Hessen05.03.2019

Hessen: Anstieg von Masernfällen weltweit: „Wir müssen gezielt aufklären“

Zahl der Erkrankungen in Hessen zurückgegangen

Frankfurt - Die jüngste Warnung des UN-Kinderhilfswerks Unicef vor einem „alarmierenden Anstieg“ von Masernfällen weltweit und die von der Weltgesundheitsorganisation WHO Anfang Februar gemeldete Verdreifachung von Masernerkrankungen in der Europaregion machen deutlich: In puncto Impfaufklärung muss noch Einiges getan werden, um Masern nicht nur einzudämmen, sondern gänzlich auszurotten. „Die von der WHO angestrebte flächendeckende Impfquote von mindestens 95% sowohl für die  erste als auch die zweite Masernimpfung ist die einzige Möglichkeit, Masern weitgehend zu eliminieren“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen.

Deutschland ist auf einem guten Weg. So sind die Impfquoten bei Schulanfängern laut Robert-Koch-Institut für beide Masernimpfungen in den letzten 10 Jahren konstant gestiegen. Bei der ersten Masernimpfung beträgt die Durchimpfungsquote bundesweit 97%. Während die Impfquote für die zweite Masernimpfung deutschlandweit bei 93 % liegt, beläuft sie sich in Hessen immerhin auf 94%. „Ein erfreuliches Ergebnis“, stellt Pinkowski fest: „Am Beispiel Hessens, wo die Zahl der Erkrankungen 2018 auf 25 Fälle gegenüber 76 im Jahr 2017 zurückgegangen ist, wird deutlich, wie wichtig gezielte Aufklärung ist, um die Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung zu erhöhen.“

Eltern und andere Erziehungsberechtigten müssen auch künftig darüber informiert werden, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind, so Pinkowski weiter. Die Infektionskrankheit ist hochansteckend, verbreitet sich über die Luft und gefährdet vor allem ungeimpfte Kinder unter zwei Jahren. Neben Hautrötungen und Fieber können Masern auch zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnhautentzündungen führen. Schätzungen der WHO zufolge waren im Jahr 2017 6,7 Millionen Menschen an Masern erkrankt. In 110.000 Fällen verlief die Krankheit tödlich. „Mögliche Unannehmlichkeiten einer vorübergehenden lokalen Impfreaktion  stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen Komplikationen einer Masernerkrankung“, betont der hessische Ärztekammerpräsident.

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