Hessen03.12.2018

Hessen: Gesundheits-App: "Nicht Kostenträger, sondern Ärztinnen und Ärzte behandeln Patienten"

Hessischer Ärztepräsident wirft Krankenkasse Einmischung in das Arzt-Patienten-Verhältnis vor

Frankfurt - „So  war  und ist die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes nicht gemeint“, kritisiert Dr. med. Edgar Pinkowski,  Präsident der Landesärztekammer Hessen (LÄKH), die Pläne der Techniker  Krankenkasse (TK), ihren Versicherten eine App   anzubieten,  in  die  die  Gesundheits-App „ADA“ integriert wird. Nach digitaler  Diagnosestellung  können  sich  die   Versicherten  von TK-Ärzten beraten  lassen.  „Mit  diesem Angebot mischt sich die TK unbotmäßig in das Arzt-Patienten-Verhältnis ein“, erklärt Pinkowski.

Während   sowohl   der   Deutsche   Ärztetag   im  Frühjahr  als  auch  die Delegiertenversammlung  der  LÄKH  am  24.  November entschieden hätten, die ausschließliche  Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien künftig im   Einzelfall zu erlauben, schicke sich die TK an, die Ausnahmeregelung in Routine  zu  verwandeln.  „Das  ist nicht akzeptabel“,  stellt der hessische Ärztekammerpräsident unmissverständlich klar.

"Nicht Kostenträge   sondern Ärztinnen und Ärzte behandeln Patienten". Wenn Krankenkassen  sich  anmaßten,  telemedizinische Beratung und Behandlung von kasseneigenen  Ärzten  durchführen  zu  lassen,  würden  die Grundlagen des Gesundheitssystems  zu  Lasten  der  Patienten  in  ihr Gegenteil verkehrt. Pinkowski   macht   außerdem   deutlich,   dass   Telemedizin  die  Therapie unterstützen,  aber  nicht ersetzen soll: „Im Mittelpunkt muss nach wie vor das individuelle Arzt-Patienten-Verhältnis stehen.“

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