Hessen24.04.2019

Hessisches Weiterbildungsregister: Anteil ausländischer Ärzte wächst weiterhin stetig

Landesärztekammer stellt Ergebnisse 2018 des Weiterbildungsregisters vor

Frankfurt - Wie viele Ärztinnen und Ärzte befinden sich in Weiterbildung?  Um aussagefähige  Zahlen   zur   Weiterbildungssituation  zu  erhalten, hat die Landesärztekammer  Hessen  2013  ein  Weiterbildungsregister aufgebaut, das einmal jährlich die in Hessen tätigen Ärztinnen und Ärzte* in Weiterbildung (ÄiW)  erfasst.  Zum  Stichtag  1.  Oktober  2018   wurden  6.331  Ärzte  in Weiterbildung   von  den  Weiterbildungsbefugten  einer  Gebietsbezeichnung gemeldet.  Im  Vergleich   zu  den früheren Erhebungen weisen die Ergebnisse keine  großen Unterschiede hinsichtlich Altersstruktur und Tätigkeitsgebiet auf.  Allerdings wird eine Tendenz wie bereits in den Erhebungsjahren zuvor deutlich:  Während  die  Mehrheit  der  Ärzte in Weiterbildung nach wie vor weiblichen  Geschlechts  ist (58 Prozent), steigt der Anteil der männlichen ÄiW  kontinuierlich. „Grund für den steigenden Anteil männlicher Ärzte ist vermutlich die wachsende Zahl männlicher ausländische Ärzte; diese hat  sich seit  2013  um  5  Prozentpunkte  erhöht“,  erklärt  Dr.  Dipl.-  Soz. Iris Bruchhäuser, Wissenschaftliche Referentin der  Stabsstelle Qualitätssicherung.

Der  Altersdurchschnitt  aller  Ärzte  in Weiterbildung in Hessen betrug 35 Jahre.  Wie  in  den  vergangenen Erhebungsjahren  auch, war die Mehrheit im stationären Bereich tätig (82 Prozent). 11 Prozent arbeiteten im ambulanten Bereich;  zu den 7 Prozent  in „sonstigen Einrichtungen“ Tätigen zählten unter anderem Angestellte in Pharmaunternehmen oder bei einer  Behörde.

Die  Verteilung  der Ärzte in Weiterbildung nach Fachgebieten entsprach den Vorjahren:  Die Mehrheit befand sich im Gebiet  Innere Medizin (27 Prozent), gefolgt  von  den  Gebieten Chirurgie (17, Prozent) und Anästhesiologie (10 Prozent).  Lediglich  7  Prozent waren im Gebiet der Allgemeinmedizin tätig. Die  übrigen  ÄIW  wurden  in  der  Auswertung unter „sonstige  Fachgebiete“ zusammengefasst  (15  Prozent).  Zwar  weist die Allgemeinmedizin seit 2013 kontinuierlich den höchsten Anteil  an unbesetzten Weiterbildungsstellen auf (2018  waren  es 69 Prozent), jedoch ist der Anteil an Befugnissen ohne ÄiW seit Erhebungsbeginn um 10 Prozentpunkte gesunken.

Außerdem   zeigen   die   Registerdaten,  dass  der  Anteil  an  Ärzten  in Weiterbildung  mit  ausländischem  Pass stetig steigt.  Während im Jahr 2013 rund   17   Prozent  der  gemeldeten  Ärzte  in  Weiterbildung  über  einen ausländischen   Pass   verfügten,  hatten  2018  bereits  27  Prozent  einen ausländischen   Ausweis.  Damit  ist  der  Anteil  ausländischer  Ärzte  in Weiterbildung  seit  Beginn  der  Erhebung  um  10 Prozentpunkte gestiegen. Insbesondere der prozentuale Anteil von Nicht- EU-Bürgern hat sich seit 2013 um  17  Prozentpunkte  erhöht. Bei der Auswertung fällt auf, dass die Ärzte in Weiterbildung mit   ausländischer   Staatsangehörigkeit  überwiegend männlichen Geschlechts sind (54 Prozent; 2013: 49%).

Woher  kommen  die  ausländischen  Ärzte in Weiterbildung? Die Mehrheit der gemeldeten    ausländischen    ÄiW    verfügen    mit    62%    über   eine Nicht-EU-Staatsbürgerschaft.  Sie  besaßen  einen  syrischen  (13 Prozent), ägyptischen  (5  Prozent)  oder serbischen (5 Prozent) Pass. 38% hatten eine EU-Staatsbürgerschaft  und  besaßen  die rumänische Staatsangehörigkeit (28 Prozent), gefolgt von Bulgarien (12 Prozent) und Griechenland (12 Prozent).

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