Hessen16.11.2018

Heilpraktikergesetz muss neu geregelt und der Patientenschutz verbessert werden

Für LÄKH-Präsident Dr. med. Edgar Pinkowski hat die Sicherheit von Patienten oberste Priorität

Frankfurt - „Mit  ihrem  Vorschlag,  die  Erlaubnis  zur  Bezeichnung als Heilpraktiker mittelfristig  auslaufen  zu  lassen,  hat die  FDP eine wichtige Diskussion angestoßen“,   sagt  der  hessische  Ärztekammerpräsident  Dr.  med.  Edgar Pinkowski. So weit  sind die deutschen Ärztevertreter bisher nicht gegangen: Allerdings habe der Deutsche Ärztetag, zuletzt im Mai 2018, den  Gesetzgeber dazu aufgefordert, im Sinne der Patientensicherheit, das Heilpraktikerwesen neu  zu  regeln.  „Das  geltende   Heilpraktikergesetz  von 1939 ist restlos veraltet.  Wir  sehen  es als zwingend notwendig an, dieses Gesetz nach den aktuellen   Erfordernissen  der  medizinischen  Versorgung  der  Bevölkerung anzupassen bzw. gänzlich neu zu regeln“, betont Pinkowski.

Im  Gegensatz  zu  den sonst im Gesundheitswesen geltenden Anforderungen an klar     definierte     fachliche Qualifikationen, erfordert    die Heilpraktiker-Prüfung  keine staatliche Ausbildung. Auch eine formalisierte Ausbildung  ist  nicht  zwingend   notwendig. Kenntnisse müssen nur insoweit nachgewiesen  werden,  um  eine  Gefährdung  des  Patienten ausschließen zu können. Für die Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach § 2 Heilpraktikergesetz ist lediglich eine Überprüfung  durch das Gesundheitsamt gesetzlich vorgeschrieben.

Die Landesärztekammer Hessen appelliert daher an die Politik, den Beschluss des  121.  Deutschen  Ärztetags  umzusetzen,   Heilpraktiker  von  invasiven Maßnahmen   wie   chirurgische   Eingriffe,   Injektionen   und  Infusionen auszuschließen.  Auch  die Behandlung von Krebserkrankungen sollte untersagt werden.

„Heilpraktiker  werden  in  der Öffentlichkeit häufig als ‚kleine Ärztinnen und  Ärzte‘  wahrgenommen.  Doch  sie  verfügen   weder  über eine geregelte Ausbildung  noch  über eine staatliche Aufsicht“, erläutert Pinkowski. „Die Bevölkerung  muss  sich   darauf verlassen können, dass der Staat bei seinen Regelungen  zur  Ausübung von Heilkunde der Sicherheit von Patientinnen  und Patienten die höchste Priorität einräumt.“

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