Thüringen08.05.2018

Höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft für Thüringer Arzt – Landesärztekammer gratuliert Professor Dr. Felix Zintl zur Paracelsus-Medaille

Erfurt - Zur feierlichen Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Ärztetages in Erfurt ist heute der langjährige Direktor der Jenaer Universitätskinderklinik mit der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, geehrt worden. Insbesondere seine herausragenden Verdienste als Arzt und Wissenschaftler wurden bei der Laudatio vom Bundesärztekammerpräsidenten, Dr. Frank-Ulrich Montgomery, in den Mittelpunkt gestellt. So hat Professor Zintl 1980 die erste Knochenmarktransplantation auf dem Gebiet der DDR durchgeführt und mit der Gründung der Kinderhilfestiftung eine Institution geschaffen, die die Verbesserung der Betreuung chronisch kranker Kinder zum Ziel hat.
 
Professor Felix Zintl hat als Arzt auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie Großartiges geleistet. Auf seine Initiative hin wurde Ende der 1970er Jahre das erste und einzige Zentrum für Knochenmarktransplantationen bei Kindern in der DDR aufgebaut, in dem am 1. Oktober 1980 der erste Patient eine allogene Knochenmarktransplantation erhielt. Dabei trotzte Professor Zintl den schwierigen Bedingungen des DDR-Gesundheitssystems, in dem die auf dem Weltmarkt erhältliche Medizintechnik nicht finanziert wurde, setzte auf Eigeninitiative und Eigenbau und arbeitete u.a. mit Mitarbeitern des Carl-Zeiss-Kombinates bei der Realisierung der technischen Voraussetzungen zusammen.
 
Neben seinem herausragenden Engagement als Arzt und Wissenschaftler gründete Professor Zintl die Kinderhilfestiftung Jena e.V., deren Vorsitzender er bis heute ist. Diese Stiftung setzt sich für chronisch kranke Kinder ein, in dem sie sich unmittelbar an bedürftige Familien kranker Kinder wendet, aber auch medizinische Einrichtungen hinsichtlich moderner Ausstattung und guter Umgebungsbedingungen für die kleinen Patienten und deren Eltern unterstützt.

Zur Biographie
Felix Zintl ist am 30. Dezember 1940 in Schöntal (Marienbad) geboren. Nach dem Abitur in Meiningen folgten von 1960 bis 1966 das Medizinstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Promotion. Während seiner Facharztausbildung in der Kinderheilkunde an der Universitätskinderklinik in Jena forschte er bereits zur Hämatologie und Onkologie, 1976 folgte die Habilitation. 1980 erhielt Professor Zintl die Dozentur für Kinderheilkunde und wurde Leiter der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Jenaer Universitätskinderklinik. 1987 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, 1992 folgte der Ruf auf eine C4-Professur für Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie, Onkologie und Immunologie und er wurde zum Direktor der Abteilung ernannt. Von 1991 bis 2008 leitete er darüber hinaus die Universitätskinderklinik.
 
Professor Zintl zählt mehr als 300 wissenschaftliche Veröffentlichungen und 600 Vorträge, meist mit dem Schwerpunkt der immunologischen Typisierung der Leukämien und der Optimierung der Therapie von Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie. Darüber hinaus ist Professor Zintl Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften, auch internationaler wie der American Society for Blood and Bone Marrow Transplantation. Weiterhin hat Professor Zintl einer ganzen Generation von Studierenden die Kinderheilkunde erfolgreich in praxisverbundener Weise nahegebracht, Ärztinnen und Ärzte auf dem Weg zum Facharzt begleitet und sich als Prüfer engagiert.
 
Für seine besonderen Verdienste ist Professor Zintl 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
 
Die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Ellen Lundershausen, und der Vorstand der Landesärztekammer Thüringen gratulieren Professor Zintl zu dieser besonderen Würdigung herzlich und freuen sich insbesondere, dass eine herausragende Arztpersönlichkeit aus Thüringen geehrt worden ist, die sich mit hohem Engagement und Ideenreichtum allen beruflichen Herausforderungen gestellt hat.

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