - Die derzeitige Kommunikationslage zur COVID-Pandemie ist zunehmend unübersichtlich. Das betrifft sowohl den Austausch der relevanten Akteure in der Politik untereinander wie auch mit den Organen der verfassten Ärzteschaft und anderen gesellschaftlichen Gruppen.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist es wichtig, erkennen zu können, welche Regeln im Hinblick auf das Impfen, Testen und die risikostratifizierte Normalisierung des öffentlichen Lebens gelten. Das ist aber derzeit nicht der Fall, wenn fast täglich neue Beschlüsse und sich teils widersprechende Nachrichten auf sie einstürzen.

Aktuell wissen viele Menschen – wie schwer vorerkrankte Patientinnen und Patienten, Eltern, Selbstständige, Kulturschaffende und andere – nicht, wie es in den nächsten Tagen und Wochen für sie weitergehen wird: Wann werden sie geimpft, wo getestet, wie können KITA, Schule, Universität und berufliche Tätigkeit in gewohnter Weise ermöglicht werden? Das mag teilweise der Komplexität der Pandemie geschuldet sein. Wer sich aber durch eine nahezu chaotische Informationsflut nicht mehr orientieren kann und sich nicht mitgenommen fühlt, verliert das Vertrauen in die Entscheidungsträger
sowie die Bereitschaft, sich an die Vorgaben und Regeln zu halten. Diese Bereitschaft hoch zu halten, ist jedoch unsere stärkste Waffe im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie.

Auch die Ärzteschaft in Klinik, Praxis und dem öffentlichen Gesundheitsdienst sieht sich einer ständig veränderten Informationslage gegenüber. Sie hat seit einem Jahr das Menschenmögliche zur Unterstützung ihrer Patientinnen und Patienten geleistet. Die Ärztinnen und Ärzte brauchen ein Minimum an Planungssicherheit und Strukturierung der Versorgung sowie natürlich die dafür notwendigen Ressourcen.

Der Präsident und die Vizepräsidentin der Ärztekammer Hamburg appellieren an die Politikerinnen und Politiker im Bund und in den Ländern, ihre Kommunikationsstrategie verständlich und struktu-riert zu gestalten, weiterhin die Interessen der besonders gesund-heitlich Gefährdeten vorrangig zu schützen und die Expertise der Ärzteschaft angemessen wertschätzend zu berücksichtigen.

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