Hessen22.08.2018

Hessen: Ärztekammer unterstützt Wiedereinstieg in den Arztberuf

Wiedereinsteiger können Ärztemangel jedoch nicht lösen

Frankfurt - „Der  Wiedereinstieg  in  den  Beruf, zum Beispiel nach der Elternzeit oder einem  Auslandsaufenthalt,  ist  auch für  Ärztinnen und Ärzte ein wichtiges Thema“,  sagt  der  hessische  Ärztekammerpräsident  Dr. med. Gottfried von Knoblauch  zu   Hatzbach.  „Damit  er  gelingt,  steht die Landesärztekammer Hessen   (LÄKH)  Kolleginnen  und  Kollegen,  die  wieder  in   ihren  Beruf zurückkehren  wollen,  beratend  zur  Seite.“  So  etwa an der Akademie für Ärztliche  Fort-  und  Weiterbildung der  LÄKH in Bad Nauheim, die Ärztinnen und   Ärzte   entsprechend   ihrer  Qualifikation  berät,  an  ausgewählten Veranstaltungen   teilzunehmen,   wie  z.B.  Repetitorium  Innere  Medizin, Repetitorium    Allgemeinmedizin,    Repetitorium     Frauenheilkunde und Geburtshilfe,  Pädiatrie  "State  of  the Art", Ultraschallkurse, EKG-Kurse etc.

"Wir  empfehlen den Kolleginnen und Kollegen, die Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg  zu  planen“,  erklärt von  Knoblauch zu Hatzbach. Dafür muss u.a.  geklärt  werden,  ob  sich Arbeitszeit und Arbeitsort mit den eigenen Vorstellungen   und  privaten Voraussetzungen vereinbaren lassen. Für Mütter und  Väter  ist  eine geregelte Kinderbetreuung wichtig. Von  entscheidender Bedeutung ist auch die Frage, ob berufliche Kompetenzen aufgefrischt werden müssen.  „Hier  bietet  die   Akademie  der  Landesärztekammer  eine  breite Angebotspalette  an.  Individuelle  Beratung  ist  auch  regional  bei  den   Bezirksärztekammern möglich“, so der hessische Kammerpräsident.

Die  Überlegung,  ob sich der Ärztemangel vor allem auf dem Land durch eine vermehrte  Förderung des Wiedereinstieges in  den Beruf beheben lasse, sieht von Knoblauch zu Hatzbach nicht als zielführend an: „Wir haben derzeit rund 37.000  Kammermitglieder in Hessen. Die größte Gruppe der 8.282 approbierten Ärztinnen  und Ärzte, die als „nicht ärztlich tätig“  gemeldet sind, stellen Ärztinnen  und Ärzte im Ruhestand (5.662) dar. Viele von ihnen haben lange, oft  weit  über  das  durchschnittliche Rentenalter hinaus, gearbeitet. Auch die  419 im August 2018 in Elternzeit befindlichen Kolleginnen und  Kollegen können  und  sollen  nicht  vorzeitig  aus ihren Familien geholt werden, um wieder zu arbeiten“, so von Knoblauch zu  Hatzbach. „Allerdings unterstützen wir  jede  und jeden, der nach einer Pause wieder in den Beruf zurückkehren möchte.  Damit  dieser Wiedereinstieg einfacher wird, sollten sich Ärztinnen und  Ärzte  aber  auch  während  eines  berufsfreien  Intervalls   beruflich fortbilden. Lebenslange Fortbildung gehört selbstverständlich zum Arztberuf.“

www.laekh.de