Hessen26.11.2018

Hessisches Ärzteparlament fordert bessere medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere

Einführung eines „anonymen Krankenscheins “ empfohlen

Bad  Nauheim -  Die UN-Menschenrechtscharta spricht jedem Menschen das Recht auf  medizinische  Behandlung  und   ärztliche  Betreuung  zu:  Das  hat die Delegiertenversammlung  der Landesärztekammer Hessen am 24. 11. 2018 in Bad Nauheim  betont.  Allerdings  gebe es auch in Deutschland Menschen, die aus unterschiedlichen   Gründen  nicht  an  der   medizinischen  Regelversorgung teilhaben  könnten  und  große Schwierigkeiten hätten, bei gesundheitlichen Problemen   adäquat  versorgt  zu werden, kritisierten die Delegierten. Ihre Versorgung   hänge   vom   freiwilligen  humanitären   Engagement  einzelner Ärztinnen  und  Ärzte  sowie  von  Organisationen,  wie  etwa Medinetz oder Malteser Migranten Medizin ab.

Um  diese  Lücke  in  der  medizinischen Versorgung in Hessen zu schließen, forderten  die  Ärztevertreter  eine  bessere   Versorgung von Menschen ohne Versicherung  oder gültige Papiere. Die Delegiertenversammlung kündigte an, dass sich die  Landesärztekammer mit der neuen hessischen Landesregierung in Verbindung  setzen  werde,  um  geeignete  Maßnahmen zur  Strukturierung und Finanzierung  der  Behandlung  von Menschen ohne Papiere zu entwickeln. Als Vorbild  könne  dabei   die  Einrichtung  eines  „anonymen  Krankenscheines“ dienen,  der beispielsweise in Thüringen erfolgreich für die Versorgung  der betroffenen,   nicht   von   den   bestehenden  Sozialversicherungssystemen erfassten  Menschen eingeführt wurde.

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